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    Nein. Zweckgebundenheit, etc. zwischen einer Steuer und einem Beitrag sind große Unterschiede.

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      Zitat von D.Way
      Ich dachte für das Weltgeschehen Forum gelten besondere Regeln?!

      Oder kann nun jeder hier nen provokativen Einzeiler reinkacken ohne jede Belege oder auch nur den Ansatz einer Argumentationsstruktur.
      Auf jeden Fall nette Doppelmoral die du dir hier leistest. Es weiß jeder was gemeint ist, wenn jemand von Pflegesteuer "erhöhen", nicht einführen redet. Außerdem sind die Pflegeversicherungsbeiträge genauso zweckgebunden, wie es eine Pflegesteuer wäre.

      e: und bevor du mir hier jetzt ankommst, dass Steuern nicht zweckgebunden sind: Ich kenn den §3 AO, danke. Es geht hier nur um Begrifflichkeiten aus dem Volksmund.

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        Zitat von Hubschrauber
        Zitat von noobhans
        Die Erleuchtung kommt wahrscheinlich sobald die Eltern mal Pflegefälle werden oder spätestens dann, wenn er sich selber nicht mehr den Arsch abwischen kann, aber trotzdem ein Leben in würde wünscht
        Was für eine Erleuchtung soll da kommen? Pflegeplätze sind jetzt schon schweineteuer - ich dachte die etwas über 2k für meine Oma waren viel (volle Pflege) - zusätzlich kamen 1k für meinen Opa betreutes wohnen dazu. Das ganze in Ostholstein bei einer neuen ganz netten Anlage. Wie gut die Pflege da tatsächlich war, kann ich nicht beurteilen.
        Die Frage ist, wenn man davon ausgeht, dass die Heime nicht so rentabel sind trotz der jetzt schon bereits hohen Kosten, wie soll der Lohn steigen? - offensichtliche wäre Staat erhöht Pflegesteuern und subventioniert die Heime, um höhere Löhne zu erreichen, ob das Geld tatsächlich bei der Pflegekraft ankommt, ist fraglich. Dazu würden die Sozialabgaben, die eh schon immens sind weiter steigen. Was zu einer weiteren herben Belastung der Mittelschicht führen würde. Klingt auch nicht allzu klug.
        Habe mal kurz das Gehalt gegoogelt. Grobes Einstiegsgehalt ist bei 2,4-2,6 Brutto (teilweise etwas weniger Quellen variieren). Wenn da noch Schichtzulagen dazu kommen, ist es für einen Ausbildungsberuf gar nicht so schlecht, wie es dargestellt wird. Natürlich wird man da nicht reich von, aber es gibt sicher auch noch Weiterbildungen etc.pp., dass man auch als Pfleger seinen Wert steigern kann und mit einem Arbeitgeberwechsel vielleicht ein ganz nettes Gehalt erwirken kann. Gibt sicherlich auch Spezialisierungen etc..
        Grob überschlagen als Single bei 2,4k Brutto laut Rechner 1,6k Netto. Plus eventuelle Schichtzulagen. Vorausgesetzt man kann es so überschlagne, warum wird sich beklagt? Als Einstieg naach einer Ausbildung nicht so wenig. Mit Schichtzulagen ist man sicher uach schnell bei 2k Netto. Auf was man sich einlässt, ist einem denke ich vorher bewusst.
        Betreuen eine große Pflegeheimkette die über 30 Heime Deutschlandweit betreiben.

        Einstiegsgehalt einer ausgelernten Pflegefachkraft 2200-2500€ Brutto (+Zulagen)
        Wohnbereichsleitung 2800-3200€ (+Zulagen)

        Die meisten Mitarbeiter stört eher die sehr hohe Mitarbeiterfluktuation sowie das allgemein zu wenig Fachkraft vorhanden sind und viele Pflegeheime einfach unterbesetzt sind, sprich viel zu viel Arbeit für das vorhandene Personal und das führt auf dauer zur Unzufriedenheit. Das Gehalt spielt natürlich auch eine Rolle und kann immer mal mehr sein (wo überall) aber grundsätzlich sind viele gar nicht so unzufrieden damit.

