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    Zitat von Der Ollie
    Zitat von arcana
    Hey, wenn wir jetzt auch noch den Besserverdienennden und Fleissigen auferlegen auf dem Land zu wohnen, dann können wir doch gleich Nicolas Maduro fragen, ob er nicht gleich Deutschland mitregieren möchte. Erst das einkommen besteuern und dann noch den Wohnort bestimmen.
    Da hat jemand sein Huhn schon angeschafft, sonst würde er sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen.
    Kaninchen.

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      Zitat von highkickharald
      Wenn ich also Journalist bin, in Berlin wegen der attraktiveren Stelle leben will, darf ich mich also nicht über die schwierige Suche nach einer Wohnung in der Hauptstadt aufregen, da ich ja genauso gut in Meck-Pomm mit gleichem Pay in der Branche leben könnte? Hmm.

      Viele Leute gehen in die Stadt, weil der Markt mehr hergibt. Natürlich verlässt man das eigene Kaff, wenn man nicht gerade Handwerker werden oder am Band arbeiten möchte.
      Als Wirtschaftsflüchtling auch noch Ansprüche stellen? Ich finds ok, aber damit bewegt man sich auf eher dünnem Eis.

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        Zitat von LaMa

        Ist der Altenpfleger schwach, weil er Altenpfleger ist? Ist die Floristin schwach, weil sie Floristin ist? Ist die Heilerziehungspflegerin schwach, weil sie Heilerziehungspflegerin ist? Ist der Friseur schwach, weil er Friseur ist?
        Was mich an diesem Bild immer stört ist, erst wird so etwas erzählt und eine Seite später "Es muss doch nicht jeder studieren". Wer 40h die Woche arbeitet, sollte davon leben können.
        10 mal rautiert.

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          Also stimmst du Hubschrauber zu, Alten- und Krankenpfleger, Krankenschwestern, etc sind die schwachen der Gesellschaft.

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            Zitat von cena_
            Das wäre schon das ideale Gesellschaftsbild, wenn man sagen könnte: "Egal welchen Job du machst, solange du punktgenau 40h arbeitest, kannst du von deiner Arbeit leben!"
            30h bitteschön ;]

            Zitat von cena_
            "Von seiner Arbeit leben können" = keine Sozialleistungen empfangen müssen, weil der Lohn hoch genug ist?
            Würde ich nicht so definieren. Nur, weil man keine Sozialleistungen empfängt, kann man nicht unbedingt von seiner Arbeit leben. Im erweiterten Sinne würde ich hier z.B. auch die notwendige private Altersvorsorge dazurechnen. Die ist aber in vielen (prekären) Arbeitsverhältnissen nicht machbar.

            Zitat von cena_
            Ich frage mal ganz naiv: Wie viele Menschen betrifft das denn genau? Welches Argument liegt dahinter zugrunde, dass es "um jeden Preis" möglich sein muss? Wer _muss_ dies ermöglichen? Warum werden diese Jobs "so schlecht" bezahlt, wenn wir all diese Arbeit doch offenkundig als Gesellschaft benötigen?
            Im Armuts- und Reichtumsbericht weist die Bundesregierung etwa 20% aller Arbeitnehmer als Niedriglöhner aus. Jeder Fünfte bekommt also einen Lohn, die kaum über der Armutsgrenze liegt (unter 10€ die Stunde).

            Die Jobs werden u.a. schlecht bezahlt, weil sie der kapitalistischen Verwertungslogik unterworfen sind. Wir tendieren dazu Berufe, die nichts gutes zur Gesellschaft beitragen, besonders hoch zu belohnen, weil sie Geld bringen. Beispiel: hochbezahlte Programmierer, die Software schreiben um blitzschnell irgendwelche Aktiengeschäfte auszuführen, Steuerberater für Steuerschlupflöcher etc. Diese Leute produzieren keine Güter, der volkswirtschaftliche Nutzen ist daher mindestens umstritten. Andere Jobs bringen kein Geld, aber gesellschaftlichen Nutzen.

