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    #31
    Eher wird es Keira schaffen Nachkommen zu zeugen, als dass Berlin ausreichend dedizierte Radspuren bekommt.

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      #32
      Immer wenn ich bei Diskussionen rund um das Thema Mobilität von Leuten aus Berlin, Hamburg oder München höre wie schlecht alles ist muss ein ein wenig weinen. Klar ist das alles richtig was geschrieben wird aber ich glaube das auch heute in diesen Städten ÖPNV technische ein bisschen was möglich ist, wenn auch sicherlich nicht für jeden und in jeder Situation.

      Wenn ich das allerdings mit der Situation hier im Ruhrgebiet vergleiche würde ich gerne eure Probleme haben. Es ist einfach völlig untragbar dass in einer so großen Region mit über 2 Millionen Einwohnen nur im Kernbereich ÖPNV technisch einfach absolute Steinzeit herrscht. Innerhalb der einzelnen Städte sind die Probleme grundsätzlich die gleichen wie in den großen Metropolen, nur auf etwas kleinerem Niveau. Fakt ist aber, dass in der Realität zwischen den Städten in vielen Fällen keine Grenzen bestehen, das gilt für den ÖPNV aber nicht.

      Ich wohne jetzt seit ca. 7 Jahren in Essen, Luftlinie von hier zum HBF sind schätzungsweise etwas unter 3 Kilometer. Wenn ich da hin will laufe ich 7-8 Minuten zu Bus mit dem ich dann innerhalb von knapp 20 Minuten am HBF bin (wenn alles klappt). Dieser Bus fährt 2 Stunden am Tag alle 10, ansonsten alle 20 und ab 18:30 alle 30 Minuten. Und da fängt das Problem schon an. Ein 30 minütiger Bustakt ist selbst in einer Stadt mit "nur" 580.000 Einwohnern einfach völlig unbrauchbar. und 18:30 Uhr ist ja jetzt auch nicht mitten in der Nacht.

      Am schlimmsten wird es aber, wenn man die Stadt verlassen muss. Ich fahre momentan drei mal die Woche zur Arbeit nach Bochum, in der Regel mit dem ÖPNV. Das dauert von Tür zu Tür wenn alles klappt recht exakt eine Stunde auf dem Hinweg und (wegen der Tollen Taktung nach 18:30 Uhr) knapp 80 Minuten auf dem Rückweg. Dabei kann ich in Bochum vom HBF aus sogar laufen müsste ich da nochmal umsteigen würde sich das ganze noch länger ziehen. Mit dem Auto oder dem Motorrad dauert der Hinweg 25, der Rückweg knapp unter 20 Minuten. Das sind 95 Minuten pro Tag die ich verlieren, wenn ich mit dem ÖPNV fahre. Hinzu kommen die regelmäßigen Verspätungen und der um den Faktor 10 geringere Komfort und die gebundenen Abfahrtszeiten. Und das alles für eine Strecke die mit dem Auto 18 Kilometer lang ist.

      Ich bin grds. ein großer Fan des ÖPNV aber ich bin auch ehrlich, wenn ich es mir leisten könnte würde ich nicht mit Bus und Bahn fahren, dafür geht dabei einfach viel zu viel wertvolle Lebenszeit drauf.

      Probleme die grade hier im Ruhrgebiet gelöst werden müssen:

      - Der Transfer zwischen den Städten ist eine Zumutung. Jeder Kirchturm hat sein eigenes Verkehrsunternehmen, die Fahr- und Linienpläne werden nicht abgestimmt.

      - In der Regel sind die RE bzw. die S-Bahnen die einzige realistische Möglichkeit für Transfer zwischen den Städten, vllt bringt der RRX da Verbesserung. Allerdings sollte das Ziel mMn sein Leute von der einen Hauptverkehrsachse runter zu bekommen und die Verbindungen im Grenzbereich zu stärken, dann muss man für eine Strecke von 4 Kilometern auch nicht 30 Kilometer Bus und Bahn fahren.

      - Busse sind für den ÖPNV nur begrenzt eine Alternative da sie im gleichen Stau stehen wie alle Autos und da sitze ich doch lieber in meinem eigenen Fahrzeug incl. Klima und ohne zusätzliche Beschallung durch Handylautsprecher o.ä. Trams oder geschweige denn U- bzw. Stadtbahnen sind aber so teuer, dass sie keiner baut. Im Gegenteil, es passiert sowas wie in Mülheim:
      https://www.waz.de/staedte/muelheim/...225952229.html
      (Stadtübergreifende Trams werden stillgelegt, innerstädtische durch Busse ersetzt)

      - Die Preisstruktur: Ohne Vergünstigungen ist es eine Monatskarte einfach viel zu teuer, grade wenn man mal weiter als 5 Kilometer fahren will und daher Preisstufe B oder höher braucht. Dafür dass die Tickets so teuer sind ist der Service einfach viel zu schlecht. Wenn ich nicht Student wäre könnte ich mir das Ticket nicht leisten, da die Preisstufe C die ich bräuchte da ich auch regelmäßig nach Dortmund muss 160 € im Monat kostet. Da können mir Leute auch gerne sagen dass ich keine Ahnung hätte wie teuer ein Auto dann wirklich ist und dass es ja nicht nur Sprit braucht, aber komplett auf jegliches Kfz zu verzichten ist alleine aus einkaufs- und transportgründen nicht möglich und dann kostet mich das Auto keine 160 € zusätzlich im Monat.


