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    Er kritisiert nicht die Demokratie, sondern den Kapitalismus.
    Im Programm der Linken und auch der SPD findet sich der Begriff des "Demokratischen Sozialismus". SPD Mitglied und Politikwissenschaftler Iring Fetscher hat den Begriff herausgearbeitet und auch vom Staatskapitalismus/-sozialismus (z.B. in der DDR) abgegrenzt. Wenn man ein bisschen Zeit hat, kann ich den Text wirklich empfehlen. Ich kann es leider nicht in 5 Sätzen formulieren :[

    Kommentar


      Zitat von deso
      Spoiler: 
      Zitat von FlowBro
      Zum Punkt der "Gerechtigkeit" in Bezug auf das Entstehen bzw. Erlangen von "Supervermögen". Wir bewegen uns bei dieser Diskussion in den wirren Tiefen abstrakter Begrifflichkeiten deren Verständnis unterm Strich in eine ethisch-philosophische Wertung mündet. Was ist objektiv fair?

      Intuitiv hielte ich es für fair, wenn Geld grundsätzlich nach gesetzlich bestimmten Quoten gleichmäßig unter der Bevölkerung verteilt werden würde. Dabei sollte aber nicht jeder das Selbe verdienen. Ich denke z.b. es ist nicht fair, dass jemand der auf Grund genetischer Prädisposition "intelligenter" oder fähiger als andere ist, mehr Geld verdient. Es ist ebenso nicht fair, dass jemand der zufällig Öl unter seinem Grundstück findet, viel Geld verdient. Ich finde es auch nicht fair, dass jemand dessen Tätigkeit zufällig einen höheren ideellen Mehrwert für die Gesellschaft erzielt, mehr Geld verdient.

      Es ist in meinen Augen hingegen fair, dass jemand der mehr und härter arbeitet, jemand der mehr Opfer bringt, physisch oder psychisch mehr Geld verdient. Es ist fair, dass jemand der Lehrjahre in der Universität opfert am Ende mehr verdient als jemand, der sofort einen Job wählt, der keine akquirierbaren Spezialfähigkeiten/kenntnisse voraussetzt. Das sind nur wenige Prämissen, die man beliebig ausweiten und verfeinern könnte. Natürlich geht das alles in die Richtung kommunistischer Theorien, welche unter Fairness Gesichtspunkten zwar auch große Mängel aufweisen, dem jetzigen System diesbezüglich aber sogar überlegen sein dürften.

      Der liberale Kapitalismus hat in meinen Augen in seiner Gesamtheit nicht weniger Schwächen als die gescheiterten kommunistischen Modelle. Er fördert Missbrauch und bevorzugt und honoriert egoistisches und rücksichtsloses Gewinn- und Erfolgsstreben unter dem propagierten Deckmantel der Freiheit und Chancengleichheit. Die Möglichkeiten für Manipulation, Betrug und Überfluss, die eröffnet werden, werden Stand jetzt in meinen Augen nicht ansatzweise genug reguliert. Kapitalismus impliziert eine Jeder ist seines Glückes Schmied Doktrin. Aber in Wahrheit werden nicht Fleiß und positive Charaktereigenschaften honoriert. Die Unzulänglichkeiten und Imperfektion des Menschen an sich kommen in diesem System gnadenlos zur Geltung. Blender, die wissen wie sie sich am besten verkaufen oder es intuitiv einfach können klettern in Machtpositionen und werden ihrerseits von Interessenvertretern anderer Machtsäulen manipuliert. Entscheidungen werden getroffen, ohne Rücksicht auf deren gesellschaftlichen Auswirkungen oder ideellen Nutzen. Bedarf wird nicht nur bedient sondern in erster Linie durch Marketing und psychologische Masseneffekte erst hervorgerufen. Die Leistungsgesellschaft, die hierdurch entsteht, ist unterm Strich noch nichtmal eine, weil "Leistung" spätestens in der Arbeitswelt zu einem äußerst nebulöser Begriff verkommt. Unser ständiges Streben nach Verbesserung und Perfektion ist ein unmittelbares Ergebnis des Ganzen. Sicherlich liegt dies auch in der Natur des Menschen, wird aber auf eine Art und Weise befeuert, die für die menschliche Psyche meines Erachtens unnötig und gefährlich belastend ist. Es ist natürlich, sich verbessern zu wollen, zu konkurrieren wenn es z.b. um Sex geht, aber die Ausweitung dieses Prinzips auf Vermögen, Geld und Konsum ist fragwürdig. Viele Menschen, die in Armut abseits unserer kapitalistischer Welt leben erscheinen mir glücklicher, als Durchschnittsmitglieder unserer westlichen Gesellschaft, die im Endeffekt so viel "mehr" haben und können.

