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Materialismus vs Spiritualismus

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    Materialismus vs Spiritualismus

    Abgesehen davon, dass beide Dinge grundsätzlich nicht unvereinbar sind, muss man doch feststellen, dass es eine große Verschiebung der Prioritäten in unseren Leben gegeben hat. Wo früher der Kampf ums nackte Überleben oder für ein Ideal Lebenszweck genug war, gibt es heute einfach nichts mehr, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Man hört ja ständig über unsere Generation, dass wir zu faul, desinteressiert und apathisch wären um für irgendetwas zu demonstrieren. Die Wahrheit ist aber doch, dass es einfach nichts mehr gibt, wofür es sich zu demonstrieren lohnen würde. Wir haben einfach keine tiefgreifenden Probleme mehr, selbst der unfähigste Wurm hat mehr als er zum überleben brauchen würde.

    Durch Medien und Umwelt werden wir ständig nur mit einem Dogma konfrontiert: Du bist was du hast. Also rennen wir irgendwelchen materiellen Dingen hinterher, die wir überhaupt nicht brauchen. Wir definieren uns über unsere Klamotten, unsere Muskeln, unser Auto und das Aussehen unserer Frauen. Um diesen Bedarf nach Konsum zu stillen ist keine Arbeit zu unangenehm oder zu sinnlos. Und mal ehrlich: wer sich nach einem Job umguckt, achtet doch vor allem auf eins, nämlich aufs Gehalt.

    Wenn man einen Menschen seines Gedächtnis berauben und auf einer einsamen Insel aussetzen würde, wäre seine erste Frage: Wo bin ich, wo komme ich her, und warum bin ich überhaupt hier? Irgendwann würde sich dann der Hunger melden, die Nacht würde hereinbrechen, und die Aufmerksamkeit würde sich vermeintlich wichtigeren Dingen widmen, nämlich Nahrung und Sicherheit.

    Nun ist es aber so, dass wir, vor allem in unserer Generation, von Anfang an diese primären Fragen der Existenz völlig aus den Augen verloren haben. Aber haben wir deswegen überhaupt irgendetwas verloren? Wenn es keinen Unterschied macht, ob ich mich überhaupt damit beschäftige, oder ob ich mein Leben der blinden Triebstillung und Konsumgier widme, fehlt mir deswegen überhaupt irgendetwas?

    #2
    Ne, bei uns gabs kein Ethik :/ Und Schule ist lange her. Aber danke für deine Antwort.

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      #3
      Dass wir nicht mehr ums nackte Überleben kämpfen müssen, sehe ich als Errungenschaft an. Nur so war es möglich sich den Künsten und Wissenschaften zu widmen. Um meinem Leben einen Sinn zu geben, muss ich demnach nicht ums Überleben kämpfen, sondern mich anderen Herausforderungen widmen. Welche das sind, entscheidet jeder für sich.

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        #4
        Schöner Gedankengang und ja ich hab da auch schon öfters drüber nachgedacht. Mir fällt da immer wieder ein Zitat ein, aber leider weiß ich nicht mehr von wem das ist:

        "Wir kaufen uns Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen, von Geld, das wir nicht haben."

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          #5
          Wer sagt denn, dass uns etwas fehlen muss?
          Weil das früher einmal das Hauptverlangen, das Hauptziel der Menschheit war?
          Vielleicht ist dieser Wandel auch einfach ein Ausdruck der Evolution? Und wenn man das weiterdenkt, fehlt uns daher nichts, weil dieser Maßstab des Fehlens einfach gar nicht mehr angebracht ist?

          Viel wichtiger ist es meiner Meinung nach nicht zu schauen was uns im Gegensatz zu früheren Generationen fehlt, oder ob uns überhaupt noch etwas fehlt, sondern wohin sich die Beziehung des Menschen zu dem was ihn umgibt verändert.

          Die Lage die du beschrieben hast mit der einsamen Insel wird aber (mit aller Wahrscheinlichkeit) nicht so bald wieder eintreten, es wird also definitiv neue Bedürfnisse geben und die Bedürfnisse unserer Generation, der ersten der Informationsrevolution, werden sich meiner Meinung nach erst im Rückblick zeigen. Wie sollen wir uns bei dieser Kurzlebigkeit heutzutage noch selbst betrachten und herausfinden was wirklich fehlt?

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            #6
            IloveUuuw postete
            Nun ist es aber so, dass wir, vor allem in unserer Generation, von Anfang an diese primären Fragen der Existenz völlig aus den Augen verloren haben. Aber haben wir deswegen überhaupt irgendetwas verloren? Wenn es keinen Unterschied macht, ob ich mich überhaupt damit beschäftige, oder ob ich mein Leben der blinden Triebstillung und Konsumgier widme, fehlt mir deswegen überhaupt irgendetwas?
            Du hast dir doch deine antwort om prinzip selber schon gegeben. sicher haben wir was "verloren", nämlich die fähigkeit zu erkennen, was leben überhaupt ausmacht und vergessen, wo die prioritäten zu setzen sind. Es macht ja eben doch einen Unterschied, da das menschliche Leben durch mangelnde reize und aufgaben uninteressant geworden ist und somit nicht mehr zählt, dass man lebt und überlebt, sondern wie man dieses tut und das gesteuert besonders in hinsicht auf konsum und körperkult. dem menschlichen geist ist einfach zu langweilig, deswegen wird sich ein ziel gesucht, welches in der heutigen zeit bei vielen einfach "reichtum" und prestige ist, welches dadurch entsteht, dass große teile der gesellschaft diesem nachgeht und beneidet. andere forschen, werden künstler, auch dinge, die es in zeiten in denen das überleben noch unsicher war, nie gegeben hätte. das ganze ist doch einfach eine beschäftigungsmaßnahme und ein ziel für den menschen, da ansonsten ja nichts mehr wirklich wichtig ist.

