Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Türkei sanktioniert und verurteilt Frankreich

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Wieso sollte durch die verpflichtende Benennung eines Verbrechens (Faktenlage, die ziemlich treffend die Merkmale eines schweren moralischen Verbrechens erfüllt) ein Zerfall liberaler Werte eintreten?

    Gerade dass man Verbrechen Verbrechen nennt, schützt doch Werte. Durch die Benennung des Völkermordes werden Verbrechen gegen Menschenrechte erst angeprangert und eine Vermeidung kann erfolgen. Liberal bedeutet, dass eine Offenheit in der Diskussion herrscht und nicht, dass Lügen toleriert werden müssen. Die Offenheit dient erst dazu, Lügen aufzudecken.

    Bisher wurde in diesem Thread kein einziges überzeugendes Argument genannt, wieso der Völkermord keiner war oder, wenn es einer war, wieso man seine Leugnung nicht unter Strafe stellen sollte. Was mich erschreckt ist, dass es nicht mal irgendeinen cleveren Einwand gab. Zumindest etwas Gewitztes hätte man erwarten können.

    Kommentar


      Das Schlimme ist das doch das es selbst bei so einer eindeutigen Sachlage nicht der Ansatz von Einsicht zu erkennen ist, das ist einfach Türkenklischee² und wird den Hass weiter befeuern.
      Und so langsam bekomm ich auch den Eindruck das es so gewollt ist.

      Kommentar


        Zitat von Adeptus Astartes
        Wieso sollte durch die verpflichtende Benennung eines Verbrechens (Faktenlage, die ziemlich treffend die Merkmale eines schweren moralischen Verbrechens erfüllt) ein Zerfall liberaler Werte eintreten?

        Gerade dass man Verbrechen Verbrechen nennt, schützt doch Werte. Durch die Benennung des Völkermordes werden Verbrechen gegen Menschenrechte erst angeprangert und eine Vermeidung kann erfolgen. Liberal bedeutet, dass eine Offenheit in der Diskussion herrscht und nicht, dass Lügen toleriert werden müssen. Die Offenheit dient erst dazu, Lügen aufzudecken.

        Bisher wurde in diesem Thread kein einziges überzeugendes Argument genannt, wieso der Völkermord keiner war oder, wenn es einer war, wieso man seine Leugnung nicht unter Strafe stellen sollte. Was mich erschreckt ist, dass es nicht mal irgendeinen cleveren Einwand gab. Zumindest etwas Gewitztes hätte man erwarten können.
        Liberal heißt, die Meinung des anderen, die man nicht teilt und die einem missfällt, nicht zu unterdrücken. Würde man nur das gesetzlich unangetastet lassen, woran man sich eh nicht stört, so hat das nichts mehr mit Liberalismus zu tun. Würde man so etwas als liberal bezeichnen, so hat dieses Wort keinen Wert mehr.

        Liberal heißt, eine Diskussion über das Thema zuzulassen. Man macht keinen Menschen klüger, weltoffener, besser, wenn eine Debatte zu diesem Thema unterdrückt wird, weil die Antwort per Strafrecht vordiktiert ist. Gleichzeitig macht ein Verbot nichts besser. Der Zerfall liberaler Werte tritt ein, wenn wir danach schreien, dass der Staat die gesellschafltiche Auseinandersetzung mit dem Schlechten übernehmen soll. Nicht, weil jemand etwas sagt, was mit unseren Werten nicht vereinbar ist.

        Sicher handelt es sich bei dem Massaker um einen Völkermord. Aber doch nicht, weil man dies per Gesetz in Frankreich beschließt! Sondern weil man nach einer offene Debatte und überzeugenden Argumenten zu jener Einsicht gelangt.

        WOZU überhaupt dieses Verbot? Was genau, meinst Du, wird dadurch besser? Was dadurch schlechter wird, ist offensichtlich: Die Meinungs- und Redefreiheit wird eingeschränkt, die Fronten verhärten sich, Normen und Moral sollen top-down etabliert werden. Probleme werden verdrängt, ohne dass sie verschwinden. Die Chance einer fruchtbaren Auseinandersetzung wird verschenkt.