            Zitat von cena_
            Wer heute zu wenig verdient, der bekommt Transferleistungen. Genau dafür gibt es den Sozialstaat, oder?
            Korrekt, aber das kann ja nicht die endgültige Lösung sein, wenn gleichzeitig Konzerngewinne explodieren. Der Niedriglohnsektor wächst zudem. Deutschland hat den größten Niedriglohnsektor in Europa.


            Achtung, Oberlehrerlink:

            Spoiler: 
            http://www.zeit.de/karriere/beruf/20...nehmensberater

            Arbeit als Surrogat

            Bleibt das Rätsel: Warum bezahlt eine Ökonomie Tätigkeiten, die sie nicht braucht? Hier wird Graebers Aufsatz eigentlich erst interessant. Seine Antwort: um sich Loyalität zu erkaufen. Die größten Arbeitssurrogate sind die, die eine Identifikation mit den Reichen und Mächtigen befördern. Es sind die Jobs der Unternehmensberater, der Fachanwälte für Gesellschaftsrecht, der Marketingspezialisten, der promovierten Finanzjongleure. Die Bullshitjobber sind die Hofnarren des Kapitalismus. Je sinnvoller hingegen eine Tätigkeit für die Gesellschaft ist, so Graebers paradoxe Beobachtung, desto schlechter wird sie bezahlt. Je überflüssiger der Job, desto üppiger das Gehalt. Die unten müssen sich mit weniger zufrieden geben, weil sie sich ja einer richtigen Tätigkeit erfreuen können.

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              pflege und gesundheitssystem sollten deswegen imo auch in staatlicher/öffentlicher hand sein. zwar besitzen trotz dieser ungerechtigkeiten menschen, die den pflegeberuf ausüben, eine enorm gute verhandlungsposition in diesem markt, jedoch werden sie wohl kaum sich ihren fairen lohn erstreiken und diese position ausnutzen.

              wir haben übrigens pflegernotstand und trotzdem sind die löhne nicht angemessen. nachfrage hoch - wir importieren ja schon aus dem osten europas - angebot wenig. kannst doch kein what-if-szenario da als angebot-nachfrage verkaufen.

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                Ich grätsche mal rein, interessante Diskussion gerade.
                @Cena:
                Ich würde sagen: Der Lohn spiegelt nur sehr bedingt den Nutzen für die Gesellschaft wieder. Mir geht's nicht darum, dass nicht alles ideal ist, sondern ich sehe da ein systemisches Problem. Die, die viel Geld haben, entscheiden mehr oder minder mittelbar, wohin das Geld fließt. Der Konzernchef zahlt dem Steuerberater mehr als der Putzfrau, nicht, weil dieser wertvoller für die Gesellschaft ist, sondern weil dieser dem Konzernchef wieder mehr Geld zuspielt. Wir erleben hier einen Ping-Pong-Effekt. Das erklärt auch, warum Pfleger so schlecht bezahlt werden. Wir erleben eine Entkopplung.
                Einen anderen Punkt reißt du auch schon an, nur dass du zu einem völlig anderen Schluss kommst als ich: Das Popstar-Moment. Wir erleben hier einen sehr bizarren Skalen-Effekt, der m.E. gerade nicht den Nutzen für die Gesellschaft widerspiegelt. Glaubst du, das Gesamtglück in unserer Gesellschaft wäre geringer, wenn wir den einen hochbezahlten Fußballspieler nicht hätten? Oder erkennst du in Dagi Bees Wirken wirklich einen adäquaten Mehrwert? Du führst so etwas als Beispiel an, wie sich gesellschaftliches Individualglück akkumuliert und in einem gesellschaftlichen Gesamtwert akkumuliert, ich verstehe deinen Punkt. Aber ich finde, du machst hier einen Fehler, weil du vom Ende her argumentiert. ich würde behaupten, wir erleben genau hier, dass dieser Mechanismus so nicht funktioniert, und eben diese Gehälter nicht den "Mehrwert" für die Gesellschaft widerspiegeln.
                Meine beiden Puntke haben nichts miteinander zu tun, sie sind zwei separate Einwände.

