Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

US Politik

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    #61
    Spoiler: 
    Zitat von Bill Burr
    Zitat von Torro
    Zitat von myc
    Schöner Post Torro, danke dafür! :)
    Bitte :)

    Anderer, interessanter Punkt: Das Democratic National Committe (DNC), quasi die Parteiführung, wird von Debbie Wasserman Schulz geleitet. Diese Frau war 2008 im Wahlkampfteam von Clinton und ist nach wie vor ne gute Freundin. Und guten Freunden hilft man.
    Konkret zeigt sich das so: Vor ungefähr 6 Monaten hatte Hillary ca 300% Vorsprung. Das DNC hat daher kein Bedürfnis gehabt, viele Debatten zu bringen, bei denen die Bevölkerung die Meinung ändern könnte. Daher haben sie ca. halb so viele TV-Debatten (5) wie die Republikaner angesetzt. Nicht nur das: die Debatten fanden auch meist am Wochenende (oder an Tagen vor Feiertagen) oder auch an populären Playoff-Tagen der NFL statt, wo Leute traditionell Besseres vorhaben als politische Debatten zu schauen. Das DNC hat sogar gedroht, falls Kandidaten ohne die Autorisierung des DNC's Debatten organisieren.

    Doch kaum gewinnt Sanders in den Umfragen und schlägt sogar Clinton in der Debatte im Januar und schwups - auf einmal hat Clinton Druck und nun doch Interesse, Sanders' Momentum umzukehren. Auf einmal wurden noch 4 weitere Debatten geplant. Direkt nach der Debatte im Januar hatte das Clinton News Network (CNN) noch eine Town Hall Debate am darauffolgenden Montag (!) angesetzt, um Clinton in Iowa wieder auf Kurs zu bringen. Und das DNC? Machte keinen Pieps mehr und war einverstanden.
    Sanders wurde auf jeden Fall vom DNC ungerecht behandelt, aber die Planung von weiteren Debatten ging letztendlich sowohl auf Sanders als auch auf Clinton zurück. Natürlich kann man Clinton vorwerfen, dass diese erst einbilligte, nachdem sich ein negativer Trend zu erkennen war, aber Sanders war ja von Anfang an für mehr Debatten. Würde das jetzt nicht so krass bewerten, da es ein vollkommen verständlicher Move von Clinton war. Zudem bin ich mir mittlerweile gar nicht mehr so sicher, ob mehr Debatten Sanders gut tun werden. Er muss da auf jeden Fall langsam neue Talking Points aufnehmen, da es mittlerweile viel viel viel zu redundant wird. Zumindest für Leute wie mich, die das alles verfolgen. Ich verstehe schon, dass er auch immer "neues" Publikum bedienen muss und es Ewigkeiten dauert bis die ganzen Talking Points durchdringen, aber er wird ja jetzt schon gut parodiert von allen Seiten, weil es sich immer und immer wiederholt.


    Hmm, da stimme ich nicht mit dir überein. Ich verstehe deine Argumentation, aber ich glaube, dass du dich noch mehr in das Verhalten der älteren Wähler versetzen musst. Du und ich nutzen sehr viel das Internet, lesen uns Fakten an, etc. Daher wissen wir sehr viel über Sanders und sein Wahlprogramm. Ältere Menschen hingegen holen sich ihre Infos eher aus Fernsehen und Zeitungen, in denen deutlich weniger über Sanders berichtet wurde - und wenn, dann eher negativ. So haben mehrere Medien Artikel/Ausschnitte gezeigt, nach denen Sanders für das Single-Payer Gesundheitssystem Steuern erhöhen möchte. Was dabei nicht erwähnt wird, ist dass Versicherungsbeiträge für Versicherungskonzerne komplett wegfallen, wodurch eine Familie im Jahr letztlich tausende Dollars spart. Dadurch wird ein verzerrtes Bild von Sanders präsentiert, einige Wähler mögen sicherlich noch im Denkmuster "Steuern=schlecht" denken und daher direkt negativ über Sanders denken.

    Immerhin 25% der Amerikaner haben keinen Internetanschluss (https://www.census.gov/history/pdf/2013comp-internet.pdf), neben älteren Leuten gehören wohl auch viele Schwarze zu der Gruppe (der typische Internetnutzer ist weiß/asiatisch und gebildet). Wenn sich diese Leute also auf die Mainstreammedien verlassen, ist Sanders nicht so bekannt wie bei dir und mir. Gerade bei Minderheiten (auch Latinos) muss Sanders noch viel Aufklärungsarbeit leisten. Hinzu kommt, dass sich viele Amerikaner erst ab dem Parteitag ernsthaft für eine Wahl interessieren.

    Zu dem Punkt mit dem DNC: Ich verstehe deine Relativierung nicht: Clinton will aus taktischen Gründen (Sie will keinen Vorsprung verspielen) wenige Debatten, das DNC liefert. Sanders und O'Malley sind seit Monaten für mehr und besser platzierte Debatten. Kaum ist Sanders in den ersten Staaten gleichauf/vorne, will Hillary ihn nun doch attackieren, da ignorieren nicht mehr funktioniert. Und schon ändert das DNC die Meinung. Ich finde es schon ziemlich erbärmlich, dass Clinton quasi das DNC kontrolliert.

