In Bezug auf diesen Thread: Jugendliche verprügeln 30-jährigen
Jetzt wird wieder nach härteren Strafen gerufen... cool...
Schweden hat einen unglaublich liberalen Strafvollzug, und eine der besten Rehabilitationsquoten der Welt für Straftäter. Vor zwei oder drei Wochen gabs dazu im Spiegel einen Artikel über ein Projekt auf einer Insel, wo auch Schwerverbrecher (nicht sofort, aber nachdem sie schon einen Teil der Strafe abgesessen haben, die meisten sind Wiederholungstäter) untergebracht werden:
Es ist unglaublich einfach von dieser Insel runterzukommen - es gibt eine Fähre, die mehrmals täglich fährt und ebenfalls von Häftlingen betrieben wird (ohne Wachen)!, schwimmen oder bei Eis einfach rüberlaufen wäre auch easy. Hat aber bislang noch niemand gemacht. Die Häftlinge haben viele Freiheiten, Fitnessraum, etc. Müssen dafür halt selbstständig leben und sich selbst organisieren.
Natürlich kommt da nicht jeder rein, ein gewisser Wille muss erkennbar sein. Ist nicht so, dass der 19-jährige Halbstarke da draufgesetzt wird und sich direkt absetzt.
Offenbar gibt es durchaus viele Häftlinge, die aufgeben und zurück ins Hochsicherheitsgefängnis wollen. Sie kommen einfach nicht auf ein normales Leben klar, keine Chance. Unter denen die das Programm durchziehen gibt es nur eine extrem niedrige Rückfallquote.
Das liegt auch nicht drann, das die schwedischen Verbrecher ziviler wären. Es ist doch offensichtlich: Wenn so viele Straftäter ein normales Leben nicht managen können, wie sollten sie dann auch nach Entlassung aus dem Knast wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden können?
Ist der reine Rachegedanke "Wir wollen sie für ihre Taten bluten sehen" wirklich mehr Wert als die erfolgreiche Resozialisierung von Straftätern?
Bzw: Kann man bei hartem Strafvollzug überhaupt damit rechnen, dass sich ein Straftäter resozialisiert? Warum sollte dieser Mensch das überhaupt wollen, wenn er sich doch ganz offen von der Gesellschaft verstoßen fühlen wird durch harte Behandlung?
Imo mal wieder ein Beleg dass Straftäter halt nicht einfach Assis sind, sondern degeneriert und krank und daher eher Erziehung/Therapie brauchen als Strafe. Ich sehe das so: Wenn ein Straftäter soweit kommt dass er ernsthaft Einsicht und Reue zeigt, ist er dann noch der selbe Mensch, macht es dann noch Sinn ihn zu bestrafen?
Verglichen: Der Fall, in dem jemand eine volle Amnesie hat, ein gutes und freundliches Leben führt, und sich dann herausstellt, dass diese Person vor der Amnesie ein Mörder war - Macht es Sinn, diesen Menschen, der von der Tat keine Ahnung mehr hat und sie tief bereut, zu bestrafen?
Mag ein idealistischer Standpunkt sein, aber die hohen Erfolgsquoten liberaler Vollzugsprojekte zeigt, dass er nicht all zu unrealistisch ist, oder?
Jetzt wird wieder nach härteren Strafen gerufen... cool...
Schweden hat einen unglaublich liberalen Strafvollzug, und eine der besten Rehabilitationsquoten der Welt für Straftäter. Vor zwei oder drei Wochen gabs dazu im Spiegel einen Artikel über ein Projekt auf einer Insel, wo auch Schwerverbrecher (nicht sofort, aber nachdem sie schon einen Teil der Strafe abgesessen haben, die meisten sind Wiederholungstäter) untergebracht werden:
Es ist unglaublich einfach von dieser Insel runterzukommen - es gibt eine Fähre, die mehrmals täglich fährt und ebenfalls von Häftlingen betrieben wird (ohne Wachen)!, schwimmen oder bei Eis einfach rüberlaufen wäre auch easy. Hat aber bislang noch niemand gemacht. Die Häftlinge haben viele Freiheiten, Fitnessraum, etc. Müssen dafür halt selbstständig leben und sich selbst organisieren.
Natürlich kommt da nicht jeder rein, ein gewisser Wille muss erkennbar sein. Ist nicht so, dass der 19-jährige Halbstarke da draufgesetzt wird und sich direkt absetzt.
Offenbar gibt es durchaus viele Häftlinge, die aufgeben und zurück ins Hochsicherheitsgefängnis wollen. Sie kommen einfach nicht auf ein normales Leben klar, keine Chance. Unter denen die das Programm durchziehen gibt es nur eine extrem niedrige Rückfallquote.
Das liegt auch nicht drann, das die schwedischen Verbrecher ziviler wären. Es ist doch offensichtlich: Wenn so viele Straftäter ein normales Leben nicht managen können, wie sollten sie dann auch nach Entlassung aus dem Knast wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden können?
Ist der reine Rachegedanke "Wir wollen sie für ihre Taten bluten sehen" wirklich mehr Wert als die erfolgreiche Resozialisierung von Straftätern?
Bzw: Kann man bei hartem Strafvollzug überhaupt damit rechnen, dass sich ein Straftäter resozialisiert? Warum sollte dieser Mensch das überhaupt wollen, wenn er sich doch ganz offen von der Gesellschaft verstoßen fühlen wird durch harte Behandlung?
Imo mal wieder ein Beleg dass Straftäter halt nicht einfach Assis sind, sondern degeneriert und krank und daher eher Erziehung/Therapie brauchen als Strafe. Ich sehe das so: Wenn ein Straftäter soweit kommt dass er ernsthaft Einsicht und Reue zeigt, ist er dann noch der selbe Mensch, macht es dann noch Sinn ihn zu bestrafen?
Verglichen: Der Fall, in dem jemand eine volle Amnesie hat, ein gutes und freundliches Leben führt, und sich dann herausstellt, dass diese Person vor der Amnesie ein Mörder war - Macht es Sinn, diesen Menschen, der von der Tat keine Ahnung mehr hat und sie tief bereut, zu bestrafen?
Mag ein idealistischer Standpunkt sein, aber die hohen Erfolgsquoten liberaler Vollzugsprojekte zeigt, dass er nicht all zu unrealistisch ist, oder?
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