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    #61
    Zitat von Das_Bier Beitrag anzeigen

    Nettes Lehrer bashing.
    ​​​​​​Die Rahmenbedingungen sind einfach schlecht für intensive politische Bildung. Der Lehrplan sieht einfach deutlich mehr Themen vor und bei 2-3 Stunden wipo in der Woche bleibt kaum Zeit, vor allem da oftmals wipo erst ab klasse 7 überhaupt startet und in klasse 8 und 9 auch noch ein Praktikum liegt. Das Schreiben von Bewerbungen inkl Lebenslauf und wie man sich zu verhalten hat , ist da erstmal groß angesagt. Dazu die Verfassungsorgane Deutschlands, Wirtschaftssystem, Veränderung am Arbeitsmarkt, internationale Konflikte / Verträge, und halt auch das Wahlsystem - wobei es da eher um die Rahmenbedingungen geht. Sicherlich werden auch politische Parteien vorgestellt, aber die Zeit reicht niemals aus, da ernsthaft was zu verändern bei den Schülern.

    Aber so denken halt mittlerweile sehr viele: Lehrer sind ein Dienstleister und müssen abliefern, Eltern sind fein raus.
    Bloß nichts mehr zu Hause vermitteln oder beibringen.
    Wieso fühlst du dich angegriffen? In deinen Ausführungen fehlt ein entscheidender Punkt, der mal wieder zeigt, dass Sek1/2 (der du bist?) Lehrer leider die Grundschule nicht wertschätzen und wahrnehmen: politische Bildung beginnt in der Grundschule durch die Thematisierung von Klassensprecherwahlen, Schulparlamente oder Klassenräte. Dazu werden verschiedene Themen wie Strom, Kinderrechte, Nachhaltigkeit, Europa, Bundestags-/Landtagswahlen etc. unter einem politischen Gesichtspunkt intensiv thematisiert. In Sachunterricht stehen dabei ab Klasse 3 bzw. Klasse 4 jeweils 3 bis 4 Stunden zur Verfügung. Bereits in Klasse 4 können sich 10 jährige Kinder eine deutliche Meinung zu politischen Standpunkten kindgerecht bilden und Sek1 muss die Aufgabe haben, das fortzuführen. Mir ist klar, dass dazu wenig Zeit, das Fach Politik selbst erst ab Klasse 7 Bestandteil des Plans ist und der Lehrplan entschlackt gehört, aber ich bin mir sicher, dass es auch in der Sek1 in jeder Stufe genügend Gelegenheiten gibt, prägnante politische Inhalte altersgerecht zu thematisieren und sei es nur, logo in der Frühstückspause zu schauen (sofern medial möglich) oder einen Zeitungsartikel morgens kurz zu lesen oder durch Klassenräte, Wahlthematisierungen...

    Die Themen, die du nennst, verstehen auch etliche Erwachsene nicht (Frag doch mal 10 Erwachsene nach den Verfassungsorganen) und sie gehen trotzdem wählen.Die Zeit reicht nie aus bei solchen Themen, aber wenn die Lehrkraft für politische Themen brennt und sie aufgrund seines Beamtenstatus neutral vermitteln kann, besteht die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche zu politisieren. Ist eben eine Frage der Haltung. Ab Klasse 7 mit dem Fach besteht ja dann auch die Möglichkeit, die Themen detaillierter fortzuführen.

    Und das Eltern-Argument kann ich leider nicht mehr hören. Ja, die Elternschaft ist wie die Schülerschaft individueller und komplizierter geworden, aber so ist das eben und als Lehrkraft sollte man sich darauf einstellen, dass man einen entscheidenden Einfluss auf Kinder unterschiedlicher Herkunft hat, die 6-9 Stunden in der Schule sitzen und nachmittags ggf. in der Betreuung. Finde die Einstellung "da verändert man eh nichts" katastrophal als Lehrkraft. Gerade sozial schwache Familien haben kaum die Möglichkeit, Werte und Normen zu vermitteln, die sie selbst nicht erlebt haben oder aus anderweitigen Gründen nicht vermitteln. Ich bin übrigens Grundschullehrer und würde mal glatt behaupten, dass die Elternarbeit eine noch intensivere ist als an der Sek1 und Sek2 sowieso.

    Ansonsten, was bolo sagt. 800k Kinder gehen wählen und wählen eher selten rechts, aber deine Anekdoten sind offensichtlich aussagekräftiger.
    Zuletzt geändert von flav; 04.08.2020, 06:40.

