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Weniger hässliche Menschen die sich als deutsch bezeichnen und Deutschland und sein mühsam erarbeitetes ansehen im Ausland ruinieren. Klingt nach einem fairen Deal.
kannst ihn auch gerne ins weltgeschehen verschieben. dürfte doch den formalen ansprüchen daran genügen.
Haste Recht. Sehe auch eher inhaltliche Defizite.
Edit: Sry, wenn Du nicht glücklich bist mit Deinem Leben. Aber daran hätte wohl auch "diese glückliche Phase" (wtf?) nichts geändert.
Inhaltlich darf ja auch gerne diskutiert und gestritten werden. Dass das ein kontroverses Thema ist und bleiben wird, liegt in der Natur der Sache.
Bin zwar nicht grundsätzlich unglücklich im Moment, aber es geht ja immer noch besser. Schade, dass es durch die Geschehnisse der Geschichte nur eingeschränkt möglich ist.
Zitat von Johi
Da der thread bewusst/unbewusst ins trash-forum gepostet wurde, bringt es wohl nichts, sich sinnvoll zu äußern. Schade.
Wieso das? Es liegt an uns usern, was daraus wird. Ich habe im trash schon sinnvolle Diskussionen gesehen und im weltgeschehen stupide. Ich sehe hier (zumindest ein Stück weit) eine größere Toleranz zu kritischen Threads, daher habe ich diesen Bereich gewählt.
Weniger hässliche Menschen die sich als deutsch bezeichnen und Deutschland und sein mühsam erarbeitetes ansehen im Ausland ruinieren. Klingt nach einem fairen Deal.
Haben wir doch schon die ganzen anderen Ost Gebiete abgedrückt für :(
Bin zwar nicht grundsätzlich unglücklich im Moment, aber es geht ja immer noch besser.
Solange Du nicht gerade einen Existenzkampf führen musst: Nein. Du wirst in anderen Szenarien nicht glücklicher werden. Dafür musst Du an Dir selbst arbeiten. Äußere Umstände werden daran mittel- und langfristig nichts ändern.
Würde gerne mal zum Spaß in so einem Kleinstaat wie die Leute früher leben. "Deutschland" ist eh nur ein theoretisches Konstrukt. Mir kommen die Leute schon fremd vor, wenn ich nur 70 Kilometer weiter fahre. Das einzige was wir gemeinsam haben ist die Sprache.
Um das Szenario mal durchzuspinnen:
Ein gewisser Lafontaine hat sich durchgesetzt. Die DDR bleibt ein eigenständiger Staat. Der Runde Tisch hätte sich auf eine neue Verfassung geeinigt und De Maiziere hätte die Wahl nicht gewonnen.
Das folgende wäre passiert: Die Wirtschaft war am Boden und hat seit 1985 nur noch versucht zu überleben.Investitionen hat es nicht mehr gegeben, einfach um die Sozialleistungen am Leben zu halten. DAs musste sein, damit die Bevölkerung ruhig bleibt. Die Wirtschaftskommission der DDR unter Mittag hat prophezeit, dass es 1990 zu einem massiven Einbruch gekommen wäre, weil die DDR faktisch abgebrannt war.
Der Einbruch hätte sich in einer Abwertung der Währung, massiver Inflation und vor allem in einer Reduzierung des Lebensstandards um 30% - 40% geäußert. Das wäre etwa Rumänien nach der Revolution dort oder Bosnien. Da die Grenzen in Ungarn offen waren, hätte es eine Völkerwanderung gegeben, gegen die die Sürerkriehse ein Witz ist. Vor allem alles was gut ausgebildet gewesen wäre, also alles mit einem höheren Lebensstandard, hätte sich auf den Weg gemacht. Das hätte die Krise weiter massiv verschärft und letzten Ende zu einem Totalzusammenbruch der Wirtschaft geführt, im schlimmsten Fall zu Hungerrevolten und Bürgerkrieg.
