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Nicht wirklich oder? Wenn man davon ausgeht, dass sich Symptome ca. ne Woche (was eher schnell wäre) nach Infektion zeigen und dann getestet wird, ist die Kurve schon massiv zurückgegangen, ohne dass die Auswirkungen einer Maßnahme der Regierung überhaupt erkennbar sein könnten.
Du siehst ja, dass die Kurve wellenförmig verläuft. Könnte also auch sein, dass ohne Maßnahmen das ganze in Wellen mit einem Durchschnittswert von 2,5 verlaufen wäre.
Das sind aber alles Hypothesen, die keiner beweisen oder widerlegen kann.
Derartig massive Wellen sehe ich auf dieser eingeschränkten Grafik jetzt nicht. Mir ist natürlich klar, dass der Rückgang ohne die Maßnahmen auf nen völlig unzureichenden Wert von R in der Richtung von 2 hätte stagnieren können. Trotzdem ist doch interessant, dass auch ohne den Lockdown schon ein massiver Rückgang von R zu sehen war und vielleicht kann man daraus für die vielleicht schon nahe Zukunft (2. Welle) lernen.
Ich will jetzt damit nicht darauf hinaus, mit dem Finger zu zeigen und all diese politischen Handlungen in Frage zu stellen.
Rechtfertigen will ich das mit Sicherheit auch nicht, aber man sollte entsprechend analysieren, warum das passiert. Und dafür gibt es Gründe. Einige davon nachvollziehbar, einige davon weniger nachvollziehbar.
e: noobhans: Ich hab "Steuerungskennzahl" extra in Anführungsstrichen gesetzt. Unabhängig davon, welche Kennzahl oder welches Kennzahlengerüst es gab oder nicht gab, wurde in der Kommunikation von absoluten Infektionen zur Verdopplungszeit zum R-Faktor zu Neuinfektionen pro Woche je 100.000 Einwohner gewechselt. Und das ist für den Bürger weder transparent noch nachvollziehbar. (ich rede hier nicht davon, ob das gerechtfertigt ist. Insbesondere der Wechsel zu den Neuinfektionen pro Woche ist eher politisch motiviert)
Die 800 m2 sind irgendwo gesetzlich definiert, ja. Aber es fehlt eine sachliche sowie juristisch valide Begründung, warum Geschäfte mit <800 m2 Fläche öffnen durften und Geschäfte mit >800 m2 Fläche nicht öffnen durften. Und warum einige Geschäfte mit >800 m2 wie Baumärkte und Autohäuser dennoch öffnen durften. Und die Begründung kann nicht sein "weil wir den Verkehr in den Innenstädten reduzieren wollten". Es hätte eine inhaltlich sachliche Begründung bedurft, warum aus epidemiologischer Sicht die ausschließliche Öffnung von kleinen Geschäften sinnvoll ist und warum diese Grenze von 800 m2 sachlich zu rechtfertigen ist (denn wir haben hier Gleichbehandlungsgrundsätze und keine Willkür). Deshalb wurde und wird diese Regelung auch zunehmend gekippt.
zum R-Faktor habe ich mich mehrfach geäußert. Der ist bei kleinen absoluten Neuinfektionen zu schwankungsanfällig und wird die Woche wieder unter 1 sinken. ("trotz weiterer Lockerungen")
Manchmal frag ich mich bei dir nach dem Grund dafür, warum du das Handeln der Regierung in der aktuellen Situation so kritisch siehst. Gibt sie dir Anlass dafür? Vertuschungen, offensichtliche Fehleinschätzungen? Würde mich einfach mal interssieren.
Manchmal frag ich mich bei dir nach dem Grund dafür, warum du das Handeln der Regierung so kritisch siehst. Gibt sie dir Anlass dafür? Vertuschungen, offensichtliche Fehleinschätzungen? Würde mich einfach mal interssieren.
Naja, generell kritisch demgegenüber zu stehen, finde ich nicht falsch. Die Regierung macht nunmal viele Fehler (nicht pauschal auf Corona bezogen), aber auch vieles richtig. Aber dafür ist hier der falsche Ort.
Naja, generell kritisch demgegenüber zu stehen, finde ich nicht falsch. Die Regierung macht nunmal viele Fehler (nicht pauschal auf Corona bezogen), aber auch vieles richtig. Aber dafür ist hier der falsche Ort.
War auch nur auf Corona bezogen. Mir mag es egal sein. Ich diskutiere gerne, wenn jemand mit sachlichen Argumenten kommt.
War auch nur auf Corona bezogen. Mir mag es egal sein. Ich diskutiere gerne, wenn jemand mit sachlichen Argumenten kommt.
In dem Fall geht es mir eher darum zu verstehen, warum Menschen sich von der Regierung bzw. dem aktuellen Kurs distanzieren oder das Vertrauen verlieren.
Persönlich finde ich es erst einmal sehr richtig, die Kontaktbeschränkungen früh eingeführt zu haben, um Sich Zeit zu kaufen und das Gesundheitssystem zu schützen. Kritisch sehe ich vor allem die Kommunikation und die lange fehlende Perspektive für die Gesellschaft und Wirtschaft. Das habe ich ja bereits mehrfach ausgeführt. Und im Endeffekt tritt das jetzt genau ein: Länder und Kommunen machen Druck auf auf Bund, da deren Einnahmen massiv einbrechen. Die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben werden nun plötzlich doch sehr schnell wieder hochgefahren entgegen der ursprünglichen vorsichtigen Vorgehensweise. Der R-Faktor ist für die Steuerung nun faktisch obsolet. Das ist halt alles nicht sehr konsistent und ehrlich. Sicher ist das zum Teil Ergebnis des politischen und wirtschaftlichen Drucks, aber das war halt absehbar.
