Ha, saol, hamdullah! Seit Tagen bin ich auf Playboy 51 festgefahren. Viele kennen ihn von seinen Auftritten als Obermacho bei Vera, Peter Imhoff oder Stefan Raab, seit Jahren wird er immer wieder gern gebucht als Macker frei von Zweifeln für Features bei Privatsendern. Eher wenige wissen, dass Tanjun, wie Playboy 51 im wirklichen Leben heisst, eine wöchentliche, von Sido und DJ Desue produzierte Internetsendung hat. Und die is ma rischti Bombe, Alter.
Playboy 51 hockt da mit seinem Sidekick Fiko 51, einem sympathisch-abgefuckten Dreiviertelpenner und macht Party. Hinter ihnen ein Greenscreen, vor ihnen ein mit Flaschen zugestellter Tisch, soweit das Konzept der Sendung. Ab und zu lädt Playboy 51 Gäste ein, dann gibt es verpeilte Interviews:
Gast: (baut Joint).
Playboy 51: Du hast mich noch janich jefragt, warum ick nich kiffe!
Gast: Warum kiffst´n du nich, Tanju?
Playboy 51, abwinkend: Ach Alta, is ne lange Jeschichte
Meistens geht es aber nur zwischen ihm und Fiko 51 hin und her. Die beiden hocken und hicken auf einem Sofa, lassen sich vor laufender Kamera die Birne vollaufen und kommen spätestens nach einer halben Stunde ins Streiten. Am Anfang kann Tanju meistens sogar noch reden, erzählt, wie er die Woche mal wieder Waschmaschinen geschleppt oder Tapeten abgekratzt hat, dann geht er mal kurz pissen, Ziehgeräusche, und der Kopf von Playboy 51 geht wieder ein bisschen mehr richtung Tomate. Dann wird angestoßen, losgelabert, Tanju kriegt wieder nen Anfall, DJ Desue dreht die Mucke auf und Playboy 51 dreht voll am Rad, rappt seinen Song: Kopftuch, Goldzahn, Augenklappe, Holzarm und weiter geht´s im Ghetto-Gespräch mit Fiko 51 und irgendwelchen verkifften HipHop-Gestalten. Spätestens ab der Hälfte der Sendung hyperventiliert Tanju nur noch, fährt sich fahrig übers taube Maul und konstatiert: Ey, Alter, Maul schon wieder voll borru.
Überhaupt ist die Sendung von multikulturellen Seitenverweisen gespickt, Fiko schimpft auf polnisch, Playboy kontert auf arabisch, trinkt noch einen, streift sich übers Gesicht und stellt mit großer Geste fest: Ha, saol. Hamdullah!. Was übrig bleibt, sind Perlen des Gossenjargons: Ey Fiko Alter, ick hab dich uffjebaut, Dicka!, ereifert sich Playboy 51, Wat erzählstn du hier fürne Scheiße Alter ick bin schwul oder wat, ick soll der größte Hurensohn sein, jeder soll mich innen Arsch ficken wenn ick lüge, du beklaust kleene Kinder Alta, letztens erst die Olle, Dicka, wollt dass ick deene Schulden bezahle du kleena Bastard! Komma klar, Alter, wat wärst du ohne mich, du hast dein Leben lang nüsch jearbeitet?
Ick hab dreizehn Jahre von mein Leben jearbeitet!,krächzt dann der 42jähjrige Fiko. Und du bist ooch nich bessa, wat is mit der Waschmaschine von deine Ex-Olle, die de verkooft hast?
Na und Alter, ick hab Gabelstaplerscheen, Alter, ick hab Olle jebumst Dicka, da träumst du nur von Fiko. Weeste wat, du Wichsa, du fällst mir hier voll hinner mein Rücken, Dicka, und ick hab hier jahrelang mein´ Arsch in die Pflanzen jehalten für disch, Dicka, ick bau dich auf hier, die Fans wollen das Streit auch jarnüsch sehen Dicka, komma klar Fiko, Alter, Playboy 51 hat jesprochen, Piratenshow! Whoa Alta, ick bin ja schon wieder rischti uff 180 hier. Themawechsel: Fiko wann hastn letzte Mal ne Olle gefickt?.
