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Würde aber auch nicht vorm DFB Gericht verhandelt werden oder dachtest so in Richtung Präzedenzfall? :>Zitat von hgNärgerlich jetzt wissen die Bayern Fans nicht ob es sich lohnt morgen den Platz zu stürmenZitat von ZeroNun herrscht Klarheit in Sachen Hertha-Einspruch: Das Urteil wird verschoben! Wie "Sky Sport News" berichtet, soll eine Entscheidung erst am Montag gegen 15 Uhr gefällt werden.
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Plädoyers:
Spoiler:
Vollständigkeitshalber auch vom Düsseldorf AnwaltZitat von Hertha AnwaltJetzt kommt es geballt. Das Plädoyer von Hertha-Anwalt Schickhardt: Die Verhandlung ist aus unserer Sicht nicht fair abgelaufen. Ich will vorab sagen, dass wir kein Interesse haben, dass Fortuna Düsseldorf bestraft wird. Wir haben Anspruch auf ein faires Spiel. Und zwar auf ein faires Spiel über 90 Minuten, die der Schiedsrichter ansetzt. Das gilt für beide Vereine. Wir haben die Live-Übertragung gesehen und es ist eine enorme Bedeutung dieses Spiels gewesen. 8 Millionen Zuschauer, ein ausverkauftes Stadion, zwei Teams aus fußballbegeisterten Städten, zwei Traditionsmannschaften. Und während des Spiels wurde das Spielfeld, der Elfmeterpunkt abgebaut, die Eckfahnen weggenommen, als Souvenir übers Spielfeld getragen. Beides Einrichtungen, die zwingend zum Spielfeld gehören. Das steht in Paragraph eins der Durchführungsbestimmungen.
Was hier während der Spielzeit geschehen ist, ist einmalig im deutschen Fußballsport. Es ist Gott sei Dank nichts Ernsthaftes passiert, es gab keinen Verletzten. Alle Regeln der Spielordnung waren längst über den Haufen geworfen. Die Vorschriften die da heißen, zur Sicherheit der Bundesspiele waren aufgehoben. Es herrschte an diesem schrecklichen Abend aus unserer Sicht Anarchie! Herr Dr. Nachreiner sagte, dass ein Platzsturm das Schlimmste sei, was dem Fußball passieren kann. Damals in Nürnberg gab es eine Platzsperre von einem Spiel. Damals waren 100 friedliche Nürnberger Fans durch ein Tor in den Innenraum gelaufen. Aber sie haben nicht das Spielfeld betreten.
Dieser Maßstab muss jetzt auch Gültigkeit haben. Die Ereignisse sind in Deutschland das Gesprächsthema. Was wir hier gesehen haben, haben wir in Deutschland noch nicht gekannt. Es liegt an Ihnen, einen geordneten Spielbetrieb zu sichern. Wir haben überhaupt kein Interesse an einer Bestrafung. Es geht uns um die ordentliche Durchführung eines Spiels. Es stellt sich für uns die Frage, ob das Spiel ordnungsgemäß zuende gegangen ist. Wenn sie das sagen, können wir das Buch hier schließen. Macht man ein Exempel an einem kleinen Verein wie Dynamo Dresden oder zieht man das durch, wenn es eng wird, wenn es hart wird. Jetzt ist ein Zeichen zu setzen. Jetzt tuts weh, weil der öffentliche Druck da ist.
Das Sportgericht stand nie vor einer so schweren Entscheidung wie heute. Wir müssen sie so lösen, dass sie für Hertha BSC gerecht ist. Und nicht so, dass nächste Woche die Düsseldorfer kommen. Wir wollen ein gerechtes Fußballspiel. Und das war es nicht. Wir dürfen uns nicht nur um die kleinen Fälle kümmern, sondern auch um die großen. Ich bin juristisch im Zweifel, ob die Satzungsgeber damals an das u.a. gedacht haben. Solche Themen waren für uns unvorstellbar. Wenn ein nicht spielberechtigter Spieler mitgespielt, wird die Spielwertung aufgehoben. Macht der Schiedsrichter einen Fehler, wird die Spielwertung aufgehoben. Spielt ein gedopter Spieler mit, wird die Spielwertung aufgehoben. Was für harmlose Fälle, gegen das, was wir heute hier gehört haben.
Wir haben nicht für Verletzungen gesorgt. Wir sind mit der Situation fair umgegangen, haben uns nicht auf den Boden geworfen. Das braucht es auch nicht. Es steht dort: Ist ein Umstand von außen ersichtbar, der nicht zum Spiel gehört, ist das Spiel zu wiederholen. Diesen Satz hat der Satzungsgeber ausdrücklich so gemacht. Es bedarf nur einer Schwächung unserer Mannschaft. Jetzt ist es ein neuer, ein Präzedenzfall, was sie unter einer Schwächung verstehen. Hier müssen sie jetzt dem Recht Durchbruch verhelfen. Es ist nicht notwendig, dass eine Verletzung vorliegen muss. Diese Schwächung und Benachteiligung gilt für beide Seiten. Aber der psychologische Aspekt richtet sich gegen den Gastverein.
Wie ist der Schutz von Hertha BSC und der Spieler sichergestellt worden. Davon habe ich heute gar nichts gehört. Ich hätte auch erwartet, dass Herr Stark in die Kabine kommt und mal mit den Spielern spricht. Er hat die Spielleitung. Er hat sich dieser Verantwortung aus unserer Sicht entzogen. Dieses Spiel hätte nicht fortgesetzt werden können. Die Hertha-Spieler mussten ihre Ehre nach dem verlorenen Hinspiel retten. Und was passiert dann am Diensteg: Hertha gerät nach 25 Sekunden in Rückstand. Diese letzten 25 Sekunden hat man Hertha am Ende gestohlen. Der Schiedsrichter hätte niemals einen Strafstoß für Hertha gegeben. Es durfte kein Tor mehr fallen für Hertha BSC. Kein Elfmeter. Kein Eckstoß, weil nicht einmal mehr eine Eckfahne da war. Es ging für die Spieler um ihre Ehre und die Existenz.
