Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Bundestagswahl 2017

Einklappen
Dieses Thema ist geschlossen.
X
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Ich habe mich tatsächlich nicht damit befasst, ob er die Verantwortung von sich weist oder nicht. Ich habe auch nicht behauptet, dass Linke per se gegen Gründkultur sind oder hämisch. Ich meine nur, dass das Verhalten von BoLo ganz genau zeigt, wo diese Häme und Angst herkommen und dass das für mich ein großes Problem in Deutschland ist. Das hat für mich mit Linken erstmal nichts zu tun, sondern generell mit Menschen.

    Und wie du sagst: Kritik, wie von dir vorgebracht, ist vollkommen in Ordnung. Aber der Ton macht die Musik. Und der war weiter oben falsch.

    E: Unter anderem btw, weil einen die Schule wohl kaum auf die Selbstständigkeit vorbereitet. Womöglich ist also die Forderung, ein Fach Wirtschaft in der Schule einzuführen, um Gründergeist und Risikobereitschaft zu wecken und die Schüler mit dem notwendigen Wissen auszustattetn, sowas wie ein spätes Schuldeingeständnis von Lindner ;)

    Kommentar


      Zitat von VARMENDRION
      Ich habe mich tatsächlich nicht damit befasst, ob er die Verantwortung von sich weist oder nicht. Ich habe auch nicht behauptet, dass Linke per se gegen Gründkultur sind oder hämisch. Ich meine nur, dass das Verhalten von BoLo ganz genau zeigt, wo diese Häme und Angst herkommen und dass das für mich ein großes Problem in Deutschland ist. Das hat für mich mit Linken erstmal nichts zu tun, sondern generell mit Menschen.

      Und wie du sagst: Kritik, wie von dir vorgebracht, ist vollkommen in Ordnung. Aber der Ton macht die Musik. Und der war weiter oben falsch.
      der ton war nicht falsch, dir hat das wissen gefehlt.

      /e:

      "In einem Paralleluniversum würde ich schon gerne sehen wie die Linke die mehreren Hunderttausend "Flüchtlinge" mit einem 12 Euro Mindestlohn eingliedert."

      (national)liberal oder was war das jetzt?

      Kommentar


        Spoiler: 
        Zitat von VARMENDRION
        Zitat von BoLo
        Spoiler: 
        Zitat von Torro
        Zitat von VARMENDRION
        Zitat von insideman_
        Es ist nichtmal so, dass ich "konservative" Positionen gut finde, ganz im Gegenteil, ich hab durchaus Sympathien für viele linke Positionen, aber diese übertrieben herablassende Art mit der "Linke" ihre Positionen ausführen und Argumente der Gegenseite behandeln ist doch recht abstoßend. Und dann wird sich im linken Lager darüber gewundert, warum man so unpopulär ist.
        Wollte ich gerade nochmal zitieren. Fasst für mich die Diskussion hier ziemlich gut zusammen.
        Es ist halt frustrierend, wenn die Mehrheit eine Politik wählt, die ihren eigenen Interessen nicht gerecht wird. "Hmm. Okay. Ich könnte jetzt eine Politik wählen, welche mir die Löhne erhöht, für eine gute Rente sorgt und die mir Häuser mit bezahlbaren Mieten baut. Oder ich wähle Mutti. Ich glaub ich wähl Mutti. Hab ich immer schon so gemacht!"
        Das ist einfach saublöd. Ist mir auch wurscht, wenn das arrogant klingt. Für mich ist die Sachlage so eindeutig, da kann ich kein Verständnis für die andere Seite heucheln. Und die herablassende Art der linken Parteiführung möchte ich noch mal belegt haben. Dafür stand meines Wissens nach nämlich immer die CSU mit ihrem wunderschönen Bayern.

        edit: Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott :D Christian Lindner im Jahre 1997:



        hätte vielleicht doch ein bisschen im unterricht aufpassen sollen, dann hätte er möglicherweise weniger kfw-kohle in seiner pleitefirma verbrannt...
        Menschen wie du sind doch das Problem. Wie geil kann man sich fühlen (Torro eingeschlossen), sich an einem 18-Jährigen aufzugeilen. Ja, das Outfit ist affig, die Frisur mies und der Auftritt provokant und arrogant.

        An der Stelle könnte man sich fragen: Wie war der Stil damals so? Wie wurde der Beitrag erstellt und wurden Sachen verfälscht? Aber das können wir gerne ausblenden.