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          Zitat von junioR
          Zitat von Hubschrauber
          Zitat von noobhans
          Die Erleuchtung kommt wahrscheinlich sobald die Eltern mal Pflegefälle werden oder spätestens dann, wenn er sich selber nicht mehr den Arsch abwischen kann, aber trotzdem ein Leben in würde wünscht
          Was für eine Erleuchtung soll da kommen? Pflegeplätze sind jetzt schon schweineteuer - ich dachte die etwas über 2k für meine Oma waren viel (volle Pflege) - zusätzlich kamen 1k für meinen Opa betreutes wohnen dazu. Das ganze in Ostholstein bei einer neuen ganz netten Anlage. Wie gut die Pflege da tatsächlich war, kann ich nicht beurteilen.
          Die Frage ist, wenn man davon ausgeht, dass die Heime nicht so rentabel sind trotz der jetzt schon bereits hohen Kosten, wie soll der Lohn steigen? - offensichtliche wäre Staat erhöht Pflegesteuern und subventioniert die Heime, um höhere Löhne zu erreichen, ob das Geld tatsächlich bei der Pflegekraft ankommt, ist fraglich. Dazu würden die Sozialabgaben, die eh schon immens sind weiter steigen. Was zu einer weiteren herben Belastung der Mittelschicht führen würde. Klingt auch nicht allzu klug.
          Habe mal kurz das Gehalt gegoogelt. Grobes Einstiegsgehalt ist bei 2,4-2,6 Brutto (teilweise etwas weniger Quellen variieren). Wenn da noch Schichtzulagen dazu kommen, ist es für einen Ausbildungsberuf gar nicht so schlecht, wie es dargestellt wird. Natürlich wird man da nicht reich von, aber es gibt sicher auch noch Weiterbildungen etc.pp., dass man auch als Pfleger seinen Wert steigern kann und mit einem Arbeitgeberwechsel vielleicht ein ganz nettes Gehalt erwirken kann. Gibt sicherlich auch Spezialisierungen etc..
          Grob überschlagen als Single bei 2,4k Brutto laut Rechner 1,6k Netto. Plus eventuelle Schichtzulagen. Vorausgesetzt man kann es so überschlagne, warum wird sich beklagt? Als Einstieg naach einer Ausbildung nicht so wenig. Mit Schichtzulagen ist man sicher uach schnell bei 2k Netto. Auf was man sich einlässt, ist einem denke ich vorher bewusst.
          Betreuen eine große Pflegeheimkette die über 30 Heime Deutschlandweit betreiben.

          Einstiegsgehalt einer ausgelernten Pflegefachkraft 2200-2500€ Brutto (+Zulagen)
          Wohnbereichsleitung 2800-3200€ (+Zulagen)

          Die meisten Mitarbeiter stört eher die sehr hohe Mitarbeiterfluktuation sowie das allgemein zu wenig Fachkraft vorhanden sind und viele Pflegeheime einfach unterbesetzt sind, sprich viel zu viel Arbeit für das vorhandene Personal und das führt auf dauer zur Unzufriedenheit. Das Gehalt spielt natürlich auch eine Rolle und kann immer mal mehr sein (wo überall) aber grundsätzlich sind viele gar nicht so unzufrieden damit.
          Kannst du denn bestätigen, dass der Gewinn der Pflegeeinrichtungen eher mäßig ausfällt? Würde mich jetzt natürlich auch interessieren.

