im heute journal gestern hatten sie einen guten beitrag zu afd-wählern in einem "ost-kaff", das 50% afd gewählt hat. sind keine nazis - oder verdammt gute schauspieler :P - sondern leute, die sich mit ihren sorgen (in diesem fall insbesondere schließung eines kohlebaus und allem was damit verbunden ist) von den anderen parteien nicht verstanden fühlen. // ich finde das etwas seltsam, weil mMn zumindest cdu/spd da durchaus was anbieten // die afd ist da mit ihren alles-soll-bleiben-wie-es-ist-ihr-grünversifften-altparteien-parolen eine hoffung
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Dass die Politik vieles versäumt hat, gerade (um bei deinem Beispiel zu bleiben) in Richtung Energiewende und Arbeitsplätze ist unbestreitbar. Aber andererseits sollte man sich fragen, ob es der richtige Weg ist, eine rechtsradikale Partei mit all ihren Ansichten und politischen Forderungen zu wählen, weil diese eben sich für den Kohlebau einsetzen. Das ist politisch gesehen einfach falsch gedacht. Und das man diese Leute nicht abholt oder Alternativen (haha) anbietet aus Sicht der bisher etablierten Parteien, ist eig. das große politisch-gesellschaftliche Versäumnis, welches zum Status Quo zumindest beiträgt. Ich will nicht sagen "brauchen sich nicht wundern wenn dort AfD gewählt wird", weil ich diese Denkweise für falsch und kurzsichtig halte, aber es ist leider nicht das erste Mal, das aufgrund solcher Ursprungsprobleme eine "zweifelhafte" Partei gewählt wird. Gabs doch in der EU zu Genüge in den letzten Jahren. Man muss endlich anfangen diese Leute abzuholen, das ist eben von Jahr zu Jahr schwieriger, den idealen Zeitpunkt hat man sicher verpasst, aber einfach 27,5% Bevölkerung eines Bundeslandes aufzugeben, ist halt genauso der falsche Weg (und so kommt es bzgl. der angebotenen politischen Programme dort ein wenig rüber)Zitat von ramses Beitrag anzeigenim heute journal gestern hatten sie einen guten beitrag zu afd-wählern in einem "ost-kaff", das 50% afd gewählt hat. sind keine nazis - oder verdammt gute schauspieler :P - sondern leute, die sich mit ihren sorgen (in diesem fall insbesondere schließung eines kohlebaus und allem was damit verbunden ist) von den anderen parteien nicht verstanden fühlen. // ich finde das etwas seltsam, weil mMn zumindest cdu/spd da durchaus was anbieten // die afd ist da mit ihren alles-soll-bleiben-wie-es-ist-ihr-grünversifften-altparteien-parolen eine hoffung
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Eben. Die Geschichte hat schon immer gezeigt, dass Unzufriedenheit dazu führt, dass extreme gewählt/unterstützt wurden. Deshalb bringt es auch nichts mit dem Finger auf sie zu zeigen und sie abzuschreiben. Man muss die Leute zurück an Bord holen, ansonsten geht die Abwärtsspirale (gute Ergebnisse für die AfD) immer weiter.Zitat von Winterheart1 Beitrag anzeigen
Dass die Politik vieles versäumt hat, gerade (um bei deinem Beispiel zu bleiben) in Richtung Energiewende und Arbeitsplätze ist unbestreitbar. Aber andererseits sollte man sich fragen, ob es der richtige Weg ist, eine rechtsradikale Partei mit all ihren Ansichten und politischen Forderungen zu wählen, weil diese eben sich für den Kohlebau einsetzen. Das ist politisch gesehen einfach falsch gedacht. Und das man diese Leute nicht abholt oder Alternativen (haha) anbietet aus Sicht der bisher etablierten Parteien, ist eig. das große politisch-gesellschaftliche Versäumnis, welches zum Status Quo zumindest beiträgt. Ich will nicht sagen "brauchen sich nicht wundern wenn dort AfD gewählt wird", weil ich diese Denkweise für falsch und kurzsichtig halte, aber es ist leider nicht das erste Mal, das aufgrund solcher Ursprungsprobleme eine "zweifelhafte" Partei gewählt wird. Gabs doch in der EU zu Genüge in den letzten Jahren. Man muss endlich anfangen diese Leute abzuholen, das ist eben von Jahr zu Jahr schwieriger, den idealen Zeitpunkt hat man sicher verpasst, aber einfach 27,5% Bevölkerung eines Bundeslandes aufzugeben, ist halt genauso der falsche Weg (und so kommt es bzgl. der angebotenen politischen Programme dort ein wenig rüber)
Klar isses scheiße und ekelhaft, aber wenn man die Leute abstempelt, dann drückt man sie noch weiter in den Sumpf. Wozu das führt sieht man zB an Italien.
