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An die Experten: Kostenfrage von Servern

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    An die Experten: Kostenfrage von Servern

    Hallo :)

    mal ganz banal gefragt und rein aus Interesse, weil mir gerade diese ganze Thematik beschäftigt, aber ich null plan habe: nehmen wir mal ihr wollt eine Internetseite mit allem drum und dran selbst herstellen und betreiben und baut dann sowas wie Facebook (also mit Bildern, vielleicht auch bisschen Videos, sonst viele Nachrichten, Chaten und viele eigegebene Daten speichern usw, und was ihr an Servern braucht müsst ihr selbst haben usw.)

    1.
    Aus welchen Elementen würde hauptsächlich die Server-Infrastruktur bestehen? (Webserver, Datenserver, Datenbankserver, Load Balancer und was noch?)

    2. Und wie viel würde jedes Element ungefähr kosten, rein von der Hardware her? Also wieviel kostet z.B. ein Webserver nur für sowas wie Facebook rund um die am Laufen zu halten usw.?

    Braucht jetzt keine wissenschaft drauß gemacht werden, einfach wirklich grob die Richtung kennzeichnen, welche Elemente elementar sind und was die Hardware-Seitig kosten.


    Vielen Dank schon mal :)

    #2
    1. Kommt auf die Größe und den Einsatz an. In der Regel läuft alles über Dienstleister und meist auch virtualisiert. Nur wenn man sehr groß lohnt eher eigene Hardware.

    2. Um mal bei Facebook zu bleiben. Das US Rechenzentrum von Facebook verursacht 1/4 des Stromverbrauchs des Bundesstaates in dem es sich befindet. Das neue Rechenzentrum in Europa soll wohl 300 Mio Dollar kosten. Die Betriebskosten sollen aber geringer sein als in der USA, da es sich nördlich des Polarkreises befindet und weniegr Klimaanlagen notwendig sind.

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      #3
      Ui das hört sich ja gewaltig an, dann wäre ja eine Auslagerung der ganzen Server-Infrastruktur wohl besser? Wie macht das eigentlich so solche seiten wie Monster.de? Auch alles auslagern?

      Und wenn man sich entschließt alles auszulagern, wie groß wären da insgesamt die Kosten für ein Unternehmen "ein kleines Facebook" zu betreiben? Kennt man da genaue Zahlen?

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        #4
        Es gibt für größere Websiten meist 2 Ansätze:

        1) Ich betreibe den Spaß selber und erschlag das dann mit billigem Blech im Front-End und höherwertigen Sachen im Backend. In nem RZ mietet man sich paar Racks, sorgt für eine vernünftige Anbindung und baut dann auf.
        Sprich viele Webserver, die per PXE booten und wo Blech einfach Blech ist. Fällt einer aus stört mich das erst mal nicht. Mit gutem Monitoring kann man die Lastspitzen gut vorhersagen und sorgt dann dafür das man ca. 20% mehr Last ohne Probleme abfangen kann. So ist es dann nicht schlimm, wenn mal 1-2 Webserver fehlen. Kosten pro Webserver liegen meist bei 2000-3000€, je nach Ausstattung.
        Im Backend Bereich (DB, Load-Balancer, Storage) setzt man was vernünftiges ein. Virtualisierung auf Blades mit vSphere ö.ä. um eine hohe Verfügbarkeit zu haben, vernünftigen Storage (iSCSI/FC) von einem vernünftigen Hersteller (NetApp,EMC,HP sind da die großen Player). Preislich fängt das bei ca. 150k€ an (günstiger iSCSI Storage; Dell Bladechassis und Procurve 10GBe Netzwerk) und ist nach oben sehr offen.
        Load Balancer scheiden sich etwas die Geister. Entweder günstige Lösung mit Linux im Cluster und dann auch wieder viel Blech oder was dickes von einem Markenhersteller (Barracuda, Fortinet, Juniper z.b.).
        Die sind dann aber meistens sehr teuer und man will keinen SPOF schaffen so dass man mindestens 2 benötigt. Möchte ich richtig hohe Verfügbarkeit miete ich mich in ein 2. RZ ein und halte alles synchron. Das geht auf Storage und Applikationsebene, kostet dann aber wieder richtig Geld.
        Das ganze kann ich dann noch mit einem CDN kombinieren um meinen statischen Content nah am Eyeball-ISP zu haben um schnell die Website weltweit auszuliefern. Dadurch spart man sich Webserver und Traffic. Ist aber auch relativ teuer. Akamai;Limewire usw. sind aber auch nicht gerade billig.
        Vorteil: Ich kann alles selber managen, kann relativ gut skalieren und bin nicht abhängig von externen.
        Nachteil: Ich binde extrem viel Kapital, muss Know-How aufbauen/dazukaufen und mir relativ viele Gedanken machen wo es hingehen soll.

