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Diktatur des Finanzmarktes, Gysis Rede von 7.09.20

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    Du bist witzig, es geht darum infos weiterzugeben und so ein Link aka Video seh ich als informeller als jetzt ein Text runterzurasseln.

    Lafo spricht die Probleme sehr gut an, was will man mehr?

    Ausserdem was will ich mit kryptischen politikbüchertheoretischen Scheiss?

    Die Realität ist entscheident! Und die Bücher spiegeln diese bestimmt nicht wieder. Und Lösungen bringen sie auch nicht.

    Auch nochmal eine schöne Doku über Schröder und Lafo:

    http://www.youtube.com/watch?v=_H-95iHtH6A&feature=related

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      Zitat von BoOMuKl
      Du bist witzig, es geht darum infos weiterzugeben und so ein Link aka Video seh ich als informeller als jetzt ein Text runterzurasseln.

      Lafo spricht die Probleme sehr gut an, was will man mehr?

      Ausserdem was will ich mit kryptischen politikbüchertheoretischen Scheiss?

      Die Realität ist entscheident! Und die Bücher spiegeln diese bestimmt nicht wieder. Und Lösungen bringen sie auch nicht.
      Du hast niemals eines dieser Bücher gelesen oder? Sie sind nicht kryptisch, sondern zu großen Teilen gut lesbar, vor allem aber reflektiert und sie diskutieren das Für UND das Wider. Es geht einfach mittlerweile gar nicht mehr, dass jeder nur noch Links zu seiner Meinung schickt, die irgendetwas "beweisen" sollen. Das geht nicht nur gegen Dich... guck in den "Demokratie-Thread" von vor ein paar Tagen, da kommen die ganzen Jungnazis mit "Kaum zu glauben, aber wahr!!!!!!" + Link.
      Es gibt einfach zu ALLEM mittlerweile "Beweise" im Internet. Jeder konsumiert nur noch das, was ihn bestätigt und lutscht sich damit effektiv selbst die Eier.

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        Zitat von Nichtuntersetzt
        Zitat von BoOMuKl
        Du bist witzig, es geht darum infos weiterzugeben und so ein Link aka Video seh ich als informeller als jetzt ein Text runterzurasseln.

        Lafo spricht die Probleme sehr gut an, was will man mehr?

        Ausserdem was will ich mit kryptischen politikbüchertheoretischen Scheiss?

        Die Realität ist entscheident! Und die Bücher spiegeln diese bestimmt nicht wieder. Und Lösungen bringen sie auch nicht.
        Du hast niemals eines dieser Bücher gelesen oder? Sie sind nicht kryptisch, sondern zu großen Teilen gut lesbar, vor allem aber reflektiert und sie diskutieren das Für UND das Wider. Es geht einfach mittlerweile gar nicht mehr, dass jeder nur noch Links zu seiner Meinung schickt, die irgendetwas "beweisen" sollen. Das geht nicht nur gegen Dich... guck in den "Demokratie-Thread" von vor ein paar Tagen, da kommen die ganzen Jungnazis mit "Kaum zu glauben, aber wahr!!!!!!" + Link.
        Es gibt einfach zu ALLEM mittlerweile "Beweise" im Internet. Jeder konsumiert nur noch das, was ihn bestätigt und lutscht sich damit effektiv selbst die Eier.
        Hab schon lange keinen link für neoliberale Politik gesehn, natürlich bis auf die aktuelle Presse, aber sonst einen link wo irgendwo ein renomierter Prof. seine Thesen runterrattert ohne an die Zukunft zu denken und die auswirkungen im ganzen zu verstehn.

        Das schlimme ist ja diese Wirtschafts- und Politikprofs müssten ja deine Bücher wirklich gelesen haben und trotzdem nichts daraus gelernt haben. Und noch viel schlimmer wäre wen sie diese Bücher noch mitgeschrieben haben!

        Ich denk mal du bist ein Kritiker dieser heutigen Politik, also kann man doch nicht mit Theorien kommen die diese Politik unterstützen. Es wird doch heute alles so hingebogen bis es einen passt, ob es hier im Forum ist oder direkt bei den Politikern. Die meisten haben eh kein Rückrad so dass sich bei den etablierten nichts ändern mag.

