Etwas verspätet. Thema kam mir heute und ist noch nicht wirklich zuende gedacht. Eine Diskussionsgrundlage ergibt sich vielleicht noch, aber letztendlich ist das dann doch eher so eine Blog-Geschichte, aber die gibts ja leider noch nicht (winkmitderdachlatte).
Ich könnte regelmäßig direkt anfangen zu kotzen, wenn mir Menschen Dinge vollster Überzeugung und Inbrunst entgegnen, von denen sie offensichtlich nicht den blassesten Schimmer haben und ihr Mangel an Weitsicht und Realitätssinn geradezu aus jeder These ihrer mir offenbarten Schatzkiste an Dämlichkeiten trieft. Da kommen Aussagen zustande, die man zuerst gar nicht für möglich hält. Man muss zwei, drei Mal hinhören, nachdenken, hinhören, nachdenken, bis man letztendlich den mit der Aussage bezweckten Sinngehalt so hinnimmt - den Gedankengang wird man so oder so nicht nachvollziehen können. Ich frage mich dabei immer, was die Leute dann zu solch einer Aussage treibt.. Ob sie nicht eine Spur Recht behalten könnten und überhaupt: Wer sagt denn, dass sie direkt Unrecht haben? Vielleicht ist mein Denken doch viel kaputter, als ich es mir bislang vorstellen musste.
Wenn mir jemand entgegnet, "du hast es dir so ausgesucht", steckt dahinter erstmal ein wahrer Tatsachenkern: Ich bin Herr meiner Selbst, also bestimme ich mein Leben. Aber es ist nicht die Aussage an sich, die von der Verquertheit und dem Schwachsinn dessen, der sich ihr bedient, ganze Bände spricht, sondern der Zeitpunkt wann sie benutzt wird. Und da gibt es grundsätzlich zwei: Den richtigen und den falschen Zeitpunkt.
Naja.. Wann wird die Aussage richtig sein.. Ich sehe eine Tatsachenlage, mache mir dazu Vorstellungen und entscheide mich für oder gegen eine Option. Dabei nehme ich in Kauf, dass meine Vorstellung von der tatsächlichen Tatsachenlage abweichen könnte. Ist klar: Wenn ich morgens statt ins Auto in die Bahn steige, in der Hoffnung den sich bildenden Stau zu entgehen, dann aber doch eine halbe Stunde auf die Bahn warten muss, was widerum dazu führt, dass ich mit dem Auto sogar schneller und stressfreier gefahren wäre, dann ist das Risiko der Verspätung des Zuges von mir einkalkuliert. Das ist einfach eine Sache, mit der ich rechnen muss. Ohne Diskussion - bums aus - ein ganz klares Ding eben.
Aber wenn mir dieser unreflektierte Scheiß-Spruch in einer derart absurden Situation entgegengeschleudert wird, dass sich die Balken biegen, dass sich die Welt auftun und alles ins große Nichts verschlucken möchte, dann fühle ich in meinem Unmut und meinem Unverständnis gerechtfertigt. Das Interessanteste dabei ist dann noch, dass einem dieser Mist meist noch von Leuten entgegnet wird, die mit der entsprechenden Materie noch niemals in Berührung gekommen sind und nicht annähernd im Stande sind sich eine Vorstellung von der Lage zu machen.
Man "sucht" sich nicht jeden Schwachsinn der einem im Leben widerfährt aus. Selbst eine bewusste Entscheidung in eine Richtung kann nicht alle Eventualitäten erfassen. Noch ein Beispiel: Ich bewege mich nachts in einer fremden Stadt. Eigentlich habe ich nur noch Hunger und bin auf der Suche nach einem kleinen Schnellimbis. Gleich um die Ecke ist schon einer. Es ist nicht einer der Sorte, vor denen man gleich niederknien und sie anbeten möchte: das Umfeld (die Straße, die näheren Gebäude) ist etwas "abenteuerlich" und ohnehin ist im Dunkeln ja kaum was zu erkennen. Aber warum nicht? Ich sehe beim Eintreten das Foto eines Burgers: Perfektion ist gar kein Ausdruck. Natürlich rechne ich damit, dass das Brot pappig schmecken wird. Sicher hat auch der Salat ein paar gelbe Stellen und das Fleisch wird - da bin ich von überzeugt - auf gar keinen Fall so schmecken, wie das Foto es mir suggerieren möchte. Bei all dem darf ich aber dennoch damit rechnen, dass ich bekommen werde, was seinen Preis wert ist und recht treffend dem entspricht, was mir versprochen wird.
Nach ein paar Minuten ist mein "Essen" fertig: Ein riesiger Kotklumpen. Völlig verdattert nehme ich das Ding und setze mich an einen Tisch. Hab ich das bestellt? In mir wächst Unmut. Soetwas habe ich garantiert nicht gewollt als ich den Laden betrat. Mir gegenüber ein ekliger, zahnloser Typ: "Du hast es dir so ausgesucht".