      Diskussionen über gesellschaftliche Probleme werden in der Öffentlichkeit und den Medien zumeist nur oberflächlich geführt und Verschwörungstheorien hin oder her mit Sicherheit auch von denjenigen, die davon Nutzen tragen gesteuert oder zumindest maßgeblich beeinflusst. Menschen, die fundamentale Kritik äußern tun dies nur halbherzig und werden, sofern sie überhaupt eine große Bühne bekommen von der Öffentlichkeit lediglich zur Kenntnis genommen, ohne dass dies einen Stein des Anstoßes darstellen könnte. Die Masse der Menschen ist ignorant, leicht beeinflussbar. Siehe Trump, siehe Brexit. Die Meisten sind intelektuell nicht dazu in der Lage das System in dem wir leben tatsächlich in seinen elementaren Einzelheiten und Zusammenhängen nachzuvollziehen. Gleichzeitig ist unser Lifestyle, der so eng mit dem System verwoben ist, so selbstverständlich für uns, dass wir die subtilen Probleme unserer Systems kaum hinterfragen

      Die Vorteile des Kapitalismus in der gegenwärtigen Form sind für mich kaum ersichtlich.
      Ich denke etwa nicht, dass das gegenwärtige System Innovationen und gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritt besonders fördert. Unternehmen sind dazu angehalten ständig den Schein von Innovation hervorzurufen. Paradoxerweise verlangsamt oder verhindert dies in meinen Augen tatsächlichen Fortschritt. Ich bin mir, ohne wirklich Expertise in diesem Bereich zu haben, relativ sicher, dass unsere gegenwärtiges politisches System nicht der Abschluss einer demokratischen Entwicklung ist, sondern nur ein absolut fehlerbehaftetes Zwischenglied, über das in Zukunft sehr kritisch gerichtet werden wird.

      Ich frage mich nur ernsthaft, warum tatsächliche Systemkritik fast nirgends zu finden ist. Selbst nach Bankenkrisen etc. Warum werden kommunistische Ideen überhaupt nicht ernsthaft diskutiert? Warum wird das gegenwärtige System als unter Freiheitsgesichtspunkten alternativlos dargestellt?

      Sorry, wenn das Ganze den Rahmen des Threads sprengt und die Punkte zu oberflächlich daherkommen. Aber in meinen Augen ist dieses System weit weg von jeder Perfektion. Hätte fast Lust Politologie und Geschichte zu studieren und bezüglich einer systematischen Revolution zu promovieren...

      tl;dl: demokratie ist scheiße, warum nicht mal wieder kommunismus? oder vielleicht diktatur? hats doch alles schon gegeben, war alles mist.
      Das ist definitiv nicht das was ich meine. Kommunismus in seiner bisher praktizierten Form halte ich für keine Alternative und historisch gescheitert.

      Aber auch du stellst es so dar, als wären wir am Ende der demokratischen Fahnenstange angekommen und "das" wäre nunmal Demokratie und als hätten wir alle Alternativen in der Vergangenheit bereits überwunden. Ich rede von einer Weiterentwicklung unserer Systems, gerne auch mit Elementen und Idealen des Kommunismus, der in der Theorie in meinen Augen sehr sehr viel Gutes hat, aber eben praktisch in seiner Reinform nicht funktionierte. Der Liberalismus hat seinerseits in der Theorie im Vergleich meines Erachtens viele überlegene Elemente, etwa da er mit der individualistischen Natur des Menschen besser harmonieren dürfte.

