Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Wählen ab 16

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Wählen ab 16

    Angestoßen von dem verlinkten Artikel würde ich gerne über rms Meinung zum Thema Wählen ab 16 diskutieren.

    Wie steht ihr dazu, seid ihr Befürworter, grundsätzlich skeptisch bis abneigend oder gänzlich unentschlossen und warum?

    Ist es eine Frage von Macht, Reife oder gar Vernunft?

    Das Thema wurde gerade von der Linken ja schon lange immer wieder angetrieben, aktuell pushen aber auch Grüne und SPD mit, so dass das Thema mehr in die Mitte der Gesellschaft rückt und eine größere Zielgruppe erreicht. Auf regionaler Ebene dürfen ältere Minderjährige teilweise bereits seit längerer Zeit mitwählen.

    Wo stehen wir bei der Debatte in 2020 bei einer auch trotz Corona immer älter werdenden Gesellschaft, von denen der weitaus größere Teil die Langzeitfolgen der von Ihnen gewählten Politik nicht mehr erleben wird?
    Grüne und SPD bringen eine Absenkung des Wahlalters wieder ins Gespräch. Auch stern-Stimme Luisa Neubauer findet, dass 16-Jährige in der Lage sind, eine bewusste Wahlentscheidung zu treffen.

    #2
    Absolut dafür. Politische Bildung muss in den Schulen aber weiterhin deutlich intensiver ausgebaut werden, um kritische und differenzierte Haltungen zu stärken. 16 und 17 jährigen wird zugetraut, das Gesetz einzuhalten, einen Führerschein zu machen und zu arbeiten. Sie haben absolut das Recht, wählen zu gehen & ihre Zukunft aktiv mitzugestalten- auch mit 16. Wenn ich außerdem sehe, wie viele Menschen (Erwachsene) gestern in Berlin auf der Anti-Corona-Demo mitgelaufen sind, erübrigt sich das Argument "die sind noch nicht reif genug" sowieso.

    https://www.tagesspiegel.de/politik/.../24061134.html

    passender Artikel dazu. Sofern politische Bildung in Schulen bereits im Grundschulalter intensiviert wird, ist für mich auch ein Wahlrecht ab 14 denkbar.

    Kommentar


      #3
      Klar dafür

      Kids sind eh schon viel heftiger als früher in politische Dinge involviert. Siehe Fridays for future, Coronamaßnahmen samt Einschränkungen, Flüchtlingspolitik.

      Hat niemand was zu verlieren, außer konservative Kräfte.

      Kommentar


        #4
        Meiner Erfahrung nach haben Kinder und Jugendliche übrigens häufig einen deutlich klareren Blick auf soziale Ungerechtigkeiten. Sie politisieren sich bei passender schulischer Bildung und ggf. dem passenden sozialem Umfeld (ansonsten muss es die Schule auffangen - siehe Studie, die im Tagesspiegel rezitiert wird) sehr schnell und entwickeln das, was vielen Erwachsenen abgeht: einen differenzierten Blick und eine klare Vorstellung sozialer Politik. Politisch ist es in DE ein Trauerspiel, wie sehr Vorstellungen, Meinungen und Wünsche dieser Generation von politischen Entscheidungsträgern und Erwachsenen übergangen, ignoriert oder als "naiv" abgetan werden. Das Recht auf Beteiligung und eigene Meinung ist übrigens auch als Kinderrecht verankert, die hoffentlich bald Bestandteil des GG sind.
        Zuletzt geändert von gestalt; 02.08.2020, 13:30.

        Kommentar


          #5
          Klar dagegen.

          Ich habe mit vielen 16 jährigen zu tun und da sind so unglaublich viele radikal unterwegs. Die AFD ist quasi allen bekannt, andere Parteien allerhöchstens vom Namen, aber auch eher nicht. Es wird regelmäßig gegen Ausländer gehetzt und Merkel ist eh völlig fehl am Platz. Das ist wirklich extrem erschreckend und absolut überhaupt kein Einzelfall.