                Edit – und noch ein Nachtrag: Ich würde nicht in Abrede stellen, dass Kapitalismus das erfolgreichste aller bisherigen Wirtschaftssysteme ist, im Sinne von: das durchsetzungsstärkste. Ich sehe nur nicht, dass dieser Erfolg irgendetwas über die Qualität des Wirtschaftssystems für die Gesellschaft aussagt. Die "evolutionären" Mechanismen bemessen sich an vielen Faktoren, gesellschaftliches "Glück" ist hier nur einer unter viel zu vielen. Und als Ökohippie komme ich nicht umhin anzumerken: Auch das Ende des Kapitalismus ist absehbar. Wir erleben hier ein weltweites Osterinsel-Syndrom.

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                  Spoiler: 
                  Der nächste Bundestag könnte laut einer Prognose des Meinungsforschungsinstituts Yougov 686 Sitze haben und damit 56 Sitze mehr als bislang. Die AfD wird demnach deutlich die drittstärkste Kraft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Instituten hat Yougov dafür nicht nur die Wahlabsicht für die Zweitstimme, sondern auch für die Erststimme in den jeweiligen Wahlkreisen berücksichtigt. Demnach kommt die Union auf 36 Prozent der Stimmen und 255 Sitze im Bundestag, die SPD erhält 25 Prozent der Stimmen und 176 Sitze. Die AfD kommt auf zwölf Prozent der Stimmen und 85 Sitze. Danach folgt Die Linke mit zehn Prozent und 74 Sitzen. Die Grünen erreichen sechs Prozent und 44 Sitze, während die FDP auf sieben Prozent und 52 Sitze kommt. Die Sonstigen erhalten vier Prozent der Stimmen. Damit kommt – auf Basis der bisher getroffenen Koalitionsaussagen – nur eine Große Koalition von Union und Sozialdemokraten sowie ein Jamaika-Bündnis von CDU/CSU, den Grünen und der FDP auf eine Regierungsmehrheit.


                  interessante prognose. würde dann auf jeden fall am sonntag weinen, wenn es so kommt. vor allem wenn afd wirklich zweistellig und drittstärkste kraft wird

                  Kommentar


                    habe auch die prognosen zur erhöhung der abgeordnetenzahl gesehen. noch mehr am staatstopf bedienen yippi

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                      Zitat von as-salamu alaikum
                      Spoiler: 
                      Der nächste Bundestag könnte laut einer Prognose des Meinungsforschungsinstituts Yougov 686 Sitze haben und damit 56 Sitze mehr als bislang. Die AfD wird demnach deutlich die drittstärkste Kraft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Instituten hat Yougov dafür nicht nur die Wahlabsicht für die Zweitstimme, sondern auch für die Erststimme in den jeweiligen Wahlkreisen berücksichtigt. Demnach kommt die Union auf 36 Prozent der Stimmen und 255 Sitze im Bundestag, die SPD erhält 25 Prozent der Stimmen und 176 Sitze. Die AfD kommt auf zwölf Prozent der Stimmen und 85 Sitze. Danach folgt Die Linke mit zehn Prozent und 74 Sitzen. Die Grünen erreichen sechs Prozent und 44 Sitze, während die FDP auf sieben Prozent und 52 Sitze kommt. Die Sonstigen erhalten vier Prozent der Stimmen. Damit kommt – auf Basis der bisher getroffenen Koalitionsaussagen – nur eine Große Koalition von Union und Sozialdemokraten sowie ein Jamaika-Bündnis von CDU/CSU, den Grünen und der FDP auf eine Regierungsmehrheit.


                      interessante prognose. würde dann auf jeden fall am sonntag weinen, wenn es so kommt. vor allem wenn afd wirklich zweistellig und drittstärkste kraft wird
                      Spoiler: 


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                        Zitat von cena_
                        Das ist auch übrigens der Punkt wieso der Kapitalismus doch so erfolgreich ist, es ist eben gerade nicht so wie Ollie behauptet hat, dass man nur gewinnen kann, wenn andere verlieren. Es ist für sehr viele eine Win-Win-Situation. Und jetzt bitte nicht wieder mit den Extrembeispielen und Ausnahmen kommen, im großen und ganzen ist der Wohlstand gewachsen. Dass durch eine ungleiche Verteilung des immer größer werdenden Kuchens andere Dinge abzuleiten sind, habe ich ja schon vor einigen Posts selbst ausgeführt, das hatten wir oft genug.
                        Ist das so? hab jetzt keine Zahlen, aber ich bin davon ausgegangen, dass auch in Deutschland der relative Wohlstand seit dem Wirtschaftswunder in den meisten Schichten immer mehr abnimmt. Weltweit gesehen finde ich es übrigens schon fast unverschämt an eine win-win-situation zu glauben bei der Vielzahl an Leid.