      Sorry, für die Wall of Text, trifft bei mir ein wenig einen wunden Punkt...

      tl;dr Euer Nahverkehr ist mist, aber kommt mal in Ruhrgebiet dann wisst ihr was richtiger Mist ist...

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        #33
        Meine Eltern wohnen im Münchner Umland (Außerhalb des MVV), ich studiere in München. Ohne Auto komme ich gar nicht ins MVV gebiet, außer ich fahr erst nach Augsburg und dann von da nach München. Wenn ich dann im MVV Gebiet bin, braucht die SBahn über eine Stunde zum Marienplatz. Ist einfach armselig wie lange das dauert. Tür zu Tür von Zuhause nach Münchner Wohnung dauert mit Auto btw 45 Minuten. Tür zu Tür mit Sbahn 2h, sofern nix verspätet ist. (20 Min zur Sbahn, 1h5 SBahn,30 Min Ubahn). Frage mich warum niemand mit ÖPVN fahren möchte lol

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          #34
          Ich denke, wenn wir es erst einmal schaffen, die Autodichte in Ballungsbebieten bzw. Städten einzudämmen, ist schon viel gekonnt. Jetzt in jedes Kuhdorf Bahngleise zu verlegen oder Busse von dort im 10-Minuten-Takt fahren zu lassen ist ökonomisch und ökolgisch Unsinn.
          Grundsätzlich fände ich aber charmant, wenn ein Umdenken stattfindet, das auch so etwas einbegreift: "Ich arbeite nur 6 h und spare die Kosten für das Auto. Dafür verbringe ich etwas mehr Zeit im öffentlichen Nahverkehr, so dass ich insgesamt finanziell und zeitlich ähnlich rauskomme." Das hätte zwei Vorteile: Ökologisch, und man kann in der Reisezeit auch noch was lesen, wichtige Mails verfassen, sein Leben organisieren, weil man nicht hinterm Lenker sitzt.

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            #35
            Zitat von OrdentlichUndFromm Beitrag anzeigen
            Eher wird es Keira schaffen Nachkommen zu zeugen, als dass Berlin ausreichend dedizierte Radspuren bekommt.
            bittere realität für die stadt

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              #36
              Zitat von QTPie Beitrag anzeigen
              Meine Eltern wohnen im Münchner Umland (Außerhalb des MVV), ich studiere in München. Ohne Auto komme ich gar nicht ins MVV gebiet, außer ich fahr erst nach Augsburg und dann von da nach München. Wenn ich dann im MVV Gebiet bin, braucht die SBahn über eine Stunde zum Marienplatz. Ist einfach armselig wie lange das dauert. Tür zu Tür von Zuhause nach Münchner Wohnung dauert mit Auto btw 45 Minuten. Tür zu Tür mit Sbahn 2h, sofern nix verspätet ist. (20 Min zur Sbahn, 1h5 SBahn,30 Min Ubahn). Frage mich warum niemand mit ÖPVN fahren möchte lol
              Joa ich wohne direkt in München und kann mich null beschweren. Bin in 10-15 Minuten am Marienplatz und brauche 20 Minuten zur Arbeit (Auto ~12 Min). Direkt zu sagen dass alles scheiße ist bringt nun auch nicht wirklich was, fahre gerne ÖPVN in Müncehn da das Auto in der Stadt einfach mega unpraktisch ist und einfach zu teuer da man das MVV Ticket ja eh braucht.

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                #37
                Die Radspuren in München sind auch n Scherz teilweise. So oft sind die Bushalten so gebaut, das die Aussteigenden direkt auf die Radspur aussteigen. Dazu zu wenig offensichtliche Trennung zwischen Fußweg und Radweg -> Ständig Leute auf dem Radweg

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                  #38
                  Zitat von OrdentlichUndFromm Beitrag anzeigen
                  Ich denke, wenn wir es erst einmal schaffen, die Autodichte in Ballungsbebieten bzw. Städten einzudämmen, ist schon viel gekonnt. Jetzt in jedes Kuhdorf Bahngleise zu verlegen oder Busse von dort im 10-Minuten-Takt fahren zu lassen ist ökonomisch und ökolgisch Unsinn.
                  Grundsätzlich fände ich aber charmant, wenn ein Umdenken stattfindet, das auch so etwas einbegreift: "Ich arbeite nur 6 h und spare die Kosten für das Auto. Dafür verbringe ich etwas mehr Zeit im öffentlichen Nahverkehr, so dass ich insgesamt finanziell und zeitlich ähnlich rauskomme." Das hätte zwei Vorteile: Ökologisch, und man kann in der Reisezeit auch noch was lesen, wichtige Mails verfassen, sein Leben organisieren, weil man nicht hinterm Lenker sitzt.
                  Und wenn ich mal einkaufen gehe und z.B. nen kasten wasser brauche dann frage ich eben meinen freundlichen nachbarn.

