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    Zitat von MyLife4IU Beitrag anzeigen
    wieso greifen deiner meinung nach diese hebel z.b. nicht bei der bahn?
    Möchte da nicht reinphilosophieren, weil ich glaube die Bahn in Deutschland nochmal ein Thema für sich ist und ich mich nicht gut genug auskenne. Auch wenn das jetzt wieder nach neoliberalen Gewäsch klingt: Tatsächlich immer noch nicht genug Wettbewerbsdruck und Verzahnung von Politik und Unternehmen ist mindestens fragwürdig. Ansonsten publiziert bspw. die Monopolkommission zu solchen Sektoren regelmäßig Gutachten, wo sie sehr detailliert den Finger in die Wunde legt: https://www.monopolkommission.de/ima...6_volltext.pdf

    Ich habe immer das Gefühl, dass man hier als Raubtierkapitalist rüberkommt wenn man sich für mehr Wettbewerb ausspricht, das Gegenteil ist der Fall. Ich will, dass Unternehmen gezwungen werden im Wohle der Gesellschaft zu wirtschaften und sich nicht auf Grund ihrer Marktmacht oder den politischen Rahmenbedingungen, die sie vorfinden, ausruhen können. Dies scheint mir doch der Fall zu sein bei der Bahn.

    mars Deine Nachfragen sind mir jetzt zu abstrakt, was soll ich darauf antworten? Mach es mal konkret. Wir leben doch gar nicht im Wilden Westen a la freier Wirtschaft. Was wir wollen ist doch einen humanen Ordnungsrahmen durch die Politik definiert. Und auf diesen aufbauend wenden wir das Marktprinzip an. Aber dieser politische Ordnungsrahmen muss gut begründet werden. Deshalb bin ich d'accord zu sagen, dass wir allen eine würdevolle Pflege ermöglichen. Aber die Umsetzung des gesellschaftlichen Konsenses muss nicht automatisch Eingriff oder Regulierung in Unternehmensabläufe bedeuten. Diese Umsetzung könnte sich auch in steigenden Sozialbeiträgen widerspiegeln. Nur weil es um Menschen geht, heißt es ja nicht, dass wir mit unseren Geldern ineffizient wirtschaften müssen. Es geht darum kluge und effektive Eingriffe zu tätigen, davon profitieren alle etwas. Und ob ein Eingriff klug ist, da bin ich eben klassisch der Meinung, dass diese Beweispflicht beim Staat liegt.

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      Zitat von cena_ Beitrag anzeigen
      Möchte da nicht reinphilosophieren, weil ich glaube die Bahn in Deutschland nochmal ein Thema für sich ist und ich mich nicht gut genug auskenne. Auch wenn das jetzt wieder nach neoliberalen Gewäsch klingt: Tatsächlich immer noch nicht genug Wettbewerbsdruck und Verzahnung von Politik und Unternehmen ist mindestens fragwürdig. Ansonsten publiziert bspw. die Monopolkommission zu solchen Sektoren regelmäßig Gutachten, wo sie sehr detailliert den Finger in die Wunde legt: https://www.monopolkommission.de/ima...6_volltext.pdf

      Ich habe immer das Gefühl, dass man hier als Raubtierkapitalist rüberkommt wenn man sich für mehr Wettbewerb ausspricht, das Gegenteil ist der Fall. Ich will, dass Unternehmen gezwungen werden im Wohle der Gesellschaft zu wirtschaften und sich nicht auf Grund ihrer Marktmacht oder den politischen Rahmenbedingungen, die sie vorfinden, ausruhen können. Dies scheint mir doch der Fall zu sein bei der Bahn.

      mars Deine Nachfragen sind mir jetzt zu abstrakt, was soll ich darauf antworten? Mach es mal konkret. Wir leben doch gar nicht im Wilden Westen a la freier Wirtschaft. Was wir wollen ist doch einen humanen Ordnungsrahmen durch die Politik definiert. Und auf diesen aufbauend wenden wir das Marktprinzip an. Aber dieser politische Ordnungsrahmen muss gut begründet werden. Deshalb bin ich d'accord zu sagen, dass wir allen eine würdevolle Pflege ermöglichen. Aber die Umsetzung des gesellschaftlichen Konsenses muss nicht automatisch Eingriff oder Regulierung in Unternehmensabläufe bedeuten. Diese Umsetzung könnte sich auch in steigenden Sozialbeiträgen widerspiegeln. Nur weil es um Menschen geht, heißt es ja nicht, dass wir mit unseren Geldern ineffizient wirtschaften müssen. Es geht darum kluge und effektive Eingriffe zu tätigen, davon profitieren alle etwas. Und ob ein Eingriff klug ist, da bin ich eben klassisch der Meinung, dass diese Beweispflicht beim Staat liegt.
      Wettbewerb funktioniert doch in vielen Bereichen schlicht nicht.
      Pflege, Bildung, Miete/Wohnraum, ÖPNV, Kinderbetreuung, Gesundheitssystem.