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Bitte Hubschrauber einfach ignorieren, auch wenn es schwer fällt. Alles andere ist verschwendete Lebenszeit.Zitat von MyLife4IU Beitrag anzeigenselbst wenn ud dich nur auf die aussage von wagenknecht beziehst: ?!?!?!?!?!?!?!?!
jede partei wird wähler haben die rassistisches gedankengut gut heißen. der unterschied liegt doch darin ob man eine partei untersützt die ganz offensichtlich die ansichten teilt und auch ihre politik auf der basis dieser macht.
Sorry Leute, aber "wir müssen die Leute abholen" funktioniert nicht und ist das falsche Signal. Viele Menschen wählen wissentlich Rechtsextreme, Punkt. Da gibt es nichts zu relativieren. Die Protestwähler-gruppe ist nach meiner Erfahrung nicht so hoch, wie hier viele denken. Es gibt sie, aber es sind nicht 27,5 Prozent.Zitat von kidi Beitrag anzeigen
Eben. Die Geschichte hat schon immer gezeigt, dass Unzufriedenheit dazu führt, dass extreme gewählt/unterstützt wurden. Deshalb bringt es auch nichts mit dem Finger auf sie zu zeigen und sie abzuschreiben. Man muss die Leute zurück an Bord holen, ansonsten geht die Abwärtsspirale (gute Ergebnisse für die AfD) immer weiter.
Klar isses scheiße und ekelhaft, aber wenn man die Leute abstempelt, dann drückt man sie noch weiter in den Sumpf. Wozu das führt sieht man zB an Italien.
Ich hatte in den letzten Jahren immer wieder die zweifelhafte Ehre, im ländlichen Sachsen mit AfD-Wählern zu diskutieren. Was da an Hass, Rassismus, Homophobie und Antifeminismus vorherrscht, ist extrem und schockierend. Schon Grundschüler kommen mit übelsten Schimpfwörtern für ihre ausländischen Mitschüler um die Ecke. Die Menschen sind ideologisch gefestigt, da kommt man auch kaum/nicht mehr ran.
Mir ist bewusst, dass die bekannten Probleme eine große Rolle spielen: Ostdeutsche sind immer noch Bürger zweiter Klasse, der ländliche Raum ist teilweise am Arsch, die Treuhandproblematik ist nie aufgearbeitet worden, es gibt kaum Industrie, die Löhne sind beschissen, allgemein leiden die Menschen unter einem neoliberalen Kapitalismus und so weiter.. Aber man muss klar benennen, dass viele Leute im Osten die AfD nicht aus Protest wählen, sondern weil sie deren Weltbild wirklich gut finden und teils noch extremer denken. Da stecken teilw. jahrzehntelange Radikalisierungsprozesse dahinter. Die wählen nicht anders, nur weil man sie "abholt" und den Lehrermangel behebt und eine Breitbandleitung baut. Das sieht man auch jetzt schon daran, dass die AfD oft in so bürgerlichen Bilderbuch-örtchen wo nichts passiert und jeder ein Eigenheim hat sehr hohe Ergebnisse erzielt. Auch die sächsische CDU steht bzw. stand immer weit rechts. Und Gebiete mit ähnlichen Problemen gibt es auch im Westen: dort wird dann tendenziell auch mehr AfD gewählt, aber eben nicht in dieser Höhe.
Siehe: https://www.pnn.de/hirschfeld-in-bra.../24970544.html
> Null Flüchtlinge, aber 50,6 Prozent AfDZuletzt geändert von noobhans; 03.09.2019, 12:10.