        Genauso stur bin ich ja auch irgendwo mit meiner Ideologie vom friedlichem zusammenleben und von der ausgewogenheit der Gesellschaft. Träume muss man versuchen umzusetzen!

        Doch in welcher kleinkariertheit hier und in der Politik argumentiert wird, ist manchmal wirklich unter aller Sau.

        Nicht das Ziel ist das Ziel sondern der Weg und man muss doch erstmal Fehler zugeben bevor man irgendeine Richtungsänderung machen kann. Aber das wird uns ja von kindheitsbeinen vorgekaut, dass man keine Fehler machen darf!


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          Zitat von BoOMuKl
          Hab schon lange keinen link für neoliberale Politik gesehn, natürlich bis auf die aktuelle Presse, aber sonst einen link wo irgendwo ein renomierter Prof. seine Thesen runterrattert ohne an die Zukunft zu denken und die auswirkungen im ganzen zu verstehn.

          Das schlimme ist ja diese Wirtschafts- und Politikprofs müssten ja deine Bücher wirklich gelesen haben und trotzdem nichts daraus gelernt haben. Und noch viel schlimmer wäre wen sie diese Bücher noch mitgeschrieben haben!
          Andersrum. Durch diese Bücher kann man auch fundiert begründen, wo es sich die von Dir kritisierten Profs zu einfach machen.
          Ich denk mal du bist ein Kritiker dieser heutigen Politik, also kann man doch nicht mit Theorien kommen die diese Politik unterstützen.
          Aber genau deshalb sollte man doch erstmal die Theorien und Begründungen der heutigen Politik nachvollziehen und verstehen. Erst danach kann ich sinnvoll Kritik daran üben. Wenn ich mich einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Argumenten der Gegner verweigere, wie kann ich dann
          1. den Anspruch auf Legitimität meiner Position erheben? Wenn ich mit jemandem diskutiere, und er sagt: "Ach, auf Deine Argumente muss ich gar nicht hören, weil sie meinen widersprechen", dann breche ich das Gespräch ab. Das Einanderzuhören muss schon gewährleistet sein. Wieso sollte ich jemandem Gehör schenken, der mir auch keines schenkt?
          2. den Anspruch haben, tatsächlich eine bessere Lösung zu kennen? Wenn ich mich nicht relativ ausführlich informiert habe und die Argumente der Gegenseite nicht einbezieht, dann kann sie nur oberflächlich sein.
          Es wird doch heute alles so hingebogen bis es einen passt, ob es hier im Forum ist oder direkt bei den Politikern. Die meisten haben eh kein Rückrad so dass sich bei den etablierten nichts ändern mag.
          Darum bin ich auch nur notorisch damit beschäftigt, allen zu widersprechen.
          Genauso stur bin ich ja auch irgendwo mit meiner Ideologie vom friedlichem zusammenleben und von der ausgewogenheit der Gesellschaft. Träume muss man versuchen umzusetzen!
          Träume und Ideen muss man nicht begründet. Stellt man aber praktische Forderungen oder sucht nach einer praktischen Umsetzung, dann diese aber durchaus.
          Doch in welcher kleinkariertheit hier und in der Politik argumentiert wird, ist manchmal wirklich unter aller Sau.
          Auch das würde ich genau umkehren. Mich frustriert, wie sehr das Forum von schwach informierten Allgemeinheitweisheiten dominiert wird. Und niemand fragt sich, warum es eigentlich so ist wie es ist. Über die Begründung einer böswilligen Verschwörung hinaus hat sich da niemand Gedanken gemacht.
          Politik ist nunmal eine undankbare, kleinteilige Drecksarbeit. Wer nicht bereit ist, sich durch diesen Aufwand zu machen, der kann gleich die Finger davon lassen.
          Nicht das Ziel ist das Ziel sondern der Weg und man muss doch erstmal Fehler zugeben bevor man irgendeine Richtungsänderung machen kann. Aber das wird uns ja von kindheitsbeinen vorgekaut, dass man keine Fehler machen darf!
          Beide Seiten machen Fehler. Deshalb empfehle ich ja ernsthafte politikwissenschaftlche LIteratur (nicht irgendwelche Mittelklassekolumnisten!)), die die Fehler der Vergangenheit und was man daraus lernen kann darlegen. Erst vor diesem Hintergrund ist es dann sinnvoll, weiter nach vorne zu denken. Gerade wewnn ich mir die Debatte um direkte Demokratie hier im Thread durchlese, denke ich mir oftmals: Oh Mann, das Thema hat so einen Bart, die Argumente, die ich her bemühen muss, wurden schon vor 100 Jahren aufgestellt und gehörten zum wissenschaftlichen Common Sense (siehe etwa der Post #282). Man kann viel Sinnvolles diskutieren zu dem Thema, aber doch nicht auf dem ideologischen Stand von Rousseau.