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            Zitat von Berguin
            Zitat von junioR
            Zitat von Hubschrauber
            Zitat von noobhans
            Die Erleuchtung kommt wahrscheinlich sobald die Eltern mal Pflegefälle werden oder spätestens dann, wenn er sich selber nicht mehr den Arsch abwischen kann, aber trotzdem ein Leben in würde wünscht
            Was für eine Erleuchtung soll da kommen? Pflegeplätze sind jetzt schon schweineteuer - ich dachte die etwas über 2k für meine Oma waren viel (volle Pflege) - zusätzlich kamen 1k für meinen Opa betreutes wohnen dazu. Das ganze in Ostholstein bei einer neuen ganz netten Anlage. Wie gut die Pflege da tatsächlich war, kann ich nicht beurteilen.
            Die Frage ist, wenn man davon ausgeht, dass die Heime nicht so rentabel sind trotz der jetzt schon bereits hohen Kosten, wie soll der Lohn steigen? - offensichtliche wäre Staat erhöht Pflegesteuern und subventioniert die Heime, um höhere Löhne zu erreichen, ob das Geld tatsächlich bei der Pflegekraft ankommt, ist fraglich. Dazu würden die Sozialabgaben, die eh schon immens sind weiter steigen. Was zu einer weiteren herben Belastung der Mittelschicht führen würde. Klingt auch nicht allzu klug.
            Habe mal kurz das Gehalt gegoogelt. Grobes Einstiegsgehalt ist bei 2,4-2,6 Brutto (teilweise etwas weniger Quellen variieren). Wenn da noch Schichtzulagen dazu kommen, ist es für einen Ausbildungsberuf gar nicht so schlecht, wie es dargestellt wird. Natürlich wird man da nicht reich von, aber es gibt sicher auch noch Weiterbildungen etc.pp., dass man auch als Pfleger seinen Wert steigern kann und mit einem Arbeitgeberwechsel vielleicht ein ganz nettes Gehalt erwirken kann. Gibt sicherlich auch Spezialisierungen etc..
            Grob überschlagen als Single bei 2,4k Brutto laut Rechner 1,6k Netto. Plus eventuelle Schichtzulagen. Vorausgesetzt man kann es so überschlagne, warum wird sich beklagt? Als Einstieg naach einer Ausbildung nicht so wenig. Mit Schichtzulagen ist man sicher uach schnell bei 2k Netto. Auf was man sich einlässt, ist einem denke ich vorher bewusst.
            Betreuen eine große Pflegeheimkette die über 30 Heime Deutschlandweit betreiben.

            Einstiegsgehalt einer ausgelernten Pflegefachkraft 2200-2500€ Brutto (+Zulagen)
            Wohnbereichsleitung 2800-3200€ (+Zulagen)

            Die meisten Mitarbeiter stört eher die sehr hohe Mitarbeiterfluktuation sowie das allgemein zu wenig Fachkraft vorhanden sind und viele Pflegeheime einfach unterbesetzt sind, sprich viel zu viel Arbeit für das vorhandene Personal und das führt auf dauer zur Unzufriedenheit. Das Gehalt spielt natürlich auch eine Rolle und kann immer mal mehr sein (wo überall) aber grundsätzlich sind viele gar nicht so unzufrieden damit.
            Kannst du denn noch bestätigen, dass der Gewinn der Pflegeeinrichtungen eher mäßig ausfällt? Würde mich jetzt natürlich auch interessieren.
            Ja kann ich so bestätigen, das liegt unter anderem auch an vielen anderen Faktoren wie zB. Brandschutzverordnung, wenn sich auf einmal ein Gesetz ändert und die Heime jetzt pro Haus 50-75k ausgeben müssen dann ist es nicht gerade förderlich. In vielen Heimen arbeiten mittlerweile viele Heimleiter nachts selber in der Pflege mit, weil Sie ansonsten Ihre Fachkraftquote nicht halten können etc..Das Personal Problem ist aktuell einfach das aller größte. Die Pflegekette denkt jetzt zb darüber nach eine eigene Ausbildungsakademie in Tschechien zu gründen. Aktuell arbeiten schon sehr viele Junge Frauen aus zb Serbien da und bekommen Ausbildungen hinterher geworfen.

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              Meinte obv. Pflegeversicherung.

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                http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/k?id=tvoed-k-2016&matrix=1

                Und jetzt sagst du mir, wie du davon anständig leben sollst, wenn du alleine in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, München wohnst.

