Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Ziviler Ungehorsam

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Ziviler Ungehorsam

    In gut zwei Wochen ist wieder "Tag der Arbeit" - der 1. Mai rückt stetig näher. Was für viele ein freier Tag ist, den man mit der Familie, Freunden oder zum Zweck des Ausnüchterns verbringt, ist für wieder andere ein Tag der Unruhe, des Krawalls; jedenfalls ein Tag der Demonstration.


    Von den sog "Revolutionären 1. Mai Demonstrationen" der Autonomen mal abgesehen: Wie steht ihr zu zivilem Ungehorsam?


    Und nur damit wir alle von demselben Standpunkt ausgehen und es nicht zu Missverständnissen kommt: Bei dem Gedanken des zivilen Ungehorsams geht es keinesfalls um die Art und Weise wie linksradikale bzw. autonome Gruppen ihn interpretieren.

    #2
    Zitat von Ollie Williams
    Bei dem Gedanken des zivilen Ungehorsams geht es keinesfalls um die Art und Weise wie linksradikale bzw. autonome Gruppen ihn interpretieren.
    Sondern?

    Kommentar


      #3
      vielleicht solltest du dann deine definition von zivilem ungehorsam nochmal ausdrücken. heutzutage benutzt man den begriff doch fast nurnoch, um rnd vandalismus zu rechtfertigen..

      Kommentar


        #4
        Ziviler Ungehorsam ist (äußerst grob und oberflächlich) die Auflehnung gegen den Staat durch bewussten Verstoßes gegen rechtliche Normen zum Ziel der Herbeischaffung einer Situation der Gerechtigkeit bzw. zur Beseitigung einer Unrechtssituation. Er ist Mittel politischen Ausdrucks mit dem Hintergedanken der politischen Beteiligung.

        Kommentar


          #5
          Zitat von Ollie Williams
          Ziviler Ungehorsam ist (äußerst grob und oberflächlich) die Auflehnung gegen den Staat durch bewussten Verstoßes gegen rechtliche Normen zum Ziel der Herbeischaffung einer Situation der Gerechtigkeit bzw. zur Beseitigung einer Unrechtssituation. Er ist Mittel politischen Ausdrucks mit dem Hintergedanken der politischen Beteiligung.
          Es hat niemand danach gefragt, was ziviler Ungehorsam ist, sondern wie du es für dich interpretierst. Diese Frage hast du immer noch nicht beantwortet.

          Kommentar


            #6
            ziviler Ungehorsam artet mir persönlich zu schnell aus, auch wenn die idee dahinter eventuell ja ganz okay ist, aber in den letzten Jahren / Jahrzehnten ist mir das zu krass geworden. Vor allem Linke Steineschmeißer und autonome Gruppen können mir gestohlen bleiben... darum gehe ich auch zu keiner der Veranstaltungen, da es jedes jahr von ein paar idioten ausgenutzt wird...

            also ziviler Ungehorsam...aha bye!

            Kommentar


              #7
              Zitat von OllieWilliams
              Ziviler Ungehorsam ist (äußerst grob und oberflächlich) die Auflehnung gegen den Staat durch bewussten Verstoßes gegen rechtliche Normen zum Ziel der Herbeischaffung einer Situation der Gerechtigkeit bzw. zur Beseitigung einer Unrechtssituation. Er ist Mittel politischen Ausdrucks mit dem Hintergedanken der politischen Beteiligung.
              Sry fürs Nick-Edit aber sonst gehts quoten nicht.

              Was ist denn für dich die Unrechtssituation gegen die du dich auflehnst und warum muss es dann dafür ziviler Ungehorsam sein und nicht der "normale" Weg (Demonstrationen, Informationsveranstaltungen, Gespräch mit Politikern)???

              Kommentar


                #8
                ...und dann immer erzählen " Die Polizei hätte uns mit ihrer Präsenz provoziert"

                :D


                Edit: bin eigentlich sehr "zivil-gehorsam"...