    Kommentar


      #62
      Naja mein Punkt bleibt den noch, solang die Dems den Senat & das Rep Haus nicht holen, ist es nahezu egal, wer Präsident wird, grundlegende Reformen gibt es nicht ohne die Mehrheit.

      Den noch danke für den Einblick, so deep war ich nicht drin :)

      Kommentar


        #63
        Es gibt auf reddit ein Unterforum für Donald-Trump-Supporter. Witziges Volk. Habe dort mal einen Post veröffentlicht und gefragt, was sie an ihm finden. Ganz lustig, was die auch über Deutschland sagen :D

        https://www.reddit.com/r/The_Donald/comments/440xsk/is_this_a_trollforum_or_are_you_guys_serious/

        Kommentar


          #64
          Zitat von Torro
          Es gibt auf reddit ein Unterforum für Donald-Trump-Supporter. Witziges Volk. Habe dort mal einen Post veröffentlicht und gefragt, was sie an ihm finden. Ganz lustig, was die auch über Deutschland sagen :D

          https://www.reddit.com/r/The_Donald/comments/440xsk/is_this_a_trollforum_or_are_you_guys_serious/
          Finde das gar nicht lustig, das ist einfach nur traurig.

          Kommentar


            #65
            Zitat von mehL
            Zitat von Torro
            Es gibt auf reddit ein Unterforum für Donald-Trump-Supporter. Witziges Volk. Habe dort mal einen Post veröffentlicht und gefragt, was sie an ihm finden. Ganz lustig, was die auch über Deutschland sagen :D

            https://www.reddit.com/r/The_Donald/comments/440xsk/is_this_a_trollforum_or_are_you_guys_serious/
            Finde das gar nicht lustig, das ist einfach nur traurig.
            Stimmt schon. Aber ich lache lieber über dieses Pack als zu weinen.

            Kommentar


              #66
              gebt mal bei google "loser.com" ein :D

              Kommentar


                #67
                Hier auch ein sehr interessanter Bericht zur Problematik wie der Kampf zwischen den Medien und Trump von ihm genutzt wird um Hetze zu betreiben und die Vorwahl doch zu gewinnen. Ist ganz schön traurig das Ganze.

                USA: Die Medien und der schräge Trump-eter

                Kommentar


                  #68
                  Zitat von Torro
                  Es gibt auf reddit ein Unterforum für Donald-Trump-Supporter. Witziges Volk. Habe dort mal einen Post veröffentlicht und gefragt, was sie an ihm finden. Ganz lustig, was die auch über Deutschland sagen :D

                  https://www.reddit.com/r/The_Donald/comments/440xsk/is_this_a_trollforum_or_are_you_guys_serious/
                  musste gut schmunzeln

                  Kommentar


                    #69
                    warum geht ihr eigentlich alle davon aus, dass der Kongress republikanisch bleibt?
                    (habe leider kA vom politischen System der USA)

                    Kommentar


                      #70
                      Zitat von chilla
                      warum geht ihr eigentlich alle davon aus, dass der Kongress republikanisch bleibt?
                      (habe leider kA vom politischen System der USA)
                      Conventional wisdom ist wohl, dass das House republikanisch bleibt. Warum das so ist, ist ein bisschen umstritten. Viele schieben es auf gerrymandering (= die Republikaner haben die Wahlkreise so geschnitten, dass sie Vorteile haben und diese eher gewinnen). Teilweise ist es einfach extrapolieren der Vergangenheit: Nach 2008 haben die Demokraten bei den Wahlen fürs House nie die Mehrheit geholt. Teilweise lag das natürlich daran, dass die midterms (2010, 2014) ein anderes Wahlvolk (älter, weißer, konservativer, mehr pro-Republikaner) anziehen, aber 2012 hat es halt auch nicht für eine Mehrheit gereicht. Glaube gibt kaum jemanden, der (von einer wave election für die democrats mal abgesehen) auf nen demokratischen Sieg im House setzt.

                      Dazu kommt natürlich noch die Differenz. Die Demokraten liegen 58 Sitze hinter den Republikanern, müssen also 30 dazugewinnen wenn sie keinen eigenen abgeben. Mal ab von wave elections sind solche Umschwünge in Mehrheitswahlsystemen nicht so häufig. Ist anders als bei uns im Verhältniswahlrecht wo man mit 5%+ locker so viele Sitze dazuholt.

                      Obwohl ich kürzlich nen Artikel gelesen habe, der meint eine Trump-Nominierung könnte so stark auf die Kongresswahlen einwirken, dass die Demokraten es zurückgewinnen könnten^^. Aber auf eine Trump-Nominierung wollen wir dann vielleicht doch nicht hoffen. If the gods really wish to punish us, they answer our prayers.

                      Der Senat ist offener, tendiert vielleicht in diesem Jahr sogar zu den Demokraten, auch wenn die Primaries da noch nicht durch sind und es darauf ankommt was für Kandidaten letztlich ausgewählt werden.

