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Naja so pauschal kann man das sicher nicht nach Branchen einteilen... in der chemischen Industrie gibt es auch massig "schwarze Schafe". Am Ende wird es immer einen geben, der den Job macht. Muss halt tatsächlich jeder für sich klären.
Ein Kumpel von mir hat jetzt nach dem Master bei einer Firma abgesagt, weil er Panzer entwickeln sollte. Dafür war er noch 2-3 länger Monate arbeitslos, aber egal. Ich glaube, dass das auch nichts für mich wäre.
Zitat von junkhead
Muss halt tatsächlich jeder für sich klären.
Ggf. musst du aber auch damit leben, dass du auf jeder Familienfeier als Idiot dargestellt wirst oder dich 100 mal rechtfertigen musst :-/
Rüstungsindustrie, teilweise (Groß-)Banken, Bildzeitung (allgemein Journalismus von zweifelhafter Seriösität), manche Lebensmittelkonzerne.
Pharmaindustrie finde ich schwierig, vor den Forscher dort habe ich enormen Respekt, vor den Leuten die Verantwortung für die Preis- und Unternehmenspolitik etc. haben weniger.
ich arbeite in der Automobilzuliefer-Industrie im Vertrieb und kann euch sagen, dass es dort mehr als fragwürdig zugeht.
Ich denke Tag für Tag darüber nach, ob ich das Vorgehen noch irgendwie vertreten kann und kämpfe teilweise ehrlich gesagt mit mir. Es ist bei manchen Kunden unglaublich fragwürdig wie vorgegangen wird.
Mal ein abstruses Beispiel ,um es bspw. verständlich zu machen (nein, ich arbeite nicht in der Logistik-Branche)
Ein Kunde fragt Euer Unternehmen an, ob ihr einen Regeltransport von A nach B anbieten könnt und gibt euch für Kalkulationszwecke einen Diesel-Preis von EUR 1,00/L vor, um die Angebote vergleichen zu können.
Ihr schreibt in Eurer Angebot und sprecht mit dem Kunden ab, dass der Kunde Preiserhöhungen (aber auch Preisreduzierungen) den Diesel-Preis betreffend tragen (erhalten) wird. Dieser Preis von EUR 1,00/L ist unrealistisch und das Unternehmen will mehr Geld, da der Preis jetzt bei EUR 1,30/L liegt.
Der Kundde zeigt einem dem Mittelfinger.
Kündigst Du den Preisabschluss als Zulieferer bist du Persona non grata und kriegt keine Aufträge mehr.
So läuft das in dieser Industrie. Den Diesel-Preis kann man durch jeglichen Rohmaterialpreis (Stahl, Wechselkurse etc.) ersetzen.
Dies ist lediglich ein Beispiel von vielen.
Was macht man da?
Man muss drüber lachen können und verhält sich gegenüber den Unterlieferanten ähnlich pervers.
Aber ehrlich gesagt kann ich diesen ganzen Scheiss langsam nicht mehr verantworten. Was die Automobilhersteller abziehen, ist an Lächerlichkeit und moralisch verwerflichen Handeln schwer zu überbieten.
Moral und Ethik spielt eine sehr geringe Rolle in der freien Wirtschaft. Warum? Weil es immer "Grauzonen" gibt und man von allem Schlechtem immer etwas positives ziehen kann bzw. es so drehen kann.
Drecksindustrie ! - aber gleichzeitig natürlich unglaublich spannend, deshalb bleib ich da :S
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