      Als Beispiel - Wettbewerb in der Pflege, führt bisher nur dazu, dass die Dividenden stimmen, die Leistung wird schlechter, es geht maximal um Abdecken des Basisbedarfs - Outputoptimierung mag gut für den Markt sein, aber darum sollte es in diesen Feldern nicht gehen. Warum müssen Krankenhäuser oder Pflegeheime wirtschaftlich sein? Wer hat das entschieden?

      Der markierte Teil ist übrigens genau der Punkt, an dem viele hier widersprechen. Wir sind ein reiches Land und wir sollten uns da Solidarität leisten. In diesen Bereichen bedeutet Effizienz für viele nicht eine Gewinnmaximierung.
      Zuletzt geändert von LaMa; 08.02.2019, 16:34.

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        Zitat von cena_ Beitrag anzeigen
        Ich habe immer das Gefühl, dass man hier als Raubtierkapitalist rüberkommt wenn man sich für mehr Wettbewerb ausspricht, das Gegenteil ist der Fall. Ich will, dass Unternehmen gezwungen werden im Wohle der Gesellschaft zu wirtschaften und sich nicht auf Grund ihrer Marktmacht oder den politischen Rahmenbedingungen, die sie vorfinden, ausruhen können. Dies scheint mir doch der Fall zu sein bei der Bahn.
        das klingt für mich nicht nach einem kapitalistischen betrieb bzw. ist doch nicht das ziel eines betriebs für das wohl der gesellschaft zu wirtschaften. ein staatlicher betrieb hat für mich schon dieses ziel.
        gerade bei der bahn spielt die orientierung an der gewinnmaximierung doch eine viel zu große rolle seit der privatisierung...

        bei dem bahn äquivalent aus england ist die privatisierung übrigens auch mächtig in die hose gegangen.

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          zumal der ausgangspunkt ja gerechte bezahlung war

          wie soll das mit maximalem wettbewerb gewährleistet werden?
          da werden personalschlüssel ignoriert, tarifverträge finden keine anwendungen und der gewinn bleibt beim unternehmen hängen, auf kosten des personals und derjenigen die sich nicht wehren können (die, die betreut werden müssen)

          cena_ steigende sozialbeiträge? damit noch weniger vom brutto übrig bleibt oder wie? größere teilhabe der ANs am Ergebnis des AGs in form gerecher löhne bei gleichbeibendem sozialbeitragssatz wäre weit effektiver


          Welche Vorteile hat eigentlich die Liberalisierung des Strommarktes gebracht, wenn wir Rohstoffabbau, Endlagerung der verbrauchten Rohstoffe, Kraftwerksbau, Kraftwerksrückbauüberbleibselendlagerung, Leitungsbau, etc.

          http://www.spiegel.de/wirtschaft/sta...a-1252167.html Freie vs. regulierte Marktwirtschaft
          ​​​​​​​Einen neuen Staat braucht das Land


          Zuletzt geändert von Ehrenmars; 08.02.2019, 16:59.

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            @cena:
            mein punkt war, dass diese natürlichen monopole anscheinend nicht zu dem gewünschten erfolg führen und eine stärkere privatisierung (der pflege) mehr unheil als heil bringen würde, wie man zusätzlich an entwicklungen teil- oder vollprivatisierter bereiche ablesen kann. auf die genannten beispiele, die mmn einen kritischen blick auf die idee eines komplett freien marktes im bereich der grundversorgung zulassen, bist du leider nicht oder erst verspätet ([email protected]) eingegangen.
            es kann nicht jeder hinz mit dem handy telefonieren oder jeder kunz ins flotte internet. im gegenteil, die branchenriesen sperren sich gegen ländlichen ausbau oder eine öffnung der netze -trotz ihrer eigentlichen kontrolle und pflicht. die privatisierung im energiesektor (strom) ist dann nochmal ein anderes thema (einkaufspreis<->endpreis).
            da es eigentlich um die pflege ging und ich in diesem bereich kein (natürliches) monopol kenne, war der telekommunikationssektor nicht das beste beispiel, um auf die probleme der privatisierung aufmerksam zu machen. das hatte ich aber schon geschrieben. :D
            dass eine behörde kein beispiel für unternehmensführung sein sollte, müssen wir nicht diskutieren. andersherum sollte eine staatliche institution einen möglichen, kapitalistischen gedanken im bereich der grundversorgung verwerfen.
            Zuletzt geändert von michi; 08.02.2019, 17:42.