          Und noch zur politikwissenschaftlichen Literatur im Allgemeinen:

          - Die unlesbarsten Bücher stammen immer von linksintellektuellen System- und Gesellschaftskritikern (etwa die Frankfurter Schule)... weil Du von "kyptisch" sprachst. Bei denen habe ich oft das Gefühl, sie versuchen sich durch schwere Sprache statt Argumenten aufzuwerten und Einwänden zu entziehen.

          - Es gibt eine Vielzahl systemkritischer Literatur in der Politikwissenschaft. Eigentlich fast immer, weil Bücher immer problembezogen verfasst werden. Wenn Du was leicht Zugängliches lesen willst zu dem Thema, empfehle ich Dir für den Einstieg "Postdemokratie" von Crouch. Kostet bei der BPB nur 5 Euro oder so. Und Du wirst viele Deiner Ansichten bei Crouch wiederfinden, nur differenzierter und reflektierter aufbereitet. Einfach, damit Du mal siehst, dass Politologie selten Verteidigung des Status Quo ist.

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            Schau grad sone Idiologisch angehauchte Doku "Endgame" geht um "NWO" und wie wir wieder verarscht und unterwandert werden.

            Bis zu einem gewissen Grad geh ich ja dort auch mit.

            Mir geht es um Realitätsbezogenheit, daher nehme ich ja meine Ansichten. Wie ich schon hier oder in einen anderen Post geschrieben hatte ich arbeite gerade in einem Sportinternat (bezahlung lass ich mal lieber aussen vor, es macht Spass das ist die Hauptsache), aber jetzt z.b. ist eine Kollegin krank geworden und ich hab mehrere Etagen besonders aggro sind die jüngeren 11-14 Jahre. In vielen kleinen einzelgesprächen mit ihnen kommt immer mehr heraus das von 20 Sportlern mindestens 10 ADS oder ADHS haben. Die Eltern sagen nichts, die Kids am anfang auch nicht und du wunderst dich das sie abends nach 22 Uhr immer noch aktiv hoch 10 sind.

            Meine Kritik daran ist ja das warum sind solche Brandmarkungen wie ADS und ADHS so auf dem vormarsch, viel zuoft höre ich dann die Kids sind schon seit dem sie 9-10 Jahre sind oftmals allein und können nach der Schule machen was sie wollen. Regeln bestehn darin das es meist keine gibt und die Kids werden dann noch verhätschelt.

            Jetzt im Internat gibt es klare Regeln, wie es eigendlich in einer Familie aus meiner Sicht gang und Gäbe ist, und man prallt aufeinander. Da passt etwas nicht zusammen.

            Ein anderer Teil dort im Internat hat schon extreme Erfahrungen gemacht mit Vergewaltigung und häuslicher Gewalt.

            Das sind für mich alles Symptome das etwas komplett schief läuft. Und ich kann nicht einfach darüber hinwegsehn und sagen ja es gibt ja auch normale Elternhäuser. So funktioniert dies nicht.

            Ich geb der Gesellschaft den schwazen Peter, da dort veranlasst wird das die Eltern 8-10 Std arbeiten müssen und weniger Zeit haben, dort wird Mobbing betrieben, dort wird mit der Angst der Angestellten gearbeitet um mehr Leistung zu bekommen. Dies sind für mich die Wurzeln warum häusliche Gewalt, Kindsvernachlässigung, Alkoholismus in den Familien weiter vorran schreiten.

            Es sind Ventile für die manchmal auch viel zu jung Eltern gewordenen Erwachsenen.

