Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Philanthropie - oder Ist Milliardär sein moralisch?

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    #76
    Ich denke die Forderung besteht halt im Umdenken des Mindsets der Milliardäre.

    Im Beispiel von JKR: Sie SOLLTE halt denken "Hey, ich habe 1 Milliarde, mehr brauch ich gar nicht, also schreibe ich das Buch für die Fans und alle Einnahmen darf der Staat ausgeben".

    Und wenn sie das nicht will Pech gehabt, weil kein Mensch BRAUCH Harry Potter und es gibt genug andere Bücher und irgendwann vllt. auch eine Buchreihe, die den Autor/Autorin mit dem Mindset oben so reich macht, dass er das Geld abgeben will.

    Kommentar


      #77
      Zitat von insideman_ Beitrag anzeigen
      J.K. Rowling entschließt sich ein neues Harry Potter Buch zu schreiben. Sie arbeitet daran 2 Jahre, es wird veröffentlicht und verkauft sich 100 Millionen mal zu einem fairen, marktüblichen Preis. Sollte J.K. Rowling daran keinen Cent verdienen, weil sie schon Milliardärin ist? Wäre das unmoralisch?

      Natürlich gibt es krass ungerecht wirkende Fälle, wo mit Sicherheit irgendein Regelungsbedarf besteht, wie auch immer eine solche Regelung aussehen mag. Andererseits gibt es Fälle, wie das obige Beispiel, wo es eben sehr viel komplizierter ist, meiner Meinung nach.

      Oder jemand erfindet irgendwas brilliantes in seiner Garage, macht sich selbstständig und in zwei Jahrzehnten entsteht aus dieser Idee ein gigantischer Konzern mit 50 Mrd. Umsatz, 200000 Mitarbeitern, der dem Heimatstaat des Konzerns gigantische Steuereinnahmen X generiert. Warum sollte der Gründer an dem Erfolg nicht kontinuierlich Anteil haben können. Wird jeder Euro nicht unterwegs schon zigmal besteuert?

      Nur um mal ein paar Ideen aufzuwerfen, ohne dass ich damit argumentieren will, dass das System derzeit toll und gerecht wäre. Es ist nur viel komplizierter als das Level auf dem hier argumentiert wird, finde ich.
      Ja. Bei beiden Beispielen bin ich der Meinung, dass niemand mehr als eine Milliarde besitzen muss.
      Ob der jetzt eine Milliarde oder 1.01 Milliarden hat, das ist vollkommen irrelevant. Am Leben dieses einen Milliardärs ändert sich dadurch rein gar nichts.

      Das ist auch das Hauptargument bei der Sache: eine, zwei, zehn oder hundert Millionen ändern am Leben eines Millardärs rein gar nichts. Daher deckeln und damit das Leben der Gesellschaft verbessern, denn das Ändert das Lebensrealität von vielen.

      Kommentar


        #78
        Zitat von mehL Beitrag anzeigen

        Ja. Bei beiden Beispielen bin ich der Meinung, dass niemand mehr als eine Milliarde besitzen muss.
        Ob der jetzt eine Milliarde oder 1.01 Milliarden hat, das ist vollkommen irrelevant. Am Leben dieses einen Milliardärs ändert sich dadurch rein gar nichts.

        Das ist auch das Hauptargument bei der Sache: eine, zwei, zehn oder hundert Millionen ändern am Leben eines Millardärs rein gar nichts. Daher deckeln und damit das Leben der Gesellschaft verbessern, denn das Ändert das Lebensrealität von vielen.
        Der radikale Anhänger von neoklassischer Ökonomie würde dem entgegenhalten, dass in dem Fall das Harry Potter Buch oder die geniale Erfindung gar nicht entstehen würde bzw. der Anreiz für Andere wegfallen würde, etwas vergleichbares zu erschaffen. Mit anderen Worten, die Vorstellung man könnte einen gleich großen Kuchen anders verteilen, wenn man allen mit Vermögen >1Mrd den Überschuss abimmt (in welcher Form auch immer), wäre falsch. Vielmehr wäre im Ergebnis der ganze Kuchen kleiner, also der Wohlstand der Gesellschaft, wenn man so vorgehen würde.

        Natürlich braucht kein Mensch auf der Erde eine Milliarde oder mehr in Cash. Die Frage ist ob der Wohlstand der Gesellschaft unterm Strich profitieren würde, wenn man so vorgeht, wie du dir das vorstellst.