Sicher ist das zum Teil Ergebnis des politischen und wirtschaftlichen Drucks, aber das war halt absehbar.
Naturlich war ein Schaden und Druck absehbar, aber es gab doch gar keine Alternative? Natürlich brechen Wirtschaftszweige und -branchen ein. Das war nicht zu vermeiden. Aber beispielsweise hat die schnelle finanzielle Hilfe in meinen Augen erstmal gut funktioniert.
Das du nicht 100% des Schadens abwenden kannst, ist klar. Das Firmen leider pleite gehen werden, auch. Das es Menschen geben wird, die aktuell nicht genug Geld verdienen um laufende Kosten zu decken, lässt sich auch nur schwer vermeiden.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine neue Kennzahl zur Ausbreitung des Coronavirus angekündigt. Künftig wird das Institut auch eine sogenannte geglättete Reproduktionszahl angeben. Der Grund: Die Reproduktionszahl R lag in den vergangenen Tagen über eins, obwohl die Zahl der Neuinfektionen gesunken ist.
Ich hab "Steuerungskennzahl" extra in Anführungsstrichen gesetzt. Unabhängig davon, welche Kennzahl oder welches Kennzahlengerüst es gab oder nicht gab, wurde in der Kommunikation von absoluten Infektionen zur Verdopplungszeit zum R-Faktor zu Neuinfektionen pro Woche je 100.000 Einwohner gewechselt. Und das ist für den Bürger weder transparent noch nachvollziehbar. (ich rede hier nicht davon, ob das gerechtfertigt ist. Insbesondere der Wechsel zu den Neuinfektionen pro Woche ist eher politisch motiviert)
Warum soll das für den Bürger weder transparent noch nachvollziehbar sein? Die Verschiebung der Verantwortung vom Bund auf die Länder wurde doch breit diskutiert. Das haben die Länder eben so durchgedrückt. Natürlich kommen mit neuen Kompetenzen auch neue Methoden. Du hängst leider viel zu sehr an dem Mythos, den ich vor einigen Seiten schon versucht habe aufzuklären: dass sich politische Entscheidungen ausschließlich an einer "Steuerungskennzahl" orientiert hätten. Das Gegenteil war der Fall.
Die 800 m2 sind irgendwo gesetzlich definiert, ja. Aber es fehlt eine sachliche sowie juristisch valide Begründung, warum Geschäfte mit <800 m2 Fläche öffnen durften und Geschäfte mit >800 m2 Fläche nicht öffnen durften. Und warum einige Geschäfte mit >800 m2 wie Baumärkte und Autohäuser dennoch öffnen durften. Und die Begründung kann nicht sein "weil wir den Verkehr in den Innenstädten reduzieren wollten". Es hätte eine inhaltlich sachliche Begründung bedurft, warum aus epidemiologischer Sicht die ausschließliche Öffnung von kleinen Geschäften sinnvoll ist und warum diese Grenze von 800 m2 sachlich zu rechtfertigen ist (denn wir haben hier Gleichbehandlungsgrundsätze und keine Willkür). Deshalb wurde und wird diese Regelung auch zunehmend gekippt.
Damit haben wir doch nun festgestellt, dass die Zahl eben nicht "willkürlich festgelegt" wurde. Dass das juristisch nicht haltbar ist (wie viele schwammige Regulierungen) war den Beteiligten Experten sicher klar. Dass eine Autowerkstatt sowie ein Baumarkt (Arbeitsmaterial für Reparaturen u. Handwerker) geöffnet hatten, macht auch Sinn. Wie gesagt: Irgendwie muss man eben Kompromisse zwischen ganz ganz vielen Bedürfnissen machen. Das ist extrem schwer, im Gegensatz zu "i told you so" - das ist extrem einfach. Und dazu gehört auch eine Prise Pragmatismus, in dem man z.B. kleinen u. tendenziell Kleinunternehmer gehörenden Geschäfte wieder öffnet.
Wenn Du Gründe für die sich aufheizende Stimmung suchst, würde ich eher mal nach den sozialen Verwerfungen schauen, die durch covid19 entstanden oder sichtbar geworden sind. Die Kommunikation der Bundesregierung - wir können uns hier meiner Meinung nach wirklich sehr glücklich schätzen - hat damit wenig zu tun.
Was soll man zu Ken Jebsen sagen? Ist halt ein faktenferner Rattenfänger & Wissenschaftsleugner mit antisemitischen Tendenzen. Traurig genug, dass so viele Leute drauf reinfallen.
Derartig massive Wellen sehe ich auf dieser eingeschränkten Grafik jetzt nicht. Mir ist natürlich klar, dass der Rückgang ohne die Maßnahmen auf nen völlig unzureichenden Wert von R in der Richtung von 2 hätte stagnieren können. Trotzdem ist doch interessant, dass auch ohne den Lockdown schon ein massiver Rückgang von R zu sehen war und vielleicht kann man daraus für die vielleicht schon nahe Zukunft (2. Welle) lernen.
Ich will jetzt damit nicht darauf hinaus, mit dem Finger zu zeigen und all diese politischen Handlungen in Frage zu stellen.
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