Es infiziert mich total. Ich schau mir Sendung um Sendung an, Tanju immer voll am Limit, einmal bricht er Fiko vor laufender Kamera die Nase. Man kennt die Ausraster, man versteht es, wenn Playboy 51 erklärt, dass er sich seine eigenen Sendungen gar nicht nicht anschauen mag, man sieht ihm den ganzen Abfuck eigentlich nach, und wenn er dann wieder schwadroniert von seiner Disko, die er in der Türkei aufbauen möchte, von den 50.000 Ollen, die er in seinem Leben noch ficken mag, dann kriegt man eher sowas wie Mitgefühl.
Traurig ist dann, dass die Sendung letztlich doch nur auf seine Kosten geht. Ab und zu ist Sido anwesend, ganz nüchtern, ganz klar, hat nur ne kleine Line gezogen und macht sich über den vollverballerten Halbtürken lustig. Da fragt man sich schon, wieso ein deutscher Popstar es nötig hat, Witze auf Kosten eines offensichtlichen Drogenopfers zu reißen, warum er ihn gerade dann vor der Kamera zum Englischsprechen nötigt, wenn er es am wenigsten kann, wieso er dem Viertelprominenten Playboy 51 seine einzige Chance zum Fame mit willfährig ausgegebenen Kokainlines und Jägermeistern zerstört. Sido und DJ Desue lachen jedenfalls beherzt, und der mehr oder weniger weit entfernte Zuschauer kann da auch mitlachen eine Weile, bis er merkt, dass er wohl der realsten Alkohol- und Kokain-Abfuck-Show im deutschen Internetkosmos beiwohnt.
Trotzdem bleibt dann der Eindruck: Tanju ist ein guter Kerl, ganz tief drinnen irgendwo, das merkt man, aber jemand , der die krasse Abfahrt genommen hat. Vollverballert zittert er sich durch Reinickendorf. Und man würde ihn trotzdem gern mal kennen lernen. Mach dein Ding, Playboy51, möchte man ihm zurufen, bleib echt, und ja: Ha, saol! Hamdullah!
Playboy 51 hockt da mit seinem Sidekick Fiko 51, einem sympathisch-abgefuckten Dreiviertelpenner und macht Party. Hinter ihnen ein Greenscreen, vor ihnen ein mit Flaschen zugestellter Tisch, soweit das Konzept der Sendung. Ab und zu lädt Playboy 51 Gäste ein, dann gibt es verpeilte Interviews:
Gast: (baut Joint).
Playboy 51: Du hast mich noch janich jefragt, warum ick nich kiffe!
Gast: Warum kiffst´n du nich, Tanju?
Playboy 51, abwinkend: Ach Alta, is ne lange Jeschichte
Meistens geht es aber nur zwischen ihm und Fiko 51 hin und her. Die beiden hocken und hicken auf einem Sofa, lassen sich vor laufender Kamera die Birne vollaufen und kommen spätestens nach einer halben Stunde ins Streiten. Am Anfang kann Tanju meistens sogar noch reden, erzählt, wie er die Woche mal wieder Waschmaschinen geschleppt oder Tapeten abgekratzt hat, dann geht er mal kurz pissen, Ziehgeräusche, und der Kopf von Playboy 51 geht wieder ein bisschen mehr richtung Tomate. Dann wird angestoßen, losgelabert, Tanju kriegt wieder nen Anfall, DJ Desue dreht die Mucke auf und Playboy 51 dreht voll am Rad, rappt seinen Song: Kopftuch, Goldzahn, Augenklappe, Holzarm und weiter geht´s im Ghetto-Gespräch mit Fiko 51 und irgendwelchen verkifften HipHop-Gestalten. Spätestens ab der Hälfte der Sendung hyperventiliert Tanju nur noch, fährt sich fahrig übers taube Maul und konstatiert: Ey, Alter, Maul schon wieder voll borru.