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Sehe da eher ne Mischung. Einige AfDler werden Rassisten sein, andere merken wiederum, dass ihr Drecksloch unter der Verwaltung etablierter Parteien nicht besser wird und erhoffen sich mit der Wahl von Grenzgängern so Besserung. Doch auch die werden erkennen, dass es selbst mit Blau an der Macht nicht besser werden würde. Leute mit viel altem Geld wählen auch die AfD, aber die klammer ich mal aus. Davon wird es in Sachsen nicht ausschlaggebend viele geben.Zitat von noobhans Beitrag anzeigen
Mir ist bewusst, dass die bekannten Probleme eine große Rolle spielen: Ostdeutsche sind immer noch Bürger zweiter Klasse, der ländliche Raum ist teilweise am Arsch, die Treuhandproblematik ist nie aufgearbeitet worden, es gibt kaum Industrie, die Löhne sind beschissen, allgemein leiden die Menschen unter einem neoliberalen Kapitalismus und so weiter.. Aber man muss klar benennen, dass viele Leute im Osten die AfD nicht aus Protest wählen, sondern weil sie deren Weltbild wirklich gut finden und teils noch extremer denken. Da stecken teilw. jahrzehntelange Radikalisierungsprozesse dahinter. Die wählen nicht anders, nur weil man sie "abholt" und den Lehrermangel behebt und eine Breitbandleitung baut. Das sieht man auch jetzt schon daran, dass die AfD oft in so bürgerlichen Bilderbuch-örtchen wo nichts passiert und jeder ein Eigenheim hat sehr hohe Ergebnisse erzielt.
Gegen das Aufkommen der AfD kann man nur das tun, was bereits getan wird. Ansonsten ist eigentlich nur die Realität der beste Lehrer.Zuletzt geändert von highkickharald; 03.09.2019, 11:57.
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@noobhans: Du magst mit vielem Recht haben. Dein Grundargument ist aber widersprüchlich. Dein Vorwurf gegenüber Afd-Wählern ist verallgemeinert Chauvinismus. Du willst diesen Menschen deswegen ebenfalls mit Abgrenzung (klingt bei Formulierungen wie ""wir müssen die Leute abholen" funktioniert nicht" zumindest so) aufgrund ihrer Gesinnung begegnen. --> ebenfalls Chauvinismus.
Der infinitie Regress hier ist offensichtlich, denke ich.
Ich stimme dir zu, dass politische Zusammenarbeit undenkbar ist. Wir sind allerdings nich nur politische Wesen und in dem Moment, wo du anfängst kategorisch Menschen auszuschließen, muss ich dir mit aller Härte widersprechen.
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Ideologisch gefestigte Neonazis würde ich tatsächlich abschreiben. In meinen Augen ist die Verweigerung zur Zusammenarbeit, Diskussion etc. mit diesen Menschen kein Chauvinismus.
Dass man sicherlich Menschen "abholen" kann und muss ist mir klar. Auch, das Dinge wie die Treuhand endlich aufgearbeitet werden müssen, oder die diskriminierenden Vorurteile ggü. Ostdeutschen in unserer Gesellschaft. Mir war wichtig, dass der Anteil dieser Menschen an den 27,5% aber meiner Erfahrung nach nicht so hoch ist, wie hier manche vermuten, sondern es in Sachsen ein handfestes Problem mit Rechtsextremismus gibt, welches sich durch alle Schichten, Strukturen, Behörden zieht, und welches auch nicht über Nacht entstanden ist.
Wenn man also Argumente wie "wir müssen die Menschen abholen" anbringt, dann geht das immer nur mit dem zusätzlichen Verweis auf das gravierende Rechtsextremismusproblem. Alles andere klingt für mich immer nach Verharmlosung bzw. Unterschlagung. Auch diese Menschen hatten ganz offensichtlich kein Problem Menschen mit rechtsextremen Biographien zu wählen.
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Einfach mal lesen, dann versteht man's etwas besser. In der DDR wurde so getan als gäbs keine Nazis, das waren nur Rabaukenjungs, die das gemacht haben, "was Jungs in dem Alter nun Mal so tun".
ZEIT ONLINE: Was haben diese Leute dann gewählt, bevor es die AfD gab?
Cantoni: Gar nicht. Ein großer Teil der AfD-Stimmen kommt von Nichtwählern. Auch da sehen wir eine Korrelation. Orte, die in den Dreißigerjahren Nazihochburgen waren, hatten lange Zeit eine eher niedrige Wahlbeteiligung. In diesen Orten ging die Wahlbeteiligung dann zwischen 2013 und 2017 hoch, zugunsten der AfD, während in Deutschland als Ganzes die Wahlbeteiligung eher abnahm.ZEIT ONLINE: In Ostdeutschland war das AfD-Wahlergebnis 2017 überall sehr hoch. Doch es gibt große Unterschiede, wie stark die NSDAP in den verschiedenen ostdeutschen Landschaften gewählt wurde. Wie passt das zu Ihrer These der Kontinuität?