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              Zitat von MyLife4IU Beitrag anzeigen

              bei dem bahn äquivalent aus england ist die privatisierung übrigens auch mächtig in die hose gegangen.
              Als positives Beispiel fällt zumindest mir dazu immer die Bahn in Holland ein. 100% verstaatlicht obv.

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                Ich übergehe mal die ganzen "Bei X, Y, Z geht Wettbewerb nicht"-Beiträge und wünsche dann viel Spaß bei Planwirtschaft in diesen Sektoren. Hat auch wirklich niemand gesagt alle Sektoren müssen streng zu wettbewerblichen Bedingungen agieren und möglichst viel Profit erwirtschaften. Die Frage war, in welchen Sektoren ich - staatlich gesteuert durch kluge Regulierung - das Wettbewerbsprinzip überhaupt anwenden kann. Sage jetzt zum 100. Mal, dass Bildung kein solcher Sektor ist. Andere Sektoren der Daseinsvorsorge sehr wohl.

                Zitat von MyLife4IU Beitrag anzeigen
                das klingt für mich nicht nach einem kapitalistischen betrieb bzw. ist doch nicht das ziel eines betriebs für das wohl der gesellschaft zu wirtschaften. ein staatlicher betrieb hat für mich schon dieses ziel.
                gerade bei der bahn spielt die orientierung an der gewinnmaximierung doch eine viel zu große rolle seit der privatisierung...

                bei dem bahn äquivalent aus england ist die privatisierung übrigens auch mächtig in die hose gegangen.
                Was ich meinte war: Das einzelne Unternehmen ist selbstverständlich daran interessiert den eigenen Gewinn zu steigern. Aber die Funktionsweise "Marktwirtschaft" - durch klare politische Leitplanken - basiert doch auf der Idee, dass all diese einzelnen Entscheidungen am Ende zum Wohle der gesamten Volkswirtschaft beitragen.
                Also man kann gern die Idee vertreten, dass alle Sektoren, die für uns als Gesellschaft eine exorbitant hohe Priorität haben, staatlich sein müssen. Ich sage an dieser Stelle: Lasst uns gucken, dass wir diejenigen Sektoren dem Markt überlassen, bei denen wir durch kluge regulatorische Steuerung immer noch diese hohe Priorität angemessen definieren können.

                Sektoren wie Pflege sind ein komplett anderes Thema. Dort war mein Punkt, dass ich nicht zwingend in das Unternehmen eingreifen muss, das Pflege anbietet, sondern beispielsweise durch Sozialtransfers hier an dieser Stelle diejenigen unterstützen kann, die weniger Geld zur Verfügung haben und trotzdem im Alte würdevoll behandelt werden müssen. Sozialbeitrag war da missverständlich ausgedrückt. Der Punkt war: Man muss schauen welcher Mechanismus am Ende des Tages der klügste ist und da beharre ich auf meiner Position: Klug ist ressourcensparend. Man sollte mal wegkommen von diesem ganzen "Kosten einsparen" -> Dumping -> schlecht.

                Wenn ich mit 50% der Kosten mehr für den Klimaschutz machen kann, dann wäre das klug, weil ich Geld an anderer Stelle (Sozialstaat) investieren kann. Und das ist der alleinige Gedanke, wieso ich auf diesem Punkt poche. Am Ende wird nämlich immer das Geld der Bürger verteilt.

                €: Es ist halt auch so unfassbar schön und bequem, immer wenn etwas falsch läuft zu sagen: "Tja, da hat es ja der Markt sehr schön geregelt"... Wirklich niemand hier predigt einen komplett freien Markt. Das sind irgendwelche sinnbefreiten Strohmannargumente. Der Markt kann nur funktionieren, wenn die Politik ihn ordnet. Der Kapitalismus der Großkonzerne ist aber nicht "der Markt", das ist oftmals (leider) das Gegenteil marktwirtschaftlicher Prinzipien. Zu sagen, dass wir dann eben mehr verstaatlichen müssen halte ich für hanebüchen. Es braucht eher eine kluge Regulierung. Das heißt, der Appell muss klar an den Gesetzgeber gehen.
                Zuletzt geändert von cena_; 08.02.2019, 19:20.