Überhaupt ist die Sendung von multikulturellen Seitenverweisen gespickt, Fiko schimpft auf polnisch, Playboy kontert auf arabisch, trinkt noch einen, streift sich übers Gesicht und stellt mit großer Geste fest: Ha, saol. Hamdullah!. Was übrig bleibt, sind Perlen des Gossenjargons: Ey Fiko Alter, ick hab dich uffjebaut, Dicka!, ereifert sich Playboy 51, Wat erzählstn du hier fürne Scheiße Alter ick bin schwul oder wat, ick soll der größte Hurensohn sein, jeder soll mich innen Arsch ficken wenn ick lüge, du beklaust kleene Kinder Alta, letztens erst die Olle, Dicka, wollt dass ick deene Schulden bezahle du kleena Bastard! Komma klar, Alter, wat wärst du ohne mich, du hast dein Leben lang nüsch jearbeitet?
Ick hab dreizehn Jahre von mein Leben jearbeitet!,krächzt dann der 42jähjrige Fiko. Und du bist ooch nich bessa, wat is mit der Waschmaschine von deine Ex-Olle, die de verkooft hast?
Na und Alter, ick hab Gabelstaplerscheen, Alter, ick hab Olle jebumst Dicka, da träumst du nur von Fiko. Weeste wat, du Wichsa, du fällst mir hier voll hinner mein Rücken, Dicka, und ick hab hier jahrelang mein´ Arsch in die Pflanzen jehalten für disch, Dicka, ick bau dich auf hier, die Fans wollen das Streit auch jarnüsch sehen Dicka, komma klar Fiko, Alter, Playboy 51 hat jesprochen, Piratenshow! Whoa Alta, ick bin ja schon wieder rischti uff 180 hier. Themawechsel: Fiko wann hastn letzte Mal ne Olle gefickt?.
Es infiziert mich total. Ich schau mir Sendung um Sendung an, Tanju immer voll am Limit, einmal bricht er Fiko vor laufender Kamera die Nase. Man kennt die Ausraster, man versteht es, wenn Playboy 51 erklärt, dass er sich seine eigenen Sendungen gar nicht nicht anschauen mag, man sieht ihm den ganzen Abfuck eigentlich nach, und wenn er dann wieder schwadroniert von seiner Disko, die er in der Türkei aufbauen möchte, von den 50.000 Ollen, die er in seinem Leben noch ficken mag, dann kriegt man eher sowas wie Mitgefühl.
Traurig ist dann, dass die Sendung letztlich doch nur auf seine Kosten geht. Ab und zu ist Sido anwesend, ganz nüchtern, ganz klar, hat nur ne kleine Line gezogen und macht sich über den vollverballerten Halbtürken lustig. Da fragt man sich schon, wieso ein deutscher Popstar es nötig hat, Witze auf Kosten eines offensichtlichen Drogenopfers zu reißen, warum er ihn gerade dann vor der Kamera zum Englischsprechen nötigt, wenn er es am wenigsten kann, wieso er dem Viertelprominenten Playboy 51 seine einzige Chance zum Fame mit willfährig ausgegebenen Kokainlines und Jägermeistern zerstört. Sido und DJ Desue lachen jedenfalls beherzt, und der mehr oder weniger weit entfernte Zuschauer kann da auch mitlachen eine Weile, bis er merkt, dass er wohl der realsten Alkohol- und Kokain-Abfuck-Show im deutschen Internetkosmos beiwohnt.
Trotzdem bleibt dann der Eindruck: Tanju ist ein guter Kerl, ganz tief drinnen irgendwo, das merkt man, aber jemand , der die krasse Abfahrt genommen hat. Vollverballert zittert er sich durch Reinickendorf. Und man würde ihn trotzdem gern mal kennen lernen. Mach dein Ding, Playboy51, möchte man ihm zurufen, bleib echt, und ja: Ha, saol! Hamdullah!
Kommentar