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Monogamie - ein veraltetes Konzept?

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    Monogamie - ein veraltetes Konzept?

    Bin grad im Bus auf dem Weg in die Heimat, und lese mir folgende beiden Artikel durch:

    http://www.zeit.de/2012/13/CH-Monogamie

    https://www.google.de/amp/s/amp.welt.de/amp/print/wams/wissen/article157880674/Die-Erfindung-der-Monogamie.html

    Manche Dinge stimmen, bei anderen wird die Statistik nur missbraucht. Z.B. wie viel Prozent der Leute Fremdgehen. Ich mein ist es dann nicht der Fehler dieser Leute, dass sie sich für ein Partnerschaftskonzept entscheiden welches ihnen nicht liegt, nur weil es die Gesellschaft vorgibt? Wird gerade Ehebruch wie ein Kommentar unter dem Artikel es beschreibt verharmlost und sollten wir uns wirklich unseren Trieben hingeben?

    Außerdem liegen bei mir noch 1 1/2 Jahre Fernbeziehung vor mir, weshalb mich das Thema interessiert da ich mit meiner Freundin ( ich weiß, cool ich hab eine) schon die ein oder andere Möglichkeit besprochen haben, gerade mit dem sexuellen Verlangen umzugehen.

    Nun würde ich von euch gern wissen, wie ihr zu dem Thema steht. Sollten Menschen allgemein offener sein und zu ihren Trieben stehen? Ist eine monogame Beziehung bis zum Lebensende eines Partners möglich? Hoffe auf möglichst viele ernsthafte Beiträge.

    #2
    Der Mensch strebt meines Erachtens zu festen Partnerschaften. Eifersucht ist kein soziales Konstrukt, sondern Kit zu exklusiven Bindungen. Der Mensch ist ununterbrochen sexuell aktiv, weil auch das die partnerschaftliche Bindung stärkt. Evolutionär betrachtet ist das sinnvoll, weil die langjährige Aufzucht eines Kindes so gesichert werden kann. Dazu kommt, zumindest nach meiner Erfahrung: Lange Partnerschaften erzeugen Vertrautheit und Sicherheit. Man hat Probleme gemeinsam und löst sie gemeinsam. Man verlässt sich aufeinander.
    Allerdings: Ich kann mir vorstellen, dass der Mensch auch mit wechselnden monogamen Beziehungen zurecht käme, d.h. nach dem die Kinder groß genug sind, löst sich die Partnerschaft auf und man geht wieder getrennt Wege. Evolutionär betrachten wäre das vermutlich plausibel, und es würde auch erklären, warum man sich in längeren Partnerschaften durchaus immer wieder nach links und rechts umsieht.
    Ob offene Beziehungen funktionieren können, kann ich nicht beurteilen. Ich habe das Gefühl, dass Männer eher dazu bereit sind als Frauen. Und in einer klassischen Hetero-Ehe gehören immer beide dazu. Außerdem muss eine gewisse Gleichverteilung gesichert sein: Wenn der Partner ständig fremdvögelt, man selber aber nicht, wird das auf Dauer die Beziehung erschüttern. Offen heißt also nicht: Jeder macht, was er will. Im Gegenteil, es ist vermutlich mehr Rücksichtnahme und Kommunikation gefordert als in einer nicht-offenen Beziehung.
    Polygamie und -amorie halte ich für nicht fungibel. Klar ist es toll und hipp und wider die gesellschaftlichen Konventionen und so, aber ich habe nicht das Gefühl, dass der Mensch dafür gemacht ist, konstant mehrere Partner gleichzeitig leidenschaftlich zu lieben. Hier werden sich Präferenzen herauskristallisieren, und wehe, die sind zwischen den verschiedenen Partner nicht symmetrisch. Auch ist fraglich, ob man tatsächlich mit den einzelnen Partnern ausreichend Zeit verbringt, um eine stabile Beziehung zu etablieren.
    Mein Vorschlag wäre: Normale, spießige, langjährige, exklusive Beziehung. Seitensprünge passieren und sind scheiße, aber passieren auf beiden Seiten und zerstören nicht gleich die Beziehung. Gegebenenfalls gelingt es sogar, offen über länger zurückliegende Seitensprünge zu reden.
    Amen.

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      #3
      Muss gerade zu deinem letzten Abschnitt auch sagen, dass ich nicht glaube dass der Mensch heutzutage überhaupt genügend Zeit hat, mehrere Beziehungen zu führen.

      Mich würde noch interessieren, wie das Verhältnis von Seitensprung und längerer Affäre aussieht und wie viele am Ende den Partner für jemand anderen verlassen. Aber das suche ich einfach mal die Tage raus.

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        #4
        ich glaube, so erlebe ich es zumindest, die klassische monogame beziehung, bei der man bis zum lebensende zusammenbleibt ist überholt und nicht mehr zeitgemäß. an ihre stelle tritt eine sequenzielle monogamie, bei der man die beziehung so lange aufrechterhält, bis es bei einem der beiden nicht mehr funktioniert und sich dann die nächste sucht. ich empfinde das als resultat der gleichberechtigung, bei der frauen eben auch - relativ leicht, da die finanzielle abhängigkeit fehlt - bewusst entscheiden können, was für sie passt und was nicht (und das gesellschaftlich auch dürfen). das angebot an neuen partnern ist gleichzeitig so riesig, dass einer beziehung die kriselt jegliche externe bindung fehlt (sofern keine kinder da sind) und schneller aufgelöst wird.

        schade, dass ich eher altmodisch bin :(

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          #5
          Zitat von Stallion

          Nun würde ich von euch gern wissen, wie ihr zu dem Thema steht. Sollten Menschen allgemein offener sein und zu ihren Trieben stehen? Ist eine monogame Beziehung bis zum Lebensende eines Partners möglich? Hoffe auf möglichst viele ernsthafte Beiträge.
          Recht easy: Jeder so wie er es für richtig hält. Vertrauensbrüche (die ein No-Go für mich sind obv.) kann es auch in polygamen Beziehungen geben. Bin zu 100% der monogame Dude, aber chronisch beziehungsunfähig (tu mich manchmal schwer mit Kompromomissen).

          Ewig lange monogame Beziehungen basieren ja nicht nur auf so etwas simples wie sexuellen Trieben sondern auch auf Loyalität, Vertrauen und Abstimmung aufeinander. Zu sagen, dass der Mensch nicht für monogame Beziehungen gemacht ist, halte ich für falsch. Gibt ja genug Beispiele dafür, dass es ewig hält ohne dass sozialer Druck dahintersteckt.

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