          Es wird viel von zu Hause nachgeredet und auch der "coole boi" gespielt, der sich über das heruntermachen von Flüchtlingen etc stärker macht vor den anderen. Neid ist ganz groß verbreitet, weil die Flüchtlinge alles umsonst Bekommen, während die eigenen Eltern wenig haben. Die Schicht wo ich arbeite ist eher schwach und die Meinungen gegen Merkel und die aktuelle Politik extrem stark verbreitet
          Zuletzt geändert von Das_Bier; 02.08.2020, 12:21.

          Kommentar


            #6
            Als wären diese leute mit 18 besser
            Zuletzt geändert von gestalt; 02.08.2020, 13:28.

            Kommentar


              #7
              Zitat von Karaokekid Beitrag anzeigen
              Als wären diese leute mit 18 besser
              Der Einfluss der peergroup ist mit 16 deutlich höher und das man es dem coolen boi nachmacht und radikal wählt ist in der Schicht sehr groß. Man ist halt cool und wählt das, was irgendwie anti ist. Und da ist die AFD einfach übertrieben präsent.
              Mit 18 haben diese Kinder dann bereits gearbeitet / sind in der Ausbildung / evtl von zu Hause weg und haben dann manchmal einen differenzierten Blick.

              Selbst wenn im wipo und weltkunde Unterricht die Wichtigkeit der SPD für die Arbeiter thematisiert wird bzw wurde, ist das einfach kaum greifbar für die Kinder. Sie arbeiten ja nicht selbst. Dazu ist das einfach zu weit weg oder aber sogar ein Nachteil, weil das soziale Netz von Menschen genutzt wird, die nie eingezahlt haben. Diese Argumentation ist sehr weit verbreitet.
              Zuletzt geändert von gestalt; 02.08.2020, 13:28.

              Kommentar


                #8
                Absolut dagegen, außer der Jugendliche gehört bereits einer Partei an und engagiert sich politisch. 16/17jährige sind viel zu leicht beeinflussbar. (leider auch sehr viele die ü. 18 sind). Wieviele Jugendliche interessieren sich denn wirklich aktiv für Politik? Der Großteil wird wahrscheinlich einfach nur das gleiche wie die Eltern wählen oder das was ihnen eine andere vertraute Person vorgibt. Und die Forderungen hier schon wieder, dass die Schule da mehr politische Bildung fördern muss. Es wird 24/7 auf unserem Schulsystem rumgehackt und erzählt wie kacke das ist. Aber hier wieder Forderungen stellen? Glaubt ihr ja wohl selber nicht, dass die Schulen dann auf einmal eine gute politische Bildung hinbekommen. Zumal der Staat ja dann wieder die Inhalte der politischen Bildung vorgibt. Das halte ich für absolut falsch. So werden die Kinder/Jugendlichen von der Politik in eine bestimmte Richtung gedrückt. Das gehört für mich nicht zu einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat. DDR lässt grüßen.

                Kommentar


                  #9
                  ich glaube da passiert noch einiges im reifeprozess bis zum 18. lebensjahr. von daher nein. außerdem kann ich diese kleinen nicht ernst nehmen.
                  Zuletzt geändert von gestalt; 02.08.2020, 12:48.

                  Kommentar


                    #10
                    Bin ich ebenfalls skeptisch, aus einigen zuvorgenannten Gründen..

                    Für mich ist die zu leichte Beeinflussbarkeit durch mögliche vorgetragene einfache Lösungen entscheidend (z.B. durch Linke, FFF, AFD, NPD) ohne im Allgemeinen mit 16 halbwegs die Gesamtzusammenhänge / Pro u. Kontra´s verschiedener Positionen verstehen zu können.

                    Da z.B im Strafrecht den jungen Erwachsenen bis oftmals 21 fehlende Reife attestiert werden kann, bin ich sehr skepisch, dass man fünf Jahre jüngeren Jugendlichen im Allgemeinen diese Verantwortung zusprechen kann.

                    Hier würde mich interessieren, ob die Befürworter von Wahlen ab 16 das berücksichtigte Alter des Jugendstrafrechtes ebenso verringern würden?!

                    Kommentar


                      #11
                      Hab dazu keine so richtig klare Meinung, hängt stark davon ab wie weit die Leute vom Kopf her sind. Das ist aber selbst bei Erwachsenen sehr verschieden. Da gibt's auch Leute die sehr eindimensional denken. Schwer zu sagen, ob Jugendliche soviel leichter zu manipulieren sind. Mit Sicherheit stehen die Meisten aber noch nicht so sehr mitten im Leben wie ein Erwachsener und demnach fehlen dann auch Erfahrungen um politische Entscheidungen zu treffen.

