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    #76
    Oh i see what you did there. Es ist eine Frage der Interpretation. Er nannte Sarrazin mutig, er meinte damit die ganze Diskussion. Er distanziert sich nur von dem Biologismus. Gegen die Zuspitzung von Sarrazin hatte er nichts, sie wäre ja ein Teil der Politik. Gauck hat damals gesagt, dass er Sarrazins-Thesen genauer differenzieren wolle und dass er etwas gegen diese Angstreflexe der Politik hätte.
    Damit honoriert er die Arbeit von Sarrazin, respektiert ihn für seinen Mut und distanziert sich eben nur von der biologischen Aussage.
    Wenn so jemand später von "allzu vielen Zugewanderten und allzu wenigen Altdeutschen" redet, dann sehe ich seine Kompetenz und sein Feingefühl bei dem Thema Integration nicht. Wenn er als Seelsorger, den Opfern der Neonazi-Terrorzelle nicht einmal einen Staatsakt zubilligt, dann kann ich doch wohl sagen, dass ich ihm diese Aufgabe nicht zu traue.

    Außerdem hat er auch beim Thema 3. Reich einige Leichen im Keller oder sagen wir mal, sehr interpretierbare Aussagen getroffen. Er spricht der Nazi-Barbarei die Einmaligkeit ab und setzt sie mit der DDR-Diktatur gleich. Er schiebt den Verlust der Ostgebiete und die Verschiebung von Polen nach westen der SU zu.
    Wie ich schon sagte, es gibt einige Aussagen, die einem Berufspolitiker like Wulff hart angelastet worden wären. Er kommt da jetzt als Konsenskaiser und Anti-Politiker, der mal wieder nur die Wahrheit sagt, da her.
    In diesem Fall bin ich gerne mal der Hipster, der schon immer gegen den Hype war.

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      #77
      Zitat von ra-hoch3
      Außerdem hat er auch beim Thema 3. Reich einige Leichen im Keller oder sagen wir mal, sehr interpretierbare Aussagen getroffen. Er spricht der Nazi-Barbarei die Einmaligkeit ab und setzt sie mit der DDR-Diktatur gleich. Er schiebt den Verlust der Ostgebiete und die Verschiebung von Polen nach westen der SU zu.
      Ohne in irgendeiner Form verharmlosen zu wollen, muss ich dennoch anfügen, dass Stalins Herrschaft mindestens genauso viele Menschen getötet bzw "vernichtet" hat, wie es das Naziregime getan hat.

      Auch wenn ich mit Gauck nicht immer einer Meinung bin, kann ich verstehen, dass jemand wie er darauf wert legt, dass die Schandtaten, die unter der Flagge des Kommunismus geschehen sind, nicht immer beschönigt werden.

      Wenn man heute von der DDR spricht, darf man ja gar nicht erst erwähnen wieviele Mauertote es gab, wieviele politische Verfolgungen usw. Neinnein, war alles in Ordnung.
      Klar war es nicht so krass wie im dritten Reich, aber das machts ja nicht besser.
      Eigtl braucht man auch gar nicht vergleichen, es geht wohl eher darum, deutsche Geschichte nicht immer nur auf die Nazivergangenheit zu reduzieren, sondern vielfältiger aufzuarbeiten.

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        #78
        Ich hoffe mal, dass er seine kommenden Rede besser Korrekturlesen lässt als das SZ-Interview. Denn die "der-traut-sich-die-Wahrheit-auszusprechen" Diskussion war ja wenn ich mich recht entsinne zu diesem Zeitpunkt schon am Laufen. Da das Wort "Mut" zu benutzen...

        Davon abgesehen, kann ich nur hoffen, dass er sich auch mit Dingen wie der Netzkultur ect. eindringlich auseinander setzt und gut beraten lässt. Eine der wohl herausragendsten Schöpfung der Menschheit, die Wissenschaft, Kultur und Politik maßgebend in den kommenden Jahrzehnten verändern wird und die es zu verteidigen und im kosmopolitischen Sinne zu formen gilt. Und genau dort sehe ich Klärungsbedarf, denn seine bisherigen Äußerungen lassen mich nichts gutes ahnen.

        Die Aufmerksamkeit der Bevölkerung sollte er nutzen, denn er hat in meinen Augen nur ein kurzes Zeitfenster, um das geschwundene Ansehen des Amtes wiederherzustellen. Wäre schön wenn er mich positiv überrascht, immerhin verfügt er über genug gravitas und Eloquenz.

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          #79
          fasse das nicht als angriff auf ra aber ich sage mal etwas überspitzt: auf mich wirkt das was du schreibst wie die teilweise an den haaren herbeigezogenen totschlag argumente von den linken. gauk wurde doch schon vor wulff vorgeschlagen... und auch von der spd.
          für mich ist es eher ein armutszeugnis das dieses amt für parteipolitischen dreck missbraucht wird...und zwar von ALLEN parteien!