Und was passiert kurz vor Schluss? Die Ordner machen die Tore auf und schauen nur zu. Aus unserer Sicht ist es ein Eingriff, wenn die Zuschauer in den Innenraum drängen, wenn die Balljungen nicht da sind. Es war ein Fehler, dass der Schiedsrichter die Überflutung des Innenraums nicht unterbunden hat. Da haben die nichts zu suchen. Das war der Knackpunkt, das wurde nicht verhindert. Das war irregulär. Was ist dann passiert? Die Zuschauer bildeten die Umrandung. Die Spieler fanden sich in einem offenen Käfig. Natürlich nur die Hertha-Spieler. Schutz für Hertha BSC gab es nicht. Der Schutz der Gastmannschaft gehört zu den höchsten Gütern des Fußballs. Wo war er hier? Die Mannschaft wurde überrannt von Tausenden. Was war vorher passiert? Hertha stürmte, die waren dran an dem dritten Tor. Düsseldorf verteidigte. Hertha drängte und stürmte mit zehn Mann in diesem Hexenkessel. Das Spiel der Hertha stand auf Angriff. Und Fortuna Düsseldorf war stehend k.o. Sie verteidigten ihren knappen Vorsprung und versuchten ihn irgendwie über die Zeit zu bringen.
Das Sportgericht muss einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb bis zum Ende verlangen. Nach der Torchance für Fortuna Düsseldorf liefen die Fans, fluteten dieses Spielfeld. Jetzt versetzen sie sich in dieser aufgewühlten, emotionalen Situation mal in die Hertha-Spieler zu versetzen. Sie liefen in Richtung Tor und dann kamen ihnen hunderte, tausende entgegen. Die wichtigsten zwei Minuten ihres Fußballerlebens standen bevor. Man fühlte sich ohne Schutz von Polizei und Ordnungskräften. Der Kampf um jeden sportlichen Erfolg war dahin. Und das war nicht harmlos. Das ist mein Vorwurf an Fortuna Düsseldorf. Es war eine Mischung, auch aus gewaltbereiten Fans. Wir wissen, dass die erste Gruppe der Fans aggressiv losgerannt ist, strikt in den Hertha-Block. Die Polizei hat das gesehen, ist mit Hunden ohne Maulkorb hinterher.
Zwischendurch die Hertha-Spieler. Wie tritt die Polizei denen gegenüber? Mit Schutzweste, Helm, Schlagstöcken. Und wie stehen unsere Spieler da? Mit Trikots und kurzen Hosen. Das ist die Schwächung unserer Mannschaft. Diese waren dem schutzlos ausgesetzt. Die Spieler hatten Angst draußen. Wir hätten auch Angst. Kein vernünftiger Mensch betritt wieder diesen Tatort. Kein vernünftiger Mensch wäre da nochmal rausgegangen. Es gab kein Ordnungsdienst, der hat total versagt. Das soll ein ordnungsgemäßes Spiel gewesen sein? Da gab es auf dem Spielfeld ein Feuerwerk, das war größer als an Silvester in Ludwigsburg.
Wer auf dem Rasen Pyrotechnik zündet, ist kein harmloser Fan. Hier ging es nicht mehr um Fußball. Das ist kein Sport. Es ging nur noch um die Beendigung des Spiels. Hohes Sportgericht, verlangen Sie einen Krankenhaus-Aufenthalt, dass es zu einer Schwächung einer Mannschaft kommt? Die Spieler waren, wie wir gehört haben, bei ihren Familien. Der Junge heulte, weil er Angst um sein Kind hatte. Warum hatte er Angst? Weil Hertha wusste, was hinter der Bank los war. Wo hat es das jemals gegeben? Also, ein völlig irreguläres Spiel.
Wir waren schutzlos, wir waren geschwächt. Die Spieler konnten sich nicht mehr aufs Spiel konzentrieren. Und das muss das Sportgericht gewährleisten. Sie sehen es in den letzten 30 Sekunden. Sie hatten alle Angst, dass etwas passiert und guckten nur noch auf die Pfeife des Schiedsrichters, um dann in Sicherheit zu gelangen. Es war unverantwortlich, die Spieler noch einmal rauszuschicken. Setzen Sie die sportliche Fairness durch! Sie besagt, dass die Wertung keinen Bestand haben darf. Die Schwächung ist eminent. Was die Spieler erlebt haben, wünsche ich keinem von uns. Wo kommen wir hin, wenn unsere Spieler während des Spiels festgehalten werden dürfen. Wenn während des Spiels Pyrotechnik abgebrannt wird.
Dann ist das Spiel aus. Und das Spiel war aus, auch wenn er das heute nicht mehr so sehen will. Der Schiedsrichter sagt, für die Spieler gab es keinen Grund, Angst zu haben. Dabei war er der erste, der in der Kabine war. Wenn dieses Spiel nicht wiederholt wird, wenn sie Gültigkeit hat, werde ich nicht mehr über irgendwelche Trainer verhandeln. Dann können wir hier einpacken. Jetzt können wir ein Signal setzen, dass die Spielwertung in Gefahr ist, wenn sie sich so verhalten. Auch wenn es wehtut, auch wenn es der 36. Spieltag ist. Wenn wir dies nicht tun, können wir alles auf Innenministerkonferenzen in die Tonne kloppen. Ich danke Ihnen für die Geduld und Ihr Verständnis.
Fortuna-Anwalt Kletke sieht es natürlich ganz anders: Da müssen Sie an einer anderen Hauptverhandlung teilgenommen haben, beginnt er. Und weiter: Diese Kritik kann ich nicht teilen. Warum? Es wurden alle Zeugen, die auf der Agenda standen, gehört. Allem ist Gehör geschenkt worden. Niemand wurde behindert, seine Sicht der Dinge darzulegen.
Ich will versuchen, den flammenden und vorbereiten Vortrag zu relativieren. Es kommt nicht darauf an, wie viele Verfahren wir erlebt haben und mit welchen Inhalten. Hier wurde der Einspruch des Relegationsspiel verhandelt und nichts anderes. Das Existenzielle des Verfahrens war spätestens nach der Anhörung des Herrn Starks klar. Die Schiedsrichter sind die objektivsten Zeugen.
