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Wann ist Selbstjustiz gerechtfertigt?

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    Naja denen, die hartnäckig sind braucht man nur 1-2 Fragen stellen.

    Threadtitel: Wann ist Selbstjustiz gerechtfertigt?

    1. Aus welcher Sicht?
    - Staat/Offizielle Justiz --> Nie gerechtfertigt

    2. Wie entsteht Staat/Justiz/Gesetze? --> Durch Menschen, öfter durch wenige, selten durch Volksentscheide, Grundlage von Moralvorstellung und ähnlichem.
    - Dann merkt man, das sind ja gar keine Dinge die man irgendwie berechnen kann oder genau und eindeutig festlegen kann.

    3. Wenn man das gemerkt hat, dann hat man eine zusätzliche Sicht, nämlich Rechtfertigung vor sich selbst beispielsweise.
    - Dann kann mit seiner eigenen Meinung und Moralvorstellung argumentieren, selbst ein Bild verschaffen, sein eigenes Gerichtigkeitsbild aufbauen, urteilen und das Urteil durchsetzen.

    4. Das muss dann automatisch jeder akzeptieren und niemand, der bei 3. angekommen ist, also jedem dem bewusst ist wie Gesetze und Justiz aufgebaut wurden (siehe 2.), wird nicht dagegen sprechen und immer unterscheiden vor wem gerechtfertigt wird.

    Und dann fehlt automatisch das Argument, das grundsätzlich gegen Selbstjustiz spricht. Wenn es dieses Argument gäbe, dann würde 2. anders aufgebaut sein, berechenbar, Fakten die vom Himmel gefallen sind, Dinge die nur eine feste Möglichkeit haben.

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      immer

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        Ich bin erstaunt, wie viele hier so hoch und heilig von unserer Justiz sprechen.

        Ich akzeptiere unser Rechtssystem vollkommen und hatte bisher auch noch kein einziges Problem mit dem Gesetz. Aber dass ein System, in dem man mit viel Geld, Hinhaltetaktiken, Lügen usw. immer bevorteilt wird, etwas Erhabenes sein soll, kann ich nicht verstehen.
        Um es anschaulicher auszudrücken: Schaut euch mal die Anwälte von zweifellos schuldigen Straftätern an. Wie sie argumentieren und für ihren Mandanten das beste rausholen, obwohl sie selbst genau wissen, dass er schuldig ist. Sowas finde ich abartig. Ist natürlich darin begründet, dass es keine objektive und vollkommene "Gerechtigkeit" gibt, weil Menschen in einer bestimmten Epoche entscheiden, was gerecht ist und was nicht. Für mich ist die Justiz in dem Sinne nicht mehr wert als ein Schönheitsideal.
        So, jetzt dürfen mich Experten wie Ollie mit ihrem typischen Juristengeschwafel auseinandernehmen ;)

        Zum Beispiel des TE: Selbstjustiz ist insofern schön keine Lösung, da es der vergewaltigten Freundin sicher nicht besser geht, wenn ihr Freund wegen schwerer Körperverletzung in den Knast wandert.

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          was viele hier offenbar nicht können - und das ist eigentlich immer wieder das loch, in das die diskussion fällt - (deshalb ist auch der schöne text von ollie nicht gerade wertvoll, da er zwar vier verschiedene seiten beleuchten möchte, aber in sich zusammenfällt, wenn eine seite wegfällt. und das macht eben die gegenseite - immer -) ist, dem täter - wenigstens ein mindestmaß an - rechte anzuerkennen.

          für die meisten, die hier emotional argumentieren hat ein schuldiger (wer bestimmt das frage ich euch) täter eben KEINEN anspruch auf gerechtigkeit in seinem sinne. und dieses aberkennen führt dann zum "circlejerk" der "wenn deine tochter..." argumentierer.

          (oder eben auch zum post von 3Green).

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            Zitat von Duke
            Ja das ist mir schon klar, war auch eher ganz oberflächlich und eher nicht ganz so ernst gemeint. 1:1 = fair. Wenn immer einer nen anderen wegnimmt bleibt einer übrig -> nicht fair.

            Dass es am Ende des Tages wohl komplizierter ist und nicht alle gleich betroffen sind ist mir schon klar.
            nein. ganz am ende ermordet dann der staat den letzten mörder.
            wie machen wir es dann mit vergewaltigern? vergewaltigen wir auch bis zum ende?

            ich kann vollkommen verstehen, dass betroffene menschen so denken (würde ich auch), aber das kann doch nicht wirklich am ende des tages euer gerechtigkeitsempfinden sein? ich meine ihr müsst doch wissen, dass es falsch ist?

