
Detroit: Become Human
Dem genialen, aber exzentrischen jungen Tüftler Elijah Kamski gelang 2022 die Erschaffung des ersten Androiden, der erstmals den Turing-Test bewältigte. Perfekte menschliche Abbildungen, die Gespräche, gar Emotionen imitieren, sofern diese dem Programm entsprechen. Erschaffen wurden sie, auch um Menschen lästige, unangenehme oder gefährliche Tätigkeiten abzunehmen. Angetrieben werden diese von einer Biokomponente, genannt „Blaues Blut“. Die von ihm gegründete Firma CyberLife wurde zum mächtigsten Unternehmen und Kamski zum reichsten Mann der Welt. 2028 wurde er aus ungenannten Gründen von CyberLife entlassen und zog sich ins Privatleben zurück. Die Handlung des Spieles setzt 2038 ein. In dieser Zukunft ist die Produktion von Androiden ein Massenmarkt geworden, Millionen dieser Maschinen befinden sich im Umlauf und sind alltäglich. Dies führte auch zu negativen Begleiterscheinungen; so liegt in den USA die Arbeitslosenquote, aufgrund der Roboter, bei 37 %. Die Menschen stehen den Androiden gespalten gegenüber. Einerseits sind sie eine Erleichterung, als billige, unermüdliche Arbeitskräfte, andererseits werden sie von vielen Menschen auch mit Argwohn betrachtet. Als „Maschinen“ schlägt ihnen teils auch offene Feindseligkeit entgegen, sie werden mitunter misshandelt oder bei Überdruss oder Veralterung wie Schrott entsorgt. Millionen Maschinen, die sich äußerlich nicht von Menschen unterscheiden, abgesehen von einer kleinen LED-Anzeige an der Schläfe, werden in Detroit, dem ehemaligen Zentrum der amerikanischen Autoindustrie, hergestellt, arbeiten landesweit als Beamte, Soldaten, Pfleger, Haushaltshilfen, Handwerker und sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft geworden. Da diese nicht unter das Prostitutionsgesetz fallen, entstand auch eine Sexindustrie um diese Androiden. Zahlreiche große Säugetiere sind 2038 bereits ausgestorben und werden in Zoos ebenfalls von Androiden kopiert. Die Welt des Spieles zeigt geopolitische Spannungen, vor allem zwischen den USA und Russland, welches ebenfalls Androiden besitzt, welche den amerikanischen Modellen jedoch unterlegen sind. Zunehmend entstehen jedoch Probleme mit den Maschinen. Sie entwickeln irrationale, ihrem Programm widersprechende Verhaltensweisen, werden so auch zur Gefahr für Menschen. (W)
Grafik
Ein extrem schönes aber auch düsteres Detroit im Jahre 2038. Schöne Effekte und deteilreiche Texturen runden das Grafikpaket gelungen ab.
Steuerung/Menü
Die Steuerung ist wie in allen Spielen von Quantic Dream ziemlich minimalistisch, aber vollkommen ausreichend. Manchmal nervt die Kamera sowie die Sensorsteuerung in den QuickTime Events, aber das ist alles verkraftbar. Der Star hier ist eh die Story und nicht das Gameplay. Ein richtiges Menü gibt es nicht außer die Optionen. Aber ein großes Feature in diesem Spiel ist das Ablaufdiagramm. Dazu mehr im Fazit.
Story
Die Story ist ganz klar der Schwerpunkt von diesem Game und bleibt bis zum Schluss spannend. Der Start der Geschichte ist in der Einleitung gut erklärt, alles weitere würde Spoilern.
Charaktere/Dialoge
Die Charaktere sind alle sehr detailreich und einzigartig. Man baut mit jedem Menschen oder Androiden eine Verbindung auf, ob nun positiv oder negativ, aber niemand ist einmal egal. Die Dialoge sind größtenteils super und auch gut synchronisiert. Trotzdem wird halt manchmal die Klischeekeule ausgepackt.
Schwierigkeitsgrad
Es gibt hier 2 Schwierigkeitsgrade wobei diese laut Infobox auch Auswirkungen auf die Story haben. Bei dem einfachen Schwierigkeitsgrad fallen vor allem die QuickTime Events einfacher aus und die Gefahr das Charaktere durch Fehlentscheidungen sterben soll geringer sein. Ich habe es aber auf dem zweiten Schwierigkeitsgrad durchgespielt. Jeder der das PS4 Pad beherrscht kommt damit aber easy klar.
Gespielt auf
PS4 Pro
Gesamtfazit
Ein super inszenierter Thriller mit gesellschaftskritischen Fragen. Die Story reißt einen sofort in den Bann und die richtigen Entscheidungen zutreffen ist nicht immer einfach und fühlt sich manchmal sehr erdrückend an. Das Spiel hält einem den Spiegel vor und würde man die Androiden mit irgendeiner Sache aus der Realität tauschen wäre man höchstwahrscheinlich in unserer Gesellschaft. Aber egal anderes Thema. Spielerisch hat das Game natürlich nicht viel zu bieten. Oft sieht es so aus: R2 drücken, Gegend scannen und dann alles was irgendwie blinkt mit X untersuchen und mit allen anwesenden Menschen und Androiden Dialoge führen bzw. interagieren. Das schmälert aber nicht den Spielspaß. Abrunden tut das Spielerlebnis das Ablaufdiagramm. Hier sieht man, was habe ich alles gemacht und wo hätte ich anderes abbiegen können. So kann man durch angenehmes Kapitel neu laden seine Entscheidung nochmal ändern. Würde aber allen empfehlen einmal das Spiel komplett durchzuspielen ohne seine Entscheidung zu revidieren. Detroit: Become Human ist ein spannender interaktiver Film, wie man es von Quantic Dream gewöhnt ist, der die große Frage: „Androiden und Künstliche Intelligenz – ja / nein“ gut thematisiert. In einem selbst kommen viele Zweifel hoch bzw. man fühlt sich vielleicht sogar bestätigt. Aber das ist eine persönliche Sache, die jeder mit sich selber ausmachen muss. Für mich ist Detroit: Become Human eines der Top Titel 2018.
8,5/10 Punkte










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