Bild verschenkt man nicht mal wegen des Trashfaktors.
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Diese Trotzerei ist echt nervig... da immer ruhig zu bleiben ist echt Selbstbeherrschung pur. Teilweise sind die Strategien aber schon fast lustig. Der kurze sollte sich vorhin zum Mittagsschlaf hinlegen, meinte aber er müsse nochmal aufs Klo. Dann saß er da 20 Minuten mit den Worten „ich bin noch nicht fertig“. Passiert ist natürlich nix aber ich wollte ihn halt auch nicht vom Klo runterzerren.
Beim Zoobesuch heute war ich auch wieder erstaunt, dass er sich alle tiernamen merkt. Von präriehund über Hyazinthara bis zur Thompsengazelle. Alles speichert er mit seinen 3 Jahren aber bis drei zählen geht so: Eins, Zwei, siebzehn!
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Puh, das erste Mal seit fast zwei Wochen endlich Zeit zum Schreiben. Was ein Ritt!
Drehen wir die Uhr etwas zurück: Am 1. März sollte es morgens ins KH gehen, ganz entspannt sollten wir die Entscheidung "Einleitung vs. Kaiserschnitt" treffen; wurde nichts draus - wie es das Schicksal so wollte habe ich am Vorabend unseren Wagen auf spiegelglatter Straße in den Graben gesenst - Totalschaden. Bin zu meiner Überraschung völlig unverletzt aus dem Auto geklettert, obwohl ich mit 50-60 km/h die Kontrolle verloren hab und die Kiste selbstverständlich nicht großartig abgebremst wurde, bevor ich mit ihr in den Graben geflogen bin.
Die Dame wollte ich erst natürlich nicht anrufen, ich war immerhin mit dem Kopf auch schon bei "Morgen" und habe daher vermutlich auch vergessen, die Straßenverhältnisse per Bremsen/Beschleunigen zu "testen". Konnte sie letzten Endes aber auch nicht auf dem Trockenen sitzen lassen und habe sie nach dem recht offenen "Es wird später" doch noch angerufen - so lange kann eine Bandprobe schließlich nicht dauern, vor allem wenn man den letzten Abend zu Zweit noch ein wenig gemeinsam verbringen will. Rückblickend betrachtet hätte ich nicht fahren sollen... naja, was soll's. Wir waren beide im Endeffekt viel zu lange auf und von der Situation leicht aufgelöst, da wir jetzt vor einer ungeplanten Hürde standen, die es zu überwinden galt und um die man sich kümmern muss.
Mit knapp 4-5 Stunden Schlaf und 'nem richtig beschissenen Gefühl ging es dann also am nächsten Morgen ins KH, wo die Dame sich erst für die Einleitung entschied, es sollte zumindest versucht werden (Kind soll Wehen erlebt haben, der ganze Prozess wollte einmal mitgenommen werden, persönliche Erfahrung etc.). Gegen 8:40 Uhr wurde ihr also ein Faden eingeführt - Prostaglandin müsste das Mittelchen gewesen sein, welches die Wehen anregen soll - und wir sollten 10:30 Uhr, 13 Uhr und 18 Uhr zur Kontrolle via CTG im Kreißsaal erscheinen.
Mangels entsprechend warmer Kleidung ging es also für die nächsten neun Stunden die KH-Gänge auf und ab, draußen war es einfach schweinekalt und wir waren mit Jacke und Jogginghose definitiv falsch angezogen für einen Spaziergang an der frischen Luft.
Die ersten Wehen traten bereits nach einigen Stunden auf und wir waren guter Dinge, auch die Ärzte und Hebammen waren zufrieden. Bis 18 Uhr konnte Frau aber nicht mehr warten, die Wehen hatten sich in regelrechte "Wehenstürme" verwandelt, selbst das Philips-CTG gelang beim Messen mit einem Wert von 127 an sein Limit - und da waren die Wehen noch nicht mal an ihrer Grenze. Das war schon krass mitanzusehen: Sobald der Wehenschreiber anfing zu steigen, war meine Dame nur noch mit "wegatmen" beschäftigt. Habe natürlich mitgeatmet und sie unten an der Wirbelsäule massiert, um ihr die Schmerzen zu erleichtern.