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              Zitat von sNaj
              Zitat von Tamaskan
              Ich kann den Gedanken der Selbstjustiz sehr gut nachvollziehen. Meine Ex wurde selbst als 9 Jährige vergewaltigt (Täter hat dann Suizid begangen). Sie hat mir die Geschichte nach drei Monaten Beziehung erzählt und auf einmal hat vieles an ihrem Verhalten "Sinn" ergeben, was mir vorher noch unverständlich war (unruhigen Schlaf, Probleme mit Intimität, Angst bei Dunkelheit in fremder Umgebung). Sie litt also noch zehn Jahre nach der Tat extremst unter der Sache.
              Was einem als Partner dabei schwer zu schaffen macht, ist eine gewisse Ohnmacht die man verspürt, weil man das Geschehene nicht rückgängig machen kann und einfach das Gefühl hat seiner Freundin nicht helfen zu können. Nach einiger Zeit hab ich dann schon begriffen, dass man sehr wohl helfen kann in dem man einfach für seinen Partner da ist, ihm Zeit gibt und Sicherheit vermittelt. Wenn man zur Selbstjustiz greift und danach selbst bestraft wird lässt man damit seinen Partner im Stich und besser würde dieser sich nach der Tat auch nicht fühlen.
              Leider sind in meinen Augen die Strafen bei solchen Delikten einfach viel zu lasch. Für mich persönlich macht es auch keinen Unterschied ob ein Täter zur Tatzeit betrunken war, unter Drogen stand, psychisch krank ist oder sich vollkommen dessen bewusst ist was er macht: Er gehört nach der ersten Tat Lebenslang weggesperrt und zwar nicht nur um ihn für die Tat büßen zu lassen, sondern um die Allgemeinheit vor solchen Gestalten zu schützen.
              Es heisst nicht umsonst krank.
              Solche Leute sollte man behandeln, statt sie wegzusperren.
              Leute werden teilweise psychisch krank weil sie Schicksalsschläge erlebt haben wo sie keinen Einfluss drauf hatten (deine EX zB). Solche Ereignisse können die Psyche des Menschen so beschädigen, dass diese dann Taten begehen die ein gesunder Mensch niemals machen würde.
              Du würdest sie also wegsperren für Sachen wo sie nicht zu 100% Einfluss drauf hatten?
              Natürlich kann man hier noch differenzieren inwieweit das der Fall ist, aber psychisch krank so zu Stereotypisieren geht garnicht.
              Jeder der sowas macht ist auf einer art krank, bei gesunden Menschenverstand wird man so etwas nicht machen, also alle jetzt in die Psychiatrie stecken und mit Medikamenten voll pumpen?

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                Wozu braucht man schon Ärzte, Gutachter und Rechtswissenschaftler? Wir haben ja junioR

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                  Zitat von Der Ollie
                  Hätte gedacht mein letzter Post rettet die Diskussion noch. Aber was will man hier schon erwarten. Schade, dass sowas in diesem Forum nicht mehr klappt.
                  Du bist also die Maxime von der Kant immer gesprochen hat?

                  Kommentar


                    du pauschalisierst aber ganz schön. das muss man doch von fall zu fall abwägen. oder möchtest du auch so pauschale strafen wie
                    vergewaltigen = 15 jahre haft
                    töten = 30 jahre haft
                    egal wie?
                    also egal wie das jeweilige verbrechen zustande gekommen ist steht die strafe zu 100 % schon fest? egal ob jemand versehendlich mit dem auto umgefahren wird oder von einem typen über tage gefoltert und qualvoll getötet wird = 30 jahre haft? wäre das gerecht?

                    Kommentar


                      Zitat von Judass_appeasement
                      Zitat von Der Ollie
                      Hätte gedacht mein letzter Post rettet die Diskussion noch. Aber was will man hier schon erwarten. Schade, dass sowas in diesem Forum nicht mehr klappt.
                      Du bist also die Maxime von der Kant immer gesprochen hat?
                      er ist zumindest einer von wenigen hier, die fachlich darüber schreiben können und ahnung haben.