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                  zu deinem €: könnte auch daran liegen, dass du hier zwar wiederholt von ressourcen sparen redest, aber eben nicht ausführst wie das a) gemeint ist (von welchen ressourcen redest du genau) und b) wie das ganze so umgesetzt werden kann, dass die gesamte volkswirtschaft profitiert (beziehe mich hier u.a. auf die pflegebranche)

                  zu letzterem sei noch gesagt, dass ich von der funktionsweise der marktwirtschaft scheinbar eine grundlegend andere auffassung habe. das an deren ende grundsätzlich das wohl der gesamten VW steht halte ich für theoretisch und faktisch falsch

                  stichwort klimaschutz: dieser ist mithin mittlerweile so teuer geworden, weil wir bislang zu wenig gemacht haben und dies auch nach wie vor tun. ein kohleausstieg 2038 ist zu spät
                  Spoiler: 




                  Zuletzt geändert von Ehrenmars; 08.02.2019, 19:33.

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                    Zitat von MarsderEchte Beitrag anzeigen
                    zu deinem €: könnte auch daran liegen, dass du hier zwar wiederholt von ressourcen sparen redest, aber eben nicht ausführst wie das a) gemeint ist (von welchen ressourcen redest du genau) und b) wie das ganze so umgesetzt werden kann, dass die gesamte volkswirtschaft profitiert (beziehe mich hier u.a. auf die pflegebranche)
                    1) Gut, einfaches Beispiel: Stromnetz wird von einem staatlichen Stadtwerk betrieben. Wir öffnen den Markt und definieren konkrete Vorgaben, die ein privates Unternehmen erfüllen muss, wenn es statt des Stadtwerks nun das Netz betreiben will. Bei gleicher Qualität bzgl. Versorgungssicherheit etc. werden sich mehrere Unternehmen melden, weil es ein lukratives Geschäft ist. Wir vergeben den Zuschlag an dasjenige Unternehmen, was bei gleicher Qualität die niedrigsten Netzentgelte fordert. (Netzentgelte = Kosten des Netzbetriebs, die den Netznutzern in Rechnung gestellt werden)
                    Was haben wir? Gleich guten Netzbetrieb zu geringeren Kosten. Warum? Privates Unternehmen hat ein Potential erkannt Gewinne zu machen durch innovative Ideen und smarte Köpfe. Alle haben etwas davon? Wie kann das sein? Ressourcen wurden intelligenter eingesetzt. Cool.

                    Zitat von MarsderEchte Beitrag anzeigen
                    zu letzterem sei noch gesagt, dass ich von der funktionsweise der marktwirtschaft scheinbar eine grundlegend andere auffassung habe. das an deren ende grundsätzlich das wohl der gesamten VW steht halte ich für theoretisch und faktisch falsch
                    Für theoretisch falsch? Bitte mal erläutern. + Welche Alternative wäre besser?

                    Zitat von MarsderEchte Beitrag anzeigen
                    stichwort klimaschutz: dieser ist mithin mittlerweile so teuer geworden, weil wir bislang zu wenig gemacht haben und dies auch nach wie vor tun. ein kohleausstieg 2038 ist zu spät
                    Wir haben zu viel falsches gemacht würde ich eher sagen. Sehr viel Geld ausgegeben und immer noch nicht die Einhaltung der Klimaziele in Sicht. Aber hey, was interessiert uns denn Ressourceneffizienz? Pflastern wir lieber ganz Deutschland mit PV zu, weil wir ja bekanntlich ein sehr sonnenreiches Land sind. Höchster Strompreis Europas? Egal, gewisse Dinge haben halt ihren Preis.

                    Edit: Dann schreib mal die Zusammensetzung des Strommixes für die jeweiligen Länder auf, die dort skizziert sind. Kleiner Hinweis: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie_in_Frankreich

                    Zuletzt geändert von cena_; 08.02.2019, 19:45.