      Zitat von noobhans
      Er kritisiert nicht die Demokratie, sondern den Kapitalismus.
      Im Programm der Linken und auch der SPD findet sich der Begriff des "Demokratischen Sozialismus". SPD Mitglied und Politikwissenschaftler Iring Fetscher hat den Begriff herausgearbeitet und auch vom Staatskapitalismus/-sozialismus (z.B. in der DDR) abgegrenzt. Wenn man ein bisschen Zeit hat, kann ich den Text wirklich empfehlen. Ich kann es leider nicht in 5 Sätzen formulieren :[
      ty, werde es lesen

      Kommentar


        Zitat von deso
        Spoiler: 
        Zitat von FlowBro
        Zum Punkt der "Gerechtigkeit" in Bezug auf das Entstehen bzw. Erlangen von "Supervermögen". Wir bewegen uns bei dieser Diskussion in den wirren Tiefen abstrakter Begrifflichkeiten deren Verständnis unterm Strich in eine ethisch-philosophische Wertung mündet. Was ist objektiv fair?

        Intuitiv hielte ich es für fair, wenn Geld grundsätzlich nach gesetzlich bestimmten Quoten gleichmäßig unter der Bevölkerung verteilt werden würde. Dabei sollte aber nicht jeder das Selbe verdienen. Ich denke z.b. es ist nicht fair, dass jemand der auf Grund genetischer Prädisposition "intelligenter" oder fähiger als andere ist, mehr Geld verdient. Es ist ebenso nicht fair, dass jemand der zufällig Öl unter seinem Grundstück findet, viel Geld verdient. Ich finde es auch nicht fair, dass jemand dessen Tätigkeit zufällig einen höheren ideellen Mehrwert für die Gesellschaft erzielt, mehr Geld verdient.

        Es ist in meinen Augen hingegen fair, dass jemand der mehr und härter arbeitet, jemand der mehr Opfer bringt, physisch oder psychisch mehr Geld verdient. Es ist fair, dass jemand der Lehrjahre in der Universität opfert am Ende mehr verdient als jemand, der sofort einen Job wählt, der keine akquirierbaren Spezialfähigkeiten/kenntnisse voraussetzt. Das sind nur wenige Prämissen, die man beliebig ausweiten und verfeinern könnte. Natürlich geht das alles in die Richtung kommunistischer Theorien, welche unter Fairness Gesichtspunkten zwar auch große Mängel aufweisen, dem jetzigen System diesbezüglich aber sogar überlegen sein dürften.

        Der liberale Kapitalismus hat in meinen Augen in seiner Gesamtheit nicht weniger Schwächen als die gescheiterten kommunistischen Modelle. Er fördert Missbrauch und bevorzugt und honoriert egoistisches und rücksichtsloses Gewinn- und Erfolgsstreben unter dem propagierten Deckmantel der Freiheit und Chancengleichheit. Die Möglichkeiten für Manipulation, Betrug und Überfluss, die eröffnet werden, werden Stand jetzt in meinen Augen nicht ansatzweise genug reguliert. Kapitalismus impliziert eine Jeder ist seines Glückes Schmied Doktrin. Aber in Wahrheit werden nicht Fleiß und positive Charaktereigenschaften honoriert. Die Unzulänglichkeiten und Imperfektion des Menschen an sich kommen in diesem System gnadenlos zur Geltung. Blender, die wissen wie sie sich am besten verkaufen oder es intuitiv einfach können klettern in Machtpositionen und werden ihrerseits von Interessenvertretern anderer Machtsäulen manipuliert. Entscheidungen werden getroffen, ohne Rücksicht auf deren gesellschaftlichen Auswirkungen oder ideellen Nutzen. Bedarf wird nicht nur bedient sondern in erster Linie durch Marketing und psychologische Masseneffekte erst hervorgerufen. Die Leistungsgesellschaft, die hierdurch entsteht, ist unterm Strich noch nichtmal eine, weil "Leistung" spätestens in der Arbeitswelt zu einem äußerst nebulöser Begriff verkommt. Unser ständiges Streben nach Verbesserung und Perfektion ist ein unmittelbares Ergebnis des Ganzen. Sicherlich liegt dies auch in der Natur des Menschen, wird aber auf eine Art und Weise befeuert, die für die menschliche Psyche meines Erachtens unnötig und gefährlich belastend ist. Es ist natürlich, sich verbessern zu wollen, zu konkurrieren wenn es z.b. um Sex geht, aber die Ausweitung dieses Prinzips auf Vermögen, Geld und Konsum ist fragwürdig. Viele Menschen, die in Armut abseits unserer kapitalistischer Welt leben erscheinen mir glücklicher, als Durchschnittsmitglieder unserer westlichen Gesellschaft, die im Endeffekt so viel "mehr" haben und können.