        Nichtsdestotrotz hat er den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Dafür verhöhnt zu werden, macht mich schäumend vor Wut. Und dann so hinstellen als wäre man selbst besser und hätte gleichzeitig ncoh die Lösung für die Probleme dieser Welt. Davon abgesehen, dass es natürlich ganz groß ist, jemanden für etwas zu verurteilen, was er vor 20 Jahren gemacht hat. Dann aber denselben Leuten Stillstand vorwerfen und die Fähigkeit zur Änderung absprechen, während man selbst natürlich bei den großen Revoluzern ist.

        E: Ist halt auch das beste Beispiel dafür, wie Neidkultur und Angst in Deutschland entstehen: Die, die was erreichen, müssen sich dumm anblöken lassen und sollen so viel wie möglich abgeben, scheiß Kapitalisten. Die, die auf dem Weg scheitern, werden verhöhnt. Menschlich richtig widerwärtig und das perfekte Beispiel dafür, weshalb man in Deutschland nicht über Geld spricht, seinem Nachbarn den beruflichen Erfolg nicht gönnt und nach unten tritt, um nichts zu verlieren.

        Zitat von OrdentlichUndFromm
        Zitat von VARMENDRION
        Zitat von insideman_
        Es ist nichtmal so, dass ich "konservative" Positionen gut finde, ganz im Gegenteil, ich hab durchaus Sympathien für viele linke Positionen, aber diese übertrieben herablassende Art mit der "Linke" ihre Positionen ausführen und Argumente der Gegenseite behandeln ist doch recht abstoßend. Und dann wird sich im linken Lager darüber gewundert, warum man so unpopulär ist.
        Wollte ich gerade nochmal zitieren. Fasst für mich die Diskussion hier ziemlich gut zusammen.
        Hatten wir auch schon mal. Linke Positionen wirken automatisch herablassen, weil sie moralischer argumentieren (Humanismus, Moralismus, Solidarität). Rechts-konservativ argumentiert man eher über Tradition, Identität, Kultur. Damit wirkt die linke Position fast automatisch moralisierend-belehrend.
        Da möchte ich auch nochmal auf die moralische Überlegenheit hier ansprechen. BoLo ist bestimmt ein besonderes Negativbeispiel, zeigt aber ganz gut, was hier falsch läuft. Daher kann ich den Ansatz gut nachvollziehen, eine ausreichende Erklärung für die Stimmung hier ist er aber nicht.


        Du interpretierst aber sehr viel in meinen Beitrag rein. Ich habe das Video gepostet und finde es lustig, aber ich habe ihn nicht wegen seines Schrittes in die Selbstständigkeit verhöhnt. Grundsätzlich habe ich Respekt vor Menschen, die diesen durchaus mutigen Weg gehen.
        Warum finde ich das Video lustig? Weil seine Art unausstehlich ist. Ihm fehlt jede Demut, stattdessen haut er pseudogeniale Sprüche raus, geht im Anzug in die Schule, findet sich extrem geil und nimmt sein ganzes Auftreten viel zu ernst. Dass er sein Unternehmen an die Wand gefahren hat, werfe ich ihm gar nicht mal vor. Das kann passieren.
        Ich sehe aber schon Parallelen mit seinem jetzigen Auftreten. Immer schön rausgeputzt, oberflächlich kompetent, aber sehr wenig Substanz. Sein Unternehmen damals ging pleite, und seine heutigen politischen Vorstellungen lösen die bestehenden Probleme nicht, bzw. schaffen neue Probleme.

        Kommentar


          Zitat von michi
          Zitat von VARMENDRION
          Ich habe mich tatsächlich nicht damit befasst, ob er die Verantwortung von sich weist oder nicht. Ich habe auch nicht behauptet, dass Linke per se gegen Gründkultur sind oder hämisch. Ich meine nur, dass das Verhalten von BoLo ganz genau zeigt, wo diese Häme und Angst herkommen und dass das für mich ein großes Problem in Deutschland ist. Das hat für mich mit Linken erstmal nichts zu tun, sondern generell mit Menschen.

          Und wie du sagst: Kritik, wie von dir vorgebracht, ist vollkommen in Ordnung. Aber der Ton macht die Musik. Und der war weiter oben falsch.
          der ton war nicht falsch, dir hat das wissen gefehlt.

          /e:

          "In einem Paralleluniversum würde ich schon gerne sehen wie die Linke die mehreren Hunderttausend "Flüchtlinge" mit einem 12 Euro Mindestlohn eingliedert."

          (national)liberal oder was war das jetzt?
          Das war ein Beitrag von cena_ von weiter oben, den ich auch grad zum Zitieren gesucht habe. Hätte aber nur "neoliberal much?" geschrieben und wäre dafür wohl verwarnt worden. Deshalb danke, dass du das ganze in eine intellektuelle Frage formulieren konntest.

          cena_. Dadash. Das kann nicht dein Ernst sein. Mindestlohn heißt Mindestlohn. Wer arbeitet bekommt den Mindestlohn. Ob es ein Deutscher, ein Sinti, ein Roma oder auch ein Syrer ist. Ich verstehe nicht, wie du den Mindestlohn in Verbindung mit Flüchtlingen bringen kannst. Das ist - wenn mans so verstehen will - schon zutiefst rassistisch.