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                          je näher die wahl rückt, desto wahrscheinlicher wird, dass ich etwas tue, das ich zuvor nicht nicht getan habe: ich werde ungültig, oder protest (DIE PARTEI) wählen oder gehe gar nicht zur wahl. je mehr man sich damit beschäftigt, desto weniger wählbar werden die parteien durch die bank weg.

                          Zitat von definitiv nicht keira
                          wir haben übrigens pflegernotstand und trotzdem sind die löhne nicht angemessen. nachfrage hoch - wir importieren ja schon aus dem osten europas - angebot wenig. kannst doch kein what-if-szenario da als angebot-nachfrage verkaufen.
                          so einfach ist das ja nu nicht. kannst keinen pfleger 120k p.a. anbieten... das muss ja auch irgendjemand finanzieren. ist ja nicht so, dass ein pfleger 500k jährlich für seine firma reinholt.

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                            Zitat von insideman_
                            Zitat von as-salamu alaikum
                            Spoiler: 
                            Der nächste Bundestag könnte laut einer Prognose des Meinungsforschungsinstituts Yougov 686 Sitze haben und damit 56 Sitze mehr als bislang. Die AfD wird demnach deutlich die drittstärkste Kraft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Instituten hat Yougov dafür nicht nur die Wahlabsicht für die Zweitstimme, sondern auch für die Erststimme in den jeweiligen Wahlkreisen berücksichtigt. Demnach kommt die Union auf 36 Prozent der Stimmen und 255 Sitze im Bundestag, die SPD erhält 25 Prozent der Stimmen und 176 Sitze. Die AfD kommt auf zwölf Prozent der Stimmen und 85 Sitze. Danach folgt Die Linke mit zehn Prozent und 74 Sitzen. Die Grünen erreichen sechs Prozent und 44 Sitze, während die FDP auf sieben Prozent und 52 Sitze kommt. Die Sonstigen erhalten vier Prozent der Stimmen. Damit kommt – auf Basis der bisher getroffenen Koalitionsaussagen – nur eine Große Koalition von Union und Sozialdemokraten sowie ein Jamaika-Bündnis von CDU/CSU, den Grünen und der FDP auf eine Regierungsmehrheit.


                            interessante prognose. würde dann auf jeden fall am sonntag weinen, wenn es so kommt. vor allem wenn afd wirklich zweistellig und drittstärkste kraft wird
                            Spoiler: 


                            die prognose weicht eklatant von dem ab, was zB ard und zdf verkünden. vllt sollten wir auch ne rm-prognose raushauen und an irgendwen verkloppen. die umfrage institute würfeln doch sowieso alle und lassen sich dafür sicherlich fürstlich entlohnen.

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                              Zum Punkt der "Gerechtigkeit" in Bezug auf das Entstehen bzw. Erlangen von "Supervermögen". Wir bewegen uns bei dieser Diskussion in den wirren Tiefen abstrakter Begrifflichkeiten deren Verständnis unterm Strich in eine ethisch-philosophische Wertung mündet. Was ist objektiv fair?

                              Intuitiv hielte ich es für fair, wenn Geld grundsätzlich nach gesetzlich bestimmten Quoten gleichmäßig unter der Bevölkerung verteilt werden würde. Dabei sollte aber nicht jeder das Selbe verdienen. Ich denke z.b. es ist nicht fair, dass jemand der auf Grund genetischer Prädisposition "intelligenter" oder fähiger als andere ist, mehr Geld verdient. Es ist ebenso nicht fair, dass jemand der zufällig Öl unter seinem Grundstück findet, viel Geld verdient. Ich finde es auch nicht fair, dass jemand dessen Tätigkeit zufällig einen höheren ideellen Mehrwert für die Gesellschaft erzielt, mehr Geld verdient.