        Diskussionen über gesellschaftliche Probleme werden in der Öffentlichkeit und den Medien zumeist nur oberflächlich geführt und Verschwörungstheorien hin oder her mit Sicherheit auch von denjenigen, die davon Nutzen tragen gesteuert oder zumindest maßgeblich beeinflusst. Menschen, die fundamentale Kritik äußern tun dies nur halbherzig und werden, sofern sie überhaupt eine große Bühne bekommen von der Öffentlichkeit lediglich zur Kenntnis genommen, ohne dass dies einen Stein des Anstoßes darstellen könnte. Die Masse der Menschen ist ignorant, leicht beeinflussbar. Siehe Trump, siehe Brexit. Die Meisten sind intelektuell nicht dazu in der Lage das System in dem wir leben tatsächlich in seinen elementaren Einzelheiten und Zusammenhängen nachzuvollziehen. Gleichzeitig ist unser Lifestyle, der so eng mit dem System verwoben ist, so selbstverständlich für uns, dass wir die subtilen Probleme unserer Systems kaum hinterfragen

        Die Vorteile des Kapitalismus in der gegenwärtigen Form sind für mich kaum ersichtlich.
        Ich denke etwa nicht, dass das gegenwärtige System Innovationen und gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritt besonders fördert. Unternehmen sind dazu angehalten ständig den Schein von Innovation hervorzurufen. Paradoxerweise verlangsamt oder verhindert dies in meinen Augen tatsächlichen Fortschritt. Ich bin mir, ohne wirklich Expertise in diesem Bereich zu haben, relativ sicher, dass unsere gegenwärtiges politisches System nicht der Abschluss einer demokratischen Entwicklung ist, sondern nur ein absolut fehlerbehaftetes Zwischenglied, über das in Zukunft sehr kritisch gerichtet werden wird.

        Ich frage mich nur ernsthaft, warum tatsächliche Systemkritik fast nirgends zu finden ist. Selbst nach Bankenkrisen etc. Warum werden kommunistische Ideen überhaupt nicht ernsthaft diskutiert? Warum wird das gegenwärtige System als unter Freiheitsgesichtspunkten alternativlos dargestellt?

        Sorry, wenn das Ganze den Rahmen des Threads sprengt und die Punkte zu oberflächlich daherkommen. Aber in meinen Augen ist dieses System weit weg von jeder Perfektion. Hätte fast Lust Politologie und Geschichte zu studieren und bezüglich einer systematischen Revolution zu promovieren...

        tl;dl: demokratie ist scheiße, warum nicht mal wieder kommunismus? oder vielleicht diktatur? hats doch alles schon gegeben, war alles mist.
        Du verwechselst bzw. vermengst politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Systeme.