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                        Zitat von junioR
                        Zitat von sNaj
                        Zitat von Tamaskan
                        Ich kann den Gedanken der Selbstjustiz sehr gut nachvollziehen. Meine Ex wurde selbst als 9 Jährige vergewaltigt (Täter hat dann Suizid begangen). Sie hat mir die Geschichte nach drei Monaten Beziehung erzählt und auf einmal hat vieles an ihrem Verhalten "Sinn" ergeben, was mir vorher noch unverständlich war (unruhigen Schlaf, Probleme mit Intimität, Angst bei Dunkelheit in fremder Umgebung). Sie litt also noch zehn Jahre nach der Tat extremst unter der Sache.
                        Was einem als Partner dabei schwer zu schaffen macht, ist eine gewisse Ohnmacht die man verspürt, weil man das Geschehene nicht rückgängig machen kann und einfach das Gefühl hat seiner Freundin nicht helfen zu können. Nach einiger Zeit hab ich dann schon begriffen, dass man sehr wohl helfen kann in dem man einfach für seinen Partner da ist, ihm Zeit gibt und Sicherheit vermittelt. Wenn man zur Selbstjustiz greift und danach selbst bestraft wird lässt man damit seinen Partner im Stich und besser würde dieser sich nach der Tat auch nicht fühlen.
                        Leider sind in meinen Augen die Strafen bei solchen Delikten einfach viel zu lasch. Für mich persönlich macht es auch keinen Unterschied ob ein Täter zur Tatzeit betrunken war, unter Drogen stand, psychisch krank ist oder sich vollkommen dessen bewusst ist was er macht: Er gehört nach der ersten Tat Lebenslang weggesperrt und zwar nicht nur um ihn für die Tat büßen zu lassen, sondern um die Allgemeinheit vor solchen Gestalten zu schützen.
                        Es heisst nicht umsonst krank.
                        Solche Leute sollte man behandeln, statt sie wegzusperren.
                        Leute werden teilweise psychisch krank weil sie Schicksalsschläge erlebt haben wo sie keinen Einfluss drauf hatten (deine EX zB). Solche Ereignisse können die Psyche des Menschen so beschädigen, dass diese dann Taten begehen die ein gesunder Mensch niemals machen würde.
                        Du würdest sie also wegsperren für Sachen wo sie nicht zu 100% Einfluss drauf hatten?
                        Natürlich kann man hier noch differenzieren inwieweit das der Fall ist, aber psychisch krank so zu Stereotypisieren geht garnicht.
                        Jeder der sowas macht ist auf einer art krank, bei gesunden Menschenverstand wird man so etwas nicht machen, also alle jetzt in die Psychiatrie stecken und mit Medikamenten voll pumpen?
                        Da bin ich anderer Meinung. Gerade bei Selbstjustizfällen, z.B. die Blutrache Fälle in jüngerer Vergangenheit in Deutschland, halte ich die Täter nicht für psychisch krank. Diesen Leuten wird so ein "ehrenhaftes" Verhalten durch die Familie etc. indoktriniert, sodass sie solche Taten als gerechtfertigt und moralisch vertretbar ansehen.
                        Man sollte aufpassen bei der Differenzierung. Nur ein kleiner Teil psychisch kranker Menschen gilt als fremdgefährdend. Und psychisch krank bedeutet im deutschen Rechtssystem nicht automatisch schuldunfähig.

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                          Ich glaube es ist einfach zu sagen, dass XX jahre knast ja so einfach wegzustecken sind. Klingt ein bisschen "das bisschen haushalt...".

                          Wie wenig hier manche auch dem täter menschlichkeit und somit rechte eingestehen finde ich schade. Vlt wuerde sich an eurer ansicht was ändern wenn ihr bei der nächsten kleinen ordnungswidrigkeit 1-10sozialstunden kriegt. Ist ja eh ne witzstrafe ne.

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                            Arcane es geht auch um relation zu Tat und Strafe.
                            Keiner sagt Strafen sind super leicht. Dennoch bedarf es einer angemessenen Strafe und nicht einer die das mögliche leiden des Täters betrachtet.

                            Wenn die Betreiber von Kino.To 4 oder mehr Jahre bekommen und ein Vergewaltiger Bewährung. Dann ist es aus der Sicht von vielen Menschen verkehrt.
                            Das Recht und die Strafen sollten auch Teil der Wertvorstellungen einer Gesellschaft sein.
                            Dabei gibt es ähnliche Probleme wie mit Staatsformen oder Verfassungen.
                            Die Menschen bzw verschiedene Generation wandeln sich, nur die Gesetze, Verfassung etc wandelt sich kaum bis gar nicht.
                            Im Prinzip ist das aktuelle Recht ein langes Erbe.

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                              Zitat von Judass_appeasement
                              Arcane es geht auch um relation zu Tat und Strafe.
                              Keiner sagt Strafen sind super leicht. Dennoch bedarf es einer angemessenen Strafe und nicht einer die das mögliche leiden des Täters betrachtet.
                              herzlich willkommen zurück im mittelalter. welche hexe möchten sie als erstes verbrennen?

                              /e: hattest du nichtmal iwas davon geredet, dass du einen geschi-lk besucht hast? bei solchen posts habe ich erhebliche zweifel daran.

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                                ja, nen leistungskurs. geschichte hat er offensichtlich nicht studiert, das merkt jeder der noch alle latten am zaun hat.

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