                              Es ist in meinen Augen hingegen fair, dass jemand der mehr und härter arbeitet, jemand der mehr Opfer bringt, physisch oder psychisch mehr Geld verdient. Es ist fair, dass jemand der Lehrjahre in der Universität opfert am Ende mehr verdient als jemand, der sofort einen Job wählt, der keine akquirierbaren Spezialfähigkeiten/kenntnisse voraussetzt. Das sind nur wenige Prämissen, die man beliebig ausweiten und verfeinern könnte. Natürlich geht das alles in die Richtung kommunistischer Theorien, welche unter Fairness Gesichtspunkten zwar auch große Mängel aufweisen, dem jetzigen System diesbezüglich aber sogar überlegen sein dürften.

                              Der liberale Kapitalismus hat in meinen Augen in seiner Gesamtheit nicht weniger Schwächen als die gescheiterten kommunistischen Modelle. Er fördert Missbrauch und bevorzugt und honoriert egoistisches und rücksichtsloses Gewinn- und Erfolgsstreben unter dem propagierten Deckmantel der Freiheit und Chancengleichheit. Die Möglichkeiten für Manipulation, Betrug und Überfluss, die eröffnet werden, werden Stand jetzt in meinen Augen nicht ansatzweise genug reguliert. Kapitalismus impliziert eine Jeder ist seines Glückes Schmied Doktrin. Aber in Wahrheit werden nicht Fleiß und positive Charaktereigenschaften honoriert. Die Unzulänglichkeiten und Imperfektion des Menschen an sich kommen in diesem System gnadenlos zur Geltung. Blender, die wissen wie sie sich am besten verkaufen oder es intuitiv einfach können klettern in Machtpositionen und werden ihrerseits von Interessenvertretern anderer Machtsäulen manipuliert. Entscheidungen werden getroffen, ohne Rücksicht auf deren gesellschaftlichen Auswirkungen oder ideellen Nutzen. Bedarf wird nicht nur bedient sondern in erster Linie durch Marketing und psychologische Masseneffekte erst hervorgerufen. Die Leistungsgesellschaft, die hierdurch entsteht, ist unterm Strich noch nichtmal eine, weil "Leistung" spätestens in der Arbeitswelt zu einem äußerst nebulöser Begriff verkommt. Unser ständiges Streben nach Verbesserung und Perfektion ist ein unmittelbares Ergebnis des Ganzen. Sicherlich liegt dies auch in der Natur des Menschen, wird aber auf eine Art und Weise befeuert, die für die menschliche Psyche meines Erachtens unnötig und gefährlich belastend ist. Es ist natürlich, sich verbessern zu wollen, zu konkurrieren wenn es z.b. um Sex geht, aber die Ausweitung dieses Prinzips auf Vermögen, Geld und Konsum ist fragwürdig. Viele Menschen, die in Armut abseits unserer kapitalistischer Welt leben erscheinen mir glücklicher, als Durchschnittsmitglieder unserer westlichen Gesellschaft, die im Endeffekt so viel "mehr" haben und können.

                              Diskussionen über gesellschaftliche Probleme werden in der Öffentlichkeit und den Medien zumeist nur oberflächlich geführt und Verschwörungstheorien hin oder her mit Sicherheit auch von denjenigen, die davon Nutzen tragen gesteuert oder zumindest maßgeblich beeinflusst. Menschen, die fundamentale Kritik äußern tun dies nur halbherzig und werden, sofern sie überhaupt eine große Bühne bekommen von der Öffentlichkeit lediglich zur Kenntnis genommen, ohne dass dies einen Stein des Anstoßes darstellen könnte. Die Masse der Menschen ist ignorant, leicht beeinflussbar. Siehe Trump, siehe Brexit. Die Meisten sind intelektuell nicht dazu in der Lage das System in dem wir leben tatsächlich in seinen elementaren Einzelheiten und Zusammenhängen nachzuvollziehen. Gleichzeitig ist unser Lifestyle, der so eng mit dem System verwoben ist, so selbstverständlich für uns, dass wir die subtilen Probleme unserer Systems kaum hinterfragen