        Zitat von cena_
        Das ist auch übrigens der Punkt wieso der Kapitalismus doch so erfolgreich ist, es ist eben gerade nicht so wie Ollie behauptet hat, dass man nur gewinnen kann, wenn andere verlieren. Es ist für sehr viele eine Win-Win-Situation. Und jetzt bitte nicht wieder mit den Extrembeispielen und Ausnahmen kommen, im großen und ganzen ist der Wohlstand gewachsen. Dass durch eine ungleiche Verteilung des immer größer werdenden Kuchens andere Dinge abzuleiten sind, habe ich ja schon vor einigen Posts selbst ausgeführt, das hatten wir oft genug.
        Zum einen erwartest du "jetzt bitte nicht wieder mit den Extrembeispielen und Ausnahmen kommen" sprichst aber selbst von Sängern, etc. also auch Extrembeispiele. Sorry cena, im Pflegebereich sieht man exemplarisch, dass die unsichtbare Hand des Marktes eben nicht alles zum guten steuert. Pflegenotstand und dennoch keine steigenden Löhne, das Prinzip von Angebot und Nachfrage scheitert hier vollkommen.
        Dein absolutes Argument ist ein sich ständig wiederholendes: Weil es erfolgreich ist, hehe.
        Es ist schwer von einer Win-Win Situation zu sprechen wenn die Zahl der Menschen die unter Hunger leiden auf über 800 Millionen steigt.[1] Und die Kinderarmut in Deutschland weiter zunimmt.[2] Oder damit "wir" auch noch in der Bahn auf's nen Display starren können Menschen, in Coltan Minen versklavt [3] werden und es zudem immer wieder zu bewaffneten Konflikten in den Regionen um die Minen kommt. Diese werden dann in Asien in Sweatshops hergestellt in denen die Arbeitsbedingungen so gut sind, dass diese Netze aufspannen falls sich wieder ein Mitarbeiter vom Dach stürzt.[4]
        Das ist jetzt nur ein exemplarisches Beispiel, schau dir die Textilindustrie an. Water Grabbing (Nestle), Land Grabbing, etc. Unter den Umständen den Kapitalismus als Win-Win Situation zu beschreiben ist blanker Hohn.

        1: http://www.sueddeutsche.de/politik/bericht-zur-ernaehrung-erstmals-seit-zehn-jahren-steigt-die-zahl-der-hungernden-auf-der-welt-1.3668804
        2: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/steigende-kinderarmut-in-deutschland-15135343.html
        3: https://www.welt.de/politik/ausland/article106139906/Sklaverei-im-Kongo-Arbeiten-wo-der-Teufel-wohnt.html
        4: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/iphone-hersteller-mitarbeiter-sollen-selbstmord-verzicht-unterschreiben-a-696823.html

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          @Cena:
          Zu 1: Kurz gesagt glaube ich nicht, dass Einkommen überhaupt als Indikator für gesellschaftlichen Wert genommen werden kann. Die Leute, die viel Geld besitzen, teilen dieses Geld unter sich auf. Nutzen für die Gesellschaft spielt hier keine Rolle. Über dieses Stadium, so es das jemals gab, sind wir hinaus.
          Zu 2: Ich möchte jetzt keine Utilitarismusdiskussion vom Zaun brechen. Ich möchte einfach sagen, dass man genau andersherum zu dir argumentieren kann: "Wenn Dagi Bee (oder ein hochdotierter Banker) soviel Geld machen, so zeigt das gerade, das Geld nicht dorthin wandert, wo der Nutzen liegt." Ich finde, diese Extremfälle veranschaulichen das gerade, du betrachtest sie als Ausreißer. Auf die Frage, was die Alternative wäre, gibt es keine einfach Antwort. Aber ich sympathisiere beispielsweise mit einer Deckelung, wie auch immer die im Detail umgesetzt wird. Dann gestehen wir als Gesellschaft den Fußballern und Bankern immer noch zu, ein Leben zu führen, dass der Rest der Gesellschaft nicht führen kann. Weil sie uns das wert sind, von mir aus. Ausgebaute Mindestlöhne sind ein anderer Mechanismus. Beides ist Wettbewerbs-feindlich, ja, aber Wettbewerb ist kein Selbstzweck.
          Zu 3: Es geht bei den linken Gehaltsforderungen für mich die Verteilung von Macht, so mal Geld als Machtmittel sieht. Ansonsten findest du hier vor allem ja Forderungen nach Reformen von H4 oder einem Bürgergeld. Diese zielen auf die gesellschaftliche Teilhabe ab. H4, wie es jetzt funktioniert, erniedrigt und stigmatisiert die Betroffen.
          Ansonsten bin ich jetzt kein dedizierter Verteidiger der Linken. Und für mich wäre es langsam an der Zeit, den ganzen Wachstumshype zur Ruhe kommen zu lassen und wieder regional und bis zu einem gewissen Grad autark zu werden. Ein Bürgergeld kann in meinen Augen dazu beitragen, aber eigentlich braucht's da ganz andere Schritte.