Die Ernüchterung kam dann mit der zu 18 Uhr angepeilten Untersuchung: Der Bub hat sich quasi keinen Zentimeter nach unten bewegt und der Muttermund war ebenfalls verschlossen. Ein "ich taste mal nach dem Muttermund" der anwesenden Ärztin wurde ohne zu fragen zu einem "ich dehne mal den Muttermund". Meine Frau ist vor Schreck/Schmerz die Liege regelrecht hochgestürmt, instant Tränenausbruch - ich bin dann dazwischengegangen und hab' drum gebeten, nicht noch weiter zu dehnen. Durfte mir dann noch schnippische Kommentare anhören á la "sie wäre ja in guten Händen" und "was hätten Sie denn erwartet?!".
Der Faden mit dem Wehenmittelchen wurde entfernt - es tat sich ja nichts - und meine Dame in die Kreißsaal-Badewanne gesteckt. In Selbiger saß sie dann gut sieben(!) Stunden. Die Wehen wurden allerdings weniger, was mir im Nachhinein gut tat, als Mann ist man einfach nur in einer richtig beschissenen Situation. Diese Hilflosigkeit, wenn die Partnerin vor einem "hinwehnt" ist unbeschreiblich abgefuckt - und das waren noch nicht mal Geburtswehen...
Aus der Wanne ging es dann zum "Schlafen" in ein Kreißsaalzimmer. Allerdings war an Schlaf nicht zu denken: Regelmäßig kam eine Hebamme, um das CTG zu kontrollieren und Untersuchungen durchzuführen. Gegen 5 Uhr waren wir also seit ca. 22 Stunden ohne Schlaf und körperlich sowie mental ziemlich am Ende.
Als es dann in der Untersuchung durch die Hebammen und Ärzte der Frühschicht immer noch kein Anzeichen eines fortschreitenden Geburtsprozesses gab (MM ~5cm) und eine erneute Einleitung für uns nicht infrage kam, haben wir die Entscheidung für einen Kaiserschnitt getroffen. Etwas ernüchternd an dieser Stelle empfanden wir das Verhalten des KH-Personals, welches noch versuchte, uns von einer natürlichen Geburt zu überzeugen (durch erneutes Anregen der Wehen oder dem Zerplatzen der Fruchtblase).
Das kam aber wie gesagt alles nicht mehr infrage, also ging es recht fix zum OP-Saal.
Meine Frau hat eine verfluchte Angst vor a) Spritzen und b) Schnitte an ihrem Körper, ergo war es auch kein Leichtes, zum Kaiserschnitt überzugehen. Da die Herztöne unter den Wehen aber bereits um ca. 50% sanken, und sich dementsprechend ein mulmiges Gefühl einstellte, waren wir froh, dass es jetzt so schnell ging.
Der nächste Knaller kam dann, als mir wartend vor der OP-Schleuse mitgeteilt wurde, dass ich doch nicht mit rein kann... Bäm, was ein Schlag in die Fresse. Ich wusste ja um die Sorge meiner Dame und konnte mir gut ausmalen, wie dreckig es ihr auch gehen musste. Trottete also unter Tränen zurück in den Kreißsaal, wissend, dass ich weder meiner Frau die Hand halten noch die ersten Schreie vom Kind hören kann.
Die nächsten Minuten dauerten gefühlt eine Ewigkeit... sitzen, warten, warten, sitzen, hoffen. Plötzlich hieß es dann, ich könne doch mit in den OP-Saal. Also sprintete ich wie ein Irrer zur Schleuse, zog mich um und hechtete zu meiner Dame, welche, umringt von 6-7 Leuten in OP-Klamotten, auf dem Tisch lag.
Als ich bei ihr war, wusste ich zunächst nicht, was passiert war. Ich wartete auf den Moment, in dem die Schreie losgingen und das Baby das Licht der Welt erblickte. Doch ... es gab keine Schreie.
Der kleine Mann lag bereits seelenruhig bei ihr, der Eingriff war vollzogen und meine Frau wurde nachversorgt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ein Baby nach so einem Akt keinen Mucks von sich gibt.
Aber da war er also, so friedlich und unauffällig, dass ich ihn im ersten Moment überhaupt nicht wahrgenommen habe. 52 cm bei 3645 Gramm, wie sich später herausstellte, und ein Gesicht zum dahinschmelzen...
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