Seine Aussage war klar und eindeutig. Er hat die Tatsachen geschildert. Er hat uns gesagt, als unterbrochen war, dass Herr Preetz und Spieler zu ihm kamen mit dem Anliegen: Hier sind noch zwei Minuten zu spielen. Wir hatten eine Spielunterbrechung. Das ist eine Tatsachenentscheidung. Es ist auch nicht erkennbar, dass der Schiedsrichter fehlerhaft gehandelt hat. Er stellt klare Bedingungen, wann und wie es weitergehen kann. Diese waren erfüllt. Daraufhin haben sie sich das persönlich angeschaut.
Herr Ziewer, Herr Pickel und der Schiedsrichter haben gesagt, dass das Spiel ordnungsgemäß zuende geführt hat. Von Seiten der Spieler kam eine gewisse stereotype Antwort. Es ist auch nicht so, dass Sekunden gefehlt haben. Es wurde die komplette Spielzeit gespielt. Das sportliche Ergebnis ist unser höchstes Gut, das wir haben. Daran kann man hier nicht rütteln. Dass wir hier im Vorfeld medial von möglichem Blutbad und Bedrohungen gehört haben.
Die Wahrheit ist doch die, dass das nach dem Spiel nicht der Fall war. Was vorgekommen ist, Herr Stark hat es gesagt, Jagdszenen. Wenn er mit Glück nicht die Treppe hinunterfällt und am Arm gepackt wird, ist das das Eigentliche. Wer hat sich dafür entschuldigt? Davon habe ich kein Wort gehört. Entscheidend ist doch: Wer sich so verhält, ist nicht beeinträchtigt oder geschwächt. Es ist menschlich, wenn Tränen wegen eines Abstiegs verdrückt werden. Deshalb fordern wir, dass der Antrag abgewiesen wird.
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In der Frage, ob das Spiel während der Spielzeit hätte abgebrochen werden müssen mit etwas zu argumentieren das nach dem Spiel abgelaufen ist finde ich eher schwach.Zitat von Thomas K.Plädoyers:
Spoiler:
Vollständigkeitshalber auch vom Düsseldorf AnwaltZitat von Hertha AnwaltJetzt kommt es geballt. Das Plädoyer von Hertha-Anwalt Schickhardt: Die Verhandlung ist aus unserer Sicht nicht fair abgelaufen. Ich will vorab sagen, dass wir kein Interesse haben, dass Fortuna Düsseldorf bestraft wird. Wir haben Anspruch auf ein faires Spiel. Und zwar auf ein faires Spiel über 90 Minuten, die der Schiedsrichter ansetzt. Das gilt für beide Vereine. Wir haben die Live-Übertragung gesehen und es ist eine enorme Bedeutung dieses Spiels gewesen. 8 Millionen Zuschauer, ein ausverkauftes Stadion, zwei Teams aus fußballbegeisterten Städten, zwei Traditionsmannschaften. Und während des Spiels wurde das Spielfeld, der Elfmeterpunkt abgebaut, die Eckfahnen weggenommen, als Souvenir übers Spielfeld getragen. Beides Einrichtungen, die zwingend zum Spielfeld gehören. Das steht in Paragraph eins der Durchführungsbestimmungen.
Was hier während der Spielzeit geschehen ist, ist einmalig im deutschen Fußballsport. Es ist Gott sei Dank nichts Ernsthaftes passiert, es gab keinen Verletzten. Alle Regeln der Spielordnung waren längst über den Haufen geworfen. Die Vorschriften die da heißen, zur Sicherheit der Bundesspiele waren aufgehoben. Es herrschte an diesem schrecklichen Abend aus unserer Sicht Anarchie! Herr Dr. Nachreiner sagte, dass ein Platzsturm das Schlimmste sei, was dem Fußball passieren kann. Damals in Nürnberg gab es eine Platzsperre von einem Spiel. Damals waren 100 friedliche Nürnberger Fans durch ein Tor in den Innenraum gelaufen. Aber sie haben nicht das Spielfeld betreten.
Dieser Maßstab muss jetzt auch Gültigkeit haben. Die Ereignisse sind in Deutschland das Gesprächsthema. Was wir hier gesehen haben, haben wir in Deutschland noch nicht gekannt. Es liegt an Ihnen, einen geordneten Spielbetrieb zu sichern. Wir haben überhaupt kein Interesse an einer Bestrafung. Es geht uns um die ordentliche Durchführung eines Spiels. Es stellt sich für uns die Frage, ob das Spiel ordnungsgemäß zuende gegangen ist. Wenn sie das sagen, können wir das Buch hier schließen. Macht man ein Exempel an einem kleinen Verein wie Dynamo Dresden oder zieht man das durch, wenn es eng wird, wenn es hart wird. Jetzt ist ein Zeichen zu setzen. Jetzt tuts weh, weil der öffentliche Druck da ist.
Das Sportgericht stand nie vor einer so schweren Entscheidung wie heute. Wir müssen sie so lösen, dass sie für Hertha BSC gerecht ist. Und nicht so, dass nächste Woche die Düsseldorfer kommen. Wir wollen ein gerechtes Fußballspiel. Und das war es nicht. Wir dürfen uns nicht nur um die kleinen Fälle kümmern, sondern auch um die großen. Ich bin juristisch im Zweifel, ob die Satzungsgeber damals an das u.a. gedacht haben. Solche Themen waren für uns unvorstellbar. Wenn ein nicht spielberechtigter Spieler mitgespielt, wird die Spielwertung aufgehoben. Macht der Schiedsrichter einen Fehler, wird die Spielwertung aufgehoben. Spielt ein gedopter Spieler mit, wird die Spielwertung aufgehoben. Was für harmlose Fälle, gegen das, was wir heute hier gehört haben.
Wir haben nicht für Verletzungen gesorgt. Wir sind mit der Situation fair umgegangen, haben uns nicht auf den Boden geworfen. Das braucht es auch nicht. Es steht dort: Ist ein Umstand von außen ersichtbar, der nicht zum Spiel gehört, ist das Spiel zu wiederholen. Diesen Satz hat der Satzungsgeber ausdrücklich so gemacht. Es bedarf nur einer Schwächung unserer Mannschaft. Jetzt ist es ein neuer, ein Präzedenzfall, was sie unter einer Schwächung verstehen. Hier müssen sie jetzt dem Recht Durchbruch verhelfen. Es ist nicht notwendig, dass eine Verletzung vorliegen muss. Diese Schwächung und Benachteiligung gilt für beide Seiten. Aber der psychologische Aspekt richtet sich gegen den Gastverein.