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                      verstehe den hinweis auf frankreichs atomanteil am strommix in diesem kontext nicht, kohle ist nachweislich der klimaschädlichste Brennstoff zur Stromerzeugung und darum ging es doch?
                      zumal das cherry-picking von dir ist, hier mal UK mit wirklichen maßnahmen:



                      zu deinem strombeispiel: was hält das unternehmen davon ab die entgelte auf niveau der stadtwerke zu belassen oder darüber hinaus zu erhöhen? (falls es zutrifft, dann am ehesten eingreifende regulation - kein wirtschaftlich denkendes unternehmen wird sich sowas selbst auferlegen)

                      zur funktionsweise der marktwirtschaft: ohne regulierendes eingreifen des staats wird der großteil des gewinns an der spitze der unternehmen abgeschöpft und unten beim arbeiter der ihn erwirtschaftet kommt kaum mehr was an. inwiefern profitieren davon alle? zumal die kohle dann noch vorm fiskus versteckt wird: https://www.welt.de/wirtschaft/video...-brauchen.html
                      Zuletzt geändert von Ehrenmars; 08.02.2019, 19:58.

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                        Zitat von MarsderEchte Beitrag anzeigen
                        verstehe den hinweis auf frankreichs atomanteil am strommix in diesem kontext nicht, kohle ist nachweislich der klimaschädlichste Brennstoff zur Stromerzeugung und darum ging es doch?
                        Weil es kein Wunder ist, dass Frankreich den Kohle-Ausstieg "befeuert" (hehe), wenn sie selbst 3/4 des Stroms durch Atomkraftwerke erzeugen. Insofern sind solche Ländervergleiche differenziert zu betrachten. Ist dann eben kein Vorbild bei genauerer Betrachtung und diese verkürzte Gegenüberstellung ist nicht hilfreich. Zu diesem anderen Mix kommen dann noch Standortbestimmungen hinzu: Gebirge für Wasserkraft, viel Wind, viele Sonnenstunden etc. Daher muss man dann schon die Länder miteinander vergleichen die halbwegs gleiche Kosten haben bei der CO2-Einsparung.
                        Das Deutschland mit dem hohen Kohle-Anteil relativ mehr CO2 emittiert ist mir schon bewusst. Wenn wir alle lustig sind, können wir morgen alle Kohlekraftwerke schließen, Atomstrom abschalten und die Differenz zu den Erneuerbaren Energien dann nur noch mit teuren Gaskraftwerken auffüllen. Dann haben wir eine super t CO2/MWh Quote. Preis komplett egal? Guti!
                        Es ist eben zu einfach immer nur einige wenige Zahlen miteinander zu vergleichen, am Ende hängt deutlich mehr dran. Unabhängig davon bin ich deiner Meinung, dass wir den Klimaschutz nicht ernst genug in den Blickpunkt rücken. Aber da halte ich einen funktionierenden EU-ETS für sinnvoller und kostengünstiger. Es müssten eher mal die anderen Sektoren wie Verkehr und Wärme nachziehen.

                        Zitat von MarsderEchte Beitrag anzeigen
                        zu deinem strombeispiel: was hält das unternehmen davon ab die entgelte auf niveau der stadtwerke zu belassen oder darüber hinaus zu erhöhen?
                        Weil es verhältnismäßig sein muss und dies wird überprüft, da wir ja eine gesunde Regulierung haben. Die Netzbetreiber bekommen dann auf Basis einer Kalkulation eine gewisse Erlösobergrenze und ihr Gewinn basiert dann auf der Differenz dieser Erlöse nach Abzug der Kosten. Wenn sie sinnvolle Kosteneinsparen, können sie mehr vom Erlös behalten. Nennt sich Anreizregulierung und ist gängig in der Praxis. Darüber hinaus wiederholen sich die Vergaben, so dass ein schlecht wirtschaftendes Unternehmen oder eines, was zu viele Gewinne einsackt durch einen besseren Anbieter verdrängt wird. Diese Möglichkeit der Verdrängung ist der kluge Druck durch staatliche Regulierungspraxis.
                        Zuletzt geändert von cena_; 08.02.2019, 20:45.

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                          Man kann auch einfach die Managergehälter erhöhen, dann fällt der Gewinn geringer aus - und man muss die Preise nicht senken.
                          Ja, Polemik - trotzdem läuft es doch so.

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                            cena_ Hast du denn konkrete Beispiele für deine Ausführungen? Und bitte keine, die den privaten ÖV in Ballungsgebieten oder Energieversorgung in Großstädten einschließt, dass hier profitabel ("effizient") gewirtschaftet werden kann ist ja klar.

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                              Zitat von LaMa Beitrag anzeigen
                              Wettbewerb funktioniert doch in vielen Bereichen schlicht nicht.
                              Pflege, Bildung, Miete/Wohnraum, ÖPNV, Kinderbetreuung, Gesundheitssystem.

