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    #61
    "Wer heute noch bei WikiLeaks landet um etwas öffentlich zu machen, der verfolgt damit bestimmte Ziele. Mit einem moralischen Anspruch hat das meist nichts mehr zu tun", sagt Daniel Domscheit-Berg, Ex-Mitarbeiter von WikiLeaks, im Gespräch mit tagesschau.de.

    https://www.tagesschau.de/inland/wik...sange-101.html

    das bedeutet für mich nicht, die aussagekraft der veröffentlichten daten in frage zu stellen. wenn es aber darum geht, die heutigen vorgänge zu bewerten, sollte man mmn nicht das narrativ der leute übernehmen, für die die mails nur mittel zum zweck waren. radikalpolitischer idealismus führt eben leicht zur verblendung und die gefahr, zur marionette diverser player zu werden, ist nicht gerade klein.

    "Die Hand der 'Demokratie' erwürgt die Freiheit", (Maria Sacharowa)

    das finde ich übertrieben. es gibt keine globale regelung für whistleblower und die nationalen antworten sehen seit jeher "pressefeindlich" aus. man sollte also diskutieren, wie man endlich eine positive veränderung herbeiführen könnte aber vom ende der freiheit zu faseln, ist wasser auf die mühlen derer, die die westliche form der demokratie schwächen, die gesellschaften spalten und nicht zuletzt wieder selbst, als nation, wiedererstarken wollen - und mindestens genauso hohl wie die einordnung, die du mir unterstellst (da sind wir einer meinung).
    Zuletzt geändert von michi; 11.04.2019, 20:01.

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      #62
      Sorry, aber spätestens die Clinton-Geschichte, hat Assange komplett diskreditiert.

      Robert Mueller hat ja anscheinend (der Bericht ist ja noch nicht veröffentlich, deshalb "anscheinend") Beweise gefunden, dass die russische Regierung an dem Hack zumindest beteiligt war und zusätzlich, hat Assange mit der Veröffentlichung dieser Erkenntnisse bis kurz vor der Wahl gewartet, um maximalen Schaden zu verursachen.
      Da steckt also auch von Assanges Seite deutlich mehr Agenda dahinter, als dieses Märchen von "Transparenz und Demokratie".
      Zuletzt geändert von LaMa; 11.04.2019, 22:30.

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        #63
        Eine Story, die die gesamte Führung der demokratischen Partei der Sabotage einer Wahl überführt, diskreditiert die Person, die es veröffentlicht. Nicht Clinton oder der DNC ist diskreditiert, nein. Sondern Assange.

        Nee, sorry Jungs. Mit dieser Perspektive werde ich nicht warm. Selbst wenn es stimmt, was du sagst, sind Clinton und der DNC Schuld für den Scheiß, der von Assange/Wikileaks veröffentlicht wurde. Sie haben doch diesen "maximalen Schaden" selber zu verantworten. Hier wird auf den Übermittler der Nachricht eingeschossen anstatt auf die wirklich Schuldigen. Keine Ahnung, was Assange für Motive letztlich hatte, es ändert nichts an der Brisanz und Relevanz der geleakten Storys, egal ob Kriegsverbrechen oder Wahlbetrug.

        Und jetzt wird (einer) der Veröffentlicher abgeführt und vermutlich vor Gericht gestellt anstelle der (Kriegs-)Verbrecher, die er überführt hat. Es ist absolut krank und widerwärtig.

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          #64
          Zitat von michi Beitrag anzeigen
          "Wer heute noch bei WikiLeaks landet um etwas öffentlich zu machen, der verfolgt damit bestimmte Ziele. Mit einem moralischen Anspruch hat das meist nichts mehr zu tun", sagt Daniel Domscheit-Berg, Ex-Mitarbeiter von WikiLeaks, im Gespräch mit tagesschau.de.
          Domscheit-Berg schießt schon seit der Trennung von WikiLeaks immer wieder gegen die Seite. Trennung war ja nicht im guten und mir scheint es, als ob er da auch einen persönen Feldzug führt. Kann den Mann einfach nicht ernst nehmen.

          Zitat von Torro Beitrag anzeigen
          Keine Ahnung, was Assange für Motive letztlich hatte, es ändert nichts an der Brisanz und Relevanz der geleakten Storys, egal ob Kriegsverbrechen oder Wahlbetrug.
          So ist es. Ja, man kann den Zeitpunkt und vielleicht auch die Intention von Assange in Frage stellen, dass ändert aber nichts an den Verbrechen dahinter.

          Zitat von LaMa Beitrag anzeigen
          Robert Mueller hat ja anscheinend (der Bericht ist ja noch nicht veröffentlich, deshalb "anscheinend") Beweise gefunden, dass die russische Regierung an dem Hack zumindest beteiligt war
          Da wird auch nichts veröffentlicht werden. Barr hat doch bereits eine Zusammenfassung veröffentlicht, die Trump in allen Punkten entlastet. Er wird einen geschwärzten Bericht veröffentlichen und der wird genau das widerspiegeln.
          Zuletzt geändert von DerKiLLa; 12.04.2019, 08:17.