                      Kommentar


                        #71
                        Zitat von chilla
                        warum geht ihr eigentlich alle davon aus, dass der Kongress republikanisch bleibt?
                        (habe leider kA vom politischen System der USA)
                        Der Vorsprung der Reps ist relativ groß. Dazu kommt noch, dass viele republikanische Staaten ihre Wahlkreise so gestaltet haben, dass eine Mehrheit für sie wahrscheinlich ist. (Stichwort "Gerrymandering"). 2012 hatten die Demokraten landesweit mehr Stimmen erhalten, insgesamt aber mehr als 30 Sitze weniger als die Reps gewonnen. Da müssten die Demokraten schon ein extrem gutes Ergebnis einfahren, um im House die Mehrheit zu bekommen.

                        Kommentar


                          #72
                          Zitat von Jimmy90
                          Zitat von chilla
                          warum geht ihr eigentlich alle davon aus, dass der Kongress republikanisch bleibt?
                          (habe leider kA vom politischen System der USA)
                          Der Vorsprung der Reps ist relativ groß. Dazu kommt noch, dass viele republikanische Staaten ihre Wahlkreise so gestaltet haben, dass eine Mehrheit für sie wahrscheinlich ist. (Stichwort "Gerrymandering"). 2012 hatten die Demokraten landesweit mehr Stimmen erhalten, insgesamt aber mehr als 30 Sitze weniger als die Reps gewonnen. Da müssten die Demokraten schon ein extrem gutes Ergebnis einfahren, um im House die Mehrheit zu bekommen.
                          Stimmt. In vielen Staaten sind unter dem Deckmantel des Wahlbetrugs die Wahlgesetze verschärft worden. Letztlich sorgt es vor allem dafür, dass ärmere Bevölkerungsschichten es schwer haben um wählen zu gehen. Wenn ich mich nicht irre, dürfen verurteilte Straftäter nach ihrer Haftstrafe in manchen Staaten ebenfalls nicht wählen. Dazu zählen also auch diejenigen, die ein bisschen zu viel Gras geraucht haben und dabei erwischt wurden.

                          Dennoch bin ich auch hier eher bei Sanders: Er hat darauf hingewiesen, dass bei einer hohen Wahlbeteiligung die Demokraten die Wahl und auch den Kongress gewinnen - wie bei Obama 2008. Wenn er es schafft, nützen all die dreckigen Tricks der Reps rein gar nichts.

                          Clinton traue ich das einfach nicht zu. Wenn man sich ihre Events anguckt, herrscht dort nicht ansatzweise die Begeisterung die es braucht, um Wähler zu mobilisieren.

                          Kommentar


                            #73
                            Der Knackpunkt liegt vor allem an der Wahlbeteiligung. Die ist bei den midterms meistens katastrophal niedrig und davon profitieren die Reps überproportional.

                            Könnte mir aber gut vorstellen, dass es sich dieses mal ändern könnte. Wenn man sich vor allem an die 2014 midterm zurück erinnert, wo die Dems die dümmste Taktik der Welt gefahren sind und sich alle von Obama distanziert haben, um weiter nach rechts rücken zu kommen, damit sie gegen die rechten Tea-Party Kandidaten eine Chance haben. Paar Monate später wurde Obama wieder von allen abgefeiert und jetzt sieht man ja auch wieder, wie Hillary versucht sich an Obama zu kleben.


                            Kleiner Hinweis
                            Für alle die Daily Show, Colbert, Last Week, Real Time schauen, kann ich neuerdings auch Late Night with Seth Meyers empfehlen. Der hat seit einer Weile ein Segment namens "A Closer Look" und da wird ganz nach Daily Show-Manier ein gesellschaftlich-politisches Thema behandelt. Dieses Segment ist auch idR auf seinem YT-Chan immer verfügbar:

                            https://www.youtube.com/channel/UCVTyTA7-g9nopHeHbeuvpRA

                            Kommentar


                              #74
                              Hillary Clinton’s strong national lead over Sanders is essentially gone and, instead, the Democratic race is incredibly close, according to a national Quinnipiac poll released today.

                              Clinton received 44 percent of support while Sanders can boast about 42 percent, his highest support in any national poll to date.

                              The former secretary of state's 31 point lead over the Vermont senator in December has been fallen to only 2 points.


                              Wobei ich glaube, dass Quinnipiac i.d.R. sandersfreundliche Ergebnisse bisher hatte, daher mal abwarten, was die anderen Polls ergeben werden. Wird auf jeden Fall gut aufgeholt haben, aber nur noch 2% national wide würde mich wirklich wundern.


                              //Und auch ganz interessant in der Dem vs. Reps-Debatte:

                              Kommentar


                                #75
                                Doch erstaunlich wie viele Republikaner danach der Meinung sind, Arme würden zuwenig Hilfe bekommen und Reiche zu viel (immerhin die größte Gruppe jeweils). Dann wiederum hatten wir die Debatte über wählen gegen die eigenen Interessen ja schon.

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X