        Kommentar


          Zitat von King-Halay
          Zitat von sicster
          Zitat von gerdikurt
          In einem Punkt geb ich dir aber recht: Wenn du West-Europa als Diktatur empfindest, dann packe deine Koffer.Die Türkei ist ja für den Schutz ihrer Minderheiten bekannt *hust*.Da du dort wahrscheinlich keiner Minderheit angehörst, solltest du damit aber keine Probleme haben.
          Doch gehört er ;)
          Die wollen ihn nämlich dann genauso ungerne haben,
          weil er dort als Ausländer gilt, ob irgendjemand seiner Familie mal vor 20 Generationen in der Türkei gelebt hat juckt halt nicht. Das raffen die meisten von den Leuten nur nicht :(
          Du hast soviel Ahnung und weist über alles bescheid? komisch nur das nur viele Super Stars der Türkei, nicht alles türken sind...viele sind Kurden/laz. Also laber mich nicht voll mit Minderheiten werden unterdrückt.

          Und ganz nebenbei wenn man Frau Merkel mit Herrn Erdogan vergleicht ist klar wer der Gewinner wäre!
          cool story bro.
          Du raffst es halt einfach nicht.

          Aber mach dir nix draus, bin bestimmt eh nur nen krasser nazi ^-^

          Kommentar


            finde es halt schon leicht witzig hier!

            ich habe nicht alle posts gelesen, aber ich würde sagen, es gibt hier kaum anti-türken posts, sondern für rm verhältnisse sogar sehr sachliche!

            außerdem ist es wissenschaftlich anerkannt das die türken an den armeniern völkermord verübt haben! sehen alle so nur die türken nicht, da inzwischen vermutlich alle täter tot sein werden, eher unverständlich!

            als gegenargumente kommen nur:

            -alles türkenhasser

            -ich darf ja wohl ne andere meinung haben

            -und es war krieg

            wtf???

            mit meinung hat das nichts zu tun! man kann zu tatsachen keine meinung haben, die die bereits bewiesende(!!!) tatsache widerlegt!
            ich kann ja auch nicht behaupten 1+1 wäre 12 und mich dann auf meinungsfreiheit berufen...

            es war krieg würde so ungefähr jeden völkermord rechtfertigen! die usa rechtfertigen mit dem krieg gegen den terror ja auch alles was sie so treiben.. folter in guantanamo, krieg gegen den irak afghanistan etc.

            wenn es irgendwann ein stabiles ägypten, libyen oder andere länder im nahen osten außer israel geben wird, ist es halt zuende mit der türkei, außer sie verändert sich mal hin zu einer modernen freien gesellschaft!
            die türkei war ja schon mal wesentlich weiter und entwickelt sich gerade zurück, nur wird das immoment international gesehen nicht sanktioniert, da sie strategisch zu wichtig ist!
            us militärbasen öl pipelines etc.

            die türkei ist ein eigenständiges land und kann machen was sie will, sollte sich jedoch bewusst sein was das für zukünftige konsequenzen haben könnte!

            was passiert wenn das verhältnis zu europa noch schlechter wird und die usa nichtmehr auf den strategischen standort türkei angewiesen sind? sich in vielen arabischen ländern die demokratie etablieren sollte?

            mal davon abgesehen, das das gesetz in frankreich absolt aus wahlkampftaktischen gründen verabschiedet wird, aber das sehen glaube ich auch alle so!
            aber das gesetz an sich hat ja nichts mit der heutigen türkei zu tun, die ist ja nicht dafür verantwortlich gewesen und könnte diesem ganzen quatsch auch entgehen indem sie längst bewiesendes nicht leugnen!
            die kirche hat ja auch anerkannt das die erde keine scheibe ist...

            Kommentar


              Erdogan mehr so der türkische Hitler und eine Schande für die Türkei.

              Kommentar


                Zitat von King-Halay
                Zitat von sicster
                Zitat von gerdikurt
                In einem Punkt geb ich dir aber recht: Wenn du West-Europa als Diktatur empfindest, dann packe deine Koffer.Die Türkei ist ja für den Schutz ihrer Minderheiten bekannt *hust*.Da du dort wahrscheinlich keiner Minderheit angehörst, solltest du damit aber keine Probleme haben.
                Doch gehört er ;)
                Die wollen ihn nämlich dann genauso ungerne haben,
                weil er dort als Ausländer gilt, ob irgendjemand seiner Familie mal vor 20 Generationen in der Türkei gelebt hat juckt halt nicht. Das raffen die meisten von den Leuten nur nicht :(
                Du hast soviel Ahnung und weist über alles bescheid? komisch nur das nur viele Super Stars der Türkei, nicht alles türken sind...viele sind Kurden/laz. Also laber mich nicht voll mit Minderheiten werden unterdrückt.