Wie ist der Schutz von Hertha BSC und der Spieler sichergestellt worden. Davon habe ich heute gar nichts gehört. Ich hätte auch erwartet, dass Herr Stark in die Kabine kommt und mal mit den Spielern spricht. Er hat die Spielleitung. Er hat sich dieser Verantwortung aus unserer Sicht entzogen. Dieses Spiel hätte nicht fortgesetzt werden können. Die Hertha-Spieler mussten ihre Ehre nach dem verlorenen Hinspiel retten. Und was passiert dann am Diensteg: Hertha gerät nach 25 Sekunden in Rückstand. Diese letzten 25 Sekunden hat man Hertha am Ende gestohlen. Der Schiedsrichter hätte niemals einen Strafstoß für Hertha gegeben. Es durfte kein Tor mehr fallen für Hertha BSC. Kein Elfmeter. Kein Eckstoß, weil nicht einmal mehr eine Eckfahne da war. Es ging für die Spieler um ihre Ehre und die Existenz.
Und was passiert kurz vor Schluss? Die Ordner machen die Tore auf und schauen nur zu. Aus unserer Sicht ist es ein Eingriff, wenn die Zuschauer in den Innenraum drängen, wenn die Balljungen nicht da sind. Es war ein Fehler, dass der Schiedsrichter die Überflutung des Innenraums nicht unterbunden hat. Da haben die nichts zu suchen. Das war der Knackpunkt, das wurde nicht verhindert. Das war irregulär. Was ist dann passiert? Die Zuschauer bildeten die Umrandung. Die Spieler fanden sich in einem offenen Käfig. Natürlich nur die Hertha-Spieler. Schutz für Hertha BSC gab es nicht. Der Schutz der Gastmannschaft gehört zu den höchsten Gütern des Fußballs. Wo war er hier? Die Mannschaft wurde überrannt von Tausenden. Was war vorher passiert? Hertha stürmte, die waren dran an dem dritten Tor. Düsseldorf verteidigte. Hertha drängte und stürmte mit zehn Mann in diesem Hexenkessel. Das Spiel der Hertha stand auf Angriff. Und Fortuna Düsseldorf war stehend k.o. Sie verteidigten ihren knappen Vorsprung und versuchten ihn irgendwie über die Zeit zu bringen.
Das Sportgericht muss einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb bis zum Ende verlangen. Nach der Torchance für Fortuna Düsseldorf liefen die Fans, fluteten dieses Spielfeld. Jetzt versetzen sie sich in dieser aufgewühlten, emotionalen Situation mal in die Hertha-Spieler zu versetzen. Sie liefen in Richtung Tor und dann kamen ihnen hunderte, tausende entgegen. Die wichtigsten zwei Minuten ihres Fußballerlebens standen bevor. Man fühlte sich ohne Schutz von Polizei und Ordnungskräften. Der Kampf um jeden sportlichen Erfolg war dahin. Und das war nicht harmlos. Das ist mein Vorwurf an Fortuna Düsseldorf. Es war eine Mischung, auch aus gewaltbereiten Fans. Wir wissen, dass die erste Gruppe der Fans aggressiv losgerannt ist, strikt in den Hertha-Block. Die Polizei hat das gesehen, ist mit Hunden ohne Maulkorb hinterher.
Zwischendurch die Hertha-Spieler. Wie tritt die Polizei denen gegenüber? Mit Schutzweste, Helm, Schlagstöcken. Und wie stehen unsere Spieler da? Mit Trikots und kurzen Hosen. Das ist die Schwächung unserer Mannschaft. Diese waren dem schutzlos ausgesetzt. Die Spieler hatten Angst draußen. Wir hätten auch Angst. Kein vernünftiger Mensch betritt wieder diesen Tatort. Kein vernünftiger Mensch wäre da nochmal rausgegangen. Es gab kein Ordnungsdienst, der hat total versagt. Das soll ein ordnungsgemäßes Spiel gewesen sein? Da gab es auf dem Spielfeld ein Feuerwerk, das war größer als an Silvester in Ludwigsburg.
Wer auf dem Rasen Pyrotechnik zündet, ist kein harmloser Fan. Hier ging es nicht mehr um Fußball. Das ist kein Sport. Es ging nur noch um die Beendigung des Spiels. Hohes Sportgericht, verlangen Sie einen Krankenhaus-Aufenthalt, dass es zu einer Schwächung einer Mannschaft kommt? Die Spieler waren, wie wir gehört haben, bei ihren Familien. Der Junge heulte, weil er Angst um sein Kind hatte. Warum hatte er Angst? Weil Hertha wusste, was hinter der Bank los war. Wo hat es das jemals gegeben? Also, ein völlig irreguläres Spiel.
Wir waren schutzlos, wir waren geschwächt. Die Spieler konnten sich nicht mehr aufs Spiel konzentrieren. Und das muss das Sportgericht gewährleisten. Sie sehen es in den letzten 30 Sekunden. Sie hatten alle Angst, dass etwas passiert und guckten nur noch auf die Pfeife des Schiedsrichters, um dann in Sicherheit zu gelangen. Es war unverantwortlich, die Spieler noch einmal rauszuschicken. Setzen Sie die sportliche Fairness durch! Sie besagt, dass die Wertung keinen Bestand haben darf. Die Schwächung ist eminent. Was die Spieler erlebt haben, wünsche ich keinem von uns. Wo kommen wir hin, wenn unsere Spieler während des Spiels festgehalten werden dürfen. Wenn während des Spiels Pyrotechnik abgebrannt wird.