            Und auf dauer wird unsere Gesellschaft das nicht auffangen können. Jugendgewalt wie am anfang der Woche in Berlin sind für mich Symptome die irgendwoherrühren aus dem verfehlten Elternhäusern.

            So ich hoffe man konnte mir folgen warum ich meine Idiologie für eine bessere Gesellschaft aus mehr linken Themen schöpfe als zu hoffen das uns dieser Finanzmarkt alle reich machen kann.

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              Kann mich mal jemand mit diesem "Idiologie" bekannt machen, ich kenne ihn nämlich nicht :( h3h3

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                "Idiologie ist für mich das, was das Besste für Alle ist ...
                Die Bedeutung von Steffen Marc M. für das Wort Idiologie"

                Wieder was gelernt !!

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                  Zitat von BoOMuKl
                  Schau grad sone Idiologisch angehauchte Doku "Endgame" geht um "NWO" und wie wir wieder verarscht und unterwandert werden.

                  Bis zu einem gewissen Grad geh ich ja dort auch mit.

                  Mir geht es um Realitätsbezogenheit, daher nehme ich ja meine Ansichten.
                  Das ist der Punkt. Realitätsbezogen heißt, auch die Argumente der anderen Seite zu verstehen.
                  Dass uns der Finanzmarkt alle glücklich machen wird, würde ich niemals behaupten und wird auch in der politikwissenschaftlichen Literatur nicht behauptet.
                  Ansonsten arbeitet die Politikwissenschaft - auch in den Büchern - empirisch, das heißt realitätsbezogen. Das Problem wird nur systematischer aufgearbeitet und eine Menge Hintergrundüberlegungen vorweg genommen (die man dann in der Diskussion nicht wieder so halbgar durchkauen muss). Du hast glaube ich eine sehr verzerrte Einstellung zu wissenschaftlicher Literatur, die ich in keiner Weise bestehen kann.

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                    Ich glaube Diskussionen hier sind deswegen häufig so wenig produktiv, weil sich Leute mit Ahnung gar nicht erst in ein Gespräch mit unreflektierten Menschen begeben wollen, die ihre Meinung eh nicht ändern. Ich diskutiere gern über Politik, aber die Threads hier ermuntern mich selten, das auf readmore zu tun.

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                      Zitat von Uli
                      Ich glaube Diskussionen hier sind deswegen häufig so wenig produktiv, weil sich Leute mit Ahnung gar nicht erst in ein Gespräch mit unreflektierten Menschen begeben wollen, die ihre Meinung eh nicht ändern. Ich diskutiere gern über Politik, aber die Threads hier ermuntern mich selten, das auf readmore zu tun.
                      Wie gesagt, das Problem im Internet ist, dass man sich nur noch Links um die Ohren haut. Ansonsten ist eine verschriftlichte Diskussion gar nicht so übel: Man kann einfacher daran erinnern, worum es eigentlich geht.

                      Edit: Nur mit Leuten zu diskutieren, mit denen es eh nicht mehr nötig ist, kann man auch lassen. Falsche Einstellung, finde ich.

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                        Bist du wirklich der Meinung hier in diesem Thread wird diskutiert (oder - noch abstruser - produktiv diskutiert) ?

                        Der Erkenntnisgewinn ist so positiv wie negativ, nämlich inexistent; wie du selber schon geschrieben hast wird hier über Thesen diskutiert, die schon seit Jahren (teilweise Jahrhunderten, teilweise Jahrtausenden !!) bis ins kleinste Detail diskutiert wurden, teilweise einstimmig verworfen, teilweise empirisch nicht haltbar, teilweise logisch widersprüchlich, was aber manche "Diskutanten" hier offensichtlich nicht daran hindert diese voll inbrünstiger Überzeugung zu vertreten und - das ist das wirklich traurige - dies auf eine Art und Weise, die man euphemistisch als stur bezeichnen könnte, tatsächlich aber wäre dogmatisch der treffende Begriff. Und hier schließt sich der Kreis, denn was deine Aussage zu einer Diskussion im Allgemeinen betrifft, so impliziert diese Voraussetzungslosigkeit an die jeweiligen Diskutanten, was schlichtweg falsch ist. Eine Diskussion mit einem Dogmatiker ist genauso unmöglich wie eine Diskussion in unterschiedlichen Sprachen (bzw. genauer mit unterschiedlichen Bedeutungsinhalten), und wenn der jeweilige Wahrheitsanspruch der verschiedenen Dogmen nicht mal ansatzsweise argumentativ begründet wird, sondern Prämisse ist, so sprechen wir hier maximal über eine Parodie einer Diskussion, wodurch sich die fehlende Bereitschaft zum eignen Beitrag der meisten User hier sofort erklären sollte.