        2) Ich gehe in die Cloud:
        Klassische Anbieter sind da Amazon und Microsoft. Ich miete mich nur ein und bezahle das tatsächlich genutzte. Benötige ich mehr Maschine, spawne ich einfach weitere VMs. Brauch ich mehr Speicher kauf ich mir den dazu. Ich kann am Anfang klein starten und stetig wachsen. Von der Administration her, spare ich mir auch Aufwand da die Interface mittlerweile sehr gut zu bedienen sind und man so mit 2-3 guten Technikern viel schaffen kann.

        Vorteil: Geringe Investition, sehr skalierbar, Kosten gut abschätzbar
        Nachteil: Ich mache mich komplett abhängig von einem externen. Amazon hatte letztes Jahr 1-2 dicke Ausfälle und auch bei MS lief nicht immer alles Reibungslos. Klar kann man das ganze auf 2-3 Cloud Anbieter streuen, nur das erfordert wesentlich mehr Know-How als wenn ich das bei einem Anbieter lagere. Alleine die DBs synchron halten bei 2 Cloud Anbietern ist ein Thema womit man sich ewig beschäftigen kann.


        Ich hab in beiden Umgebungen schon gearbeitet oder als Berater fungiert, man sollte immer schauen was auf die Situation passt. Ggf. kombiniert man beide Lösungen und hält den statischen Content in der Cloud vor und holt alles dynamische aus seinem Backend. Amazon bietet mittlerweile eigene schnelle Anbindungen an um Cloud mit "lokalem" RZ zu kombinieren.

        Hoffe das ganze erklärt etwas laienhaft das ganze Thema. Willst du tiefer einsteigen empfehle ich dir highscalability.com

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          #5
          Wow, das nenn ich mal ne gute Erklärung, obwohl ich bei den Fachbegriffen erstmal 5 Duden lesen muss :D auch jedenfall schon mal vielen Dank, bringt wirklich viel Licht ins Dunkle.

          Und beim Punkt 2.) "geringe Investionen", wieviel ist "gering"? :D also was kostet da die "Cloud" wenn man z.B. sein eigenes social Network reinhaut? Also genaue Werte brauch ich nicht, aber geht das in tausender, 10k pro Monat oder was muss ich mir Preislich vorstellen als Unternehmen?

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            #6
            In der ct oder ix war vor kurzen ein interessanter Bericht über ein großes Nachrichtenportal. Das ganze lief unter dem Begriff Caching. Die haben dort erklärt, wie sich die absolute Anzahl der Server durch Caching senken lässt. Denn statische Seiten sind billig, dynamisch immer teuer.
            Finde leider die Ausgabennr gerade nicht. Vielleicht weiß jemand, welche ich meine.

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              #7
              Wir hatten an der Hochschule Ende letzten Jahres einen Vortrag von einem ecommerce Dienstleister, der Onlineshops für größere Kunden erstellt.

              Er hatte als ein Beispiel den Online Blumenshops von Aldi (oder irgendein anderer Discounter habs grade nicht im Kopf) gebracht. Die haben es durch Caching hinbekommen, dass der Shop stabil auf 2 Dualcore Maschinen läuft. Und das auch am Valentinstag, wo das tausendfache an Bestellungen reinkommen.

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                #8
                Er hatte ja eher Richtung Facebook gefragt, da ist 80% dynamischer Inhalt und daher schlecht Cachebar.
                Ein Onlineshop wo sich wenig ändert lässt sich perfekt cachen und aus dem Ram bedienen. Memcache, Varnish können sowas perfekt. Dann benötigt man nur "viel" Ram um alles aus dem Cache bedienen zu können.

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                  #9
                  Zitat von nemix
                  Er hatte ja eher Richtung Facebook gefragt, da ist 80% dynamischer Inhalt und daher schlecht Cachebar.
                  Ein Onlineshop wo sich wenig ändert lässt sich perfekt cachen und aus dem Ram bedienen. Memcache, Varnish können sowas perfekt. Dann benötigt man nur "viel" Ram um alles aus dem Cache bedienen zu können.
                  Auch sowas kann man cachen. Kommentare bleiben ja auch eine Zeit lang unverändert, v.a. wenn der Status alt ist.

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