Dann ist das Spiel aus. Und das Spiel war aus, auch wenn er das heute nicht mehr so sehen will. Der Schiedsrichter sagt, für die Spieler gab es keinen Grund, Angst zu haben. Dabei war er der erste, der in der Kabine war. Wenn dieses Spiel nicht wiederholt wird, wenn sie Gültigkeit hat, werde ich nicht mehr über irgendwelche Trainer verhandeln. Dann können wir hier einpacken. Jetzt können wir ein Signal setzen, dass die Spielwertung in Gefahr ist, wenn sie sich so verhalten. Auch wenn es wehtut, auch wenn es der 36. Spieltag ist. Wenn wir dies nicht tun, können wir alles auf Innenministerkonferenzen in die Tonne kloppen. Ich danke Ihnen für die Geduld und Ihr Verständnis.
Fortuna-Anwalt Kletke sieht es natürlich ganz anders: Da müssen Sie an einer anderen Hauptverhandlung teilgenommen haben, beginnt er. Und weiter: Diese Kritik kann ich nicht teilen. Warum? Es wurden alle Zeugen, die auf der Agenda standen, gehört. Allem ist Gehör geschenkt worden. Niemand wurde behindert, seine Sicht der Dinge darzulegen.
Ich will versuchen, den flammenden und vorbereiten Vortrag zu relativieren. Es kommt nicht darauf an, wie viele Verfahren wir erlebt haben und mit welchen Inhalten. Hier wurde der Einspruch des Relegationsspiel verhandelt und nichts anderes. Das Existenzielle des Verfahrens war spätestens nach der Anhörung des Herrn Starks klar. Die Schiedsrichter sind die objektivsten Zeugen.
Seine Aussage war klar und eindeutig. Er hat die Tatsachen geschildert. Er hat uns gesagt, als unterbrochen war, dass Herr Preetz und Spieler zu ihm kamen mit dem Anliegen: Hier sind noch zwei Minuten zu spielen. Wir hatten eine Spielunterbrechung. Das ist eine Tatsachenentscheidung. Es ist auch nicht erkennbar, dass der Schiedsrichter fehlerhaft gehandelt hat. Er stellt klare Bedingungen, wann und wie es weitergehen kann. Diese waren erfüllt. Daraufhin haben sie sich das persönlich angeschaut.
Herr Ziewer, Herr Pickel und der Schiedsrichter haben gesagt, dass das Spiel ordnungsgemäß zuende geführt hat. Von Seiten der Spieler kam eine gewisse stereotype Antwort. Es ist auch nicht so, dass Sekunden gefehlt haben. Es wurde die komplette Spielzeit gespielt. Das sportliche Ergebnis ist unser höchstes Gut, das wir haben. Daran kann man hier nicht rütteln. Dass wir hier im Vorfeld medial von möglichem Blutbad und Bedrohungen gehört haben.
Die Wahrheit ist doch die, dass das nach dem Spiel nicht der Fall war. Was vorgekommen ist, Herr Stark hat es gesagt, Jagdszenen. Wenn er mit Glück nicht die Treppe hinunterfällt und am Arm gepackt wird, ist das das Eigentliche. Wer hat sich dafür entschuldigt? Davon habe ich kein Wort gehört. Entscheidend ist doch: Wer sich so verhält, ist nicht beeinträchtigt oder geschwächt. Es ist menschlich, wenn Tränen wegen eines Abstiegs verdrückt werden. Deshalb fordern wir, dass der Antrag abgewiesen wird.
(Auf das Schlusswort vom Düsseldorfer Anwalt bezogen)
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Schöner Artikel der die Sicherheitsdiskussion momentan gut beschreibt:
Spoiler:
ARD-Brennpunkt, ZDF-Spezial, der Boulevard schäumt. Was ist passiert? Attentat auf einen Staatschef? Die Griechen wollen die Drachme zurück? Schmerzt etwa Michael Ballacks Wade erneut? Weit gefehlt! In surreal anmutender Kollektiv-Hysterie wurde stattdessen über den Düsseldorfer Platzsturm berichtet, als würden die Fortunen vom Fleck weg in Konkurrenz zu Al Kaida treten.
Direkt zu Beginn mal als Disclaimer: Nein, besonders schöne Bilder waren das nicht da in Düsseldorf. Bis der Schiedsrichter das Spiel beendet wünschen wir uns nur die Spieler plus Schiedsrichter auf dem Platz. Punkt. Dass, was die Fortunen da veranstalteten und was die Kollegen der 11 Freunde so treffenderweise mit Schwarmdummheit bezeichneten, bereitete dem Fußballfan beim Zusehen beinahe schon körperliche Schmerzen.
Zu diesem Zeitpunkt aber ahnte man jedoch noch nicht, dass die geballte Mischung aus Hysterie, Ignoranz, Populismus und Dummheit, die seitdem die Diskussion beherrscht, für den einigermaßen sachkundigen Zuschauer und Stadiongänger noch deutlich schmerzhafter sein würde.
Wir waren beim Fußball und haben es überlebt titelten wir im vergangenen Oktober nach dem Pokalspiel gegen Dynamo Dresden und stellten provokant fest: Die Gewalt gehört zum Fußball, wie sie in die Gesellschaft gehört, auf Schützenfeste und Jahrmärkte und auch allzu oft in die deutschen Privathaushalte: Sie ist da und niemand wird sie abschließend aus unserem Leben und unserer Wirklichkeit verbannen können. Allein der Umstand, dass sie geächtet ist, macht sie noch lange nicht ungeschehen. Diese Sätze würden wir nur allzu gern auch jetzt all jenen ins Stammbuch schreiben, die über Ausschreitungen beim Relegationsspiel schwadronieren und das Geschehen in den Schlussminuten als ultimativen Beleg dafür sehen, dass im Fußball jetzt aber wirklich etwas geschehen muss.
Allein: In Düsseldorf gab es gar keine Gewalt zu beobachten.
Es müsste die momentanen Diskussionen eigentlich völlig ad absurdum führen, denn die Fans der Fortuna - im kollektiven Überschwang, nächstes Jahr Bayern München und Borussia Mönchengladbach statt Germania Ratingen und Borussia Freialdenhoven begrüßen zu dürfen begingen zwar eine Riesendummheit, gewalt- oder zerstörungswütig waren sie jedoch nicht. Und Dummheit allein ist glücklicherweise auch nicht strafbar.
