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"Leistung lohnt nicht" - Interview

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    "Leistung lohnt nicht" - Interview

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-03/interview-gosepath-gerechtigkeit?page=1

    Philosoph Stefan Gosepath über Fragen von Kapitalismus und Gerechtigkeit: Wann das System gegen unseren Gerechtigkeitsbegriff verstößt, warum Wirtschaftsliberalismus naiv ist und wir Umverteilung brauchen und über das Argument, unsere Umverteilungsdebatte sei zynisch angesichts der Nöte der dritten Welt.

    Vielleicht thematisch kein aufsehenserregendes Interview, aber inhaltlich sehr sauber und sachlich artikuliert, was man in dieser Art von Debatte meiner Meinung nach viel zu selten findet.

    #2
    fix mal den link, so das man auf die erste seite gelangt ;)

    sehr gute ansätze und plausible erklärungen.

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      #3
      find ich nicht gerade gut das interview. greift komplexe themen auf und beantwortet die meisten fragen trotzdem nur mit einem satz..

      dazu
      Gosepath: Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Ich denke, dass es um die Teilhabe in dieser Gesellschaft nicht schlechter als in anderen Staaten bestellt ist. Was die Politik tatsächlich aus dem Blick verliert, ist die zunehmend ungleiche Verteilung der Vermögen. Noch in den fünfziger Jahren waren die Vermögen relativ gleich verteilt, nicht zuletzt wegen zweier Weltkriege, in denen ein Großteil der Vermögen vernichtet wurde. Seither aber nimmt die Ungleichheit wieder zu. Ein Teil der kommenden Generationen wird gewaltige Erbschaften antreten, ein anderer Teil nicht. Das schafft neue Ungerechtigkeiten.

      ZEIT ONLINE: Würde eine höhere Erbschaftssteuer helfen?

      Gosepath: Sicherlich. Allerdings ist die Steuer nicht populär. Das ist mir im Übrigen unverständlich. Ein Grundgedanke, den die meisten unterschreiben würden, lautet, dass jeder das bekommen sollte, was er sich in eigener Verantwortung verdient hat. Das ist bei Erbschaften definitiv nicht der Fall – trotzdem sind die Leute dagegen.
      doppelmoral r3?

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        #4
        ZEIT ONLINE: Sie sagen, Leistung lohnt nicht?

        Gosepath: Ja. Sie ist in der freien Marktwirtschaft nicht entscheidend. Auf dem Markt bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis, nicht die Leistung, die jeder erbringt.


        Gewagte Argumentation. Als Leistungserbringer ist mein Angebot an das Unternehmen ein anderes als das von jemandem, der keine Leistung erbringen will. Und die Qualität der Leistung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, ebenso wie die Anzahl derer, die zu einer gewissen Leistung fähig ist, unterschiedlich ist Darüber bestimmt sich dann der Preis, sprich das Gehalt. Er blendet diesen Aspekt in seiner Beurteilung einfach aus.

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          #5
          "Philosoph" sagt schon alles

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            #6
            FlyingDJ schrieb
            ZEIT ONLINE: Sie sagen, Leistung lohnt nicht?

            Gosepath: Ja. Sie ist in der freien Marktwirtschaft nicht entscheidend. Auf dem Markt bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis, nicht die Leistung, die jeder erbringt.


            Gewagte Argumentation. Als Leistungserbringer ist mein Angebot an das Unternehmen ein anderes als das von jemandem, der keine Leistung erbringen will. Und die Qualität der Leistung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, ebenso wie die Anzahl derer, die zu einer gewissen Leistung fähig ist, unterschiedlich ist Darüber bestimmt sich dann der Preis, sprich das Gehalt. Er blendet diesen Aspekt in seiner Beurteilung einfach aus.
            wie kannst du keine leistung mit leistung vergleichen?

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              #7
              Ich mag keine Philosophen

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                #8
                plazmapowle schrieb
                find ich nicht gerade gut das interview. greift komplexe themen auf und beantwortet die meisten fragen trotzdem nur mit einem satz..

                dazu
                Gosepath: Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Ich denke, dass es um die Teilhabe in dieser Gesellschaft nicht schlechter als in anderen Staaten bestellt ist. Was die Politik tatsächlich aus dem Blick verliert, ist die zunehmend ungleiche Verteilung der Vermögen. Noch in den fünfziger Jahren waren die Vermögen relativ gleich verteilt, nicht zuletzt wegen zweier Weltkriege, in denen ein Großteil der Vermögen vernichtet wurde. Seither aber nimmt die Ungleichheit wieder zu. Ein Teil der kommenden Generationen wird gewaltige Erbschaften antreten, ein anderer Teil nicht. Das schafft neue Ungerechtigkeiten.

                ZEIT ONLINE: Würde eine höhere Erbschaftssteuer helfen?

                Gosepath: Sicherlich. Allerdings ist die Steuer nicht populär. Das ist mir im Übrigen unverständlich. Ein Grundgedanke, den die meisten unterschreiben würden, lautet, dass jeder das bekommen sollte, was er sich in eigener Verantwortung verdient hat. Das ist bei Erbschaften definitiv nicht der Fall – trotzdem sind die Leute dagegen.
                doppelmoral r3?
                Wie ist das dann praktisch zu lösen ?
                Da kommt man ja um den Kommunismus im Grunde nicht rum oder ?

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                  #9
                  schwarz schrieb
                  Ich mag keine Philosophen
                  weil du dich ausschließlich für deine kleine welt interessierst?