                Kommentar


                  Zitat von HARAMSTUFE ROT
                  http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/k?id=tvoed-k-2016&matrix=1

                  Und jetzt sagst du mir, wie du davon anständig leben sollst, wenn du alleine in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, München wohnst.
                  Das liegt aber einfach viel mehr an den völlig überzogenen Mieten als an den Gehältern.
                  Es kann einfach nicht jeder 5000€ Aufwärts verdienen, weil der Unternehmer selbst dieses Geld in vielen Branchen nicht erwirtschaftet oder willst du demnächst 60€ für ein Herrenhaarschnitt bezahlen übertrieben gesagt. Viel mehr sehe ich die Kosten als Problem an zb. die Wohnkosten.
                  Ich wohne in einer Kleinstadt in Norddeutschland (27.000) Einwohner.
                  Selbst hier kosten Neubauwohnungen 10-12€ den m", das ist einfach völlig überzogen, aber auch das hat nicht nur mit der Gier der Eigentümer oder auch Investoren zutun. Die ganzen Baunebenkosten werden auch immer teurer, und die 100.000 Vorgaben von Staat wie man zubauen hat etc. machen es einfach immer schimmer und teurer.

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                    Hätte ich eine soziale Ader, die keine Probleme mit körperlicher Nähe hätte, würde ich glatt ins Business einsteigen. Roboter und ausländische Fachkräfte werden den Bedarf wahrscheinlich nicht decken können.

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                      Zitat von HARAMSTUFE ROT
                      http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/k?id=tvoed-k-2016&matrix=1

                      Und jetzt sagst du mir, wie du davon anständig leben sollst, wenn du alleine in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, München wohnst.
                      Für Hamburg kann ich sagen, dass es reicht. Meine erste Wohnung war knapp 500€ warm für 40m2 jetzt 750€ für 70m2. Natürlich nicht in einem TopSzene Xkrass Viertel, aber sehr nette Umgebung.

                      Wenn ich das alles hier so sehe und lese, finde ich nicht mal mehr, dass die zuwenig verdienen.

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                        Zitat von junioR
                        Zitat von HARAMSTUFE ROT
                        http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/k?id=tvoed-k-2016&matrix=1

                        Und jetzt sagst du mir, wie du davon anständig leben sollst, wenn du alleine in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, München wohnst.
                        Das liegt aber einfach viel mehr an den völlig überzogenen Mieten als an den Gehältern.
                        Naja irgendwie schon :-)

                        München läuft das aktuell so ab:

                        Wohnung XYZ für x€ im Monat, auf diese bewerben sich dann 30-50Leute, da sind dann sicherlich 2-3 Leute dabei dene 200/300€ oder auch 500€ mehr im Monat net wirklich schmerzen. Dann geht das große Stechen auch schon los... Den Vermieter freut es, wenige haben in diesem Fall das nötige Rückgrat.

                        Das kann die Stadt nur lösen in dem Sie selber Wohnungen baut bzw. neue Genossenschaften hervorruft um günstigen Wohnraum bereitzustellen. Meinst da ist was passiert (was man merklich spürt)?

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                          Zitat von Hubschrauber
                          Zitat von HARAMSTUFE ROT
                          http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/k?id=tvoed-k-2016&matrix=1

                          Und jetzt sagst du mir, wie du davon anständig leben sollst, wenn du alleine in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, München wohnst.
                          Für Hamburg kann ich sagen, dass es reicht. Meine erste Wohnung war knapp 500€ warm für 40m2 jetzt 750€ für 70m2. Natürlich nicht in einem TopSzene Xkrass Viertel, aber sehr nette Umgebung.

                          Wenn ich das alles hier so sehe und lese, finde ich nicht mal mehr, dass die zuwenig verdienen.
                          Man ist nicht ewig Single und Mitte 20. Mit Kindern und Altersvorsorge wird das nichts. Wenn die einzigen Ausgaben Gym, Handy und bisschen Bier sind, kann's schon ne Zeit lang klappen.

                          Was kostet ein KiTa-Platz in Hamburg?

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                            Kann ich dir nicht beantworten, ist für mich noch nicht relevant. Wenn du aber von Kindern sprichst, hast du idR. auch eine zweite Person, die Geld verdient und teilst dir die Mietkosten. Wenn du 2400 Brutto schon als zu wenig ansiehst.. Es ist wohl eher untere Mittelschicht. Ja kein Topverdienst, aber in Ordnung zumal es wohl über die Jahre auch etwas mehr wird und Zuschläge dazukommen.