          Ich weiß, dass du das nicht so gemeint hast. Aber bitte, Bru, stell dich doch selbst nicht so aufs Abstellgleis. Warum soll den bitte Integration daran scheitern, dass auch Flüchtlinge so entlohnt werden, wie Deutsche Arbeitnehmer?

          Kommentar


            Zitat von Torro
            Spoiler: 
            Zitat von VARMENDRION
            Zitat von BoLo
            Spoiler: 
            Zitat von Torro
            Zitat von VARMENDRION
            Zitat von insideman_
            Es ist nichtmal so, dass ich "konservative" Positionen gut finde, ganz im Gegenteil, ich hab durchaus Sympathien für viele linke Positionen, aber diese übertrieben herablassende Art mit der "Linke" ihre Positionen ausführen und Argumente der Gegenseite behandeln ist doch recht abstoßend. Und dann wird sich im linken Lager darüber gewundert, warum man so unpopulär ist.
            Wollte ich gerade nochmal zitieren. Fasst für mich die Diskussion hier ziemlich gut zusammen.
            Es ist halt frustrierend, wenn die Mehrheit eine Politik wählt, die ihren eigenen Interessen nicht gerecht wird. "Hmm. Okay. Ich könnte jetzt eine Politik wählen, welche mir die Löhne erhöht, für eine gute Rente sorgt und die mir Häuser mit bezahlbaren Mieten baut. Oder ich wähle Mutti. Ich glaub ich wähl Mutti. Hab ich immer schon so gemacht!"
            Das ist einfach saublöd. Ist mir auch wurscht, wenn das arrogant klingt. Für mich ist die Sachlage so eindeutig, da kann ich kein Verständnis für die andere Seite heucheln. Und die herablassende Art der linken Parteiführung möchte ich noch mal belegt haben. Dafür stand meines Wissens nach nämlich immer die CSU mit ihrem wunderschönen Bayern.

            edit: Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott :D Christian Lindner im Jahre 1997:



            hätte vielleicht doch ein bisschen im unterricht aufpassen sollen, dann hätte er möglicherweise weniger kfw-kohle in seiner pleitefirma verbrannt...
            Menschen wie du sind doch das Problem. Wie geil kann man sich fühlen (Torro eingeschlossen), sich an einem 18-Jährigen aufzugeilen. Ja, das Outfit ist affig, die Frisur mies und der Auftritt provokant und arrogant.

            An der Stelle könnte man sich fragen: Wie war der Stil damals so? Wie wurde der Beitrag erstellt und wurden Sachen verfälscht? Aber das können wir gerne ausblenden.

            Nichtsdestotrotz hat er den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Dafür verhöhnt zu werden, macht mich schäumend vor Wut. Und dann so hinstellen als wäre man selbst besser und hätte gleichzeitig ncoh die Lösung für die Probleme dieser Welt. Davon abgesehen, dass es natürlich ganz groß ist, jemanden für etwas zu verurteilen, was er vor 20 Jahren gemacht hat. Dann aber denselben Leuten Stillstand vorwerfen und die Fähigkeit zur Änderung absprechen, während man selbst natürlich bei den großen Revoluzern ist.

            E: Ist halt auch das beste Beispiel dafür, wie Neidkultur und Angst in Deutschland entstehen: Die, die was erreichen, müssen sich dumm anblöken lassen und sollen so viel wie möglich abgeben, scheiß Kapitalisten. Die, die auf dem Weg scheitern, werden verhöhnt. Menschlich richtig widerwärtig und das perfekte Beispiel dafür, weshalb man in Deutschland nicht über Geld spricht, seinem Nachbarn den beruflichen Erfolg nicht gönnt und nach unten tritt, um nichts zu verlieren.

