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"Verfassungspatriotismus baut auf einem republikanischen Nationsverständnis auf. Dieses geht davon aus, dass die Nation eine durch gemeinsamen Willen und eine gemeinsame Geschichte zusammengehaltene Gemeinschaft von Menschen sei. Diese sehen sich untereinander als frei und gleich an. Ein solches Nationsverständnis wurde in der Neuzeit wesentlich während der Aufklärung und von Ernest Renan geprägt."
Inwiefern ist das nun etwas anderes als der typische Patriotismus? Willst Du Dich nur besonders fühlen, weil du einen coolen Begriff verlinken kannst? :b
Das geht aber etwas an dem Nationalstolz vorbei, an den ich denke.
Eben, deine Meinung, nicht die aller.
Ich denke Nationalstolz ist ein Begriff, der ziemlich schwer zu definieren ist. Das bezieht sich bei mir auf viele Teile, die ich so sicher gar nicht alle nennen könnte, ohne darüber intensiv nachdenken zu müssen. Und selbst dann, könnte ich nicht garantieren, dass ich das alles für andere verständlich rüberbringen könnte.
Aber Stolz würde ich das nicht nennen. Ich habe ja nichts dazu beigetragen oder irgendeinen Einfluss auf ihr Handeln gehabt.
Rein vom Gefühl her würde ich bei das bei mir Stolz nennen. Ich vermute aber, dass wir beide da unterschiedlich empfinden und ich denke das macht es ja auch aus, ein Mensch zu sein. :)
Inwiefern ist das nun etwas anderes als der typische Patriotismus? Willst Du Dich nur besonders fühlen, weil du einen coolen Begriff verlinken kannst? :b
Schöner Seitenhieb, aber der Unterschied ist doch schon im ersten Satz ersichtlich, scheinbar nicht für alle, daher nochmal ein Quote:
Verfassungspatriotismus ist ein staatsbürgerschaftliches Konzept, welches sich als Alternative zum ethnischen Staatsverständnis sieht. Die Staatszugehörigkeit beruht diesem Konzept zufolge auf gemeinsamen politischen Werten wie Demokratie und Meinungsfreiheit statt auf Abstammungs- oder Sprachgemeinschaften.
Willst du jetzt ernsthaft die Liebe eines Vaters oder einer Mutter zu ihrem Kind mit Nationalstolz vergleichen?
Nein, es geht um den Stolz und nicht um die Liebe.
Und wenn ich z.B. meinen Sohn mit Strenge dazu bringen durchzuhalten und zu trainieren, dann ist sein Erfolg im Sport auch irgendwo einem winzig kleinen Beitrag von mir geschuldet.
Du hast mindestens durch Dein Kreuz auf dem Wahlzettel auch einen "winzig kleinen Beitrag" zur Arbeitsweise Deines Landes geleistet.
Wenn Dir etwas nicht gefällt, dann kannst Du politisch selbst aktiv werden und aktiv daran arbeiten, dass sich etwas ändert.
Sowohl bei Deinem Sohn/Deiner Tochter als auch bei Deinem Staat hast Du in der Vergangenheit einen Beitrag zu seiner Arbeitsweise geleistet. Beide sind zum Teil ein Produkt aus Deinem früheren Handeln, deswegen kannst du auf beides stolz sein.
Deiner Argumentation nach kann man also nur auf den Zustand der Nation im Zeitrahmen meines vergangenen Lebens sein?
Und ausserdem halte ich das Setzen eines Kreuzes für reichlich schwach um Nationalstolz zu begründen. Da passt dann irgendwo wie Schopenhauer.
Im Übrigen wird sich gerade unter Deutschen gerne mal auf die Dichter und Denker und Erfindungen berufen zu denen man nun wirklich absolut gar keinen Beitrag geleistet hat. Und wie schön wäre es, wenn die ganzen Patrioten mal mehr zur Gesellschaft beitragen würden als ihr Kreuz rechtsaußen, sich quasi mal in der bürgerlichen Mitte engagieren.
Merkwürdigerweise wird ja gerade Bürgerarbeit oft von selbsternannten Patrioten als Gutmenschentum durch linkes Gesindel (um mal im Jargon zu bleiben ne dr0elf) diffamiert.
Inwiefern ist das nun etwas anderes als der typische Patriotismus? Willst Du Dich nur besonders fühlen, weil du einen coolen Begriff verlinken kannst? :b
Schöner Seitenhieb, aber der Unterschied ist doch schon im ersten Satz ersichtlich, scheinbar nicht für alle, daher nochmal ein Quote:
Verfassungspatriotismus ist ein staatsbürgerschaftliches Konzept, welches sich als Alternative zum ethnischen Staatsverständnis sieht. Die Staatszugehörigkeit beruht diesem Konzept zufolge auf gemeinsamen politischen Werten wie Demokratie und Meinungsfreiheit statt auf Abstammungs- oder Sprachgemeinschaften.
Gibt es denn heutzutage überhaupt noch jemanden, der aufgrund gemeinsamer Gene stolz auf sein Land ist?
Du grenzt Dich durch Dein Bekenntnis zum "Verfassungspatriotismus" klar von dem traditionellen Patriotismus ab, der von der Zeit des bismarkschen Deutschen Reiches (vielleicht auch davor) bis zum Ende des Dritten Reiches üblich war. Wir leben aber in einer Zeit, wo es diesen Patriotismus aufgrund von irgendwelchen völkischen Gemeinsamkeiten gar nicht mehr gibt.