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      #62
      Zitat von flav Beitrag anzeigen

      Wieso fühlst du dich angegriffen? In deinen Ausführungen fehlt ein entscheidender Punkt, der mal wieder zeigt, dass Sek1/2 (der du bist?) Lehrer leider die Grundschule nicht wertschätzen und wahrnehmen: politische Bildung beginnt in der Grundschule durch die Thematisierung von Klassensprecherwahlen, Schulparlamente oder Klassenräte. Dazu werden verschiedene Themen wie Strom, Kinderrechte, Nachhaltigkeit, Europa, Bundestags-/Landtagswahlen etc. unter einem politischen Gesichtspunkt intensiv thematisiert. In Sachunterricht stehen dabei ab Klasse 3 bzw. Klasse 4 jeweils 3 bis 4 Stunden zur Verfügung. Bereits in Klasse 4 können sich 10 jährige Kinder eine deutliche Meinung zu politischen Standpunkten kindgerecht bilden und Sek1 muss die Aufgabe haben, das fortzuführen. Mir ist klar, dass dazu wenig Zeit, das Fach Politik selbst erst ab Klasse 7 Bestandteil des Plans ist und der Lehrplan entschlackt gehört, aber ich bin mir sicher, dass es auch in der Sek1 in jeder Stufe genügend Gelegenheiten gibt, prägnante politische Inhalte altersgerecht zu thematisieren und sei es nur, logo in der Frühstückspause zu schauen (sofern medial möglich) oder einen Zeitungsartikel morgens kurz zu lesen oder durch Klassenräte, Wahlthematisierungen...

      Die Themen, die du nennst, verstehen auch etliche Erwachsene nicht (Frag doch mal 10 Erwachsene nach den Verfassungsorganen) und sie gehen trotzdem wählen.Die Zeit reicht nie aus bei solchen Themen, aber wenn die Lehrkraft für politische Themen brennt und sie aufgrund seines Beamtenstatus neutral vermitteln kann, besteht die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche zu politisieren. Ist eben eine Frage der Haltung. Ab Klasse 7 mit dem Fach besteht ja dann auch die Möglichkeit, die Themen detaillierter fortzuführen.

      Und das Eltern-Argument kann ich leider nicht mehr hören. Ja, die Elternschaft ist wie die Schülerschaft individueller und komplizierter geworden, aber so ist das eben und als Lehrkraft sollte man sich darauf einstellen, dass man einen entscheidenden Einfluss auf Kinder unterschiedlicher Herkunft hat, die 6-9 Stunden in der Schule sitzen und nachmittags ggf. in der Betreuung. Finde die Einstellung "da verändert man eh nichts" katastrophal als Lehrkraft. Gerade sozial schwache Familien haben kaum die Möglichkeit, Werte und Normen zu vermitteln, die sie selbst nicht erlebt haben oder aus anderweitigen Gründen nicht vermitteln. Ich bin übrigens Grundschullehrer und würde mal glatt behaupten, dass die Elternarbeit eine noch intensivere ist als an der Sek1 und Sek2 sowieso.

      Ansonsten, was bolo sagt. 800k Kinder gehen wählen und wählen eher selten rechts, aber deine Anekdoten sind offensichtlich aussagekräftiger.
      Ich unterrichte auch an der Grundschule. Und teile deine Meinung bezüglich des Einflusses der Eltern einfach null. Ich habe einige Jahre Erfahrung und die paar Stunden am Tag Einflussnahme auf bestimmte Schichten helfen evtl für die aktuellen Stunden, ersetzen aber bei vielen nicht die Denkweisen aus dem Elternhaus. Das mag bei den kleinen naiven Grundschülern so rüberkommen, aber spätestens in der Pubertät bricht die ganze scheisse aus dem Elternhaus aus den Kindern raus. Ich habe viele Kinder aus Klasse vier bis zum ESA begleitet und wer in der Grundschule bereits auffällig war und aus einem kaputten Elternhaus kam, war es später fast immer auch. Das umfasst radikale Denkweisen von zb türkischen Jungen gegenüber Frauen (auch bereits den Lehrerinnen gegenüber) , aber auch Einstellungen gegenüber Bildung von den unteren Schichten aller Herkunft (null Hilfe aus dem Elternhaus, Schule ist bei denen bereits Hass gewesen und den Kindern wird dies so weiter gegeben). Die Kinder werden alleine gelassen und haben weder Material noch Hausaufgaben noch jemanden zum lernen /Reden zu Hause. Das mag in der Grundschule noch irgendwie gerade so reichen, aber ab den höheren Klassen sind die völlig verloren und haben keine Chance. Da kannst du noch so viel demokratische Denkweisen vermitteln. Da bleiben Flüchtlinge, Bildung, Politik usw eben doch oftmals uninteressant und Parolen sind leichter zu verstehen und können aufs eigene Leben umgemünzt werden.
      Und deinen letztem Satz kannst dir auch sparen. Zumal ich bereits mehrfach sagte dass 4 Mio Schüler auf die sekundar Schulen gingen zu dem Zeitpunkt. Die 800k kommen von welchen Schulen? Waren wie alt? Klasse 7 darf bereits teilnehmen und wenn du da etliche tausend 12 jährige aus Bayerns und BW besten Gegenden und Gymnasien beim Wählen hast, ist das super repräsentativ... Nicht.
      Zuletzt geändert von Das_Bier; 04.08.2020, 17:43.