Ziemlich absurd also, dass sich ausgerechnet am Verhalten der Fortunafans eine Sicherheitsdebatte entzündet. Dabei darf man Fragen nach der Sicherheit durchaus stellen. Platzsturm ist nicht gleich Platzsturm. Wer das andere Relegationsspiel Karslruher SC gegen Jahn Regensburg gesehen hat, der dürfte schon einige Minuten vor Abpfiff erahnt haben, dass es nach dem Schlusspfiff nicht ruhig zugehen wird. Es scheint sich bei manchen Gruppierungen die Einstellung zu etablieren, dass man möglichst mit einem Knall und einer Bad-Boy-Attitüde die Liga verlassen muss. Hier sprechen wir aber von einer echten Gefahrensituation, die auch nur von wenigen Besuchern ausgeht. Für die Beurteilung ist diese Unterscheidung nach der Motivation wichtig, weil sie hilft, auch wirklich zielführende Maßnahmen zu ergreifen. Wer aber den Platzsturm in Düsseldorf beispielsweise dazu nutzt, reflexartig und pauschal nach einem Verbot von Stehplätzen zu rufen, zeigt eindrucksvoll, wie wenig er sich mit der Materie befasst hat. Ein großer Teil der Leute, die ein paar Minuten später den Rasen bevölkerte, machte sich nämlich von den Haupttribünen aus auf den Weg.
Die Fortunen waren nicht auf Gewalt aus
Als Freiburgs Trainer Christian Streich vor wenigen Wochen im Aktuellen Sportstudio zu Gast war, zeigte man ihm ein Video aus dem Amateurfußball. Dort kullerte ein Ball langsam und unaufhaltsam auf das Tor zu, bis er von einem Auswechselspieler der verteidigenden Mannschaft abgewehrt wurde, der sich neben dem Tor warmgemacht und dann regelwidrig den Platz betreten hatte. Übersprungshandlung, konstatierte Christian Streich ganz trocken: eben etwas, was man nicht machen dürfe, was aber seiner Meinung nach sehr vielen Fußballern im Eifer des Gefechts passieren könne.
Wie gut täte Christian Streichs nüchterne Weisheit nun auch der aktuellen Pseudo-Debatte um den Platzsturm als offenbaren Ausdruck maximalster Gewalt und Menschenverachtung?
Jenem Amateurkicker, den die Kamerabilder zeigten, waren offenbar kurz die Sicherungen durchgebrannt. Er hatte die weiße Linie missachtet, die das Spielfeld begrenzt. Er hatte dort innerhalb des Kreise-Rechtecks nichts zu suchen. Genauso wenig wie die Tausenden Fortunen, die am Dienstag ihre Tribünen verließen, um auf dem Rasen den Aufstieg ihres Vereins zu feiern, noch bevor das Spiel abgepfiffen war.
Was in den Ganzen Diskussionen leider zu kurz kommt: Die Rotweißen bevölkerten den Rasen, weil sie feiern wollten, weil sie sich freuten. Sie waren sichtbar nicht aus auf Gewalt und Zerstörung, sie hatten einzig den Fehler gemacht, einen Pfiff des Schiedsrichters falsch zu verstehen.
Man kann sich im Grunde leicht vorstellen, wie alles passierte: Der erste glaubt, dass das Spiel beendet ist und läuft los. Die nächsten sehen den Loslaufenden und glauben nun ebenfalls an den Abpfiff. Ehe man sich versieht sind plötzlich Hunderte und Tausende Leute auf dem Rasen und wissen gar nicht, was sie da gerade anrichten. Das ist ein ebenso ärgerliches wie einfaches Massenphänomen und für Psychologen höchstwahrscheinlich sogar völlig uninteressant, weil diese schon lange wissen, dass Menschenmassen eben genau so ticken.
Gar keine Frage: Dass es zu diesem Sturm auf den Rasen kam, war falsch. Wir Fans haben auf dem Rasen nichts zu suchen, das gilt mindestens und unbedingt für die Zeit zwischen An- und Abpfiff.
Wie bitter wäre es schließlich gewesen für die Düsseldorfer, Wolfgang Stark hätte das Spiel wirklich abgebrochen? Wie bitter wäre es, der DFB würde wider Erwarten nun gegen die Fortuna und für die Hertha entscheiden und den märchenhaften Aufstieg der Düsseldorfer aus der vierten in die erste Liga doch noch in eine Tragödie verwandeln? Unvorstellbar!
Was hätte da nicht alles passieren können?, wird nun gefragt. Ja, was denn genau? De facto waren Unmengen von diesen ach so unberechenbaren Männern, Frauen und Kindern (!) auf dem Platz. De facto hatten diese am Ende fast noch schneller wieder den Rasen verlassen, als sie ihn zuvor bevölkerten, als sie den Bockmist bemerkten, der ihnen da unterlaufen war. Und de facto wurde aber dennoch keinem Spieler, keinem Zuschauer und auch keinem aus dem Schiedsrichterteam ein Haar gekrümmt. Natürlich kann man sich alle möglichen Szenarien ausdenken. Wenn ein Berliner Spieler das 3:2 gemacht hätte als die ersten Zuschauer schon die Werbebanden überwunden hatten, dann... der Konjuktiv ist geduldig. Mit dieser Argumentationsform kann man die Existenz derartiger Großveranstaltungen allerdings generell in Frage stellen. Was wäre, wenn der Terrorist auf der Tribüne sitzt? Und so weiter. Das Ausmalen von Horrorszenarien schürt Hysterie und macht eine realistische Betrachtung der Vorkommnisse unmöglich.
Auch das Fazit der Polizei nach Spielende will so gar nicht zu den Gewalttaten passen, die uns vom Boulevard bis tief in die Qualitätsmedien hinein nun skizziert werden. So kam es weder vor, während noch nach dem Spiel zu gravierenden körperlichen Auseinandersetzungen oder Gewalt., fasst der Polizeibericht die Ereignisse zusammen und ergänzt: Trotz eines hochdramatischen Verlaufs und der großen Emotionalisierung beider Fanlager blieb es aus polizeilicher Sicht während des Spiels weitestgehend friedlich.