                Und ganz nebenbei wenn man Frau Merkel mit Herrn Erdogan vergleicht ist klar wer der Gewinner wäre!

                richtig, lass uns eine gesellschaft daran messen wie sie mit ihren stars umgeht............................................ ...................

                Kommentar


                  Zitat von Atazinel
                  Zitat von hawtness
                  wer so einen völkermord leugnet ist ein untermensch erster güte, falls gebildet, und bemitleidenswert wenn ungebildet.

                  es gibt so umfassendes und einfach nicht leugbares Material (auch Bildermaterial) dazu.

                  Dass Erdogan vor nicht allzulanger Zeit in einem Streit damit gedroht hat, die Armenier wiedermal zu deportieren, spricht auch für sich. Einfach armselig und ein dreckiges Mittel, um gegen Minderheiten Stimmung zu machen.

                  So etwas darf auch gerne hart bestraft werden, ebenso wie Holocaust Leugnen hierzulande. Das hat auch wenig mit Türkenhass zu tun als vielmehr dem Bestrafen von Menschenunwürdigen Verhaltens.
                  wenn es so eindeutiges material gibt wieso stimmen dem völkermord nur 22 länder zu? erklärt mir mal einer diesen umstand? haben andere länder keine meinung dazu?

                  bitte schau nach was die einheit 731 war. dann erklär mir bitte wieso diese leute nach dem krieg für ihre verbrechen nicht wurden sondern im gegenteil. aber auf den türken muss man rumreiten damit sowas nie wieder vorkommt. ooookay.


                  Zu dem Punkt warum nur 22 Staaten den Völkermord zustimmen kann ich dir das Beispiel Taiwan nennen, auch Republik China genannt. Dieser Staat wird auch nur von 24 Staaten auf der Welt anerkannt, da für die die meisten Staaten die Beziehung zu China zu wichtig ist um sie mit der Anerkennung Taiwans zu schädigen.
                  Ähnlich wird es mit der Türkei sein. Und mMn haben sich manche Staaten mit Völkmord der Türken nicht beschäftigt oder haben selber ein schwarzes Kapitel in ihrer Geschichte und wollen keine Aufmerksamkeit darauf ziehen.

                  Kommentar


                    Zitat von gerdikurt
                    Zitat von Nichtuntersetzt
                    Liberal heißt, die Meinung des anderen, die man nicht teilt und die einem missfällt, nicht zu unterdrücken. Würde man nur das gesetzlich unangetastet lassen, woran man sich eh nicht stört, so hat das nichts mehr mit Liberalismus zu tun. Würde man so etwas als liberal bezeichnen, so hat dieses Wort keinen Wert mehr.

                    Liberal heißt, eine Diskussion über das Thema zuzulassen. Man macht keinen Menschen klüger, weltoffener, besser, wenn eine Debatte zu diesem Thema unterdrückt wird, weil die Antwort per Strafrecht vordiktiert ist. Gleichzeitig macht ein Verbot nichts besser. Der Zerfall liberaler Werte tritt ein, wenn wir danach schreien, dass der Staat die gesellschafltiche Auseinandersetzung mit dem Schlechten übernehmen soll. Nicht, weil jemand etwas sagt, was mit unseren Werten nicht vereinbar ist.

                    Sicher handelt es sich bei dem Massaker um einen Völkermord. Aber doch nicht, weil man dies per Gesetz in Frankreich beschließt! Sondern weil man nach einer offene Debatte und überzeugenden Argumenten zu jener Einsicht gelangt.

                    WOZU überhaupt dieses Verbot? Was genau, meinst Du, wird dadurch besser? Was dadurch schlechter wird, ist offensichtlich: Die Meinungs- und Redefreiheit wird eingeschränkt, die Fronten verhärten sich, Normen und Moral sollen top-down etabliert werden. Probleme werden verdrängt, ohne dass sie verschwinden. Die Chance einer fruchtbaren Auseinandersetzung wird verschenkt.

                    Sich an der Wortbedeutung eines Wortes, was in dem Zusammenhang nicht unbedingt was mit der Sache zu tun hat aufzuhängen, bringt ja nun wirklich nichts.

                    Zwerkozy hat ja nicht erzählt, dass er damit die Welt liberaler machen möchte.