Warum nun all der Terz? Weil man offensichtlich mittlerweile seine Stimme innerhalb gewisser Themenkreise, die von der Gesellschaft als "privilegiert" abgestempelt werden, nicht mehr erheben darf. "B.M. ist der größte Mist? Haben sie sich doch so ausgesucht.." "In den Hörsälen kommen auf einen Platz zwei Studenten? Haben sie sich so ausgesucht.." "Der Stoff wird nicht von den Professoren, sondern einer gewerblich tätigen GbR vermittelt und darüber beschwert man sich auch noch? Haben sie sich doch...".
Wenn ich mir ein Studium aussuche, sehe ich das Endziel. Ich sehe das, wo es hingehen wird. Ich kaufe quasi einen Traum, eine Vorstellung von dem, was ich erreichen will und wie ich es erreichen will. Ich kaufe den Burger vom Schild.
Wie diese Vorstellung dann von höchster Stelle, graubärtigen Männern mit Pfeiffen in ausgebleichter Ledergarnitur, in Realität verkehrt (sic) wird, darüber darf ich mit Recht wütend sein.
Dabei werden so viele neue Ideen gebraucht, wie noch nie zuvor. Wer den Arbeitsmarkt offener, europaweit einheitlich und flexibel gestalten will, darf nicht vergessen, dass ein Staat nicht nur dafür Sorge zu tragen hat, dass sich das Kapital in ihm nieder lässt, sondern auch, dass seine Bürger verdammt nochmal etwas zu beißen haben. Aber so weit wollte ich eigentlich gar nicht ausholen.
Letztendlich geht es darum zu wissen, wo die Prioritäten in der Bildung liegen. B.M. ist ein Importsystem. Wird es der Sache gerecht? Nein. Universitäten avancieren von Bildungseinrichtungen zurück zu Forschungsinstituten, an denen nebenher mit diesen lästigen Studenten rumhantiert werden muss. Hat das noch etwas mit Ausbildung zu tun? Sicher nicht.
Es werden nicht bloß Ideen gebraucht, sondern stichhaltige Reformen und ein Umdenken an allen Universitäten.
Und letztendlich passiert was? Genau. Nichts. Denn entweder scheitert es an den Kommilitonen oder an dem Rückhalt der Gesellschaft. Jeder keucht, jeder mit seinem Päckchen das er zu tragen hat und jeden Tag wird die Last für alle etwas schwerer. So schwer, dass man sich fragen muss, ob dieser Staat überhaupt daran interessiert ist seine "Bildungselite" weiterhin zu unterhalten.
Diskussionen darüber? Gelten nichts - werden nach dem zweiten Mal ohnehin als langweilig ausgeschlagen.
Und derjenige, der nichts zu zählen scheint, darf am Ende trotzdem rechnen. Womit? Mit den netten sechs Worten: Du hast es dir so ausgesucht.
Ich könnte regelmäßig direkt anfangen zu kotzen, wenn mir Menschen Dinge vollster Überzeugung und Inbrunst entgegnen, von denen sie offensichtlich nicht den blassesten Schimmer haben und ihr Mangel an Weitsicht und Realitätssinn geradezu aus jeder These ihrer mir offenbarten Schatzkiste an Dämlichkeiten trieft. Da kommen Aussagen zustande, die man zuerst gar nicht für möglich hält. Man muss zwei, drei Mal hinhören, nachdenken, hinhören, nachdenken, bis man letztendlich den mit der Aussage bezweckten Sinngehalt so hinnimmt - den Gedankengang wird man so oder so nicht nachvollziehen können. Ich frage mich dabei immer, was die Leute dann zu solch einer Aussage treibt.. Ob sie nicht eine Spur Recht behalten könnten und überhaupt: Wer sagt denn, dass sie direkt Unrecht haben? Vielleicht ist mein Denken doch viel kaputter, als ich es mir bislang vorstellen musste.
Wenn mir jemand entgegnet, "du hast es dir so ausgesucht", steckt dahinter erstmal ein wahrer Tatsachenkern: Ich bin Herr meiner Selbst, also bestimme ich mein Leben. Aber es ist nicht die Aussage an sich, die von der Verquertheit und dem Schwachsinn dessen, der sich ihr bedient, ganze Bände spricht, sondern der Zeitpunkt wann sie benutzt wird. Und da gibt es grundsätzlich zwei: Den richtigen und den falschen Zeitpunkt.
Naja.. Wann wird die Aussage richtig sein.. Ich sehe eine Tatsachenlage, mache mir dazu Vorstellungen und entscheide mich für oder gegen eine Option. Dabei nehme ich in Kauf, dass meine Vorstellung von der tatsächlichen Tatsachenlage abweichen könnte. Ist klar: Wenn ich morgens statt ins Auto in die Bahn steige, in der Hoffnung den sich bildenden Stau zu entgehen, dann aber doch eine halbe Stunde auf die Bahn warten muss, was widerum dazu führt, dass ich mit dem Auto sogar schneller und stressfreier gefahren wäre, dann ist das Risiko der Verspätung des Zuges von mir einkalkuliert. Das ist einfach eine Sache, mit der ich rechnen muss. Ohne Diskussion - bums aus - ein ganz klares Ding eben.