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                          Zitat von myc
                          Der Erkenntnisgewinn ist so positiv wie negativ, nämlich inexistent; wie du selber schon geschrieben hast wird hier über Thesen diskutiert, die schon seit Jahren (teilweise Jahrhunderten, teilweise Jahrtausenden !!) bis ins kleinste Detail diskutiert wurden, teilweise einstimmig verworfen, teilweise empirisch nicht haltbar, teilweise logisch widersprüchlich
                          Genau darauf gilt es den Gegenüber eben hinzuweisen.
                          , was aber manche "Diskutanten" hier offensichtlich nicht daran hindert diese voll inbrünstiger Überzeugung zu vertreten und - das ist das wirklich traurige - dies auf eine Art und Weise, die man euphemistisch als stur bezeichnen könnte, tatsächlich aber wäre dogmatisch der treffende Begriff.
                          Das ist der Punkt, an dem ich eine Diskussion auch abbreche. Aber davon von vorneherein in einer Art Debatten-Chauvinismus auszugehen, ist fatal. Nicht nur moralisch, sondern auch praktisch: Immerhin in diesem System wird jedem Bürger, auch dem uninformierten, juristisch die gleiche Stimme verliehen. Ein Volk der Frustrierten, Resignierten, Uninformierten wird zwar das bestehende System zerstören, aber aus seinen Trümmern auch kein neues schaffen können. Die Verlierer werden die Verlierer bleiben.
                          Und hier schließt sich der Kreis, denn was deine Aussage zu einer Diskussion im Allgemeinen betrifft, so impliziert diese Voraussetzungslosigkeit an die jeweiligen Diskutanten, was schlichtweg falsch ist.
                          Ich sehe nicht, wo sich hier ein Kreis schließt. Abgesehen davon solltest Du nicht dem Fehler verfallen, meine Stellungnahmen zu verabsolutieren. Sicherlich ist es ab irgendeinem Punkt nicht mehr sinnvoll, die Diskussion fortzuführen. Aber davon sollte man eben nicht ausgehen.
                          Eine Diskussion mit einem Dogmatiker ist genauso unmöglich wie eine Diskussion in unterschiedlichen Sprachen (bzw. genauer mit unterschiedlichen Bedeutungsinhalten), und wenn der jeweilige Wahrheitsanspruch der verschiedenen Dogmen nicht mal ansatzsweise argumentativ begründet wird, sondern Prämisse ist, so sprechen wir hier maximal über eine Parodie einer Diskussion,
                          Huch, da hat jemand Grice oder Habermas gelesen. Ich würde im Gegenzug (mit der Sprache von Habermas) auf das Konzept der Kontrafaktizität verweisen.
                          oder wodurch sich die fehlende Bereitschaft zum eignen Beitrag der meisten User hier sofort erklären sollte.
                          Sehr bedauerlich. Ich halte mangelnde Reflexion für eines der größten Probleme unserer Gesellschaft. Dementsprechend wichtig ist es, Reflexivität voranzutreiben, anzuregen und einzufordern. Eben gerade durch solche Debatten. Ja, sie sind ermüdend. Aber sie sind sinnvoller als elitäre Selbstbeweihräucherung.

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                            Spoiler: 

                            Den Vorwurf des "Debatten-Chauvinismus" finde ich sehr interessant, denn - ich kann ihn nicht ganz abstreiten. Ich möchte allerdings zu Bedenken geben, dass wir alle Experten in ihrem jeweiligen Fachgebiet vertrauen und - eine gewisse geistige Demut vorausgesetzt, die meiner Meinung nach auch Voraussetzung in einer Diskussion ist - ihrem Urteil mehr Wertschätzung zukommen lassen als unserem eigenem (unter der Prämisse dass wir keine Experten in dem Gebiet sind und diese Urteile - ein einem gewissen Grad - argumentativ nachvollziehbar sind).
                            Wer das anerkennt, muss im Umkehrschluss auch anerkennen, dass der Experte sein Urteil in seinem Fachgebiet höher einschätzt als das des Laien. Insofern trifft dein Vorwurf tatsächlich zu, allerdings muss das ja nicht pejorativ gemeint sein.
                            Was das für Folgen haben kann hast du ja schon ausgeführt, deswegen stehe ich der (direkten) Demokratie auch sehr skeptisch gegenüber und halte es mit Churchill:
                            "The best argument against democracy is a five-minute conversation with the average voter".