            Zitat von OrdentlichUndFromm
            Zitat von VARMENDRION
            Zitat von insideman_
            Es ist nichtmal so, dass ich "konservative" Positionen gut finde, ganz im Gegenteil, ich hab durchaus Sympathien für viele linke Positionen, aber diese übertrieben herablassende Art mit der "Linke" ihre Positionen ausführen und Argumente der Gegenseite behandeln ist doch recht abstoßend. Und dann wird sich im linken Lager darüber gewundert, warum man so unpopulär ist.
            Wollte ich gerade nochmal zitieren. Fasst für mich die Diskussion hier ziemlich gut zusammen.
            Hatten wir auch schon mal. Linke Positionen wirken automatisch herablassen, weil sie moralischer argumentieren (Humanismus, Moralismus, Solidarität). Rechts-konservativ argumentiert man eher über Tradition, Identität, Kultur. Damit wirkt die linke Position fast automatisch moralisierend-belehrend.
            Da möchte ich auch nochmal auf die moralische Überlegenheit hier ansprechen. BoLo ist bestimmt ein besonderes Negativbeispiel, zeigt aber ganz gut, was hier falsch läuft. Daher kann ich den Ansatz gut nachvollziehen, eine ausreichende Erklärung für die Stimmung hier ist er aber nicht.


            Du interpretierst aber sehr viel in meinen Beitrag rein. Ich habe das Video gepostet und finde es lustig, aber ich habe ihn nicht wegen seines Schrittes in die Selbstständigkeit verhöhnt. Grundsätzlich habe ich Respekt vor Menschen, die diesen durchaus mutigen Weg gehen.
            Warum finde ich das Video lustig? Weil seine Art unausstehlich ist. Ihm fehlt jede Demut, stattdessen haut er pseudogeniale Sprüche raus, geht im Anzug in die Schule, findet sich extrem geil und nimmt sein ganzes Auftreten viel zu ernst. Dass er sein Unternehmen an die Wand gefahren hat, werfe ich ihm gar nicht mal vor. Das kann passieren.
            Ich sehe aber schon Parallelen mit seinem jetzigen Auftreten. Immer schön rausgeputzt, oberflächlich kompetent, aber sehr wenig Substanz. Sein Unternehmen ging pleite, und seine politischen Vorstellungen lösen die bestehenden Probleme nicht, bzw. schaffen neue Probleme.
            Dann mag ich das bei dir zurück nehmen. Sich an dem Video zu belustigen, ist ja vollkommen legitim. Die Parallelen lasse ich dir, das darf jeder sehen wie er mag. Sorry :)

            Kommentar


              Zitat von Hubschrauber
              Eigentlich hat er nichts auseinander genommen und nur bestätigt, dass die Forderung der Linken bescheuert ist. Außer für euch ist die Steigerung des Mindestlohns von über 25% "moderat".
              Nein, da folgerst du Sachen aus meinem Post die niemals behauptet wurden. Moderat ist hier in dem Sinne von "dem historischen Rahmen entsprechend" zu verstehen.
              Niemand behauptet dass man den Mindestlohn beliebig erhöhen kann, aber empirisch kann man feststellen dass die Erhöhungen in den USA (meist so um die 10%) eben insg. keine signifikanten Auswirkungen auf die Beschäftigung hatten.
              Zur Einordnung: Seattle (s. Links oben) hat den Mindestlohn 2014-2016 in zwei Schritten insg. um 37% erhöht (und weitere Erhöhungen sind vorgesehen). Auch der Minimum Wage Fairness Act unter Obama sah eine Steigerung von fast 40% über 2 Jahre vor (wiederum gestaffelt).
              Wenn die Linke also mittelfristig (hier darf man mich gerne verbessern wie die Pläne der Linken hier konkret aussehen) eine Erhöhung auf 12€ (+41%) fordert, z.B. durch eine jährliche Erhöhung um ~10% ist das für mich also durchaus noch moderat (aber sicherlich am oberen Ende der Skala).

              Zitat von Alex-
              Spoiler: 
              Zitat von myc
              Zitat von Alex-
              "Wenn ein Unternehmen sich diese Löhne nicht mehr leisten kann, weil es nicht genug erwirtschaftet, dann wird es entsprechend schließen müssen. Dadurch sinkt das Angebot auf dem Markt für eben diese Wirtschaftsleistung und dementsprechend steigt der Preis"

              Und warum genau sollen höhere Arbeitslosenzahlen und höhere Preise jetzt ein Argument pro Mindestlohn sein?

              Interessant finde ich es auch, dass sämtliche Quellen und Evidenz einfach mit "oh die sind ja wirtschaftsliberal/konservativ" abgetan werden. Hatte ich ja vor ein paar Tagen schon mit prager u. Wie wäre es denn stattdessen anhand von Evidenz zu argumentieren oder wollen wir einfach weiterhin alle Studien und Statistiken ignorieren, die nicht mit dem linken Weltbild daccord gehen?