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                    #39
                    Zitat von meijiReformed Beitrag anzeigen

                    Joa ich wohne direkt in München und kann mich null beschweren. Bin in 10-15 Minuten am Marienplatz und brauche 20 Minuten zur Arbeit (Auto ~12 Min). Direkt zu sagen dass alles scheiße ist bringt nun auch nicht wirklich was, fahre gerne ÖPVN in Müncehn da das Auto in der Stadt einfach mega unpraktisch ist und einfach zu teuer da man das MVV Ticket ja eh braucht.
                    Und das MVV Ticket ist nicht scheiß Teuer für das was man bekommt? Wenn ich nicht Semesterticket hätte würde ich mir never n Jahresticket kaufen, das ist so krass teuer.

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                      #40
                      Zitat von deso_ Beitrag anzeigen

                      Und wenn ich mal einkaufen gehe und z.B. nen kasten wasser brauche dann frage ich eben meinen freundlichen nachbarn.
                      Das war vermutlich Sarkasmus, aber ja. Nachbarschafts-Sharing sollte eh weiter ausgebaut werden. Oder trink einfach Leitungswasser, und schon brauchste keine Auto mehr für deine Einkäufe.

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                        #41
                        Zitat von OrdentlichUndFromm Beitrag anzeigen

                        Das war vermutlich Sarkasmus, aber ja. Nachbarschafts-Sharing sollte eh weiter ausgebaut werden. Oder trink einfach Leitungswasser, und schon brauchste keine Auto mehr für deine Einkäufe.
                        natürlich war das sarkasmus. Und wenn ich mal bier trinken will dann mach ich die Bierleitung einfach auf? Hier wird immer nur so getan als ob das auto NUR zum weg zur arbeit und zurück benutzt wird. Die möglichkeiten sachen zu transportieren wird gewollt komplett außer acht gelassen.

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                          #42
                          Zitat von deso_ Beitrag anzeigen

                          natürlich war das sarkasmus. Und wenn ich mal bier trinken will dann mach ich die Bierleitung einfach auf? Hier wird immer nur so getan als ob das auto NUR zum weg zur arbeit und zurück benutzt wird. Die möglichkeiten sachen zu transportieren wird gewollt komplett außer acht gelassen.
                          Ich trinke auch Bier, und ich bekomme das wunderbar ohne Auto hin, da es volumenmäßig (hoffentlich) deutlich weniger ist als Trinkwasser. Niemand sagt, dass Nachhaltigkeit Bequemlichkeit bedeutet. Ansonsten hast du die Lösungspotenziale der Share Economy doch selber angesprochen. Oder haste auch immer einen einen eigenen Transporter vor der Tür stehen, für den Fall, dass du mal wieder umziehst?

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                            #43
                            Alles gut. Wir machens einfach so: ich fahr mit dem auto wenn ich es für angemessen halte und du eben nicht.

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                              #44
                              Zitat von QTPie Beitrag anzeigen
                              Meine Eltern wohnen im Münchner Umland (Außerhalb des MVV), ich studiere in München. Ohne Auto komme ich gar nicht ins MVV gebiet, außer ich fahr erst nach Augsburg und dann von da nach München. Wenn ich dann im MVV Gebiet bin, braucht die SBahn über eine Stunde zum Marienplatz. Ist einfach armselig wie lange das dauert. Tür zu Tür von Zuhause nach Münchner Wohnung dauert mit Auto btw 45 Minuten. Tür zu Tür mit Sbahn 2h, sofern nix verspätet ist. (20 Min zur Sbahn, 1h5 SBahn,30 Min Ubahn). Frage mich warum niemand mit ÖPVN fahren möchte lol
                              und wie ist es sonst für deine regelmäßigen Wege?

                              Sagt ja keiner, dass das ÖPVN perfekt ist, aber mir scheint es als ob sich hier grad wieder an Einzelfällen aufgrieben wird ohne das große ganze zu sehen.

                              @deso: Natürlich ist iwo auch ein Nachteil da, die Frage ist immer wie groß der ist.

                              Aber ansonsten Hackenporsche.
                              Andernfalls dürfte bei gewerblichen Verkehr es viele Getränkelieferer geben die im Stadtzentrum liefern würden. Dann bestellste es dir einfach bequem ins Haus.
                              Zuletzt geändert von gestalt; 16.06.2019, 17:49.

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                                #45
                                Zitat von deso_ Beitrag anzeigen
                                Alles gut. Wir machens einfach so: ich fahr mit dem auto wenn ich es für angemessen halte und du eben nicht.
                                Jo, wie bisher. Funktioniert ja offensichtlich jetzt schon super und wird in Zukunft immer besser!

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