                      Meine Sorge bei sowas ist, dass im Influencerbereich dumme Jugendliche dazu angestiftet werden für ne Partei zu stimmen, genauso wie das ihr Idol macht. Hab keine große Lust dass Bibisbeautyscheiße-Gucker dazu angestiftet werden FDP zu wählen damit sich Bibi dann die 5. Rolex oder whatever kaufen kann oder irgendwelche Influencer die zu noch extremeren Parteien raten.

                      Auf der anderen Seite ist's auch ne Chance für mehr soziale Themen, weil jüngere meines Erachtens häufig Themen im Blick haben die soziale Missstände oder die Natur betreffen, da ist oft noch ein sehr starkes Gerechtigkeitsempfinden verankert. Kann man aber auch wieder positiv oder negativ sehen. Wenn man es negativ sehen will, dann fehlt die Reflektion und die Jugendlichen wählen einfach links, weil man mit links automatisch gerechtes Denken verbindet.

                      Tendiere selbst glaub ich eher zu erst ab 18, sehe aber wie beschrieben auch Punkte die für ab 16 sprechen würden.

                      Kommentar


                        #12
                        Wenn hier Jugendlichen teilweise die geistige Reife um zu wählen abgesprochen wird - was ist dann eigentlich mit einem 80Jährigen? Nicht jeder im Alter ist geistig fit genug um all die Pro/Contras abzuwägen. Für einfache Slogans sind diese genauso empfänglich.



                        Kommentar


                          #13
                          Ich finde es persönlich sehr gut. Habe auch das Gefühl die Jugend ist generell politisierter als sie es noch zu meiner Zeit war. Entsprechend begrüße ich das Wählen ab 16 Jahren. Und fehlende geistige Reife, come on. Dann müsste ich wohl so einige in der Bevölkerung von Wahlen ausschließen. Stichwort AfD.

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von Vegetto Beitrag anzeigen
                            Wenn hier Jugendlichen teilweise die geistige Reife um zu wählen abgesprochen wird - was ist dann eigentlich mit einem 80Jährigen? Nicht jeder im Alter ist geistig fit genug um all die Pro/Contras abzuwägen. Für einfache Slogans sind diese genauso empfänglich.


                            ist in jedem Fall auch ne Frage der Repräsentation.
                            Spoiler: 
                            Kinder/Jugendliche, also die die am längsten unter der Wirkung zu leiden haben, haben bislang keine Stimme. Die Wahlbeteiligungs-verhältnisse sind massiv verschoben im Vergleich zur Zusammensetzung der Bevölkerung, u.a. auch weil nicht-deutschen Bürgern die Teilnahme versagt wird.

                            Kommentar


                              #15
                              Zitat von Das_Bier Beitrag anzeigen
                              Klar dagegen.

                              Ich habe mit vielen 16 jährigen zu tun und da sind so unglaublich viele radikal unterwegs. Die AFD ist quasi allen bekannt, andere Parteien allerhöchstens vom Namen, aber auch eher nicht. Es wird regelmäßig gegen Ausländer gehetzt und Merkel ist eh völlig fehl am Platz. Das ist wirklich extrem erschreckend und absolut überhaupt kein Einzelfall.

                              Es wird viel von zu Hause nachgeredet und auch der "coole boi" gespielt, der sich über das heruntermachen von Flüchtlingen etc stärker macht vor den anderen. Neid ist ganz groß verbreitet, weil die Flüchtlinge alles umsonst Bekommen, während die eigenen Eltern wenig haben. Die Schicht wo ich arbeite ist eher schwach und die Meinungen gegen Merkel und die aktuelle Politik extrem stark verbreitet
                              Also die Ergebnisse der Juniorwahl 2017 an insgesamt 3490 Schulen sprechen da aber eine ganz andere Sprache:

                              https://www.spiegel.de/lebenundlerne...a-1169732.html

                              https://www.juniorwahl.de/bundestagswahl-2017.html

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X