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            #80
            Zitat von Fortuna
            Wieso existiert dieses Amt überhaupt noch?
            das frage ich mich auch immer

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              #81
              also ich kann allen, die sich an den äußerungen zu sarrazin und occupy-bewegung hochziehen und ihn deshalb nich für einen geeigneten präsidenten halten, nur empfehlen ersteinmal abzuwarten bis er im amt ist und richtige reden zu den themen integration und occupy usw hält ...

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                #82
                Zitat von buffy
                Auch wenn ich mit Gauck nicht immer einer Meinung bin, kann ich verstehen, dass jemand wie er darauf wert legt, dass die Schandtaten, die unter der Flagge des Kommunismus geschehen sind, nicht immer beschönigt werden.
                Nur weil sich unsere Marktdiktatur der Parteiendiktatur im Osten als überlegen herausgestellt hat, impliziert das noch lange nicht, dass die Marktdiktatur das Maß aller Dinge und die einzig mögliche Alternative eine Parteiendiktatur ist. Und genau das behauptet Gauck mit seinen Vergleichen zwischen der Occupybewegung und der DDR.

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                  #83
                  @buffy, in diesem Thread führt uns die Diskussion Vergleich von der NS-Diktatur und dem Stalinismus etwas weit vom eigentlichen Thema ab. Wir können dazu gerne einen separaten Thread aufmachen. Falls dich das Thema interessiert, empfehle ich dir die Positionen im Historikerstreit an zu sehen.

                  Zitat von D4emoN
                  fasse das nicht als angriff auf ra aber ich sage mal etwas überspitzt: auf mich wirkt das was du schreibst wie die teilweise an den haaren herbeigezogenen totschlag argumente von den linken. gauk wurde doch schon vor wulff vorgeschlagen... und auch von der spd.
                  für mich ist es eher ein armutszeugnis das dieses amt für parteipolitischen dreck missbraucht wird...und zwar von ALLEN parteien!
                  Ich fasse Meinungen anderer nie als einen Angriff auf. Das Amt des Bundespräsidenten greift natürlich nicht direkt in die aktive Politik ein, seine Aufgabe ist das wirken durch das Wort und die Kontrolle der geschlossenen Gesetzte. Es ist aber sicherlich kein unpolitisches Amt. Diese Konsenssoße, die CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne angerührt haben, ist eher untypisch. Diversität in der Politik ist etwas gutes, es erhält unsere Demokratie und gibt uns Wahlmöglichkeiten. Wir können zwar den Bundespräsidenten nicht direkt wählen, wir können uns aber ansehen, was unsere Volksvertreter tun und sie bei der nächsten Wahl belohnen oder bestrafen.
                  In einer Sache gebe ich dir aber Recht. Es ist zu viel Parteitaktik im Spiel. SPD und Grüne hätten wohl Gauck bei der letzten Wahl nie vorgeschlagen, wenn sie nicht geglaubt hätten, dass sie die Regierungskoalition damit ärgern könnten. Gauck war auch damals schon sehr Interessant für viele Wahlmänner und Frauen aus dem konservativen Lager.

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                    #84
                    ich bin sehr zufireden, dass es gauck geworden ist. er steht für freiheit, eigenverantwortung und für die vielfalt/akzeptanz politischer meinungen und ruft immer wieder ins gedächtnis welche katastrophalen auswirkungen ein unkontrollierbar starker staat hat. man könnte jedoch befürchten, dass er nicht aalglatt genug für ein amt ist bei dem jedes wort auf die goldwaage gelegt wird. inhaltlich hätte man jedoch keinen besseren finden können!

                    edit:
                    ich möchte noch ausdrücklich kritisch anmerken, dass es mich AUCH in diesem fall extrem ankotzt, dass (ehemalige) geistliche das höchste amt im staat übernehmen können.

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                      #85
                      Zitat von ceNa
                      Was spricht dagegen Sarrazin als mutig zu bezeichnen und die romantische Sichtweise der Occupy-Bewegung zu kritisieren? Finde daran nichts schlimm.

                      Er hat ihn ja nicht nur als mutig bezeichnet sondern im Allgemeinen auch recht gegeben. Er hat ihn nur vorgeworfen nicht genau genug zu differenzieren.

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                        #86
                        Zitat von fukushima
                        Er hat ihn ja nicht nur als mutig bezeichnet sondern im Allgemeinen auch recht gegeben. Er hat ihn nur vorgeworfen nicht genau genug zu differenzieren.
                        Hast du dafür eine Quelle? Ich kenne nur das SZ-Interview und das widerspricht deiner Aussage.