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              #7
              da existens kein problem mehr darstellt gibt es eben andere dinge auf gesellschaftlich höherem niveau, denen man sich widmen kann und für die es sich lohnt zu leben(und zu sterben).
              beispiel selbstverwirklichung durch kunst, politisches und gesellschaftliches engagement. ehrenamtlich hilfestellung usw
              sowas würde es net geben, wenn "wie überlebe ich den tag" unser denken bestimmen würde.
              sicherlich gibt es draussen genug atzen die einfach so in den tag hineinleben, von dir beschriebene ziele wie geld,frau und auto verfolgen aber das ist nunmal so, ist ja auch eine sache der bildung und erziehung. muss ja noch leute geben die die drecksarbeit machen und mit 18 anfangen zu arbeiten...

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                #8
                Vulgär-Epikureismus klärt.

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                  #9
                  irgenwo wurde hier grad das thema aufgegriffen, dass menschen sich mit ihrem äußeren profilieren, sich dadurch besser finden als andere. sie verkaufen sich durch ihre frauen, ihre autos, ihre einrichtungen, ihre kleidung, ihren körper und weitere statussymbole. für mich ist das eine art rassismus .. wer viel hat ist was, wer nicht viel hat ist nichts, dabei bestehen alle verdammten menschen zu 90% aus wasser und irgendwelchen ekeligen muskeln und sehnen und knochen, verdeckt von einer haut. aber alle bilden sich was auf ihre äußeren sachen/werte/dinge ein und merken gar nicht, wie dämlich das eigentlich ist bzw. sehen das nicht ein.
                  wenn ich mir ein auto kaufe, dann doch damit es seinen zweck erfüllt (es fährt mich von a nach b), wozu der ganze schnick schnack?


                  was ich auch interessant finde: uns wird ja nichts mehr zugetraut. türen öffnen sich automatisch, wenn man ihnen nahe kommt, die toilettenspülung funktioniert automatisch,........ nichts muss man mehr selbst machen... und jez kommt mir nicht mit hygiene ... irgendwann sind wir nix mehr gewohnt, dass jede scheiß erkältungsbazille uns alleine umbringen kann....

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                    #10
                    wir leben leider mittlerweile in einer konsumgesellschaft, allerdings kann jeder sein bestes tun, um die menschen wieder auf den richtigen weg zu führen.

                    mir wäre eine insel mit 50 bewohnern natürlich auch lieber als diese ganzen stadtaffen da draussen, aber seinen wohnort kann man sich ja nunmal nicht aussuchen.



                    ich persönlich habe heute meine mahnungen und anträge von ämtern usw. sortiert, und dabei einen hass entwickelt....naja, das hatte ich in dieser form schon lange nicht mehr.

                    daher sage ich auch, dass wir durch unseren alltag in gewisser form bestimmt werden. und nein, ich bin an meiner finaziellen situation nicht selber schuld.


                    vor 50 jahren waren die menschen noch mit einem dach überm kopf und etwas zu essen zufrieden gestellt.

                    heute will jeder der beste, schönste und schlauste sein. genau das nevt mich jeden tag auf´s neue.


                    entschuldigt meine primitive schreibweise, aber meine krankenversicherung hat mir heute einen tiefschlag verpasst. ich bin heute zu sehr auf 180, als dass ich einen vernünftigen text auf die reihe kriegen würde ;)





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                      #11
                      Ohne den Thread gelesen zu haben empfehle ich dazu "Haben oder Sein" von Erich Fromm

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                        #12
                        Du stellst das so negativ hin, IloveUuuw.
                        Ich finde der heutige Mensch hat im vergleich zu dem, der ums nackte Überleben kämpfen musste, etwas großartiges gewonnen: Freiheit. (Freiheit zur Selbstbestimmung/Möglichkeit zur Selbstverwirklichung)

                        Der gewöhnliche Versuch der Befriedigung unserer Bedürfnisse durch Konsum ist doch nur Folge der mangelnden Fähigkeit vieler, mit besagter Freiheit umzugehen.

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                          #13
                          du meinst sein oder haben typen ?

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                            #14
                            Früher war alles besser!

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                              #15
                              IllDepence postete
                              Du stellst das so negativ hin, IloveUuuw.
                              Ich finde der heutige Mensch hat im vergleich zu dem, der ums nackte Überleben kämpfen musste, etwas großartiges gewonnen: Freiheit. (Freiheit zur Selbstbestimmung/Möglichkeit zur Selbstverwirklichung)
                              Naja, nur weil man unter Umständen einen Teil seiner Zeit und Kräfte ins Überleben investieren muss, führt das noch lange nicht zu einer Unfreiheit. Und andersrum führt materielle Abgesichertheit auch nicht unbedingt zu mehr geistiger Selbstverwirklichung.
                              The things you own end up owning you.

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