Cantoni: In Ostdeutschland ist das Niveau des AfD-Ergebnisses überall mindestens zehn Prozentpunkte höher als in Westdeutschland. Aber auch innerhalb von Ostdeutschland gibt es schon Unterschiede, je nach dem, wie dort in den Dreißigerjahren gewählt wurde. Wenn man dann wieder auf die Ebene der einzelnen Gemeinden zoomt, zeigt sich, dass die Korrelation meistens sehr hoch ist. Die ostdeutschen Bundesländer passen noch sehr viel besser zu unserer Hypothese als zum Beispiel Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit im Osten eine andere war als in Westdeutschland.Der Historiker Davide Cantoni hat Wahlergebnisse in 11.000 Gemeinden untersucht. Sein Ergebnis: Es gibt eine Kontinuität in der Vorliebe für extrem rechte Parteien.Zuletzt geändert von Ehrenmars; 03.09.2019, 17:12.
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und wie differenzierst du zwischen ideologisch gefestigten neonazis und afd-waehlern, welche man mit politischem diskurs noch zurueckholen kann?Zitat von noobhans Beitrag anzeigenIdeologisch gefestigte Neonazis würde ich tatsächlich abschreiben. In meinen Augen ist die Verweigerung zur Zusammenarbeit, Diskussion etc. mit diesen Menschen kein Chauvinismus.
Dass man sicherlich Menschen "abholen" kann und muss ist mir klar. Auch, das Dinge wie die Treuhand endlich aufgearbeitet werden müssen, oder die diskriminierenden Vorurteile ggü. Ostdeutschen in unserer Gesellschaft. Mir war wichtig, dass der Anteil dieser Menschen an den 27,5% aber meiner Erfahrung nach nicht so hoch ist, wie hier manche vermuten, sondern es in Sachsen ein handfestes Problem mit Rechtsextremismus gibt, welches sich durch alle Schichten, Strukturen, Behörden zieht, und welches auch nicht über Nacht entstanden ist.
Wenn man also Argumente wie "wir müssen die Menschen abholen" anbringt, dann geht das immer nur mit dem zusätzlichen Verweis auf das gravierende Rechtsextremismusproblem. Alles andere klingt für mich immer nach Verharmlosung bzw. Unterschlagung. Auch diese Menschen hatten ganz offensichtlich kein Problem Menschen mit rechtsextremen Biographien zu wählen.
ich gebe dir recht, leute die aus tiefster, rassistischen ueberzeugung die AfD waehlen, sind zu argumentativen gespraechen und diskussionen die ihre meinung erschuettern wuerden nicht bereit. also ehrlich gefragt: wie stellst du dir eine sinnvolle strategie bzgl dem rechtsextremismus problem "im osten" vor? meiner meinung nach muessen an den richtigen punkten angesetzt werden, die eben gerade rassismus nicht anpacken. ich bin vmtl nicht so tief in der materie drin wie du, aber von den beitraegen, artikeln und auch teils pers. gespraechen laesst sich fuer mich urteilen, dass viele menschen existenzielle angst bzgl zukunft haben. sei es die energiewende, bei denen die angst um arbeitsplaetze einhergeht, klimawandel, etc.
ich glaube nicht, dass diese menschen per se tiefste rassisten sind, die aus diesem grunde die AfD waehlen, allerdings nehmen sie rassismus in kauf, wenn sie eine partei waehlen, die ihre angst vor den anderen problemen adressiert. mir ist klar, dass mit der wahl der AfD solche menschen den rassismus genauso unterstuetzen aber ich wuerde nicht sagen, dass diese menschen generell ein problem mit auslaendern haben. sie nehmen die politik gegen diese in kauf, wuerden aber selbst nicht mit dem finger auf auslaender zeigen.
zmd ist das meine bisherige erfahrung oder das was ich eben in dieser ganzen debatte so mitbekommen habe. muss aber dazu sagen, dass ich nicht grossartig "ost-kundig" bin, aber die grundthematik nachvollziehen kann, da ich ebenfalls auf nem provinziellen kaff grossgeworden bin im sueden deutschlands, bei denen sich diese dorffest-erfahrungen und links-rechts jugend genauso projizieren laesst. NPD war in dem kaff (bawue) uerbrigens damals die dritt meistgewaehlte partei.
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