                              Als Beispiel - Wettbewerb in der Pflege, führt bisher nur dazu, dass die Dividenden stimmen, die Leistung wird schlechter, es geht maximal um Abdecken des Basisbedarfs - Outputoptimierung mag gut für den Markt sein, aber darum sollte es in diesen Feldern nicht gehen. Warum müssen Krankenhäuser oder Pflegeheime wirtschaftlich sein? Wer hat das entschieden?

                              Der markierte Teil ist übrigens genau der Punkt, an dem viele hier widersprechen. Wir sind ein reiches Land und wir sollten uns da Solidarität leisten. In diesen Bereichen bedeutet Effizienz für viele nicht eine Gewinnmaximierung.
                              Ich denke schon, dass eine Privatisierung auch bei Pflege, Bildung und Kinderbetreuung funktionieren kann. Das würde aber voraussetzen, dass die Sozialbeiträge dafür wegfallen und man sich seine Kita etc. aussuchen kann und direkt an diese Einrichtung zahlt. Hat sie einen guten Ruf / Mitarbeiter, werden Leute auch mehr dafür zahlen, dass ihr Kind dahin gehen kann. Selbige bei Pflege und Bildung / Schule. Gut jetzt kann man natürlich dagegen argumentieren, dass Kinder aus finanzschwachen Familien das Nachsehen haben. Da müsste der Staat dann eingreifen. Was man mit einer H4-Reform regulieren könnte, jedoch ist von unserer Politik leider nichts sinnvolles zu erwarten. Echte Reformen wird es nicht geben oder gänzlich neue Ansätze.

                              Miete/Wohnraum ist ein Riesenthema und leider einfach auf absurd bescheuerte Vorschriften zurückzuführen. Beste Beispiel mein Onkel hat nen recht großes Grundstück in Meck-Pom erworben, ich glaube ca. 10.000m². Hat dann von einer Architektin aus S-H alles entwerfen lassen -> Tor links davon großes Schuppen und rechts ein Caport und das Haus dahinter, damit es nicht so nahe an der Straße ist. Das war erstmal ein Riesenproblem das durchzusetzen, das Haus nicht an der Straße zu haben. Dann war der Schuppen auf dem ersten Entwurf ca. 5-10cm zu hoch, da S-H und Meck-Pom andere Bausvorschriften haben und sie hätten eigentlcih ca. 6 Monate warten müssen bis der neue Antrag dann durchgewunken worden wäre, weil das so ein Akt ist. Glücklicherweise konnten Sie da irgendwie etwas Druck ausüben etc., so dass es dann doch ging, aber das kanns halt nicht sein..
                              Durch solche peniblen Restriktionen und lange Bearbeitungszeiten bei Ämtern gibt es riesige Probleme. Das nur mal aus Beispiel - ich will nicht wissen, wie schlimm es bei größeren Projekten in Städten ist und dann ist es auch die logische Folge, dass die Mieten entsprechend hoch sind, da sich die Investments natürlich rechnen müssen. Wäre der Bau einfacher und günstiger wären die Kosten geringer -> mehr Investoren -> mehr Wohnungen -> mehr Preiskampf -> geringere Miete. THEORIE - in der Praxis stellt sich Stadt/Land quer bzw. zuviel Bürokratie.

                              Erachte den Atomaustieg als deutlich zu früh und überhastet und sehe auch keinen Sinn darin den Atomstrom aus Frankreich aus maroden Atomkraftwerken zu beziehen, anstatt eigene zu betreiben und unabhängiger zu sein sowie der Gesellschaft einen bezahlbaren Strom zu bieten, während man parallel Anreize für Investoren schafft, um Stück für Stück rentable Technologien für Erneuerbare Energien zu entwickeln.

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                                Privatisierung von Bildung ist mit das dümmste. Mit Abstand. Das kannste auch nicht mit H4-Reformen regeln, weil die top Schulen wo nur die besten Lehrer sind, auch nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen hat. Und wie wählst du dann aus?
                                Zumal du je nach Einzugsgebiet dann massiv die Arschkarte ziehen kannst. Ne ne. Das würde die soziale Ungerechtigkeit nochmal um einiges verschärfen.

                                Viel eher sollte man von staatlicher Seite Pflege, Bildung und Kinderbetreuung stärken, sodass mehr Leute einen leichteren Zugang zu den Dienstleistungen haben und damit auch die Qualität besser kontrolliert werden kann. Das sind ja alles Lebensstation die fast jeder Bürger im Leben durchlaufen wird.

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