                            Gibt so viele andere Branchen, die dann viel zu wenig zahlen. Nur als Beispiel Groß- und Außenhandel. Nur, weil die nicht direkt etwas mit einem Menschen zu tun haben, ist es bei denen ein moderates Einkommen? Dann müsste ja jeder über 3k Brutto eher 3,5k+ verdienen, was schon relativ gutes Geld ist als Einstieg.


                            e/ habe es mal überschlagen in einem Programm wären 150€ für zwei Kinder 6 Std am Tag eins 0-3 eins 0-6 auch 6 Std Betreuung am Tag bei Netto 4500€ bei 3500€ kostenfrei. (nur als Beispiel) Also nicht wirklich relevant.

                            https://gateway.hamburg.de/hamburggateway/fvp/fv/BSF/KitaInfo/wfKitaBeitragsrechner.aspx?sid=95

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                              Ich berichte mal ein wenig von meinen Erfahrungen (Studium der Gerontologie / Lehramt für medizinisch,pflegerische Berufe + Politikwissenschaft). Ich durfte im Rahmen meines Studiums 52 Wochen in diversen Einrichtungen verbringen, von der Psychatrie, Hospiz, Pflegeheime (Altenheime gibt es in dem Sinne nicht!), ambulante Pflege bis hin zu Rehakliniken. Hab da glücklicherweise nicht nur Einblicke und Erfahrungen in der Pflege gewonnen, sondern auch in der Managementebene. Hier stehen ja noch ein paar Fragen im raum, daher werde ich jetzt mal versuchen die zu beantworten:

                              Verdienen Pflegekräfte zu wenig?

                              Prinzipiell eher nicht. Pflegekräfte liegen bei den Ausbildungsberufen vom Gehalt im guten Schnitt. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass das auch immer vom Träger der Einrichtung abhängt und die Arbeit eine ziemlich verantwortungsvolle Arbeit ist (in den Skandi-Ländern ist Pflege fast auf einer Stufe mit den Medizinern und arbeiten häufig in Tandems), verdienen sie zu wenig. Unterscheiden muss man hier allerdings zwischen Pflegehelfer (1jährige Ausbildung) und den "richtigen" Pflegekräften (3 jährige Ausbildung).


                              Die Probleme in der Pflege:

                              Die Probleme in der Pflege sind, wie bereits genannt nicht zwingend das zu geringe Gehalt, sondern Folgendes:

                              - Kleinstmögliche Pflegepersonalschlüssel
                              - Überstunden, die nicht vergütet werden
                              - Unberechenbare Arbeitszeiten
                              - Hoher Zeitdruck und Arbeitsunterbrechungen
                              - Unausgebildete, unerfahrene Hilfskräfte
                              - Respektloser Umgang und Drohungen der Leitungsebene (leider selbst schon erlebt)
                              - Kollegen mit mangelnden Sprachkenntnissen
                              - Häufiger Personalwechsel (kein eingespieltes Team, was aber zwingend notwendig ist bei den Pflegeschlüsseln)
                              - Betreuung wird durch Hilfskräfte / 87b-Kräfte übernommen
                              - Keine Möglichkeit zur Sterbebegleitung von Bewohnern
                              - Zu kurze Teambesprechungen und Übergaben (auch als "Schichtwechsel" bekannt)
                              - Keine Supervisionsangebote oder Weiterbildungsvorhaben
                              - fehlende Pflegehilfsmittel (Lifter uvm)

                              und, ganz besonders wichtig, die mangelnde Unterstützung in der Ausbildung (die meisten neu ausgebildteten Pflegekräfte verbleiben nicht lange im Pflegeberuf). Das alles verletzt die moralische Integrität der Pflegekräfte (siehe Bild) und führt zum Ausscheiden aus dem Beruf.