                              Die Vorteile des Kapitalismus in der gegenwärtigen Form sind für mich kaum ersichtlich.
                              Ich denke etwa nicht, dass das gegenwärtige System Innovationen und gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritt besonders fördert. Unternehmen sind dazu angehalten ständig den Schein von Innovation hervorzurufen. Paradoxerweise verlangsamt oder verhindert dies in meinen Augen tatsächlichen Fortschritt. Ich bin mir, ohne wirklich Expertise in diesem Bereich zu haben, relativ sicher, dass unsere gegenwärtiges politisches System nicht der Abschluss einer demokratischen Entwicklung ist, sondern nur ein absolut fehlerbehaftetes Zwischenglied, über das in Zukunft sehr kritisch gerichtet werden wird.

                              Ich frage mich nur ernsthaft, warum tatsächliche Systemkritik fast nirgends zu finden ist. Selbst nach Bankenkrisen etc. Warum werden kommunistische Ideen überhaupt nicht ernsthaft diskutiert? Warum wird das gegenwärtige System als unter Freiheitsgesichtspunkten alternativlos dargestellt?

                              Sorry, wenn das Ganze den Rahmen des Threads sprengt und die Punkte zu oberflächlich daherkommen. Aber in meinen Augen ist dieses System weit weg von jeder Perfektion. Hätte fast Lust Politologie und Geschichte zu studieren und bezüglich einer systematischen Revolution zu promovieren...

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                                Spoiler: 
                                Zitat von FlowBro
                                Zum Punkt der "Gerechtigkeit" in Bezug auf das Entstehen bzw. Erlangen von "Supervermögen". Wir bewegen uns bei dieser Diskussion in den wirren Tiefen abstrakter Begrifflichkeiten deren Verständnis unterm Strich in eine ethisch-philosophische Wertung mündet. Was ist objektiv fair?

                                Intuitiv hielte ich es für fair, wenn Geld grundsätzlich nach gesetzlich bestimmten Quoten gleichmäßig unter der Bevölkerung verteilt werden würde. Dabei sollte aber nicht jeder das Selbe verdienen. Ich denke z.b. es ist nicht fair, dass jemand der auf Grund genetischer Prädisposition "intelligenter" oder fähiger als andere ist, mehr Geld verdient. Es ist ebenso nicht fair, dass jemand der zufällig Öl unter seinem Grundstück findet, viel Geld verdient. Ich finde es auch nicht fair, dass jemand dessen Tätigkeit zufällig einen höheren ideellen Mehrwert für die Gesellschaft erzielt, mehr Geld verdient.

                                Es ist in meinen Augen hingegen fair, dass jemand der mehr und härter arbeitet, jemand der mehr Opfer bringt, physisch oder psychisch mehr Geld verdient. Es ist fair, dass jemand der Lehrjahre in der Universität opfert am Ende mehr verdient als jemand, der sofort einen Job wählt, der keine akquirierbaren Spezialfähigkeiten/kenntnisse voraussetzt. Das sind nur wenige Prämissen, die man beliebig ausweiten und verfeinern könnte. Natürlich geht das alles in die Richtung kommunistischer Theorien, welche unter Fairness Gesichtspunkten zwar auch große Mängel aufweisen, dem jetzigen System diesbezüglich aber sogar überlegen sein dürften.