        Abgesehen davon ist das ja auch eine in überaus hohem Maße theoretische Debatte. In der Praxis gäbe es da eine Millionen Probleme in der Umsetzung, die ihre Durchführung de facto unmöglich machen. Was ist wenn mein Vermögen beinahe ausschließlich im Besitz von Immobilien besteht aber meine Liquidität niedrig ist. Oder ich habe ein Startup gegründet, an dem ich die Mehrheit halte und die Anteile sind nach einigen Jahren 3 Mrd. wert. Wie sollte das dann praktiziert werden? Zwangsverkauf? Muss ich die Kontrolle über mein eigenes Unternehmen abgeben? Ich teile die Unzufriedenheit mit dem Status quo aber die "Lösungsvorschläge" haben alle so dermaßen viele offensichtliche Haken, das ich so Forderungen immer schwierig finde.

        Kommentar


          #79
          Das neueste Harry Potter Buch würde ich tatsächlich nicht als gesellschaftlichen Gewinn sehen, aber darüber kann man ewig streiten. Die geniale Erfindung wäre in dem Zusammenhang aber das allererste Buch und nicht die 7. Fortsetzung davon.

          Kommentar


            #80
            Ist das nicht eine rein subjektive Wertung deinerseits? Impliziert nicht der Fakt, dass ein gewisser Anteil der Bevölkerung dem Buch soviel Wert beimisst, dass es bereit ist, dafür den angebotenen Preis zu bezahlen, dass es für die Gesellschaft einen Wert hat?

            Kommentar


              #81
              Eine Gesellschaft, in der der soziale Nutzen dem, der zweiten Milliarde überwiegt, das ist nicht vorstellbar?

              Kommentar


                #82
                Zitat von Cooki Beitrag anzeigen

                Natürlich hat der Staat das Postsystem aufgelegt, aber er hat es aber auch als kapitalistisches System aufgebaut und letztendlich eine AG draus gemacht. Genauso wie die Bahn oder das Telefonnetz.
                Dass diese Bereiche privatisiert wurden, ist eine der größten Sünden in den letzten Jahrzehnten. Und es ist übrigens auch ein Grund dafür, dass Dörfer schlechter angebunden sind, weil es finanziell ein Minusgeschäft ist, dort die Netze auszubauen. Wenn man also der Privatwirtschaft solche Entscheidungen überlässt oder ausschließlich nach kapitalistischen Prinzipien Ressourcen verteilt, dann hat man als Ergebnis, dass Zugstrecken brach liegen, dass Internetleitungen nicht gelegt werden, dass Postämter geschlossen werden. Du identifizierst also das Problem ganz richtig, nur deine Schlussfolgerung ist die falsche. Der Fehler ist nicht, dass jetzt der Staat zu wenig unterstützt, sondern der Fehler war zuvor überhaupt die Bahn und das Telefonnetz zu privatisieren. Wenn wir öffentlichen Verkehr und Kommunikation, Erreichbarkeit durch Telefon und Internet als Selbstverständlichkeiten ansehen, dann darf man nicht jede Entscheidung unter der Lupe des Gewinns machen. Die Polizei macht auch keinen Gewinn. Die Schule auch nicht. Es ist deshalb falsch diese Bereiche in die Hände der Privatwirtschaft zu geben, denn diese hat als einziges Interesse den Gewinn zu maximieren - und das wird endgültig immer zu Lasten derer geschehen, die keine Lobby haben.

                Kommentar


                  #83
                  Zitat von mejustme Beitrag anzeigen
                  juckt mich nicht mehr, wenn ich meine milliarde hab und die nicht mehr wachsen kann
                  Wenn jemand wirklich selber ein Unternehmen aufgebaut und damit seine erste Milliarde gemacht hat, dann wird er wollen, dass es weiter erfolgreich ist, egal, wieviel er dann daran verdient. Oder er ist der Arbeit müde, dann wird er das Unternehmen verkaufen oder verschenken. Wenn er nur Geschäftsführer ist, wird er ausgewechselt. Abgesehen braucht's auch keinen Cap, die Besteuerung kann ja auch massiv angezogen werden, ohne bei 100 % zu landen.

                  Kommentar


                    #84
                    Zitat von insideman_ Beitrag anzeigen

                    Der radikale Anhänger von neoklassischer Ökonomie würde dem entgegenhalten, dass in dem Fall das Harry Potter Buch oder die geniale Erfindung gar nicht entstehen würde bzw. der Anreiz für Andere wegfallen würde, etwas vergleichbares zu erschaffen. Mit anderen Worten, die Vorstellung man könnte einen gleich großen Kuchen anders verteilen, wenn man allen mit Vermögen >1Mrd den Überschuss abimmt (in welcher Form auch immer), wäre falsch. Vielmehr wäre im Ergebnis der ganze Kuchen kleiner, also der Wohlstand der Gesellschaft, wenn man so vorgehen würde.
                    Aber auch nur der. Du weißt doch garnicht, was der Antrieb ist. Muss es nur Geld sein? Eventuell würde JKR es auch genügen, Kinderherzen glücklich zu machen?