                              Es ist im Endeffekt also nicht das Gehalt, sondern die extrem miesen Arbeitsbedingungen. Dazu kommt dann natürlich noch die schlechte Ansicht des Berufs in der Gesellschaft. Ja, jeder findet es toll wenn es Leute gibt die das machen. Aber man selbst? Neeee. Da fühlt man sich dann schnell zu "Höherem" berufen. Wer kanns den (guten) potentiellen Bewerbern bei den Bedingungen übel nehmen.


                              Man kann auch nicht einfach Flüchtlinge oder "Ausländer" den Job machen lassen. So ein bisschen Bewohner rumfahren und Arsch abwischen kann ja nämlich nach dem gesellschaftlichen Duktus fast jeder. Pflege ist aber viel mehr als das. Die Altenpflegeausbildung ist in vielen Bereichen sehr anspruchsvoll und das Gegenteil von einfach. Sie behandelt Inhalte der Medizin, der Psychologie, Diagnostik, Pflegewissenschaften, Gerontologie, Thanatologie, Sozialethik und der Krankheitslehre. Sie ist übrigens fast identisch mit der Ausbildung zur Krankenpflege (ehemals Krankenschwester). Gerade viele Immigranten mit mangelnden Deutschkenntnissen schaffen daher die Ausbildung nicht oder werden im schlimmsten Fall "durchgewunken".
                              Würde Pflege so durchgeführt werden können wie sie an den Schulen unterrichtet wird, dann hätte man in der Gesellschaft auch nicht so ein schlechtes Bild von Pflegeheimen. Auf Grund der oben genannten Gründe ist das aber einfach ein Ding der Unmöglichkeit.

                              Zur Frage ob die ganzen Pflegeheimbetreiber reich sind: Nein, eher nicht. Reich werden wirklich nur die großen, privaten Pflegeheime die ihr Personal mies bezahlen (Personalkosten machen übrigens 70% der laufenden Kosten in Pflegeheimen aus) und auf gut zahlende Kundschaft ausgelegt sind. Es gibt nämlich rechtliche Vorgaben was ein Pflegeheim für diverse Leistungen verlangen darf. Da gibt es nicht viel Spielraum, außer eben bei Zusatzleistungen die sich gut situierte Bewohnerschaft aber leisten kann. Das ist aber ein riesiges Thema und das würde auch den Post sprengen.

                              Wenn ihr generell Fragen habt, dann fragt. Mir ist das Thema nämlich eine Herzensangelegenheit. Ich bin auch wirklich von der Politik enttäuscht wie stiefmütterlich die Pflege behandelt wird.

                              Als kleiner Trost: Zukunftsmodelle gehen von den Pflegeheimen als "Universalversorger" übrigens weg. Das wird auf Grund des anhaltenden Pflegenotstands und des damit einhergehenden demographischen Wandels garnicht mehr möglich sein. In der, fernen, Zukunft sollen nur noch die schwersten Pflegefälle in Heimen versorgt werden. Ein "neuer" Ansatz in die Richtung ist das Konzept der "Caring community" aus dem siebten Altenbericht. Hab jetzt gerade leider keine gute öffentlichen Quelle zur Hand. Wer interessiert ist kann ja mal Google anwerfen.

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                                Meine frage wäre, wo denn tatsächlich die hohen Kosten herkommen, wenn du schreibst, dass 70 Prozent der laufenden Kosten Personalkosten sind. Pflegeheimplatz für meine Oma hat ziemlich genau 3,3k gekostet pro Monat, gleichzeitig ist ja der Lohn irgendwo zwischen 2,4-2,6k. Habe hier im thread unter anderem gelesen, dass im worst case szenario auf einen Pfleger 15 Patienten kommen. Stimmt die Info denn? Selbst wenn man mit einer 1 zu 10 quote rechnet, bleiben ja dann etwa 30k in dem konkreten Beispiel übrig. Sind die Nebenkosten für Miete, Strom, Essen etc. so hoch, bzw. gibt es da dann irgendwelche mehr oder weniger sinnige Verordnungen, die dann unbedingt umgesetzt werden müssen und gleichzeitig die Kosten enorm in die Höhe treiben?

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