                            Ich sehe nicht, wo sich hier ein Kreis schließt. Abgesehen davon solltest Du nicht dem Fehler verfallen, meine Stellungnahmen zu verabsolutieren. Sicherlich ist es ab irgendeinem Punkt nicht mehr sinnvoll, die Diskussion fortzuführen. Aber davon sollte man eben nicht ausgehen.
                            Von meiner These ausgehend, dass es sich hier um keine Diskussion handelt, sollte sich der Kreis schließen, auch wenn es sich hierbei eher um eine petitio principii handelt ;-)

                            Huch, da hat jemand Grice oder Habermas gelesen. Ich würde im Gegenzug (mit der Sprache von Habermas) auf das Konzept der Kontrafaktizität verweisen.
                            Ach, wenn ich doch nur die Zeit hätte :-(
                            Ist allerdings thematisch zu weit weg von meinem Hauptinteresse als dass ich schon so weit wäre.. Was ich zur Sprachphilosophie gelesen habe war eher nebenbei bei der Lektüre von Frege, Wittgenstein und Putnam.

                            Sehr bedauerlich. Ich halte mangelnde Reflexion für eines der größten Probleme unserer Gesellschaft. Dementsprechend wichtig ist es, Reflexivität voranzutreiben, anzuregen und einzufordern. Eben gerade durch solche Debatten. Ja, sie sind ermüdend. Aber sie sind sinnvoller als elitäre Selbstbeweihräucherung.
                            Ohja, ermüdend trifft es wohl ziemlich genau (allerdings auch zeitfressend, was in Verbindung mit den spärlichen Erfolgen ziemlich demotivierend ist), deswegen auch meinen Respekt für dein Durchhalten, auf die Qualität deiner Ausführungen ist immer Verlass ;)

                            Zur fehlenden Reflexion: Ich kann dir nur zustimmen, definitiv eines der großen Probleme. Ich denke Reflexion setzt erst dann ein, wenn man sich seiner eigenen Fehlbarkeit bewusst wird, bzw. generell der Relativität jeglichen "Wissens". Viel zu viele Menschen haben lächerliche Wahrheitsansprüche ihrer eigenen Meinung, unter dieser Voraussetzung muss man natürlich nichts reflektieren ;) Aber kann man sie dafür verantwortlich machen? Man wird als Kind schon durch religiöse Dogmen indoktriniert, alles ist entweder richtig oder falsch, selbst im Physikunterricht wird einem beigebracht dass da draußen eine objektive Realität besteht, und jegliche Aussage anhand dieser Realität als richtig oder falsch eingestuft werden kann etc.
                            Wer in diesem Dualismus aufwächst sieht seine Ansichten natürlicherweise erstmal als "richtig", und wie kann etwas "falsch" werden, wenn es gerade noch "richtig" war?
                            Warum lernt man selbst im Gymnasium nie etwas über Modellbildung? Warum hat Philosophie mittlerweile so eine untergeordnete Stellung in unserer Gesellschaft? Interessiert es wirklich keinen mehr oder fehlt einfach nur die (geistige) Stimulans?

                            Hoffentlich war das jetzt nicht zu wirr bzw. off-topic, hab gerade eher assoziativ als linear gedacht ..