Aber wenn mir dieser unreflektierte Scheiß-Spruch in einer derart absurden Situation entgegengeschleudert wird, dass sich die Balken biegen, dass sich die Welt auftun und alles ins große Nichts verschlucken möchte, dann fühle ich in meinem Unmut und meinem Unverständnis gerechtfertigt. Das Interessanteste dabei ist dann noch, dass einem dieser Mist meist noch von Leuten entgegnet wird, die mit der entsprechenden Materie noch niemals in Berührung gekommen sind und nicht annähernd im Stande sind sich eine Vorstellung von der Lage zu machen.
Man "sucht" sich nicht jeden Schwachsinn der einem im Leben widerfährt aus. Selbst eine bewusste Entscheidung in eine Richtung kann nicht alle Eventualitäten erfassen. Noch ein Beispiel: Ich bewege mich nachts in einer fremden Stadt. Eigentlich habe ich nur noch Hunger und bin auf der Suche nach einem kleinen Schnellimbis. Gleich um die Ecke ist schon einer. Es ist nicht einer der Sorte, vor denen man gleich niederknien und sie anbeten möchte: das Umfeld (die Straße, die näheren Gebäude) ist etwas "abenteuerlich" und ohnehin ist im Dunkeln ja kaum was zu erkennen. Aber warum nicht? Ich sehe beim Eintreten das Foto eines Burgers: Perfektion ist gar kein Ausdruck. Natürlich rechne ich damit, dass das Brot pappig schmecken wird. Sicher hat auch der Salat ein paar gelbe Stellen und das Fleisch wird - da bin ich von überzeugt - auf gar keinen Fall so schmecken, wie das Foto es mir suggerieren möchte. Bei all dem darf ich aber dennoch damit rechnen, dass ich bekommen werde, was seinen Preis wert ist und recht treffend dem entspricht, was mir versprochen wird.
Nach ein paar Minuten ist mein "Essen" fertig: Ein riesiger Kotklumpen. Völlig verdattert nehme ich das Ding und setze mich an einen Tisch. Hab ich das bestellt? In mir wächst Unmut. Soetwas habe ich garantiert nicht gewollt als ich den Laden betrat. Mir gegenüber ein ekliger, zahnloser Typ: "Du hast es dir so ausgesucht".
Warum nun all der Terz? Weil man offensichtlich mittlerweile seine Stimme innerhalb gewisser Themenkreise, die von der Gesellschaft als "privilegiert" abgestempelt werden, nicht mehr erheben darf. "B.M. ist der größte Mist? Haben sie sich doch so ausgesucht.." "In den Hörsälen kommen auf einen Platz zwei Studenten? Haben sie sich so ausgesucht.." "Der Stoff wird nicht von den Professoren, sondern einer gewerblich tätigen GbR vermittelt und darüber beschwert man sich auch noch? Haben sie sich doch...".
Wenn ich mir ein Studium aussuche, sehe ich das Endziel. Ich sehe das, wo es hingehen wird. Ich kaufe quasi einen Traum, eine Vorstellung von dem, was ich erreichen will und wie ich es erreichen will. Ich kaufe den Burger vom Schild.
Wie diese Vorstellung dann von höchster Stelle, graubärtigen Männern mit Pfeiffen in ausgebleichter Ledergarnitur, in Realität verkehrt (sic) wird, darüber darf ich mit Recht wütend sein.
Dabei werden so viele neue Ideen gebraucht, wie noch nie zuvor. Wer den Arbeitsmarkt offener, europaweit einheitlich und flexibel gestalten will, darf nicht vergessen, dass ein Staat nicht nur dafür Sorge zu tragen hat, dass sich das Kapital in ihm nieder lässt, sondern auch, dass seine Bürger verdammt nochmal etwas zu beißen haben. Aber so weit wollte ich eigentlich gar nicht ausholen.
Letztendlich geht es darum zu wissen, wo die Prioritäten in der Bildung liegen. B.M. ist ein Importsystem. Wird es der Sache gerecht? Nein. Universitäten avancieren von Bildungseinrichtungen zurück zu Forschungsinstituten, an denen nebenher mit diesen lästigen Studenten rumhantiert werden muss. Hat das noch etwas mit Ausbildung zu tun? Sicher nicht.
Es werden nicht bloß Ideen gebraucht, sondern stichhaltige Reformen und ein Umdenken an allen Universitäten.
Und letztendlich passiert was? Genau. Nichts. Denn entweder scheitert es an den Kommilitonen oder an dem Rückhalt der Gesellschaft. Jeder keucht, jeder mit seinem Päckchen das er zu tragen hat und jeden Tag wird die Last für alle etwas schwerer. So schwer, dass man sich fragen muss, ob dieser Staat überhaupt daran interessiert ist seine "Bildungselite" weiterhin zu unterhalten.
Diskussionen darüber? Gelten nichts - werden nach dem zweiten Mal ohnehin als langweilig ausgeschlagen.
Und derjenige, der nichts zu zählen scheint, darf am Ende trotzdem rechnen. Womit? Mit den netten sechs Worten: Du hast es dir so ausgesucht.
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