bedingungsloses grundeinkommen = gg
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"Leistung lohnt nicht" - Interview
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Wenn man das Prinzip von Wohlstand in eigener Verantwortung konsequent anwenden würde, sähe es in der gesellschaft sicher anders aus, als er und du das gerne hätten.T33K3SS3LCH3N schrieb
plazmapowle schrieb
doppelmoral r3?ZEIT ONLINE: Würde eine höhere Erbschaftssteuer helfen?
Gosepath: Sicherlich. Allerdings ist die Steuer nicht populär. Das ist mir im Übrigen unverständlich. Ein Grundgedanke, den die meisten unterschreiben würden, lautet, dass jeder das bekommen sollte, was er sich in eigener Verantwortung verdient hat. Das ist bei Erbschaften definitiv nicht der Fall trotzdem sind die Leute dagegen.
Kanns sein dass du die Antwort falsch verstanden hast? o_O
Er sagt, dass es ihm unverständlich ist, dass die Erbschaftssteuer nicht populär ist. Weil Wohlstand durch Erbschaft eben dem Prinzip widerspricht, dass man Wohlstand in eigener Verantwortung verdient - man kriegt das Geld ja nur durch die Anstrengungen der Vorfahren, ohne selbst etwas leisten zu müssen.
Ich sehe die Doppelmoral dahinter nicht.
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Wenn man die soziale Komponente, Menschen die es brauchen zu helfen -z.B. solchen aus der Unterschicht sich zu bilden-, weglässt, dann ja. Was er ebenfalls im Interview anspricht:plazmapowle schrieb
Wenn man das Prinzip von Wohlstand in eigener Verantwortung konsequent anwenden würde, sähe es in der gesellschaft sicher anders aus, als er und du das gerne hätten.
Das ist eine deutlich weniger naive ansicht als die der Liberalen, dass alle Menschen ja alle Chancen hätten.ZEIT ONLINE: Die Chancen sind nicht gleich verteilt.
Gosepath: Die Startbedingungen unterscheiden sich erheblich. Unsere natürliche Ausstattung, also unsere Fähigkeiten sowie unser soziales Umfeld sind von einem moralischen Standpunkt willkürlich. Wir können nichts dafür. Eine Claudia Schiffer kommt schöner als andere Menschen auf die Welt. Sie kann mit ihrer Schönheit reich werden, anders als andere. Das Beispiel mag banal klingen, aber so fängt es an.
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wenn man dieses prinzip konsequent anwendet, landet man eigentlich bei einer arbeitsethik, die sehr nahe an der amerikanischen liegt.dentist schrieb
#18
Tolle These. Da Verantwortung heute einfach völlig entfremdet wird, ist das aktuelle Prinzip jenes, was er und er und ich nicht gerne haben. Du musst da schon konkreter werden denke ich.
wenn ich den interviewten richtig verstehe möchte er aber eher, dass sich die gesellschaft genau in die gegenteilige richtung entwickelt.
wo es ihm passt (erbschaft) ist jeder seines eigenen glückes schmied, wo es ihm nicht passt, wird einfach mal einem gegenteiligen prinzip gefolgt.
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Dann nimm halt jemanden mit geringerer Leistung. Fakt ist, dass abhängig Beschäftigte, und das sind sehr viele, für ihre nach Angebot und Nachfrage bestimmte Leistung bezahlt werden, unabhängig davon was letztendlich mit dem Produkt am Markt geschieht. Es gibt dort auch erstmal keine offensichtliche Ungerechtigkeit, weil das Sandsäcke-Beispiel da nicht greift. Ungerechtigkeit ergibt sich dann aus dem Leistungsbegriff und der Tatsache, dass die Besetzung der entsprechenden Positionen nicht immer von reiner Leistungsfähigkeit bestimmt wird. Das ist sicherlich ein sehr streitbares Thema.
Was er zu Erbschaftssteuer sagt, ist auch nicht ganz einleuchtend. Wenn zu Lebzeiten jedes Menschen entsprechend ausreichend umverteilt wird, gibt es keinen Grund ihn fürs Sterben noch einmal zusätzlich zu bestrafen. Das Geld, was dann übrig war, ist ja für die Umverteilung nicht gebraucht worden. Und in den Händen des Erben ist es ja wiederum dem System unterworfen. Wieso sollte es dann gerecht sein, den Übergang noch einmal zu bsteuern?
Edit: Und nochmal zum Sandsack-Beispiel - das ist bewusst einfach konstruiert. Zur Leistung einer Firma gehört ja auch das Erzeugen von Nachfrage. Apple hat das mit dem iPhone zu einer Zeit gemacht, als alle dachten Smartphones seien tot. Jede große Marke erzeugt Nachfrage und verlässt sich nicht allein auf den Markt.
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Nicht dass ich deine Meinung nicht teile. Aber wenn du so argumentierst dann ist auch ein progressives Steuersystem nicht gerecht. Bei der Definition von Gerechtigkeit müssten prozentual alle Vermögensstufen gleich besteuert werden-FlyingDJ schrieb
Was er zu Erbschaftssteuer sagt, ist auch nicht ganz einleuchtend. Wenn zu Lebzeiten jedes Menschen entsprechend ausreichend umverteilt wird, gibt es keinen Grund ihn fürs Sterben noch einmal zusätzlich zu bestrafen. Das Geld, was dann übrig war, ist ja für die Umverteilung nicht gebraucht worden. Und in den Händen des Erben ist es ja wiederum dem System unterworfen. Wieso sollte es dann gerecht sein, den Übergang noch einmal zu bsteuern?
