Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Wirtschaftskompetenz Altmaier

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Wirtschaftskompetenz Altmaier

    Bei Maybrit Illner 26.09.19:
    Altmaier
    "wenn sie Marktwirtschaft erlauben, dann werden einige Menschen reicher werden, sie werden mehr Wohlstand haben. Das geht dann zu Lasten von anderen, weil die Summe ja 0 sein muss"

    WTF. Wieso wird man mit so einer Einstellung Wirtschaftsminister. Nicht dass es ein fulminantes Missverständnis ist, nein, mit solcher Denkweise bin ich doch nicht bei der CDU.



    #2
    überrascht mich jetzt nicht, dass er sich da schonmal verplappert. er hat (bedingt durch das maue wachstum derzeit) im kern aber auch nicht unrecht.

    die wachstumsrate der großen einkommen liegt schon seit jahrzehnten über der wachstumsrate der weltwirtschaft. folglich muss automatisch auch jemand relatives einkommen verlieren. (gleiches für die vermögen)

    hier zahlen dazu aus den usa:

    (aus diesem ny-times artikel)

    weiter zu seiner verteidigung: das mit dem wachstum hapert jetzt auch schon seit jahren gewaltig.

    wir haben weltweit das vielleicht beste investitionsklima der geschichte, negativzinsen auf staatsanleihen + im letzten jahrzehnt direkte werpapierkäufe durch zentralbanken in höhe von mittlerweile ~14billionen $.

    trotzdem ist die investitionsquote in der privatwirtschaft ziemlich mau, steigen tun eigentlich nur die aktienrückkäufe.

    irgendwas ist gewaltig broken in der angebotsorientierten wirtschaftstheorie und wenn man so ein bisschen die zentralbankpolitik verfolgt fehlen dort solangsam die ideen.
    Zuletzt geändert von BoLo; 27.09.2019, 19:15.

    Kommentar


      #3
      dass es grade kriselt, wird so gut wie niemand leugnen. das gehört dazu. hat ja nicht unmittelbar was mit der nullsummentheorie zu tun. wenn man die nullsummentheorie für voll nimmt, dann dürfte es gar kein wachstum geben. dann hätten im umkehrschluss durch aufstieg z.B. china/südkorea andere länder verrecken müssen. wenns richtig läuft ist es eben ne win/win situation mit synergien etc.


      die wachstumsrate der großen einkommen liegt schon seit jahrzehnten über der wachstumsrate der weltwirtschaft. folglich muss automatisch auch jemand relatives einkommen verlieren. (gleiches für die vermögen)
      sehe ich nicht so. mal plastisches beispiel:

      dein dorf generiert jedes jahr 100x
      davon bekommst du jährlich 10x
      das dorf hat 0 wachstum, es generiert immer wieder 100x
      dein reichtum wächst hingegen jedes jahr

      wieso sollte vermögen nicht schneller wachsen als die wirtschaft? die wirtschaft generiert doch auch mit stagnation immer noch dieselbe leistung wie im vorjahr.

      wirtschaftsleistung ist ja eine stromgröße, das vermögen eine bestandsgröße

      / achso einkommen hast du ja auch geschrieben. die steigenden einkommen können ebenso aus dem substanzwert vermögen kommen, sodass kein anderer einkommen verlieren müsste, obwohl die einkommen stärker steigen als das wirtschaftswachstum
      Zuletzt geändert von mejustme; 27.09.2019, 19:45.

      Kommentar


        #4
        Zitat von mejustme Beitrag anzeigen
        dass es grade kriselt, wird so gut wie niemand leugnen.
        wo kriselt es? es ist fette fette party, längster bullmarket der us-geschichte. ist nur nicht jeder eingeladen.

        BOIII

        Zitat von mejustme Beitrag anzeigen
        wieso sollte vermögen nicht schneller wachsen als die wirtschaft? die wirtschaft generiert doch auch mit stagnation immer noch dieselbe leistung wie im vorjahr.

        wirtschaftsleistung ist ja eine stromgröße, das vermögen eine bestandsgröße
        mit "gleiches für die vermögen" meinte ich offensichtlich: analog auf vermögen anwenden.
        nicht: das eine mit dem anderen vergleichen vergleichen.
        der prozentuale vermögenszuwachs einiger weniger übersteigt den weltweiten jährlichen prozentualen vermögenszuwachs bei weitem.
        dazu: "wikipedia"


        das einkommen ist eine funktion der wirtschaftsleistung (deswegen wollen wir ja immer mehr wachstum!).
        2014 ist die US-wirtschaftsleistung um 2,6% gestiegen, dazu die bevölkerung um 0,8%.
        theoretisch könnte auch der anteil der einkommen am BIP gestiegen oder gesunken sein. trotzdem sagt die darstellung eindeutig, dass einige wenige überproportional und viele andere unterproportional am wachstum teilhaben.