Die einzige bislang bekannt gewordene Gewalttat in diesem ganzen Treiben ging vielmehr offenbar von Herthas Spieler Levan Kobiashwili aus, der Schiedsrichter Stark geschlagen haben soll.
Vor diesem Hintergrund ist es unerträglich, wie sich nun ausgerechnet jene Berliner als Opfer gerieren. Immerhin war es der Hertha-Anhang, der durch unverantwortliches und wirklich gefährliches Verhalten überhaupt erst für die lange Nachspielzeit gesorgt hatte, nachdem aus dem Gästeblock heraus gleich mehrfach Pyrotechnik in Richtung Spielfeld geworfen wurde.
Es scheint, als hätten die Hardliner gewonnen
Um das klar zu sagen: Pyrotechnik ist verboten. Pyrotechnik im engen Fanblock und in unmittelbarer Nähe von brennbaren Fahnen ist zudem scheiße gefährlich. Wer aber Bengalos und Böller sogar in Richtung anderer Menschen wirft, handelt kriminell und gehört bestraft. Diese Unsitte ist leider auch in Dortmund trotz der Distanzierung der drei großen Ultragruppen immer noch vereinzelt zu verzeichnen.
Was die Pyrotechnik allgemein betrifft, so war die momentane Entwicklung leider abzusehen. So konstatierten wir bereits im Januar: Mit seinem dynamischen Wendmanöver (in der Pyro-Frage) und dem Abbruch der Gespräche, ließ der DFB die Realos nun nicht nur im Regen stehen. Er hat ihnen zusätzlich ins Gesicht geschlagen, sie verhöhnt und ihre Position innerhalb der Fanszenen geschwächt.
Heute, ein paar Monate später, sehen wir unsere Befürchtung bestätigt. Die Verbände haben durch ihre angetäuschte Dialogbereitschaft und den anschließenden Abbruch der Gespräche den moderaten Kräften in Deutschlands Ultra-Szenen vor den Kopf gestoßen, sie haben sie verarscht und damit ihren Einfluss vernichtet. Es scheint, als hätten dadurch nun jene Hardliner gewonnen, die schon zuvor gegen einen Dialog mit den Verbänden und für die Konfrontation gewesen waren. Den Vernünftigen fällt es nun schwerer, auf sie einzuwirken.
Doch zurück zum Thema Platzsturm. Wenn in diesem Zusammenhang nun von einer neuen Qualität die Rede ist, negiert das die Realitäten völlig. Platzstürme hat es schon immer gegeben. In den 60er und 70er Jahren umringen die Zuschauer bei bedeutsamen Spielen und über die gesamte Spielzeit beinahe in Streichelnähe das Spielfeld. Als Jürgen Wegmann 1986 und ebenfalls in der Relegation gegen Fortuna Köln zum 3:1 traf, wurde er umgehend auf dem Spielfeld von einem Fan umarmt. Und 1991, bei der Meisterschaft des 1. FC Kaiserslautern, war es sogar Reinhold Beckmann persönlich jener Reinhold Beckmann, der noch am Dienstag in der ARD den Untergang des Abendlandes gekommen sah - der die sich zum Platzsturm rüstenden Fans um sich herum ziemlich gelassen zur Kenntnis nahm, wie die Redaktion von publikative.org dankenswerterweise entdeckt hat. Nach einem Tor von Markus Schupp fluteten die Lauterer damals ebenfalls kurzfristig den Rasen, um diesen wenig später binnen Sekunden wieder freizumachen, damit weitergespielt werden konnte. Opferzahlen sind aus dieser Partie übrigens ebenso wenig bekannt, wie aus jenem Aufstiegsspiel der Fortuna im Jahr 1989, wo Michael Preetz höchstselbst seine eigene Sicherheit in der Menge feiernder Fans offenbar noch viel stärker gewährleistet sah, als dies am Dienstag bei seinen Spielern der Fall war (zu finden bei Youtube unter dem Suchbegriff "Michael Preetz genießt Platzsturm").
Echte Liebe oder unwürdiger Rahmen?
Schauplatz Dortmund: Auch bei uns sind wir leider nicht frei von unsachlichen Reaktionen. Nachdem am 34. Spieltag beim Überreichen der Meisterschale der Platz ebenfalls geflutet wurde, beklagte auch der BVB in Person von Hans-Joachim Watzke, dass die echten Fans durch eine Minderheit um eine angemessene Feier gebracht wurden. Echte Fans, unechte Fans geht es nicht auch etwas kleiner? Watzke legte noch einmal nach: "Der würdige Rahmen wurde durch eine Minderheit komplett zerstört, die nach dem Spiel den Rasen gestürmt hat. Das ist aber allenfalls die halbe Wahrheit, denn realistisch betrachtet war ein würdiger Rahmen bereits zu dem Zeitpunkt nicht mehr möglich, als die Entscheidung zur Übergabe auf der Westtribüne gefallen war, wo Mannschaft und Schale für die Mehrheit der Zuschauer bestenfalls noch mit einem Fernglas zu erkennen waren. Das gesamte Prozedere an diesem Tag war nicht dazu geeignet, einen würdigen Rahmen zu schaffen. Es war geplant wie ein normaler Spieltag, an dem zufälligerweise am Ende noch die Meisterschale überreicht wird. Keine Spur von dem Glamour, wie ihn beispielhaft das Finale in Berlin und die Siegerehrung dort verbreiteten. Sogar die Mannschaft schien mit ihren Gedanken (verständlicherweise) bereits eine Woche weiter, aufs eben jenes Finale fokussiert.
Vermutlich war der Platzsturm das einzige, was den Tag überhaupt nach Meisterschaftsfeier hat aussehen lassen.
Und trotzdem konnte man ihn auch als Zuschauer berechtigterweise doof finden. Eben weil man nach dem Blick auf die Siegerehrung auch noch um die Ehrenrunde dieser Mannschaft gebracht wurde. Da ist der Ärger dann sogar verständlich.