                    Ein Verbot macht es grundsätzlich nicht besser, aber wir reden hier nicht von Geschehnissen vergangener Woche.

                    Man könnte es auch so interpretieren: Zeit zur Aufklärung hatte man 100 Jahre.Hat ja auch in fast allen Ländern funktioniert.Wer heute noch anderes behauptet, tut das, um eine wehrunfähige Minderheit anzugreifen und zu beleidigen, nicht, weil ihm noch niemand die Wahrheit gesagt hat.
                    Gegenüber dieser Minderheit hat der Staat eine Verantwortung.Man sieht doch auch die katastrophalen Folgen in Staaten, der seine Minderheiten auf Dauer nicht schützt.

                    Davon ganz abgesehen wurden Normen und Moralen schon immer top-down etabliert (kommt mir jetzt nicht mit Höhlenmenschen oder sonst was, die in 10ner Grüppchen so etwas wie ein soziales Gefüge entwickelt haben).Vorallem in einer Demokratie sehe ich das Problem daran nicht, von wo soll denn eine Norm sonst kommen?

                    Wie gesagt, dein Beitrag liest sich, als würdest du von einer gestern statt gefunden Verkündung sprechen, über die es allerhand Diskussionsbedarf gibt, welcher urplötzlich vom Gesetzgeber unterdrückt wird.
                    Wir reden hier von einem 100 Jahre zurück liegendem Ereignis mit ziemlich klarer Faktenlage und gerade die in Frankreich lebenden, die das Gesetz betrifft, haben die Chance auf Wahrheit.
                    Wer heute in einem westlichen Land lebt, hat Chancen en masse auf fruchtbare Auseinandersetzungen, wer sie bisher nicht wahrgenommen hat, der wollte sie auch gar nicht wahr nehmen.

                    Somal ein Verbot der Leugnung ja gar nichts mit einem Verbot einer Auseinandersetzung über das Thema zu tun hat.
                    Oder hast du das Gefühl, dass die unter Strafe Stellung der Holocaust-Leugnung in Dtld. "fruchtbare Auseinandersetzungen" verhindert hat?

                    Ich nicht, fruchtbar diskutieren und aufklären kann man auch ohne stumpfe Leugnung.Das Verbot hat (oder soll)lediglich einigen Idioten das Maul gestopft, und das ist auch gut so.
                    Hier lässt sich noch viel kürzer gegenargumentieren und das wurde eigentlich auch schon getan:

                    Fakten und Tatsachen sind keine Meinung ! Da gibt es gar keine Diskussion, das ist einfach so. Verboten wird ja auch nciht die Diskussion über den Hintergrund eines Völkermords sondern einfach nur die Leugnung.

                    Strafbar ist also nicht ein "Ich finde, dass..." sondern "Völkermord x hat nicht stattgefunden". Ich weiß nicht was es daran zu diskutieren gibt.

                    Kommentar


                      leugnung. ich liebe das wort. impliziert es die unumstößliche wahrheit für immer und ewig unter ein und derselben deutung gepachtet zu haben, ohne dass es einer weiteren diskussion bedarf (alternativer vorschlag hier: die "wahrheit" habe 100 jahre zeit angefochten zu werden, danach steht sie für immer fest). aber nicht nur das: die diskussion über die wie auch immer definierte wahrheit wird sogar unter strafe gestellt.

                      "so henkt doch galilei, er leugnet dass die sonne sich um die sonne dreht."

                      und man dachte schon, wir seien weiter.

                      Kommentar


                        Zitat von SeekingAlpha
                        aber nicht nur das: die diskussion über die wie auch immer definierte wahrheit wird sogar unter strafe gestellt.

                        glaubst du diesen scwhachsinn wirklich?

                        hier wird überhaupt keine diskussion unter strafe gestellt, sondern lediglich die leugnung eines tatscächkich geschehenen ereignisses. du hast informationen, die das widerlegen? du bist frei diese frei zugänglich zu machen und diskussionen darüber zu starten. darfst du dich einfach hinstellen und sagen: ne, is nich passiert? nein darfste nich

                        Kommentar


                          Zitat von SeekingAlpha
                          leugnung. ich liebe das wort. impliziert es die unumstößliche wahrheit für immer und ewig unter ein und derselben deutung gepachtet zu haben, ohne dass es einer weiteren diskussion bedarf (alternativer vorschlag hier: die "wahrheit" habe 100 jahre zeit angefochten zu werden, danach steht sie für immer fest). aber nicht nur das: die diskussion über die wie auch immer definierte wahrheit wird sogar unter strafe gestellt.