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        #63
        Selbst wenn die 800k schlecht gesampled wurden und biased sind, so sind deine paar hundert Schüler aus einer handvoll Schulen auch biased. Und dann gehts um 800k Schüler vs. 2-300(?) Schüler. Im Zweifel sind die 800k einfach um ein vielfaches aussagekräftiger als deine.

        Wenn wir aber nicht wissen aus welchen Schulen gesampled wurde ist diese Jugendwahl auch mit Vorsicht zu genießen.

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          #64
          Zumal einfach in den Raum reingefragt und keine eigene Recherche betrieben wird.

          https://www.juniorwahl.de/bundestagswahl-2017.html Man findet hier zumindest die teilnehmenden Schulen relativ detailliert aufgegliedert.
          Die These, dass 800k/4 Mios nicht annähernd repräsentativ sei halte ich auch für mehr als gewagt

          Einfach grundlos abgehoben in seinem Post, der gute Bier. Du bist nicht der einzige mit Einblick in die Altersgruppe, deine subjektiven Eindrücke sind nicht allgemeingültig und haben bestenfalls anekdotischen Charakter

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            #65
            Sind Jugendliche mit 16 reif genug, um zu wählen? Kommt auf den Wohnort an.
            .
            In vielen Bundesländern dürfen 16-Jährige zumindest bei Kommunalwahlen mit entscheiden, in manchen sogar bei Landtagswahlen.
            .
            In fünf Ländern sind sämtliche Wahlen erst ab 18. Hier dürfen junge Menschen zwar Bier trinken, Vollzeit arbeiten oder sich in der Bundeswehr verpflichten - aber nicht entscheiden, wer Bürgermeister wird.

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              #66
              Zitat von Ehrenmars Beitrag anzeigen
              Sind Jugendliche mit 16 reif genug, um zu wählen? Kommt auf den Wohnort an.
              .
              In vielen Bundesländern dürfen 16-Jährige zumindest bei Kommunalwahlen mit entscheiden, in manchen sogar bei Landtagswahlen.
              .
              In fünf Ländern sind sämtliche Wahlen erst ab 18. Hier dürfen junge Menschen zwar Bier trinken, Vollzeit arbeiten oder sich in der Bundeswehr verpflichten - aber nicht entscheiden, wer Bürgermeister wird.

              Bleib mal bitte bei den Fakten: Beides geht nur mit Zustimmung der Eltern und in einigen Dingen in abgeschwächter Form. Diese kann und wird aber durch die Eltern bei ihrer Meinung nach noch nicht "reifen" Jugendlichen nicht gegeben. Das was hier gefordert, ist aber eine generelle Befähigung.

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                #67
                Zitat von Ehrenmars Beitrag anzeigen

                Zuletzt geändert von BoLo; 22.08.2020, 13:16.

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                  #68
                  Zitat von MaTT__ Beitrag anzeigen

                  Bleib mal bitte bei den Fakten: Beides geht nur mit Zustimmung der Eltern und in einigen Dingen in abgeschwächter Form. Diese kann und wird aber durch die Eltern bei ihrer Meinung nach noch nicht "reifen" Jugendlichen nicht gegeben. Das was hier gefordert, ist aber eine generelle Befähigung.
                  niemand behauptet etwas anderes. wählen geht aber gar nicht, bier unterliegt quasi keiner einschränkung

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                    #69
                    Klar, der Bierverkauf/-konsum ab 16 ist gerade im Bezug auf das Rauchen ab 18 Jahren ne schwierige Sache.
                    Letztendlich würde ich wohl beim Bier bei 16 Jahren bleiben. Hier ist es eher Erziehungssache der Eltern/des Umfelds, ob das Kind mit 13,16 oder mit 18 Bier/ harten Alkohol trinkt, weil man auch als <18 Jähriger zu leicht ran kommt..

                    Einen Zusammenhang zum Wählen sehe ich aber nicht.

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