                    Zitat von insideman_ Beitrag anzeigen

                    Natürlich braucht kein Mensch auf der Erde eine Milliarde oder mehr in Cash. Die Frage ist ob der Wohlstand der Gesellschaft unterm Strich profitieren würde, wenn man so vorgeht, wie du dir das vorstellst.
                    Mit Umverteilung? Ziemlich sicher sogar! :)


                    Kommentar


                      #85
                      Zitat von JungevonOben_ Beitrag anzeigen

                      Aber auch nur der. Du weißt doch garnicht, was der Antrieb ist. Muss es nur Geld sein? Eventuell würde JKR es auch genügen, Kinderherzen glücklich zu machen?



                      Mit Umverteilung? Ziemlich sicher sogar! :)

                      woher kommt deine sicherheit? aus der vergangenheit ja sicher nicht. dort hat massive umverteilung immer zu armut geführt. also woher nimmst du die sicherheit?

                      Kommentar


                        #86
                        Zitat von mejustme Beitrag anzeigen
                        woher kommt deine sicherheit? aus der vergangenheit ja sicher nicht. dort hat massive umverteilung immer zu armut geführt.
                        Stimmt, zum Beispiel in Europa in den letzten Jahrzehnten. Die Umverteilung von unten nach oben hat zu Armut geführt.

                        Ich zitiere: "Übrigens zeigt sich auch im europäischen Vergleich: Wo es viele Einkommensarme gibt - also die Ungleichheit bei den Einkommen relativ hoch ist -, gibt es meist auch mehr absolute materielle Not." (https://www.spiegel.de/wirtschaft/so...a-1176890.html kein Meinungsartikel, sondern Auswertung von Daten)
                        https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-...ko-sozialstaat
                        https://www.spiegel.de/wirtschaft/so...a-1289678.html

                        Die Daten sind eindeutig. Je höher die Ungleichheit beim Einkommen, desto größer die Armut und vor allem desto mehr Menschen werden abgehängt. Ist ehrlich gesagt nichts neues und auch logisch, aber da ja anscheinend manche trotzdem das Gegenteil behaupten, muss man es ja nochmal dokumentieren.

                        Kommentar


                          #87
                          dir sollte klar sein, dass ich von extremer, kommunistisch orientierter umverteilung spreche. und das ist bei einer 100% besteuerung schon eine erste richtung dahin.

                          zu deinem artikel:
                          -armut kannst du auch jetzt schon besiegen, die regierung schwimmt im geld
                          -wenn du steueroasen platt machst, schwimmt sie in noch mehr geld
                          -die regierung weiß gar nicht wohin mit dem geld grade
                          -keine milliardäre ändern das alles nicht

                          du redest von unfair und milliardäre haben so viel und ungleicheit blablabla

                          fakt ist, bei ungleichheit wird sich auf den monetären aspekt fokussiert. interessanterweise habe ich grade einem meiner azubis eine aufgabe für ein referat gegeben gehabt, was dieses thema tangiert:
                          er soll sich den film wall street mit charlie sheen ansehen (30 Jahre alter film) und dort erörtern, wie die reichsten 1% dargestellt werden.

                          das ergebnis ist, er hat es nicht gerafft. alles was vor 30 jahren nur für die reichsten 1% erreichbar war, kann sich heute jeder hannes leisten.

                          -der tolle arschteure club ist heute jeder mc fit
                          -der tolle arschteure minifernseher, damit begeisterst du nur noch alte technik freaks
                          -das blutdruckmessgerät für zuhause. wtf kostet n max n 20er
                          -die nicht zu bekommenden zigarren aus kuba, die nicht mal die reichsten ohne beziehungen bekommen. heute online fürn 20er zu kaufen und morgen geliefert.

                          aber am auffälligsten war die szene, wo der regisseur darstellen wollte, wie charlie sheen es endlich in die reichsten 1% geschafft hat. was wurde in der szene gezeigt?

                          ein minibackofen, ein gefrierschrank, eine mikrowelle, eine spaghettimaschine.
                          das rafft doch heute niemand mehr, was der regisseur hier zeigen wollte., weil sich das jeder leisten kann.