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                    #10
                    kgpforever schrieb
                    schwarz schrieb
                    Ich mag keine Philosophen
                    weil du dich ausschließlich für deine kleine welt interessierst?
                    geniale Schlussfolgerung. Weil ich Philosophen nicht mag, interessiere ich mich nur für mich. aha bey, bist du Philosoph?

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                      #11
                      Ich will jetzt nicht wie ein Marxist klingen, aber erklär mir mal wo sich die Leistung eines Leiharbeiters lohnt? Seine Argumentation ist aber eher darauf abgezielt, dass Leistung mit einer Portion Glück oder Voraussicht lohnend ist, was ja nicht schlecht sein muss aber sein kann(bei Glück).

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                        #12
                        schwarz schrieb
                        Ich mag keine Philosophen
                        Ohne Kant würdest du sicherlich nicht da sein wo du bist...

                        Kurt Biedenkopf (CDU) hatte gestern sinngemäß in der ARD gesagt, dass es nicht angemessen wäre bei dem Lebensstandard in Deutschland von Verzicht zu sprechen. Sehe auch kein Problem in Umverteilung. Die Menschen sollten Weg von dieser durch und durch ökonomischen Denkweise und zu etwas übergehen, was man vielleicht positiven Etatismus nennen könnte. Im Sinne von ich bin Teil der Gesellschaft/Staates, was kann ich für die Gesellschaft tun und nicht was kann die Gesellschaft für mich tun.

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                          #13
                          Und ich bin dafür wir verlassen diese sozialistische Schiene und lassen dem Markt etwas Luft zum atmen :)

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                            #14
                            plazmapowle schrieb
                            ZEIT ONLINE: Würde eine höhere Erbschaftssteuer helfen?

                            Gosepath: Sicherlich. Allerdings ist die Steuer nicht populär. Das ist mir im Übrigen unverständlich. Ein Grundgedanke, den die meisten unterschreiben würden, lautet, dass jeder das bekommen sollte, was er sich in eigener Verantwortung verdient hat. Das ist bei Erbschaften definitiv nicht der Fall – trotzdem sind die Leute dagegen.
                            doppelmoral r3?

                            Kanns sein dass du die Antwort falsch verstanden hast? o_O
                            Er sagt, dass es ihm unverständlich ist, dass die Erbschaftssteuer nicht populär ist. Weil Wohlstand durch Erbschaft eben dem Prinzip widerspricht, dass man Wohlstand in eigener Verantwortung verdient - man kriegt das Geld ja nur durch die Anstrengungen der Vorfahren, ohne selbst etwas leisten zu müssen.

                            Ich sehe die Doppelmoral dahinter nicht.


                            FlyingDJ schrieb
                            ZEIT ONLINE: Sie sagen, Leistung lohnt nicht?

                            Gosepath: Ja. Sie ist in der freien Marktwirtschaft nicht entscheidend. Auf dem Markt bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis, nicht die Leistung, die jeder erbringt.

                            Gewagte Argumentation. Als Leistungserbringer ist mein Angebot an das Unternehmen ein anderes als das von jemandem, der keine Leistung erbringen will. Und die Qualität der Leistung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, ebenso wie die Anzahl derer, die zu einer gewissen Leistung fähig ist, unterschiedlich ist Darüber bestimmt sich dann der Preis, sprich das Gehalt. Er blendet diesen Aspekt in seiner Beurteilung einfach aus.
                            Das was du ansprichst, dass eben die leistungswillige, fleißige Person ein besseres Angebot machen wird und deswegen auch im Vorteil ist, ist ja quasi der gewollte Fall der freien Marktwirtschaft.
                            Gosepath spricht dagegen an, an welcher Stelle die freie Marktwirtschaft unter Aspekten der Gerechtigkeit versagt.

                            Als Leistungserbringer hat man ja keinen Einfluss auf die Nachfrage von Produkten. Wenn man also nur ein beschränktes Spektrum an Leistungen erbringen kann, ist man damit praktisch vom Schicksal abhängig, und kein Fleiß der Welt würde einem noch einen nennenswerten Vorteil bringen.

                            Mit dem Beispiel des Sandsackherstellers: Keine Nachfrage - da kann er noch so fleißig sein und wird auf keinen grünen Zweig kommen. Hochwasser -> Hohe Nachfrage - selbst wenn er kein fleißiger Arbeiter wäre, würde sich seine Arbeit plötzlich schwer lohnen.

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                              #15
                              FlyingDJ schrieb
                              ZEIT ONLINE: Sie sagen, Leistung lohnt nicht?

                              Gosepath: Ja. Sie ist in der freien Marktwirtschaft nicht entscheidend. Auf dem Markt bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis, nicht die Leistung, die jeder erbringt.


                              Gewagte Argumentation. Als Leistungserbringer ist mein Angebot an das Unternehmen ein anderes als das von jemandem, der keine Leistung erbringen will. Und die Qualität der Leistung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, ebenso wie die Anzahl derer, die zu einer gewissen Leistung fähig ist, unterschiedlich ist Darüber bestimmt sich dann der Preis, sprich das Gehalt. Er blendet diesen Aspekt in seiner Beurteilung einfach aus.
                              Jemand der keine Leistung bringt, hat auch kein Angebot. Dein Argument ist invalide. Und der Gehalt ist zwar ein Teil, der Leistung errechnet sich aber nicht aus einer 2-Faktoren Rechnung, wie er am Sandsack deutlich machte.

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