        übrigens sind die politischen folgen meiner meinung nach weltweit gerade eindrucksvoll zu beobachten.

        aber noch ist die party nicht vorbei!
        Zuletzt geändert von BoLo; 27.09.2019, 23:27.

        Kommentar


          #5
          Zitat von BoLo Beitrag anzeigen
          wo kriselt es? an den märkten ist fette fette party, längster bullmarket der us-geschichte
          das stimmt. meinte das gesamtbild. niedrigzinsdruck, südeuropa, zölle

          Zitat von BoLo Beitrag anzeigen
          trotzdem sagt die darstellung eindeutig, dass einige wenige überproportional und viele andere unterproportional am wachstum teilhaben.
          das bestreite ich nicht.

          nur mmn wird das vermögen in den medien zu undifferenziert dargestellt.
          die reichsten prozente haben das geld ja nicht unter dem kopfkissen. das sind ja werte, die arbeiten.

          die rocket beans zb sind am marktwert gemessen auch multimillionäre. das kapital ist aber gebunden und die leben wahrscheinlich wie studenten. und dieses gebundene kapital (was als vermögen dargestellt wird) gibt mehreren leuten arbeit und euch entertainment

          Kommentar


            #6
            rocketbeans jetzt nicht unbedingt das beste beispiel, ich würde die jetzt nicht unbedingt zum problematischen vermögen zählen.
            ich würde nicht mal jeff bezos notwendigerweise zum problematischen vermögen zählen (ich würde das vermögen offensichtlich progressiv besteuern, wenn er dann doch irgendwann 130milliarden hat - gut für ihn)

            das größte problem ist meiner meinung nach die weitgehend steuerfreie vererbung von milliardenvermögen. das hat nichts mit leistungsgesellschaft zu tun sondern ist eine art neofeudalismus.
            das haben auch einige personen entsprechend begriffen (buffett, gates etc.), die ihr vermögen zum großteil nicht an ihre nachkommen vererben (auch wenn ich es offensichtlich lieber in der hand der gesellschaft als einer privaten stiftung sehen würde).

            und deren erben müssen trotzdem nicht am hungertuch nagen.

            bevor jetzt jemand mit unseren guten deutschen familienunternehmen kommt:
            es gibt auch möglichkeiten, den größten teile der wirtschaftlichen entwicklung eines unternehmens der gesellschaft/den mitarbeitern zu vererben, die kontrolle über das unternehmen aber trotzdem in der familie zu bewahren (non-voting shares z.B.).
            Zuletzt geändert von BoLo; 27.09.2019, 20:25.

            Kommentar


              #7
              die rocket beans sollten nur als beispiel zu erklärung dienen.

              ich persönlich bin gegen eine besteuerung von substanz, finde den pflichtanteil bei der erbschaft aber problematisch.

              wenn ich vor habe, millionär zu werden und alles an meinem todeszeitpunkt einer stiftung zu übergeben, ist mir das nicht gegönnt. die hälfte MUSS an die kinder. das finde ich viel schlimmer.

              Kommentar


                #8
                Nun ja, der Pflichtanteil schützt die Kinder vor tyrannischen Eltern. Gleichzeitig sollte eine Besteuerung in meinen Augen dafür sorgen, dass es eben nicht zu diesen neofeudalen Verhältnissen kommt. Persönliche finde ich den Ansatz "Pflichtanteil zum Schutz der Kinder und starke Besteuerung darüber hinaus" eigentlich als besten Kompromiss aus Interessen der Kinder/Familie und Ineresse der Gesellschaft.

                Ich allerdings sehe nicht, dass ein Mensch auf 130 Mrd. sitzen muss, und ich sehe auch nicht, warum ein Mensch ein Recht darauf haben sollte, das 100000-Fache eines "normalen" Menschen zu besitzen. Das ist keine Neid-Frage – von mir aus können Leute Glück und Skill haben und dadurch viel reicher als normale Menschen sein. Aber irgendwo ist auch mal gut, als volkswirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Gründen. Wenn die jetztigen fiskalischen Instrumente das nicht gewährleisten können, müssen sie eben nachjustiert werden.
                Zuletzt geändert von OrdentlichUndFromm; 28.09.2019, 13:18.

                Kommentar

                Lädt...
                X