Nehmen wir weiter an, die BRD hätte neben den Kosten für die Millionen Flüchtlinge aus der DDR auch hier geholfen und Geld in die Wirtschaft gepumpt, hätte man die Situation stabilisieren können. Kostentechnisch wäre es aber bei weitem teurer gewesen, da viel Geld in VEBs versickert wäre, die so keine Chance mehr gehabt hätten aber künstlich am Leben gehalten wurden.
Hätte die BRD die Grenzen zu gemacht wie ein Lafontaine im Winter 90 vorgeschlagen hatte, dann wäre die Situation im Osten in Verbitterung umgeschlagen. Es hätte einen gewaltsamen Umsturz gegeben, wo keine gewusst hätte ob das Militär nicht eine Diktatur eingesetzt hätte. Eine Situation wie Nord-Süd Korea wäre entstanden.
Das was Kohl 1990 gemacht hat, nämlich einen Hard-Reset mit allen Risiken, Kosten und Problemen war der Schritt, der aus der Katastrophe noch das Beste gemacht hat. Alle andern Szenarien hätten eine Menge Tote und weit höhere Kosten bzw das Korea-Szenario beinhaltet. Der Mann hat meiner Meinung nach weit über den Tellerrand geblickt und gesehen, was die Alternativen sind. Wenn der Blick natürlich klein bleibt, sieht man das nicht.
1:1 Umtausch der Ost-Mark in die starke DM (hehe) war einfach ein krasser Fehler und vollkommen abzusehen. War doch klar, dass die ostdeutsche Wirtschaft viel zu unproduktiv war und ist, um damit gescheite Preise im Markt erzielen zu können.
Angleichung der Sozialsysteme insbesondere des Rentensystems, war der nächste schwere Fehler und hat die Sozialen Sicherungssysteme nachhaltig ruiniert. Nahezu volle Leistungen für 16 Mio, die quasi nichts dafür eingezahlt haben, konnte nur aufgrund der westdeutschen Wirtschaftskraft überhaupt halbwegs funktionieren.
Von welchen Wirtschaftspfeilern redest du denn?
Die DDR Wirtschaft lebte davon, eine gewisse Binnennachfrage zu sättigen und Sachen zu exportieren. Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks ist der komplette Ostmarkt zusammengebrochen. Konkurrenzfähig waren 70% der Waren nicht mehr.
Die Binnennachfrage vor Lieferungen aus dem Westen zu schützen? Mit Zöllen etc? Wäre auch nur kurzfristig gegangen.
Eventuell hätte man mit der Treuhand anders arbeiten können, um die Firmen zu finden, die tatsächlich eine Konkurrenzfähigkeit an den Tag legen könnten. Da sind durchaus auch Firmen drauf gegangen, die eine Chance gehabt hätten. Ja, das ist richtig. Bei der puren Menge an Liquidierungen, Sanierungen oder Privatisierungen passieren halt auch Fehler. Tragisch für die Arbeiter eventuell auch für die Gegend. Aber nur unter Einsatz von einer Menge Geld um Zeit zu kaufen zu vermeiden.
@Sick
der 1:1 Umtausch war die Lösung, um die Völkerwanderung zu vermeiden bzw Ruhe im Land zu halten. Die Renten im Osten wären so niedrig gewesen, dass es noch schlimmere soziale Verwerfungen gegeben hätte als es die horrende Arbeitslosigkeit so schon erzeugt hat. Sie war teuer und hat eine riesige Bugwelle geschlagen. Aber sie hat erreicht, dass sich der größere Teil von uns Ossis mit dem Westen anfreunden konnte. So ist der Eindruck vermieden worden, dass es eine feindliche Übernahme war, sondern eine echte Wiedervereinigung.
"Feindliche übernahme" ist eine schon fast witzige Formulierung für einen Vorgang, bei dem man fast ausschließlich einseitig profitiert hat. I lol'd jedenfalls.
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