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            Zitat von ramses
            je näher die wahl rückt, desto wahrscheinlicher wird, dass ich etwas tue, das ich zuvor nicht nicht getan habe: ich werde ungültig, oder protest (DIE PARTEI) wählen oder gehe gar nicht zur wahl. je mehr man sich damit beschäftigt, desto weniger wählbar werden die parteien durch die bank weg.

            Zitat von definitiv nicht keira
            wir haben übrigens pflegernotstand und trotzdem sind die löhne nicht angemessen. nachfrage hoch - wir importieren ja schon aus dem osten europas - angebot wenig. kannst doch kein what-if-szenario da als angebot-nachfrage verkaufen.
            so einfach ist das ja nu nicht. kannst keinen pfleger 120k p.a. anbieten... das muss ja auch irgendjemand finanzieren. ist ja nicht so, dass ein pfleger 500k jährlich für seine firma reinholt.
            gemessen an dem, was viele der zu pflegenden personen ihr leben in steuern eingezahlt haben, haben sie ein anrecht auf würdige pflege und gesundheitsversorgung im alter oder krankheitsfall. der pfleger soll ja mitnichten "120k per.a." verdienen, aber einen angemessen lohn für die arbeit erhalten. der vorschlag zur güte wäre doch hier wieder: steuern rauf, umbudgetierung (warum immer noch so ein budget für die bundeswehr?), reformierung der rentenkasse, tarifverhandlungen für pfleger stärken. ich würde es dem pflegepersonal nicht verübeln, wenn sie von heute auf morgen zu streiken beginnen, bis sie endlich die 500 brutto mehr "in der tasche" haben.

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              Wie rentabel sind denn Pflegeheime für den Betreiber? Wäre es dann nicht sinnvoll zu sagen, der Staat zahlt zur Pflege dazu, das Heim erhöht die Preise und zahlt mehr Lohn? (Milchmädchen Rechnung) allerdings bin ich eigentlich gegen ein eingreifen des Staates in dem Fall.e/ weil ich es gerade im Spiegel von der SPD gelesen habe natürlich ohne die pflegesteuer zu erhöhen... Kann jq nicht sein dass andere AN eine Branche finanzieren

              Ja der böse Kapitalismus.. Wäre alles besser, wenn wir wie vor 60 Jahren leben würden und unsere Umwelt mit schädlicheren Kraftwerken schlimmer verpesten und dieses Smartphone ist auch der größte Müll....

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                bzgl. pflegeheime und profitabilität - würde auch gerne wissen wieso die pfleger so extrem wenig verdienen, n pflegeplatz aber nicht unter 3000€ pro monat zu bekommen ist (der für meinen Opa hat 3300€ gekostet) - das muss ja ne unglaubliche gelddruckmaschine sein wenn man da in nem kleinen bis mittelgroßen heim 50+ alte leute betreut und selber nur niedrigstlöhne bezahlt,es essen in mensaqualität gibt und die "aktivitäten" sich auf gemeinsame gymnastikstunden im Pausenraum beschränken...