Weit weniger verständlich sind jedoch die Verve, mit der die Diskussion im Anschluss bisweilen geführt wurde, und die scheinheiligen Reaktionen von Vereinsseite. Soweit wir es nach vollziehen konnten, hat es bei praktisch jedem Meistertitel der Borussen, einschließlich jenen in den 50er Jahren einen Platzsturm gegeben. Die Feierlichkeiten 1995 nahm der BVB zu seinem 100. Geburtstag vor drei Jahren gar zum Anlass, sie via Plakat als Beleg für echte Liebe heranzuziehen. Die Bilder des gefüllten Rasens wurden vom Verein letztes Jahr ebenfalls zur Eigenwerbung genutzt und kurz bevor der Verein in diesem Jahr den Platzsturm via Pressemitteilung geißelte, veröffentlichte er noch Bilder davon bei Facebook, die ebenfalls mit Echte Liebe betitelt waren.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ja, es gibt Probleme in und um Deutschlands Stadien herum. Es gibt gewaltbereite Zuschauer und Fans, es gibt vereinzelte Ausschreitungen und es gibt insbesondere in Sachen Pyrotechnik eine ungute Entwicklung hin zu mehr Feuer und mehr Gefahr. Wer nun aber im hysterischen Wahn echte Randale, wirkliche Schlägereien und real brennende Pyrotechnik mit aus der Freude entstandenen Platzstürmen gleichsetzt, schadet dem Fußball und der Diskussion um diese negativen Phänomene gleichermaßen. Wer einen Platzsturm nach Aufstieg oder Meisterschaft zum Großproblem stilisiert, nur weil verhältnismäßig viele Personen daran beteiligt waren und weil die Bilder möglicherweise so eindrucksvoll sind, relativiert in Wahrheit nur die echten Gewalttaten, die meist gar nicht von den Kameras erfasst werden.
Wer wirklich ein Interesse hat, Gewalt und Pyrotechnik einzugrenzen, der befasst sich mit den Gründen und Ursachen. Wer wirklich ein Interesse daran hat, unterstützt die Fachleute in Form von Fanbetreuungen und Fanprojekten bei ihrer Arbeit, vertraut auf ihr Fachwissen und ihre Expertise und stellt nicht, wie beispielsweise noch vor wenigen Jahren in Dresden der Fall, ihre Finanzierung in Frage. Was aber niemand in dieser Diskussion braucht, sind Institutionen oder Personen, die die Vorfälle zu ihrem ganz eigenen Zweck nutzen und daraus Kapital schlagen wollen. Seien es die Herthaner, die einen letzten Strohhalm zum Klassenerhalt suchen, oder berufsbetroffene Medienvertreter im schrillen Kampf um Einschaltquoten und Marktanteile.
Wer dieses Interesse nicht hat, wem es wahlweise nur um den Erhalt eines Marketingprodukts oder das Verbreiten populistischer Forderungen geht, der zündet Nebelkerzen und fokussiert sich einzig und allein auf die medial wirksamen Bilder. Die aber bilden nicht selten nur einen Bruchteil der Realitäten ab.
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quelleEM-Show mit Fredi Bobic & Co.
Eurosport zeigt Fußball-EM 2012
Der Sportkanal Eurosport wird alle 31 Spiele der Fußball-EM 2012 in Polen und der Ukraine vom 8. Juni bis 1. Juli zeitversetzt ausstrahlen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit dem europäischen Fußballverband UEFA getroffen.
Die Vereinbarung umfasst die Ausstrahlung in herkömmlicher und hoher Bildauflösung (HDTV) bei Eurosport und Eurosport 2 in 58 Ländern. Ausgewählte Partien werden zudem wiederholt, so dass Eurosport damit insgesamt 230 Stunden von dem Turnier berichtet.
Die halbstündige "Euro 2012 Show" begleitet die Fußball-EM ab 7. Juni täglich um 20 Uhr. Eurosport-Chefredakteur Stefano Bernabino analysiert die Spiele gemeinsam mit internationalen Experten, darunter die beiden ehemaligen deutschen Nationalspieler Fredi Bobic und Thomas Berthold.
Live sind die EM-Spiele in Deutschland bei ARD und ZDF zu sehen.
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keyc
hätten die düsseldorfer spieler dann keine Angst haben dürfen? schließlich hätten sie von den schlimmen hooligans unten am platz für das sportliche versagen fertig gemacht werden können.Zitat von mumpfel77Es muss doch nicht immer erst etwas passieren, damit wirklich was geändert wird. Wenn Hertha noch ein Tor geschossen hätte und im anschließenden Platzsturm ein Mensch totgetrampelt worden wäre, würde heute wohl niemand sagen, dass die Situation ungefährlich war und Hertha einfach übertreibt. So aber reden alle davon, dass ja auch Frauen und Kinder auf dem Platz waren und das daher ein völlig friedlicher Platzsturm war, bei dem niemandem etwas passieren konnte.
--> Wiederholungsspiel + Sicherheit in den Stadien verbessern (wie auch immer, da kenne ich mich nicht aus)
Bringt nichts in konjunktiven zu reden.
Ich fand das Plädoyer vom Hertha anwalt ziemlich schwach. Einfach oberflächlich agrumentiert und mindestens mit 20 sätzen eine aussage wiederholt.
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HerrLehmann
dortmund sollte auch runter nach dem platzsturm.Zitat von Mats HummelsGanz deiner Meinung.Zitat von EliasSpielen wir halt in der nächsten Saison nur mit 17 Mannschaften, wäre mir eh lieber. Das assoziale Pack braucht halt keiner
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was ist daran so lustig? Stell du dich mal auf ein fussballfeld und lass tausende von fans auf den platz rennen. Weiß du was in diesen Köpfen vorgeht?Zitat von gerhardUnsere Spieler saßen, leichenblass, mit Todesangst in der Kabine und mussten dann wieder raus. Die Spieler von Hertha BSC sind die einzigen Opfer an diesem Tag
haha
Der schiedsrichter soll gefeuert werden
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dann würde die BL ja nur aus dem fc bayern bestehen, weil sie so als einzige mannschaft keine richtigen fans haben.Mehmet Scholl postete
dortmund sollte auch runter nach dem platzsturm.Zitat von Mats HummelsGanz deiner Meinung.Zitat von EliasSpielen wir halt in der nächsten Saison nur mit 17 Mannschaften, wäre mir eh lieber. Das assoziale Pack braucht halt keiner
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