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            #65
            ein letzter versuch: es geht nicht um die bewertung von "brisanz und relevanz" der emailaffaire, sondern um die hintergründe, die man, wie ihr beiden mmn richtig sagt, diskutieren kann. kp, wieso ihr beiden die themen vermischt/nicht getrennt betrachten wollt aber bis das nicht geschieht, macht eine diskussion über assange/wikileaks und was dessen gestrige verhaftung für die pressefreiheit einer demokratie bedeutet, keinen sinn.

            Was die russische Einmischung in den US-Wahlkampf angeht, sieht der Mueller-Bericht Barr zufolge zwei Strategien: Zum einen habe die russiche Organisatione Internet Research Agency eine Desinformationskampagne in den sozialen Netzwerken gefahren, zum anderen hätten staatliche russische Akteure E-Mail-Accounts der Demokraten gehackt und das Material verbreitet, um "die Wahl zu beeinflussen".
            https://www.sueddeutsche.de/politik/...ache-1.4381795

            (@torro: dieses zitat stellt keine rehabilitation der demokraten dar :D)
            Zuletzt geändert von michi; 12.04.2019, 15:08.

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              #66
              Trumps Involvierung mit Russland und Wikileaks mit Russland sind 2 verschiedene Dinge. Dieser Teil wird sicherlich veröffentlicht werden, da Barr es ja bereits in seinem Bericht angesprochen hat.

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                #67
                Der Bericht ist aber nicht die ganze Wahrheit, sagt Mueller, bzw Leute aus seinem Team. Und da ist das Problem ... Barr wird den Bericht veröffentlichen und schwärzen. Alles was Trump betrifft, wird da nicht zu sehen sein. Für mich ist das einfach ein weiterer Skandal. Robert Mueller ermittelt da über 2 Jahre, übergibt die Ergebnisse und Barr gibt das Ergebnis falsch wieder und verheimlicht die wichtigen Sachen.

                Zum weiteren Verdacht möglicher Justizbehinderung durch Trump stellte Barr in seiner Zusammenfassung fest, Mueller sei in dieser Frage zu keiner eindeutigen Schlussfolgerung gelangt. Die "New York Times" berichtete jedoch in der vergangenen Woche, dass manche Mitglieder des Mueller-Teams wegen Barrs Darstellung der Ermittlungsergebnisse frustriert seien. Die Ergebnisse seien für den Präsidenten "besorgniserregender", als dies der Minister beschrieben habe.

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                  #68
                  Trotzdem sind es 2 verschiedene Dinge. Hier geht es aktuell darum, dass Assange eben eine Agenda hinter der Veröffentlichung hatte und auch die Hacker, die die Daten geliefert haben.
                  Und diese Agenda war eben nicht "Wahrheit", "Demokratie", etc.

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                    #69
                    https://www.theatlantic.com/ideas/ar...served/587008/
                    Lesenswert, egal wie man zu der Sache steht.

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                      #70
                      "Assange got, what he deserved"

                      Nur um mal klar zu stellen: Assange wird an die USA ausgeliefert, weil er 2010 die Gräueltaten im Irak (Tötung von Zivilisten und first-responders aus der Luft und anderes) veröffentlicht hat. Er hat damit der Öffentlichkeit einen großen Dienst erwiesen, aber wird jetzt von den Leuten verfolgt, die er damals bloß gestellt hat.
                      Man kann ihn kritisieren, wie snowden es tut (er veröffentlicht alles, anstatt erst zu analysieren ob da gefährliche Dinge nicht veröffentlicht werden sollten), aber er wird an die USA ausgeliefert aufgrund einer journalistischen Großtat.
                      Die Hacks vom DNC spielen hier keine Rolle bei der Auslieferung. Und er mag Trump gegenüber Clinton bevorzugt haben, aber es ist ihm nicht nachgewiesen worden, dass er Infos über Trump zurückgehalten hat (und selbst wenn - das ist nicht der Grund, wieso er jetzt verhaftet wurde!).

                      Die Agenda ist mir scheißegal, weil sie nichts mit der Verhaftung zu tun hat.

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                        #71
                        aber mit der legenden erzählung drumherum. agenda sollte nie scheißegal sein

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                          #72
                          Das ist ein Bullshit-Argument, welches am Kern der Sache vorbeigeht. Es geht nicht um eine Gesamtbewertung von Assange, sondern um die Umstände seiner Verhaftung, die mit der Agenda nichts zu tun haben.

                          Er hat die USA verärgert mit der gerechten Veröffentlichung von Geheimmaterial, jetzt wird er deswegen vor Gericht gestellt.