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                          #87
                          Zitat von ra-hoch3
                          @buffy, in diesem Thread führt uns die Diskussion Vergleich von der NS-Diktatur und dem Stalinismus etwas weit vom eigentlichen Thema ab. Wir können dazu gerne einen separaten Thread aufmachen. Falls dich das Thema interessiert, empfehle ich dir die Positionen im Historikerstreit an zu sehen.

                          Zitat von D4emoN
                          fasse das nicht als angriff auf ra aber ich sage mal etwas überspitzt: auf mich wirkt das was du schreibst wie die teilweise an den haaren herbeigezogenen totschlag argumente von den linken. gauk wurde doch schon vor wulff vorgeschlagen... und auch von der spd.
                          für mich ist es eher ein armutszeugnis das dieses amt für parteipolitischen dreck missbraucht wird...und zwar von ALLEN parteien!
                          Ich fasse Meinungen anderer nie als einen Angriff auf. Das Amt des Bundespräsidenten greift natürlich nicht direkt in die aktive Politik ein, seine Aufgabe ist das wirken durch das Wort und die Kontrolle der geschlossenen Gesetzte. Es ist aber sicherlich kein unpolitisches Amt. Diese Konsenssoße, die CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne angerührt haben, ist eher untypisch. Diversität in der Politik ist etwas gutes, es erhält unsere Demokratie und gibt uns Wahlmöglichkeiten. Wir können zwar den Bundespräsidenten nicht direkt wählen, wir können uns aber ansehen, was unsere Volksvertreter tun und sie bei der nächsten Wahl belohnen oder bestrafen.
                          In einer Sache gebe ich dir aber Recht. Es ist zu viel Parteitaktik im Spiel. SPD und Grüne hätten wohl Gauck bei der letzten Wahl nie vorgeschlagen, wenn sie nicht geglaubt hätten, dass sie die Regierungskoalition damit ärgern könnten. Gauck war auch damals schon sehr Interessant für viele Wahlmänner und Frauen aus dem konservativen Lager.
                          du hast bei dieser ausführung schon recht...ich denke aber dass weiten teilen der bevölkerung weder klar ist wie der bundespräsident gewählt wird noch welche aufgaben er hat. es ist wohl auch kaum möglich jemand repräsentativen zu finden der keine politische vergangenheit hat...darum spielt die politische ausrichtung des kandidaten natürlich eine rolle...das ist mir durchaus bewußt. mit gauck wurde jemand gefunden dem man eine gewisse autorität zutraut...zumindest bei der bevölkerung. ich finde sein lebensweg rechtfertigt ihn in dieser rolle. ihn jetzt vorzuverurteilen halte ich schlicht für falsch....und wenn man es aus dem hart konservativen lager mit etwas zynismus betrachten möchte...kein wunder das die sed nachfolgepartei etwas gegen gaucks kandidatur hat;)

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                            #88
                            Zitat von Raybeez
                            Zitat von fukushima
                            Er hat ihn ja nicht nur als mutig bezeichnet sondern im Allgemeinen auch recht gegeben. Er hat ihn nur vorgeworfen nicht genau genug zu differenzieren.
                            Hast du dafür eine Quelle? Ich kenne nur das SZ-Interview und das widerspricht deiner Aussage.
                            Mein Eindruck ist, dass der Herr Sarrazin nicht ein Problem erfunden hat.
                            Es besteht nicht darin, dass es Ausländer oder Muslime gibt - sondern es betrifft die Abgehängten dieser Gesellschaft. Darum erscheint es notwendig, und das ist meine Kritik an Sarrazin, genauer zu differenzieren und nicht mit einem einzigen biologischen Schlüssel alles erklären zu wollen.
                            "Er hat über ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik."

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                              #89
                              taz < bild oder für andersdenkende: bild > taz

                              taz ist mindestens genauso sinnlos wie bild

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                                #90
                                Zitat von fukushima
                                Zitat von Raybeez
                                Zitat von fukushima
                                Er hat ihn ja nicht nur als mutig bezeichnet sondern im Allgemeinen auch recht gegeben. Er hat ihn nur vorgeworfen nicht genau genug zu differenzieren.
                                Hast du dafür eine Quelle? Ich kenne nur das SZ-Interview und das widerspricht deiner Aussage.
                                Mein Eindruck ist, dass der Herr Sarrazin nicht ein Problem erfunden hat.
                                Es besteht nicht darin, dass es Ausländer oder Muslime gibt - sondern es betrifft die Abgehängten dieser Gesellschaft. Darum erscheint es notwendig, und das ist meine Kritik an Sarrazin, genauer zu differenzieren und nicht mit einem einzigen biologischen Schlüssel alles erklären zu wollen.
                                "Er hat über ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik."
                                wenn du des verstehenden lesens mächtig wärst, dann würdest du merken, dass deine aussage mit den zitaten nicht übereinstimmt.

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