                          "so henkt doch galilei, er leugnet dass die sonne sich um die sonne dreht."

                          und man dachte schon, wir seien weiter.

                          das finden der wahrheit liegt in diesem fall aber im interesse der türkei und dennoch versucht sie es, als zu unrecht beschuldigte, nicht mal
                          hmmm

                          Erdogans "argumentation" die sich auf dem niveau eines internet forums bewegt "aber die andren haben doch auch", verbuchen wir mal großzügig und im interesse der türkei unter nicht mal


                          gäbe es eine realistische chance dass die türkei kein völkermord begangen hat, würde man DEUTLICH offensiver argumentieren, deutlich lauter die trommel schlagen und deutlich tiefer und fakten lastiger diskutieren WOLLEN, will man nicht, tut man nicht

                          Kommentar


                            erdogan ist und bleibt ein dummes ... :)
                            die türken stehen nicht mal zu ihrer geschichte, aber reden jeden tag von stolz und ehre.

                            Kommentar


                              Zitat von gerdikurt
                              Sich an der Wortbedeutung eines Wortes, was in dem Zusammenhang nicht unbedingt was mit der Sache zu tun hat aufzuhängen, bringt ja nun wirklich nichts.

                              Zwerkozy hat ja nicht erzählt, dass er damit die Welt liberaler machen möchte.
                              Moooment. Ich habe die Regelung aufgrund ihres unnötig illiberalen Gehaltes kritisiert. Ich habe nicht gesagt, dass es bei der Regelung intentional um Liberalismus ging. Im Gegenteil, dass hat dann nur Adeptus suggeriert.
                              Ein Verbot macht es grundsätzlich nicht besser, aber wir reden hier nicht von Geschehnissen vergangener Woche.
                              Die Frage ist ja: WOZU die Rede- und Meinungsfreiheit verbieten? Die "Beweislast" muss hier umgekehrt sein. Welche Gründe sprechen FÜR ein Verbot, und nicht: Welche sprechen dagegen?
                              Man könnte es auch so interpretieren: Zeit zur Aufklärung hatte man 100 Jahre.Hat ja auch in fast allen Ländern funktioniert.Wer heute noch anderes behauptet, tut das, um eine wehrunfähige Minderheit anzugreifen und zu beleidigen, nicht, weil ihm noch niemand die Wahrheit gesagt hat.
                              Gegenüber dieser Minderheit hat der Staat eine Verantwortung.Man sieht doch auch die katastrophalen Folgen in Staaten, der seine Minderheiten auf Dauer nicht schützt.
                              Ich verstehe diesen Punkt nicht ganz. Aber zwei Gedanken, die vielleicht mit dem Zusammenhängen, was du gesagt hast:
                              - Wenn wir Nationen zwingen, nachzuplappern was wir verlangen, haben dadurch NUR erreicht, dass sie das nachplappern.
                              Da gab's etwa schon Untersuchungen zu, die festgestellt haben, dass schon die osteuropäischen Länder weniger unsere Vorstellungen als NUR unsere Rhetorik übernommen haben, um in die EU aufgenommen zu werden. Und ich würde sogar behaupten, diese Art des Zwanges, die zu einer rhetorischen Anpassung führt, provozierte sogar innere Abneigung gegen die aufoktroyierten Werte.
                              Ich werde auch immer dann zum Chauvinist, wenn ich "vollgegendert" werde.
                              - Minderheitenschutz ist eine Tugend der Demokratie. Aber welchen Türken überzeugst Du davon, wenn Du seine andere Ansicht öffentlich geißelst und stigmatisierst?
                              Davon ganz abgesehen wurden Normen und Moralen schon immer top-down etabliert (kommt mir jetzt nicht mit Höhlenmenschen oder sonst was, die in 10ner Grüppchen so etwas wie ein soziales Gefüge entwickelt haben).Vorallem in einer Demokratie sehe ich das Problem daran nicht, von wo soll denn eine Norm sonst komme?
                              Aus dem Volk. Diskurse in naher Lebenswelt und natürlich auch öffentlicher Medienwelt prägen unsere Vorstellungen von richtig und falsch. Jeder Versuch der politischen Obrigkeit, hier durch strafrechtliche Mechanismen Einfluss zu nehmen, ist verwerflich - und vermutlich aus dysfunktional.