                                Der liberale Kapitalismus hat in meinen Augen in seiner Gesamtheit nicht weniger Schwächen als die gescheiterten kommunistischen Modelle. Er fördert Missbrauch und bevorzugt und honoriert egoistisches und rücksichtsloses Gewinn- und Erfolgsstreben unter dem propagierten Deckmantel der Freiheit und Chancengleichheit. Die Möglichkeiten für Manipulation, Betrug und Überfluss, die eröffnet werden, werden Stand jetzt in meinen Augen nicht ansatzweise genug reguliert. Kapitalismus impliziert eine Jeder ist seines Glückes Schmied Doktrin. Aber in Wahrheit werden nicht Fleiß und positive Charaktereigenschaften honoriert. Die Unzulänglichkeiten und Imperfektion des Menschen an sich kommen in diesem System gnadenlos zur Geltung. Blender, die wissen wie sie sich am besten verkaufen oder es intuitiv einfach können klettern in Machtpositionen und werden ihrerseits von Interessenvertretern anderer Machtsäulen manipuliert. Entscheidungen werden getroffen, ohne Rücksicht auf deren gesellschaftlichen Auswirkungen oder ideellen Nutzen. Bedarf wird nicht nur bedient sondern in erster Linie durch Marketing und psychologische Masseneffekte erst hervorgerufen. Die Leistungsgesellschaft, die hierdurch entsteht, ist unterm Strich noch nichtmal eine, weil "Leistung" spätestens in der Arbeitswelt zu einem äußerst nebulöser Begriff verkommt. Unser ständiges Streben nach Verbesserung und Perfektion ist ein unmittelbares Ergebnis des Ganzen. Sicherlich liegt dies auch in der Natur des Menschen, wird aber auf eine Art und Weise befeuert, die für die menschliche Psyche meines Erachtens unnötig und gefährlich belastend ist. Es ist natürlich, sich verbessern zu wollen, zu konkurrieren wenn es z.b. um Sex geht, aber die Ausweitung dieses Prinzips auf Vermögen, Geld und Konsum ist fragwürdig. Viele Menschen, die in Armut abseits unserer kapitalistischer Welt leben erscheinen mir glücklicher, als Durchschnittsmitglieder unserer westlichen Gesellschaft, die im Endeffekt so viel "mehr" haben und können.

                                Diskussionen über gesellschaftliche Probleme werden in der Öffentlichkeit und den Medien zumeist nur oberflächlich geführt und Verschwörungstheorien hin oder her mit Sicherheit auch von denjenigen, die davon Nutzen tragen gesteuert oder zumindest maßgeblich beeinflusst. Menschen, die fundamentale Kritik äußern tun dies nur halbherzig und werden, sofern sie überhaupt eine große Bühne bekommen von der Öffentlichkeit lediglich zur Kenntnis genommen, ohne dass dies einen Stein des Anstoßes darstellen könnte. Die Masse der Menschen ist ignorant, leicht beeinflussbar. Siehe Trump, siehe Brexit. Die Meisten sind intelektuell nicht dazu in der Lage das System in dem wir leben tatsächlich in seinen elementaren Einzelheiten und Zusammenhängen nachzuvollziehen. Gleichzeitig ist unser Lifestyle, der so eng mit dem System verwoben ist, so selbstverständlich für uns, dass wir die subtilen Probleme unserer Systems kaum hinterfragen

                                Die Vorteile des Kapitalismus in der gegenwärtigen Form sind für mich kaum ersichtlich.
                                Ich denke etwa nicht, dass das gegenwärtige System Innovationen und gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritt besonders fördert. Unternehmen sind dazu angehalten ständig den Schein von Innovation hervorzurufen. Paradoxerweise verlangsamt oder verhindert dies in meinen Augen tatsächlichen Fortschritt. Ich bin mir, ohne wirklich Expertise in diesem Bereich zu haben, relativ sicher, dass unsere gegenwärtiges politisches System nicht der Abschluss einer demokratischen Entwicklung ist, sondern nur ein absolut fehlerbehaftetes Zwischenglied, über das in Zukunft sehr kritisch gerichtet werden wird.

                                Ich frage mich nur ernsthaft, warum tatsächliche Systemkritik fast nirgends zu finden ist. Selbst nach Bankenkrisen etc. Warum werden kommunistische Ideen überhaupt nicht ernsthaft diskutiert? Warum wird das gegenwärtige System als unter Freiheitsgesichtspunkten alternativlos dargestellt?

                                Sorry, wenn das Ganze den Rahmen des Threads sprengt und die Punkte zu oberflächlich daherkommen. Aber in meinen Augen ist dieses System weit weg von jeder Perfektion. Hätte fast Lust Politologie und Geschichte zu studieren und bezüglich einer systematischen Revolution zu promovieren...

                                tl;dl: demokratie ist scheiße, warum nicht mal wieder kommunismus? oder vielleicht diktatur? hats doch alles schon gegeben, war alles mist.

                                Kommentar

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