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                            #73
                            Die Anklage umfasst lediglich 6 Seiten, härtester Punkt ist dabei, ob Assange Manning geholfen habe ein Passwort zu knacken. Damit hätte Assange eine rote Linie überschritten, die für Journalisten ein Tabu ist. Die restlichen Anklagepunkte sind weniger aussagekräftig und sollten durch den Quellenschutz eines Journalisten und dem Freedom of Information Act gedeckt sein.

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                              #74
                              Zitat von yolko1337 Beitrag anzeigen
                              Die Anklage umfasst lediglich 6 Seiten, härtester Punkt ist dabei, ob Assange Manning geholfen habe ein Passwort zu knacken. Damit hätte Assange eine rote Linie überschritten, die für Journalisten ein Tabu ist. Die restlichen Anklagepunkte sind weniger aussagekräftig und sollten durch den Quellenschutz eines Journalisten und dem Freedom of Information Act gedeckt sein.
                              Die aktuelle Anklage ist nicht wichtig. Die ist nur für die Auslieferung.

                              Das US-Justizministerium hat, um eine Auslieferung von Assange zu ermöglichen, die Anklage von Spionage auf Verschwörung zum Hacken in geheim eingestufte Dokumente und Kommunikation gesenkt.
                              Wenn er erstmal ausgeliefert ist, werden wahrscheinlich neue Anklagen kommen und dann kommen die harten Brocken.

                              Ist Assange erst einmal in amerikanischer Haft könnten weitere Anklagen erhoben werden, um den "Staatsfeind" für lange Zeit oder für immer zur Abschreckung hinter Gitter zu bringen.
                              Manning ist übrigns im März auch wieder in Beugehaft genommen worden.

                              Manning muss nun herhalten, um Assange eine Verschwörung zu unterstellen. Sie wurde von einem Richter im März in Beugehaft genommen, um eine Aussage gegen Assange zu erzwingen. Manning hatte 2010 viele Geheimdokumente an WikiLeaks geliefert, wodurch WikiLeaks und Assange erst wirklich bekannt wurden. Herausragend war ein Video, das zeigt, wie US-Soldaten von einem Kampfhubschrauber Zivilisten im Irak beschießen und töten. Die Soldaten, die ein Kriegsverbrechen begangen haben, blieben im Übrigen unbehelligt. Bis zum 4. April wurde Manning 28 Tage lang in Isolationshaft gehalten, bis sie in den normalen Strafvollzug überstellt wurde. Das weist darauf hin, dass man ihren Willen brechen will. "Ich werde nicht aufgeben", ließ sie mitteilen.

                              Jetzt hat Manning einen Einspruch gegen die Beugehaft verloren, was nicht unbedingt ein gutes Zeichen für die Unabhängigkeit der amerikanischen Justiz ist.

                              [...]
                              Es ist ein schmutziges Spiel, für das Manning die Rechtfertigung geben soll. Das Gericht gewährte nicht einmal Haftentlassung auf Kaution. Manning kann allerdings bis zum Obersten Gereicht gehen, um das Urteil anzufechten.
                              Wer wirklich denkt, dass Assange dort nur ne kleine Anklage erwartet, der lebt halt komplett an der Realität vorbei.

                              Aber hey:
                              Eigentlich darf er in den USA nur deswegen verurteilt werden, wessen er im Auslieferungsantrag beschuldigt wird.
                              Was jedoch die USA von ihren Gesetzen hält, steht ja bereits weiter oben im Text.

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                                #75
                                Die Entscheidung von Manning nicht vor der Grand Jury zu sprechen ist ein klarer Fehler. Sie haette dort hingehen koennen und sich die Beugehaft ersparen - niemand haette sie zwingen koennen zu bezeugen, dass sie mit Assanges Hilfe das Passwort geknackt hat.

                                Wikileaks und Assange sind ein Fall fuer sich und viele der Positionen, die er eingenommen hat, stimmen nicht mit meinen Ueberzeugungen ueberein. Sein Verhalten in der Verrgewaltigungsermittlung widerspricht meiner Vorstellung von Geschlechtergerechtigkeit, v.a. der unsubstantiierte Vorwurf er wuerde dann ausgeliefert werden (rechtlich komplett schwachsinnig und nur darauf abzielend seine Stans zu aktivieren). Sein Verhalten in der Botschaft gegenueber Reinigungspersonal und Angestellten ist auch unter aller Sau und zeugt davon, wie er sich generell 'Normalsterblichen' gegenueber verhaelt.

                                Nichtsdestotrotz ist der Auslieferungsantrag ein Eingriff in die Pressefreiheit. Assanges Verhalten im Fall Manning geht nicht ueber das Verhalten hinaus, das der SCOTUS bereits mehrmals geschuetzt hat. Vor diesem Hintergrund scheint die Strafverfolgung ein Ziel zu verfolgen, das lediglich auf die Bestrafung durch ein langgezogenes Verfahren abzielt (punishment by / through litigation). Es sei denn der SCOTUS wirft 100 Jahre an Rechtssprechung ueber den Haufen.

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