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Diese Haarspalterei rührt doch nur ums Problem rum. Es wird eben NICHT nach Leistung bezahlt. Das begründest du selber, schiebst es aber auf den nächsten Faktor und so weiter und sofort und irgendwann ist die Korruption der einzig schuldige. Dass es die bei Arm und Reich gibt weiss aber auch jeder.FlyingDJ schrieb
Dann nimm halt jemanden mit geringerer Leistung. Fakt ist, dass abhängig Beschäftigte, und das sind sehr viele, für ihre nach Angebot und Nachfrage bestimmte Leistung bezahlt werden, unabhängig davon was letztendlich mit dem Produkt am Markt geschieht. Es gibt dort auch erstmal keine offensichtliche Ungerechtigkeit, weil das Sandsäcke-Beispiel da nicht greift. Ungerechtigkeit ergibt sich dann aus dem Leistungsbegriff und der Tatsache, dass die Besetzung der entsprechenden Positionen nicht immer von reiner Leistungsfähigkeit bestimmt wird. Das ist sicherlich ein sehr streitbares Thema.
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du verstehst die zusammenhänge nicht.FlyingDJ schrieb
Dann nimm halt jemanden mit geringerer Leistung. Fakt ist, dass abhängig Beschäftigte, und das sind sehr viele, für ihre nach Angebot und Nachfrage bestimmte Leistung bezahlt werden, unabhängig davon was letztendlich mit dem Produkt am Markt geschieht. Es gibt dort auch erstmal keine offensichtliche Ungerechtigkeit, weil das Sandsäcke-Beispiel da nicht greift. Ungerechtigkeit ergibt sich dann aus dem Leistungsbegriff und der Tatsache, dass die Besetzung der entsprechenden Positionen nicht immer von reiner Leistungsfähigkeit bestimmt wird. Das ist sicherlich ein sehr streitbares Thema.
Was er zu Erbschaftssteuer sagt, ist auch nicht ganz einleuchtend. Wenn zu Lebzeiten jedes Menschen entsprechend ausreichend umverteilt wird, gibt es keinen Grund ihn fürs Sterben noch einmal zusätzlich zu bestrafen. Das Geld, was dann übrig war, ist ja für die Umverteilung nicht gebraucht worden. Und in den Händen des Erben ist es ja wiederum dem System unterworfen. Wieso sollte es dann gerecht sein, den Übergang noch einmal zu bsteuern?
Edit: Und nochmal zum Sandsack-Beispiel - das ist bewusst einfach konstruiert. Zur Leistung einer Firma gehört ja auch das Erzeugen von Nachfrage. Apple hat das mit dem iPhone zu einer Zeit gemacht, als alle dachten Smartphones seien tot. Jede große Marke erzeugt Nachfrage und verlässt sich nicht allein auf den Markt.
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@flyingDJ: Er argumentiert aber aus der Sicht des lebenden Menschen. Warum sollte der plötzlich Anspruch auf Vermögen haben, das nur seine Verwandtschaft/Schwager erwirtschaftet haben. Dafür hat er nichts geleistet. Man bestraft ja nicht den Toten, der hat von dem Geld garnichts mehr. Man "bestraft" ja den Erbenden. Aber die Frage ist, ob ihm dieses Vermögen überhaupt zusteht.H4rby schrieb
Nicht dass ich deine Meinung nicht teile. Aber wenn du so argumentierst dann ist auch ein progressives Steuersystem nicht gerecht. Bei der Definition von Gerechtigkeit müssten prozentual alle Vermögensstufen gleich besteuert werden-FlyingDJ schrieb
Was er zu Erbschaftssteuer sagt, ist auch nicht ganz einleuchtend. Wenn zu Lebzeiten jedes Menschen entsprechend ausreichend umverteilt wird, gibt es keinen Grund ihn fürs Sterben noch einmal zusätzlich zu bestrafen. Das Geld, was dann übrig war, ist ja für die Umverteilung nicht gebraucht worden. Und in den Händen des Erben ist es ja wiederum dem System unterworfen. Wieso sollte es dann gerecht sein, den Übergang noch einmal zu bsteuern?
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Aber die Gegenfrage ist doch, mit welchem Recht sich die Gesellschaft an dem Vermögen bedient. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin ein großer Verfechter von sozialer Gerechtigkeit und stärkeren Schultern, die die Schwächeren tragen, aber wenn ein Land einem Menschen einen Teil seines Geldes zur freien Verfügung überlässt, und das muss es ja zwingend, ist es doch nicht gerecht, davon im Augenblick seines Todes einen Anteil zu wollen. Immerhin ist es ja, innerhalb der Grenzen des diskutablen Erbschaftsrecht, die freie Wahl des Sterbenden, wohin sein eigenes Vermögen nach seinem Tod wandert. Aus meiner Sicht ist die Erbschaftssteuer eine Steuer in einer Art Grauzone, wo niemand Lebendes direkt betroffen ist. Das ist natürlich der Weg des geringsten Widerstandes, um Umverteilung zu erreichen.
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