Deiner Argumentation nach kann man also nur auf den Zustand der Nation im Zeitrahmen meines vergangenen Lebens sein?
Bin mir nicht sicher ob ich Dich richtig verstehe, aber so musst du es nicht verstehen.
Du hattest zwar irgendwann noch keinen Einfluss auf Deinen Staat, aber wenn Du Dich heute mit ihm identifizierst, dann kannst Du Dich sicher auch mit seinen vergangenen Errungenschaften (also bei Deutschland zum Beispiel alles seit Gründung der BRD) identifizieren.
Zitat von CRZ-
Und ausserdem halte ich das Setzen eines Kreuzes für reichlich schwach um Nationalstolz zu begründen. Da passt dann irgendwo wie Schopenhauer.
Ich denke das Zitat von Schopenhauer passt nicht mehr in unsere Zeit.
Wie schon aus meinem Beitrag zu ceh9 klargeworden ist, leben wir nicht mehr in der Zeit, in der irgendein Kaiser, Reichskanzler oder Führer einen deutschen Staat unter dem Vorwand der Zusammengehörigkeit der deutschen Völker nutzt um die Bürger gegen andere Länder aufzuhetzen und in Kriege zu schicken.
Die heutigen zivilisierten Staaten sind eher Gemeinschaften der Menschen, um sich selbst besser managen zu können. Wir leben in einer Demokratie und jeder Staatsbürger eines zivilisierten Staates hat durch Wählen, das Zahlen von Steuern und das politische Aktivsein einen Anteil an dem Staat in dem er lebt.
Zitat von CRZ-
Im Übrigen wird sich gerade unter Deutschen gerne mal auf die Dichter und Denker und Erfindungen berufen zu denen man nun wirklich absolut gar keinen Beitrag geleistet hat. Und wie schön wäre es, wenn die ganzen Patrioten mal mehr zur Gesellschaft beitragen würden als ihr Kreuz rechtsaußen, sich quasi mal in der bürgerlichen Mitte engagieren.
Merkwürdigerweise wird ja gerade Bürgerarbeit oft von selbsternannten Patrioten als Gutmenschentum durch linkes Gesindel (um mal im Jargon zu bleiben ne dr0elf) diffamiert.
Das sind schwierige Fragen.
Ist etwas eine deutsche Errungenschaft, weil sie vor hunderten von Jahren auf aktuell deutschem Territorium geschehen ist?
Bedeutet Patriotismus, dass man sich sozial engagiert?
Dazu habe ich keine Antworten.
/edit
Zitat von colu
der vergleich kann doch nicht dein ernst sein impi :D
hoffentlich hast du nicht vor kinder zu kriegen oder bist politisch SEHR SEHR SEHR SEHR engagiert :D
Ich werde bei meinen Kindern und dem Staat, in dem ich in Zukunft leben werde, alles dafür tun, um sie/ihn nach meinen Vorstellungen zu formen und dann natürlich hoffen, dass ich Erfolg habe und stolz drauf sein kann :)
CRZ- postete
Du kannst natürlich sagen: Deutschland hat tolle Landschaften, hübsche Städte, ein vergleichsweise gutes Sozialsystem und eine lebendige Demokratie. Das geht aber etwas an dem Nationalstolz vorbei, an den ich denke. Meiner Erfahrung nach - und von dr0elf schön bestätigt - schwingt beim Nationalstolz immer eine bedingungslose und verblümte Überhöhung mit, die Kritik gar nicht erst zulässt und oft als persönliche Identifikation dient.
Für Dich ist es also "eine bedingungslose und verblümte Überhöhung", wenn ich den Post
Zitat von Adolf Hipster
ja bitte raushängen, damit du dich gleich vor der öffentlichkeit als trottel outest. sry aber in 90% der fälle triffts halt einfach zu.
kritisiere? Das nennst Du also "keine Kritik zulassen"? Das impliziert, dass Du den Post von Adolf Hipster ernsthaft als "Kritik" wahrnimmst und nicht als sinnlose Diffamierung ohne jegliche Argumentation.
Im wahlomat zur EU-Wahl war eine Frage, ob die EU sich zu einem einzigen großen Staat vereinter Nationen entwickeln soll. Wenn ich mir hier so die Kommentare durchlese muss ich wohl doch Angst davor bekommen!
ich finde den wikipedia eintrag zum verfassungspatriotismus ein wenig irreführend, da er sich auf ernest renan bezieht. ernest renan hat in seiner schriften zur nation die gemeinsame geschichte und zukunft als konstitutives element einer nation angeführt. beim verfassungspatriotismus geht es aber nicht um nationen, jedenfalls nicht unbedingt. wenn dem so wäre, dann gäbe es in belgien z.B. keinen verfassungspatriotismus bzw dieser wäre nicht möglich.
das zitat sollte eigentlich nur eine reaktion auf biergarten eden sein und nicht eine große diskussion starten. ich mag den begriff des nationalstolzes nicht, da er für mich zu sehr bezug auf nationalismus nimmt. der begriff des patriotismus gefällt mir besser. ich finde folgendes zitat von aimé césaire ganz gut: " patriotismus ist die liebe der seinen, nationalismus der hass gegenüber anderen".
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