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                  Der Lohn orientiert sich heute doch großteils nach der Ersetzbarkeit des Mitarbeiters. Die Pflegekraft kannst du rauskloppen und findest relativ flott ne neue. Weil auch die Anforderung für das Qualifikationspapier nicht so hoch sind. Der Preis wird wohl für die Verbraucher steigen. Ist doch das gleiche mit dem Outsourcing. Die Nachfrage nach einem Gut ist hoch, es steigt der Preis. Die Löhne für die Leute die das Zusammenschrauben werden sich trotzdem kaum verändern. Eben weil die Leute so einfach zu ersetzen sind.

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                    Zitat von Hubschrauber
                    Wie rentabel sind denn Pflegeheime für den Betreiber? Wäre es dann nicht sinnvoll zu sagen, der Staat zahlt zur Pflege dazu, das Heim erhöht die Preise und zahlt mehr Lohn? (Milchmädchen Rechnung) allerdings bin ich eigentlich gegen ein eingreifen des Staates in dem Fall.

                    Ja der böse Kapitalismus.. Wäre alles besser, wenn wir wie vor 60 Jahren leben würden und unsere Umwelt mit schädlicheren Kraftwerken schlimmer verpesten und dieses Smartphone ist auch der größte Müll....
                    Hätten die schwachen in der Gesellschaft mal was richtiges studiert. Genau so wie die Dorfbewohner im Kongo oder Wanderarbeiter in China!

                    Niemand sagt Fortschritt sei schlecht. Aber saubere Energie ist kein Selbstzweck der kapitalistischen Entwicklung. Es ist politisch gewollt und erzwungen. Kein Unternehmen würde, unter kapitalistischen Gesichtspunkten und der Hand des Marktes, so viel Geld in Entwicklung für etwas verbrennen von dem es direkt keinen Nutzen hat. Das Argument ist wieder so kurz gedacht, wie alle deine Argumente.
                    Der Fortschritt löst die aufgezeigten Probleme des Kapitalismus nicht auf.

                    Dies dann mit "Smartphone ist auch der größte Müll" abwatschen zu wollen zeigt nur deinen Horizont und Verständnis für die Thematik. Den genau dies habe ich nie behauptet. Smartphones sind eine tolle Sache, aber die Bedingungen unter denen die Rohstoffe gewonnen werden und es hergestellt wird lässt an der Win Win Situation zweifeln.

                    Die Frage ob Krankenschwestern, Alten- und Krankenpfleger, Erziehern für dich die schwachen der Gesellschaft sind bist du uns noch schuldig. Wobei du dich, mit Argumenten konfrontiert ja eigentlich immer aus der Diskussion zurückziehst und wartest bis du mit dem nächsten Spruch rein springen kannst.

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                      einen empathschischen, besonnenen und erfahrenen pfleger zu haben, ist keine qualifikation, die man über nacht bekommt. manche menschen werden die ersten beiden anforderungen niemals erfüllen. das ist doch ein lügengespenst, dass pflegekräfte so einfach zu ersetzen wären. erst recht nicht, wenn es keinen nachwuchs gibt, der überhaupt diesen beruf machen will. gerade die altenpfleger im osten verdienen ja weniger als die erste besoldungsgruppe der bundeswehr-soldaten. das ist inakzeptabel. erst recht mit blick auf die besoldung von beamten im öffentlichen dienst.

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                        Zitat von definitiv nicht keira
                        einen empathschischen, besonnenen und erfahrenen pfleger zu haben, ist keine qualifikation, die man über nacht bekommt. manche menschen werden die ersten beiden anforderungen niemals erfüllen. das ist doch ein lügengespenst, dass pflegekräfte so einfach zu ersetzen wären. erst recht nicht, wenn es keinen nachwuchs gibt, der überhaupt diesen beruf machen will. gerade die altenpfleger im osten verdienen ja weniger als die erste besoldungsgruppe der bundeswehr-soldaten. das ist inakzeptabel. erst recht mit blick auf die besoldung von beamten im öffentlichen dienst.
                        Bei der Prüfung zum Altenpfleger wird also auf Empathie, Besonnenheit und Erfahrung geprüft? Aber was ein Qualifikationspapier ist weißt du schon oder?

                        Warst du schonmal in so einer Pflegeeinrichtung?