                              Dysfunktional erstens wegen der schon dargelegten Blockierhaltung, die damit provoziert wird. Dysfunktional zweitens, weil auch der "Pro-Seite" das reflexive Fundament genommen wird.
                              (Übertriebenes) Beispiel: Wenn ich meinen Bürger "Der Völkermord an den Armeniern war schlimm!" in die Köpfe prügle (top-down), und dann jemand kommt und fragt: "Aber warum denn?", dann können sie diesen eingeprügelten Standpunkt nur wiederholen, nicht aber begründen und verteidigen. Sie haben ihn verinnerlicht, aber nicht verstanden. Denn dies hätte diskursiver, reflexiver Herausarbeitung bedurft.
                              Wie gesagt, dein Beitrag liest sich, als würdest du von einer gestern statt gefunden Verkündung sprechen, über die es allerhand Diskussionsbedarf gibt, welcher urplötzlich vom Gesetzgeber unterdrückt wird.
                              Wir reden hier von einem 100 Jahre zurück liegendem Ereignis mit ziemlich klarer Faktenlage und gerade die in Frankreich lebenden, die das Gesetz betrifft, haben die Chance auf Wahrheit.
                              Wer heute in einem westlichen Land lebt, hat Chancen en masse auf fruchtbare Auseinandersetzungen, wer sie bisher nicht wahrgenommen hat, der wollte sie auch gar nicht wahr nehmen.
                              Ja. Und meinst Du, er wird sie nun per Dekret wahrnehmen wollen? Wenn nein, wozu dann das Dekret (siehe Beweislastargument und Kontraproduktivitätsargument)?
                              Somal ein Verbot der Leugnung ja gar nichts mit einem Verbot einer Auseinandersetzung über das Thema zu tun hat.
                              Oder hast du das Gefühl, dass die unter Strafe Stellung der Holocaust-Leugnung in Dtld. "fruchtbare Auseinandersetzungen" verhindert hat?
                              Ja, das denke ich. Oder belies Dich mal zu den grauenhaften Entnazifizierungsprogrammen der Aliierten. Jede Chance der ehrlichen Aufarbeitung musste durch diese Sanktionsmechanismen scheitern. Der Holocaust wurde zur deutschen Leiche im Keller, über die man nicht sprechen wollte.
                              Davon abgesehen könnte man spezifisch für Deutschland noch eine Art moralische-historischen Verantwortlichkeit begründen, die widerliche Leugungsrhetorik verbietet. (Nicht, dass ich dafür wäre, aber das wäre noch nachvollziehbar.) Aber für sagen wir Frankreich gäbe es diese Verantwortlichkeit nicht mehr, würden sie einen Leugungsparagraphen für den Holocaust einführen, würde selbst dieses Argument nicht mehr greifen.
                              Das heißt: Wenn die Türkei ein Leugungsverbot für den Mord an den Armeniern einführen WÜRDE, dann könnte ich das vielleicht noch akzeptieren. Aber für Frankreich auf jeden Fall nicht mehr.
                              Ich nicht, fruchtbar diskutieren und aufklären kann man auch ohne stumpfe Leugnung.Das Verbot hat (oder soll)lediglich einigen Idioten das Maul gestopft, und das ist auch gut so.
                              Das geht ein bisschen in die Richtung: "Kriminalität verbieten!". Du wirst dadurch nichts an den real existierenden Verhältnissen ändern, dafür aber die Meinungsfreiheit eingeschränkt haben.

                              Dazu kommt: So lange wie wir noch mit der Widerlichkeit der Leugnung konfrontiert werden, merken wir, wo noch unsere normativen Baustellen liegen. Ein Verbot bedeutet leider nur eine Verdrängung, keine Lösung des Problems. Ein Verbot ist bequem, aber werthafter Diskurs und nicht Bequemlichkeit ist das Fundament unserer liberal-demokratischen Gesellschaft.
                              Daneben: Auch eine liberale Demokratie braucht Feinde, an denen sie sich schärfen kann. Solange die Leugung des Völkermordes zu Empörung und Diskussionsreflexen kommt, ist doch alles in Ordnung! Schlimm wird's erst, wenn niemand mehr widerspricht. Aber dann haben wir eh ein ganz anderes Problem.

                              Kommentar


                                Zitat von cyrfer
                                ich weiß zwar nicht genau worum es geht, aber der erdogan ist ganz feiner kerl!
                                Du bist lustik.

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X