              Selbst die Washingtonpost und die LAtimes, welche beide alles anderes als wirtschaftsliberal sind, bezeichnen die Studie übrigens als "very credible"
              https://www.washingtonpost.com/news/wonk/wp/2017/06/26/new-study-casts-doubt-on-whether-a-15-minimum-wage-really-helps-workers/
              http://www.latimes.com/business/hiltzik/la-fi-hiltzik-minimum-20170519-story.html
              Zu der "Studie" zum Mindestlohn in Seattle auf die sich deine Quellen beziehen hat Martin Sandbu in der FT schon alles gesagt was gesagt werden muss, sehr lesenswert und verbietet eigentlich das Verbreiten der obigen Links.

              Für mehr Background kann man dann noch in "What does the minimum wage do?" von Belman/Wolfson schauen, eine Meta-Analyse von über 200 Papern die zu dem Schluss kommt dass bei Einführung eines (moderaten) Mindestlohns keine (signifikanten) Einbußen für die Beschäftigung zu erwarten sind und gerade das unterste Einkommensdezil überproportional profitiert - der Mindestlohn also die Ziele erreicht die er erreichen soll. Nicht ohne Grund hat sogar der IMF der USA letztes Jahr einen höheren Mindestlohn empfohlen, die empirische Evidenz ist überwältigend.

              Dein konstruiertes Inflationsargument gegen den Mindestlohn hört man oft, es ist aber leider schlicht falsch. U.A. ist deine Annahme dass Firmen generell den höchst möglichen Lohn zahlen und somit jede Lohnerhöhung mit Preiserhöhungen einhergehen muss fernab der Realität.

              Geht mir ja gerade darum, dass ein künstliches anheben des Mindestlohns zu vielen verschiedenen Möglichkeiten führt, um dafür zu kompensieren. Dein oben genannter Wolfson spricht das in einem Interview ja auch klar an:
              PW: Limiting my answer to the historical experience, it does not have much or any effect on either the level of employment or on the unemployment rate. It appears to reduce churn in the labor market, both the amount of hiring and the amount of quits and firings. In fact, this may be one way in which the wage increase is absorbed: by lowering costs to low-wage employers of turnovers, vacancies, and training new workers.

              Natürlich finden sich dann reichlich Studien die ausführen, dass der Effekt von Mindestlohn auf Arbeitsplatzverlust nur gering ausfällt (oder der Preiserhöhung), aber das bedeutet doch nur, dass die Kosten an irgendeiner anderen Stelle eingespart werden müssen. Diese grundlegende Logik bleibt ja weiterhin bestehen. Habe auch nie behauptet, dass Firmen Arbeiter stets an der Maximalgrenze bezahlen. Je höher der Profitmargin von Firmen, desto höher aber auch die Chance, dass sich in diesem Bereich neue Firmen entwickeln, was dann wiederum zu mehr Nachfrage nach Arbeitskräften und höheren Löhnen führt.
              Sehe die von dir genannte "überwältigende Evidenz" also durchaus nicht.
              Verstehe deinen Punkt und über die unsägliche Rolle der imf und Weltbank bzw. deren Zinspolitik könnte ich mich noch seitenlang auslassen, aber das würde den Rahmen des threads deutlich sprengen.
              Ich bezweifele dass du die Aussage von Wolfson richtig interpretierst, sonst würdest du sehen dass das ein klares Argument für den Mindestlohn ist. Man kann empirisch feststellen dass der Mindestlohn zu weniger Fluktuation im Arbeitsmarkt führt, sprich zu längeren Arbeitsverhältnissen. Hier vermutet Wolfson nun dass die damit einhergehenden niedrigeren Einstellungs- und Trainingskosten und eine höhere Expertise der Angestellten (da länger angestellt) die höheren Lohnkosten der Unternehmen ausgleichen. Dann musst du auch nicht mehr nach einer "anderen Stelle" der Kostensparung suchen, denn damit löst sich deine "gundlegende Logik" sofort auf.

              Wenn dir dann ein Review von 200 Papern oder auch der Fakt dass der (Markteingriffen doch eher skeptische) IMF den Mindestlohn in seinen Maßnahmen-Katalog aufgenommen hat nicht als überwältigende Evidenz ausreichen kann ich dir auch nicht helfen, dann wäre es vielleicht hilfreich wenn du mehr Evidenz präsentierst als ein Gedankenexperiment dass empirisch nicht haltbar ist oder eine Studie die sogar in der FT zerissen wird.

              Kommentar


                Zitat von Der Ollie
                Das alles sagt sehr viel über unternehmerisches Selbstverständnis und auch über Lindners Charakter aus. Wenn man dazu sagen möchte: "hätte vielleicht doch ein bisschen im unterricht aufpassen sollen, dann hätte er möglicherweise weniger kfw-kohle in seiner pleitefirma verbrannt..." Dann hat BoLo auch alles Recht dazu. Vor allem ein Lindner, der großspurig über unternehmerische Verantwortung palabern kann, sich dann aber gern aus der Affäre zieht, wenn man mal tatsächlich Verwantwortung übernehmen muss.
                Das ist eigentlich alles, was ich dazu sagen möchte. Tut mir Leid, dass dich (Varmendrion) das scheinbar so persönlich trifft, wenn jemand von CL nicht soviel hält.