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                          Zitat von lass uns fliegen
                          Zitat von definitiv nicht keira
                          einen empathschischen, besonnenen und erfahrenen pfleger zu haben, ist keine qualifikation, die man über nacht bekommt. manche menschen werden die ersten beiden anforderungen niemals erfüllen. das ist doch ein lügengespenst, dass pflegekräfte so einfach zu ersetzen wären. erst recht nicht, wenn es keinen nachwuchs gibt, der überhaupt diesen beruf machen will. gerade die altenpfleger im osten verdienen ja weniger als die erste besoldungsgruppe der bundeswehr-soldaten. das ist inakzeptabel. erst recht mit blick auf die besoldung von beamten im öffentlichen dienst.
                          Bei der Prüfung zum Altenpfleger wird also auf Empathie, Besonnenheit und Erfahrung geprüft? Aber was ein Qualifikationspapier ist weißt du schon oder?
                          du glaubst doch nicht, dass zu dem "handwerklichen" zeug, den ein pfleger können muss, es nicht auch wichtig ist, sozial kompetent zu sein?

                          ja, ich war schon in genug pflegeheimen. ich war auch schon in selbst in der situation, dass ich vom krankenhauspflegepersonal auf gedeih und verderb abhängig war.

                          Kommentar


                            Zitat von definitiv nicht keira
                            Zitat von lass uns fliegen
                            Zitat von definitiv nicht keira
                            einen empathschischen, besonnenen und erfahrenen pfleger zu haben, ist keine qualifikation, die man über nacht bekommt. manche menschen werden die ersten beiden anforderungen niemals erfüllen. das ist doch ein lügengespenst, dass pflegekräfte so einfach zu ersetzen wären. erst recht nicht, wenn es keinen nachwuchs gibt, der überhaupt diesen beruf machen will. gerade die altenpfleger im osten verdienen ja weniger als die erste besoldungsgruppe der bundeswehr-soldaten. das ist inakzeptabel. erst recht mit blick auf die besoldung von beamten im öffentlichen dienst.
                            Bei der Prüfung zum Altenpfleger wird also auf Empathie, Besonnenheit und Erfahrung geprüft? Aber was ein Qualifikationspapier ist weißt du schon oder?
                            du glaubst doch nicht, dass zu dem "handwerklichen" zeug, den ein pfleger können muss, es nicht auch wichtig ist, sozial kompetent zu sein?
                            beantworte doch einfach mal meine Frage.

                            Kommentar


                              Zitat von KADOZER
                              bzgl. pflegeheime und profitabilität - würde auch gerne wissen wieso die pfleger so extrem wenig verdienen, n pflegeplatz aber nicht unter 3000€ pro monat zu bekommen ist (der für meinen Opa hat 3300€ gekostet) - das muss ja ne unglaubliche gelddruckmaschine sein wenn man da in nem kleinen bis mittelgroßen heim 50+ alte leute betreut und selber nur niedrigstlöhne bezahlt,es essen in mensaqualität gibt und die "aktivitäten" sich auf gemeinsame gymnastikstunden im Pausenraum beschränken...
                              Ich kann das jetzt allgemein nicht pauschalisieren aber ich habe vor 2-3 Jahren mal die Abschlüsse von ein paar hiesigen Pflegeheimen gemacht. Außerdem ist meine Mutter in der ambulanten Alterspflege und meinem Vater gehört anteilig ein Pflegeheim.
                              Aus der Erfahrung heraus kann ich für diese Heime behaupten, dass die Arbeitgeber eher jeden Euro umdrehen müssen, als dass Sie sich die Taschen mit dem Geld vollstopfen. Das ganze Pflegesystem ist auch wirklich fürn Arsch, wie es jetzt ist. Das Pflege jetzt ein zentrales Wahlkampfthema geworden ist, ist auch genau richtig.

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                                Verstehe nicht, wieso die Frage nach der Prüfung relevant sein soll. Man hat als Pfleger logischerweise mit Menschen zu tun, natürlich sind soziale Skills wichtig.

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