                          der unglaubliche fortschritt wird von vielen einfach verkannt. und ja, auch milliardäre haben einen großen anteil daran gehabt.
                          es ist einfach keine praktikable lösung, das milliardär sein zu verbieten. vllt bin ich auch zu neoklassisch durch meine yale ausbildung indoktriniert worden, aber ich propagiere ja keine freie marktwirtschaft, sie darf ja sozial sein wie in deutschland. aber sie darf nicht noch sozialistischer werden.

                          Kommentar


                            #88
                            Wie groß der Anteil der Milliardäre am technischen Fortschritt ist, darüber haben wir glaube ich andere Ansichten. Aber davon ab: der springende Punkt ist dieser:

                            und ja, auch milliardäre haben einen großen anteil daran gehabt.

                            Du schreibst es richtig: gehabt. Warum müssen sie jetzt noch weiter damit ihr Bankkonto füllen, wenn das an ihrem Leben nullkommagarnichts ändert?
                            Wie gesagt, grenzenloses Wachstum ist doch nicht gottgegeben.

                            Ich bleibe dabei, wer wegen seiner Genialität und der Liebe zu seinem Unternehmen Milliardär geworden ist, der wird diesen Job auch voller Inbrunst bei einem Cap von einer Milliarde weiter machen.

                            Dieses 'Elite'-Denken finde ich einfach abstoßend. Ich war mal bei einem wirklich interessanten Vortrag von Götz Werner, dem Gründer von DM, der ja für das bedingungslose Grundeinkommen eintritt. Der Vortrag war an der Uni Mannheim, also einer der Adressen für BWL/VWL in Deutschland. Da hat er unter anderem erzählt, dass es keine Boni für die Marktleiter gibt. Da gab es dann diverse Nachfragen, wie das denn sein kann. Weil die Marktleiter müssen ja belohnt werden, wenn der Markt gut laufe. "Aber wie soll man das denn bemessen? DIe Kassierin macht doch auch einen guten Job. Oder die Frau, die die Regale einräumt. Wieso ist ein gut laufender Laden der Verdienst des Marktleiters? Wenn eine Baustelle vor dem Geschäft ist und die Zahlen schlecht, ist dann auch der Marktleiter schuld? Den Einfluss kann man doch gar nicht bemessen".

                            Aber diese Denkweise passte so gar nicht in die Sicht von vielen Studenten, da wurde ungelogen drei mal nachgefragt, wieso man denn die Marktleiter nicht belohne. Die sind ja schließlich dafür verantwortlich.
                            Wie gesagt, jeder ist ersetzbar, auch der Milliardär.

                            Kommentar


                              #89
                              und ja, auch milliardäre haben einen großen anteil daran gehabt.
                              mit dem satz meinte ich, dass die milliardäre großteils diesen fortschritt gebracht haben. und falls man keine milliardäre erlaubt hätte, dieser fortschritt so nicht gekommen wäre.

                              in dem punkt denken wir eben anders. empirisch belegen kann man ihn wohl schwer bis gar nicht.

                              /boni für marktleiter und auch für die kassiererin finde ich io.
                              das witzige ist ja, dass der kleine einzelhandelskaufmann marktleiter keine boni bekommt, aber wahrscheinlich das höhere management... so ist es zumindest bei den anderen läden. dm kp

                              //dein beispiel mit götz werner ist aber interessant und zeigt die augenwischerei.
                              warum will er das bedingungslose grundeinkommen? weil er danach einen starken gewinnzuwachs verzeichnen würde.
                              warum zahlt er keine boni an den kleinen einzelhandelskaufmann? um geld zu sparen.

                              man kann es aber immer schön verpacken
                              Zuletzt geändert von mejustme; 31.03.2020, 11:15.

                              Kommentar


                                #90
                                Zitat von mejustme Beitrag anzeigen
                                mit dem satz meinte ich, dass die milliardäre großteils diesen fortschritt gebracht haben. und falls man keine milliardäre erlaubt hätte, dieser fortschritt so nicht gekommen wäre.

                                in dem punkt denken wir eben anders. empirisch belegen kann man ihn wohl schwer bis gar nicht.

                                /boni für marktleiter und auch für die kassiererin finde ich io.
                                das witzige ist ja, dass der kleine einzelhandelskaufmann marktleiter keine boni bekommt, aber wahrscheinlich das höhere management... so ist es zumindest bei den anderen läden. dm kp

                                //dein beispiel mit götz werner ist aber interessant und zeigt die augenwischerei.
                                warum will er das bedingungslose grundeinkommen? weil er danach einen starken gewinnzuwachs verzeichnen würde.
                                warum zahlt er keine boni an den kleinen einzelhandelskaufmann? um geld zu sparen.

                                man kann es aber immer schön verpacken
                                Wir haben einfach ziemlich unterschiedliche Menschenbilder ;)

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X