                Wer sich mit 18 im geliehenen fetten Mercedes zur Schule fahren lässt und dann mit 21 Millionen an Staatssubventionen verbrennt, hat meiner Meinung nach nicht den Oberunternehmer des Landes zu mimen.
                Scheinbar hat da jemand über seinen Verhältnissen gelebt...
                Es haben auch zu dieser Zeit andere Leute erfolgreich Unternehmen aufgebaut und auch heute tun das junge Leute hier im Land. Allerdings sind von den Erfolgreichen wahrscheinlich die wenigstens vom ersten Geld mit Chauffeur und Benz rumgedüst...

                Er wollte mit 18 gern aussehen, wie ein erfolgreicher Unternehmer, dahinter war nichts.
                Heute sieht er aus, wie ein erfolgreicher Politiker, was dahinter ist, bleibt abzuwarten...

                Kommentar


                  Spannend wie hier über Seiten hinweg die Arroganz und Überheblichkeit der linken thematisiert wird. In der Diskussion selbst dann aber nach Auseinandersetzung mit der den genannten Quellen sowie Nennung weitere zur Untermauerung einzig leere Sätze wie "Sehe die von dir genannte "überwältigende Evidenz" also durchaus nicht. " fallen.

                  Dies kann nicht nur in der aktuellen Mindestlohndebatte beobachtet werden sondern zieht sich durch den Thread.

                  "Zeckenblatt"

                  "In einem Paralleluniversum würde ich schon gerne sehen wie die Linke die mehreren Hunderttausend "Flüchtlinge" mit einem 12 Euro Mindestlohn eingliedert."

                  darauf aufbauend: "Vor allem jetzt, wo man nur noch Akademiker benötigt."

                  "Musste herzlich lachen als er meinte, er brauche ein Haus, weil er ja 3(!) Kinder hat. Lebt über seine Verhältnisse und flennt rum, herrlich."

                  etc.

                  Kommentar


                    Zitat von D.Way
                    Spannend wie hier über Seiten hinweg die Arroganz und Überheblichkeit der linken thematisiert wird. In der Diskussion selbst dann aber nach Auseinandersetzung mit der den genannten Quellen sowie Nennung weitere zur Untermauerung einzig leere Sätze wie "Sehe die von dir genannte "überwältigende Evidenz" also durchaus nicht. " fallen.

                    Dies kann nicht nur in der aktuellen Mindestlohndebatte beobachtet werden sondern zieht sich durch den Thread.

                    "Zeckenblatt"

                    "In einem Paralleluniversum würde ich schon gerne sehen wie die Linke die mehreren Hunderttausend "Flüchtlinge" mit einem 12 Euro Mindestlohn eingliedert."

                    darauf aufbauend: "Vor allem jetzt, wo man nur noch Akademiker benötigt."

                    "Musste herzlich lachen als er meinte, er brauche ein Haus, weil er ja 3(!) Kinder hat. Lebt über seine Verhältnisse und flennt rum, herrlich."

                    etc.
                    Absolut richtig. Womit ich jedoch nicht sagen will, dass die Gegenseite schuldlos ist.

                    @BoLo: der wunde Punkt ist nicht CL, sondern das, was ich dachte, rausgehört zu haben. Wenn ich dich da ebenfalls falsch beschuldigt haben sollte, möchte ich erneut um Entschuldigung bitten.

                    Habe generell das Gefühl, dass due deutsche Gesellschaft viel von Angst und Neid/Missgunst geprägt ist und daher kam mir das hier hoch. Generell halte ich auch daran fest, unabhängig vom unternehmerischen Miserfoög von Lindner.

                    Sorry für den ton, da war die Musik such ein wenig schief :D


                    E: zu dem "verpisst", "Verantwortung übernehmen" und "Geld verbrannt". Natürlich kann auch ich nicht leugnen, dass der Steuerzahler die Rechnung begleicht. Das passiert voraussichtlich in vielen anderen Fällen jede Woche.

                    Zum Unternehmen have ich leider nichts konkretes gefunden, wäre über einen Link froh. In wieweit er sich jedoch der Verantwortung stellen muss und dies nicht tut, verstehe ich nicht ganz. Aufgrund der Geschäftsform haftet er ohnehin nicht. Das Unternehmen wird aufgelöst und aufgrund der Art würde wohl kaum etwas zurückgezahlt. So sieht es das System vor. Bestimmt kann man bis zur letzten Sekunde an Bord des sinkenden Schiffes bleiben, da ich jedoch nichts detailliertes zum Geschäftsmodell und Mismanagement gefunden Habe, will ich darüber nicht weiter urteilen.