                Kommentar


                  #9
                  ohja schönes Thema!
                  Aber ihr habt Recht, bevor man sich darüber auslassen kann, muss man zivilen Ungehorsam definieren. Meine Definition: "Ziviler Ungehorsam ist eine politisch-moralisch begründbare, öffentliche und friedliche Widerspruchs- oder Widerstandshandlung gegen das Verhalten der staatlichen Gewalt, die eine tatbeständliche Rechtsverletzung und die grundsätzliche Bereitschaft der Akteure, die Folgen dieser Rechtsverletzung zu akzeptieren, beinhaltet." Hab darüber mal eine Hausarbeit geschrieben und bin zu dem Fazit gekommen, dass der Begriff als Deckmantel fungiert und auch in der Öffentlichkeit einem falschen Verständnis unterliegt. Legt man die Definition als Maßstab z.B. bei den Aktionen in Dresden am 13.2.2010 an, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass hier der Begriff Ziviler Ungehorsam missbraucht wurde. Zum einen handelt es sich um indirekten Ungehorsam (man bricht nicht das Gesetz gegen das man protestiert, so wie es zB bei Rosa Parks war) und zum anderen ist das ganze auch nicht friedlich abgelaufen. Außerdem bestand auch nicht die Bereitschaft die Folgen der Rechtsbrechung zu tragen.

                  Kommentar


                    #10
                    habe kumpel die die letzten 2 jahre jeweils am 1. nazis klatschen waren - um ehrlich zu sein sind das alles dumme kinder.

                    Kommentar


                      #11
                      Also die Definition habe ich mir mehr oder weniger frei heraus ausgedacht. Für mich spielt die Komponente der politischen Beteiligung eine sehr große Rolle, weshalb für mich Autonome und Antifas nicht zwingend (dazu unten) zivilen Ungehorsam üben, wenn sie Steine auf Polizisten werfen.

                      Es kommt auf die Motive an. Wenn ich mich an einer Sitzblockade beteilige, verwirkliche ich womöglich den § 240 StGB (unklar siehe: BVerfGE 92, 1 und BGHSt 23, 46) und mache mich strafbar. Aber indem ich das mache, vertrete ich doch eine klare politische Aussage.

                      Ich will damit nicht ausschließen, dass Steine werfende Autonome keine politische Aussage haben (z.B. Auflehnung gegen die Strukturen der Polizei, Forderung der unabhängigen Untersuchung von Polizeiübergriffen), doch verbindet die Allgemeinheit damit keine politische Aussage. Deshalb wollte ich von dem Bild der Autonomen aus Kreuzberg erstmal weg in dieser Diskussion.

                      Kommentar


                        #12
                        [modmode]
                        Thread ins Weltgeschehen-Forum verschoben.
                        [/modmode]

                        Irgendwie scheinst du gar nicht zu wissen was der 1. Mai ist oder du versuchst absichtlich den Tag der Arbeit zu diskreditieren in dem du ihn generell mit Krawallen in Verbindung bringst.

                        Kommentar


                          #13
                          Schlag mal am 1. Mai die Zeitung auf. Dann wirst du sehen, dass sich über die Jahre einiges verändert hat in der Betrachtungsweise des 1. Mais.

                          //e: Jetzt versteh ich das erstmal: Du dachtest ich gehe in die Historie. Nein, nein; was ich hier zum 1. Mai geschrieben habe entspricht ausschließlich dem, was man im letzten Jahrzehnt aus diesem Feiertag gemacht hat.

                          Kommentar


                            #14
                            Um den Begriff aber korrekt zu gebrauchen muss man sich an historischen Beispielen orientieren. So kann man das Handeln von Gandhi oder Rosa Parks als zivilen Ungehorsam betiteln. Aber das, was heute unter dem Deckmantel des zivilen Ungehorsams praktiziert wird, entspricht nicht dem zivilen Ungehorsam, wie er theoretisch verstanden und auch politisch, moralisch und philosophisch begründet ist (z.B. durch Arendt, Habermas, Rawls oder Dworkin). Ziviler Ungehorsam ist nicht nur die bloße Rechtsverletzung, sondern auch die Bereitschaft für seinen Rechtsbruch einzustehen und die Beschränkung auf friedliche Mittel.

                            Kommentar


                              #15
                              Nein, es geht mir nicht um die Historie. Am 1. Mai gibt es fast in jeder Stadt Mai-Demos und Kundgebungen. Die werden von den Gewerkschaften (DGB, ver.di, IG-Metal usw.) und Parteien wie SPD, Grüne und Linke organisiert. Dort kommt es nie zu Krawallen, Gewallt oder ähnlichem.
                              Du hast recht, es hat sich etwas verändert: Die Berichterstattung. Heute zeigen die beiden privaten "Nachrichtensender" Liveberichte aus Berlin. Herauskommt ein völlig verzerrtes Bild, die übergroße Mehrheit von Menschen hat friedlich für bessere Arbeitsbedingungen demontierst.
                              Nur weil es bei Fußballspielen zu Ausschreitungen kommt sind Fußballfans nicht per se gewaltbereite Hools.

                              Mit zivilem Ungehorsam hat das alles übrigens überhaupt nichts zu tun.

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X