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                              Na, dann haben wir ja im Prinzip 'nen gemeinsamen Nenner gefunden, oder?
                              Zur fehlenden Reflexion vielleicht noch: Verantwortlich wollte ich niemanden machen, ich hab's nur diagnostiziert, sozusagen.
                              Aber sicher ist das gerade eine Frage der Bildung. Ich bin der Meinung, man müsste viel früher einfach mal sowas trainieren, indem man sagt: "So, Du verteidigst jetzt einfach mal die Meinung, und Du verteidigst diese. Los geht's, diskutiert!"
                              Vielleicht nicht gerade in Physik, aber in Deutsch, Geschichte, Politik, Englisch.
                              Ansonsten wär's vielleicht im Sinne der Medienkompetenz hilfreich, wenn man sich in der Klasse einfach mal Artikel oder Berichte ansieht, um hinterher daran herumzunörgeln. Nicht unbedingt, weil die Berichte jetzt so schlecht gewesen sein müssen, sondern einfach nur, um mal eine begründete, kritische Haltung zu trainieren, die sowohl hilft, das eine Extrem oberflächlicher Ablehnung ("Jaja, die Lügen doch eh alle!") wie auch das andere ("Dieser Artikel ist der Beweis!") zu überwinden.
                              Aber da ich kein Lehrer bin, bleibt mir nur das normale Diskutieren. ;(

                              Kommentar


                                Zitat von Nichtuntersetzt
                                Na, dann haben wir ja im Prinzip 'nen gemeinsamen Nenner gefunden, oder?
                                Zur fehlenden Reflexion vielleicht noch: Verantwortlich wollte ich niemanden machen, ich hab's nur diagnostiziert, sozusagen.
                                Aber sicher ist das gerade eine Frage der Bildung. Ich bin der Meinung, man müsste viel früher einfach mal sowas trainieren, indem man sagt: "So, Du verteidigst jetzt einfach mal die Meinung, und Du verteidigst diese. Los geht's, diskutiert!"
                                Vielleicht nicht gerade in Physik, aber in Deutsch, Geschichte, Politik, Englisch.
                                Ansonsten wär's vielleicht im Sinne der Medienkompetenz hilfreich, wenn man sich in der Klasse einfach mal Artikel oder Berichte ansieht, um hinterher daran herumzunörgeln. Nicht unbedingt, weil die Berichte jetzt so schlecht gewesen sein müssen, sondern einfach nur, um mal eine begründete, kritische Haltung zu trainieren, die sowohl hilft, das eine Extrem oberflächlicher Ablehnung ("Jaja, die Lügen doch eh alle!") wie auch das andere ("Dieser Artikel ist der Beweis!") zu überwinden.
                                Aber da ich kein Lehrer bin, bleibt mir nur das normale Diskutieren. ;(
                                also zumindest an meiner schule war das training des textverständnisses in geschichte, deutsch und politik zentraler bestandteil des unterrichtes. dass diese maßnahme offenbar bei vielen keine früchte trägt, muss man leider attestieren. man sollte als schuldigen aber wohl nicht das schulsystem identifizieren. ich denke letztendlich haben schule und medien nur einen bedingten einfluss auf die herausbildung von reflexionsfähigkeit beim einzelnen , was, zumindest den medien, gleichzeitig einen riesigen einfluss sichert ;)

                                mir ist der spass an politischer diskussion leider in den letzten jahren auch etwas vergangen, denn wie du treffend analysiert hast, sind entweder "sowieso alle lügner", "lobbyisten" (dieses wort ist in den letzten jahren ein regelrechter kampfbegriff geworden) oder andererseits "genial und absolut ehrlich in ihrer analyse". diese ehrlichkeit wird, interessanter weise, meist denen zugeschrieben, die ausschließlich die simpelsten floskeln und oberflächlichsten phrasen in ihrem repertoire haben. der im startpost verlinkte gysi ist da wohl fast eine art paradebeispiel.


                                @myc
                                ich möchte noch etwas offtopic auf deine bewertung des anspruchs auf objektive realtität im physikunterricht eingehen. ich denke, dass der glaube an objektive realität bzw. die damit verbundenen philosophischen strömungen, heute FAST als konsens angesehen werden kann. zu suggerieren, dass es keine objektive realität gibt, würde also keines wegs dem allgemeinen stand der phyisk entsprechen. richtiger ist es viel mehr klarzustellen, dass gesellschaftliche probleme o.ä. VIEL zu multikausal und komplex sind, als dass irgendein mensch sie auch nur näherungsweise objektiv durchdringen könnte und dass dinge wie "gerechtigkeit" natürlich auch keine objektiven begriffe sind.

                                Kommentar

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