                    Man mag es als Flucht interpretieren oder als Eingeständnis eigenen Versagens. Kann mir natürlich vorstellen, dass er zu dem Zeitpunkt keine Schuld bei sich gesehen hat, was tatsächlich unsympathisch wäre. Dazu habe ich aber nichts gefunden + mag ich ihm die Möglichkeit lassen, sich menschlich zu ändern. Ob das passiert ist, mag jeder selbst beurteilen.

                    Kommentar


                      neue infratest umfrage sieht ja zucker aus. wird noch mehr, predicte afd auf 15% bei der wahl. schade, dass keins der institute seine rohdaten rausrückt

                      Kommentar


                        Zitat von VARMENDRION
                        Zum Unternehmen have ich leider nichts konkretes gefunden, wäre über einen Link froh.
                        Links siehe unten.

                        Zitat von VARMENDRION
                        In wieweit er sich jedoch der Verantwortung stellen muss und dies nicht tut, verstehe ich nicht ganz.
                        Siehe links. Eigenkapitalanteil von 8000 € ist schon echt mickrig für 25.000€ Mindeststammkapital. Insbesondere wenn man sich per KfW-Kredit fremdfinanzieren lässt und nebenher ein sehr nettes Endgelt von 5000 € pro Monat einstreicht. Aber wer mit Porsche zum Zivildienst fahren will, braucht einen Porsche.

                        mfw ich meinen Unternehmensanteil in Höhe von 8,25 % suche


                        Ja wo isser denn?!


                        Anschließend dann schnell das sinkende Schiff verlassen - nachdem die Dotcom-Blase längst geplatzt und der Niedergang offenkundig war. Echt klasse der Typ.

                        Zitat von VARMENDRION
                        Aufgrund der Geschäftsform haftet er ohnehin nicht.
                        Sicher haftet er. Nicht persönlich, aber mit seiner Kapitaleinlage. Und deshalb schafft ein ordentlicher, gewissenhafter Unternehmer auch ein ausreichendes Stammkapital an. Es ist sogar sittenwidrig das nicht zu tun.

                        2 Mio kann man nicht einfach so verballern und die Hände in den Schoß legen. Lindner findet aber gerade das richtig geil.

                        Ein wahres Vorbild aller Gründer!!!

                        Zitat von VARMENDRION
                        Das Unternehmen wird aufgelöst und aufgrund der Art würde wohl kaum etwas zurückgezahlt.
                        Wenn man mit Millionensummen jongliert und die Kapitaleinlage beim Minimum belässt schon XD.

                        Zitat von VARMENDRION
                        So sieht es das System vor.
                        Quelle? XD s.o.

                        Zitat von VARMENDRION
                        Bestimmt kann man bis zur letzten Sekunde an Bord des sinkenden Schiffes bleiben, da ich jedoch nichts detailliertes zum Geschäftsmodell und Mismanagement gefunden Habe, will ich darüber nicht weiter urteilen.
                        Siehe Links.

                        Zitat von VARMENDRION
                        Man mag es als Flucht interpretieren oder als Eingeständnis eigenen Versagens. Kann mir natürlich vorstellen, dass er zu dem Zeitpunkt keine Schuld bei sich gesehen hat, was tatsächlich unsympathisch wäre. Dazu habe ich aber nichts gefunden + mag ich ihm die Möglichkeit lassen, sich menschlich zu ändern. Ob das passiert ist, mag jeder selbst beurteilen.
                        Ja, dann urteile mal jetzt mit den vorliegenden Informationen. 2 Minuten Google btw.




                        Immer dieses vermaledeite Unternehmen. Die Moomax GmbH. Mitgegründet von Christian Lindner, heute FDP-Bundesvorsitzender und Fraktionschef im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Bis zum April 2001 war er ein Jahr lang Geschäftsführer dieser erfolglosen Internetklitsche.

                        Ein halbes Jahr nach Lindners Ausstieg meldete das Unternehmen Insolvenz an. Zwei Millionen Euro gingen den Bach runter, 1,4 Millionen davon gingen zu Lasten der Steuerzahler. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hatte dem Risikokapitalgeber Enjoyventure für seine Moomax-Beteiligung das Geld vorgeschossen. Nach der Pleite war alles futsch. Schluss mit Enjoy.
                        Nach dem Ende von Moomax 2001 und spätestens mit seiner Wahl zum Generalsekretär der Landes-FDP 2004 liegt Lindners Unternehmergeist brach.

                        Seitdem ist er hauptamtlich in der steuerfinanzierten Politik unterwegs. Böswillige könnten auch sagen, Münchow und Lindner leben schon lange vom und arbeiten im Staat. Nur Lindner eben noch ein knappes Jahr länger.
                        http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-chef-lindner-und-die-moomax-insolvenz-dank-pleite-zum-internet-star-1.2332357

                        Nach Recherchen dieser Zeitung lag der Eigenanteil von Lindner als finanzielle Unternehmens-Beteiligung bei lediglich 8000 Euro. Zugleich erhielt er als einer von drei Geschäftsführern der Moomax ein Monatsgehalt von 5000 Euro und bezog bereits zu dieser Zeit regelmäßige Landtagsdiäten in Höhe von etwa 6000 Euro.
                        Gleichzeitig habe sich Lindner sein unternehmerisches Risiko durch einen staatlichen Förderkredit absichern lassen, der dann letztlich "verbrannt worden" sei. Lindner habe sich "Zeit seines Lebens auf den starken Staat verlassen, den er und seine Partei permanent zu schwächen versuchen", kritisierte der Fraktionschef der Grünen. Der inszenierte Ausraster des FDP-Vorsitzenden im Parlament sei "ein Lehrbeispiel für Doppelmoral".
                        http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/kritik-an-_wutrede_-des-fdp-chefs-gruene_-_lehrbeispiel-fuer-doppelmoral_-7054924.html

                        Das Software-Unternehmen brachte Lindner als Geschäftsführer in der New-Economy-Welle an den Markt und fand in der allgemeinen Euphorie sogleich einen Risikokapitalgeber, der wiederum Finanzhilfen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekam. Doch als die Blase platzte, wollte niemand mehr das junge Start-up finanzieren, der Businessplan entpuppte sich als unausgereift. Lindner, der schon bei der Gründung der Firma im NRW-Landtag saß, verließ die Firma, die später Insolvenz anmelden musste.
                        http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/schoener-scheitern-mit-dem-fdp-chef-christian-lindner-vortrag-auf-der-fuckup-night-der-uni-frankfurt-ueber-die-moomax-gmbh-14107421.html

                        Auch Lindners Firma profitierte von den guten Finanzierungsmöglichkeiten am Markt. Durch Kapitalerhöhungen verwässerte sich dabei auch Lindners Anteil an der Firma von anfänglich 26,66 Prozent auf 8,25 Prozent.
                        http://www.rp-online.de/nrw/landespolitik/christian-lindner-und-die-wutrede-wie-war-das-mit-der-start-up-pleite-aid-1.4845443

                        Kommentar


                          na immerhin weiß cl nun den nutzen von schulbildung zu schätzen.

                          Kommentar


                            Zitat von D.Way
                            Spannend wie hier über Seiten hinweg die Arroganz und Überheblichkeit der linken thematisiert wird. In der Diskussion selbst dann aber nach Auseinandersetzung mit der den genannten Quellen sowie Nennung weitere zur Untermauerung einzig leere Sätze wie "Sehe die von dir genannte "überwältigende Evidenz" also durchaus nicht. " fallen.

                            Dies kann nicht nur in der aktuellen Mindestlohndebatte beobachtet werden sondern zieht sich durch den Thread.

                            "Zeckenblatt"

                            "In einem Paralleluniversum würde ich schon gerne sehen wie die Linke die mehreren Hunderttausend "Flüchtlinge" mit einem 12 Euro Mindestlohn eingliedert."

                            darauf aufbauend: "Vor allem jetzt, wo man nur noch Akademiker benötigt."

                            "Musste herzlich lachen als er meinte, er brauche ein Haus, weil er ja 3(!) Kinder hat. Lebt über seine Verhältnisse und flennt rum, herrlich."

                            etc.
                            sind halt leider auch immer die gleichen kandidaten. immerhin sammeln sich hier viele interessante links :D

                            @varmendrion: ich glaube du interpretierst ein bisschen zu viel in das thema neid und missgunst hinein. ich würde jetzt einfach mal davon ausgehen, dass der großteil der linken in dem thread kein problem damit haben wenn leute erfolgreich sind, etwas herausragendes erreichen etc.
                            allerdings gibt es probleme z.b. vermögen die jemand erbt (was hat der erbe geleistet?), spekulationen auf kosten des steuerzahlers, die nimmersatt-einstellung vieler unternehmen (hauptsache keine steuern zahlen und die lohndumping betreiben)

                            Kommentar


                              Merkel nun auf ZDF

                              Kommentar


                                haahahahahahahah ich hole mir popcorn

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X