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    Der starke Rückgang der Arbeitslosigkeit in Dänemark während der 90er Jahre lässt sich nicht durch das Kündigungsschutz-Niveau in dem nördlichen Nachbarland erklären. Heute gelten in Dänemark dieselben Kündigungsschutz-Regelungen wie im Jahr 1993, als die Arbeitslosenquote noch bei 10,2 Prozent lag.

    Das zeigt eine wissenschaftliche Recherche von Arbeitsrechts-Expertinnen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Zudem ist die Absicherung gegen Kündigungen in Dänemark zwar schwächer als in Deutschland, aber gleichwohl stärker, als manche Vergleichsstudien ausweisen. Der Grund: Es gibt nur relativ wenige gesetzliche Bestimmungen. Doch bei immerhin 60 bis 70 Prozent der dänischen Beschäftigten regeln Tarifverträge den Kündigungsschutz.

    "Es ist falsch, einen Zusammenhang zwischen dem niedrigeren Kündigungsschutz-Niveau und der niedrigen Arbeitslosenquote herzustellen. Denn an den tarifvertraglichen Kündigungsschutz-Regelungen wurde seit mehreren Jahrzehnten praktisch nichts geändert", betonen die Forscherinnen um die Arbeitsrechtlerin Prof. Dr. Heide Pfarr. Wie die WSI-Auswertung vorliegender Forschungsliteratur zeigt, setzten die dänischen Arbeitsmarktreformen seit 1993 gar nicht beim Kündigungsschutz an. Die Politik änderte vielmehr die Regelungen zur Arbeitslosenvermittlung und zum Bezug von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe. So wurde beim Arbeitslosengeld die Höchstbezugsdauer von neun auf vier Jahre gekürzt. Gleichzeitig erhielten Arbeitslose das Recht, einen individuellen Handlungsplan mit der Arbeitsverwaltung abzuschließen - ein Anspruch, der zugleich auch verpflichtend ist. Arbeitslosen, die mehr als ein Jahr ohne Beschäftigung sind, muss eine Weiterbildung oder eine andere beschäftigungspolitische Maßnahme angeboten werden. Wer länger als ein Jahr arbeitslos ist, muss zudem jede zugewiesene Stelle annehmen, um Sanktionen zu vermeiden.
    http://www.boeckler-boxen.de/2345.htm

    Der Hauptgrund liegt also in der größeren Vielfalt der verpflichtenden Umschulungsangebote so wie Bewerbungszwang. Den gibt es in Deutschland de facto auch - leidlich an die Öffentlichkeit gezerrte Fälle wie dieser Arno Dübel sind primär in Verwaltungsfehlern (die sich nicht per se ausschließen lassen) begründet. Ein höheres Angebot von Umschulungsmaßnahmen für Arbeitslose (die auch gerne verpflichtend sein können), halte ich aber auch für begrüßenswert.

    Nur kann man das dänische Modell nicht einfach auf die deutsche Arbeitsmarktstruktur übertragen. Das liegt in erster Linie an der vielfach höheren absoluten Zahl der Arbeitslosen in Deutschland (Berlin allein hat momentan genauso viele Arbeitslose, wie Dänemark bei einer Quote von zehn Prozent hätte).

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      ponzi postete
      http://www.mittelstandsblog.de/wp-content/uploads/2007/06/arbeitslosenquote-in-danemark.png
      Nicht vergessen dass das Institut der deutschen Wirtschaft sehr arbeitgebernah argumentiert,
      Zum Thema kann ich aber nichts sagen, kenne mich mit der Situation damals nicht aus :P

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        moment. die arbeitslosenzahlen sind wohl fakten, da kannst du nicht ideologisch wegargumentieren. mehr hab ich nicht präsentiert.

        Die Hans Böckler Stiftung in Düsseldorf, das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
        da stand dann das ergebnis wohl schon vorher fest.

        edit:
        rofl, als grund für die inkompatibilität "absolute anzahl an arbeitslosen" anführen - das ist nicht dein ernst, oder?

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          Die Quelle ist genauso wissenschaftlich und potenziell voreingenommen wie das Institut für Wirtschaft, siehe #167.

          Ich "argumentiere ideologisch" auch nicht "weg", sondern versuche nur, zu überlegen, welcher der dir genannten Faktoren wohl am ehesten für das Sinken der Arbeitslosenzahlen verantwortlich ist - wozu du mich, wenn ich mich recht entsinne, aufgefordert hast. Der Kündigungsschutz ist es wohl nicht :)

          Und ja, ich denke doch, dass Maßnahmen, die bei einer absoluten Zahl von 500.000 Arbeitslosen greifen, bei einer Arbeitslosenzahl von 5 Millionen nicht unbedingt den gleichen Effekt haben.

          Ist natürlich nur ein Argument. Gewerkschaften nehmen in Dänemark einen wesentlich größeren Stellenwert als in Deutschland ein, über achtzig Prozent der Dänen sind gewerkschaftlich organisiert (Deutschland: 23 Prozent) - und die Gewerkschaften handeln auch die o.g. Tarifverträge aus, die eben eine "praktische Abschaffung des Kündigungsschutzes" seitens der Regierung abfedern.

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            schtrülüschüs postete
            Die Quelle ist genauso wissenschaftlich und potenziell voreingenommen wie das Institut für Wirtschaft, siehe #167.

            Ich "argumentiere ideologisch" auch nicht "weg", sondern versuche nur, zu überlegen, welcher der dir genannten Faktoren wohl am ehesten für das Sinken der Arbeitslosenzahlen verantwortlich ist - wozu du mich, wenn ich mich recht entsinne, aufgefordert hast. Der Kündigungsschutz ist es wohl nicht :)

            Und ja, ich denke doch, dass Maßnahmen, die bei einer absoluten Zahl von 500.000 Arbeitslosen greifen, bei einer Arbeitslosenzahl von 5 Millionen nicht unbedingt den gleichen Effekt haben.

            Ist natürlich nur ein Argument. Gewerkschaften nehmen in Dänemark einen wesentlich größeren Stellenwert als in Deutschland ein, über achtzig Prozent der Dänen sind gewerkschaftlich organisiert (Deutschland: 23 Prozent) - und die Gewerkschaften handeln auch die o.g. Tarifverträge aus, die eben eine "praktische Abschaffung des Kündigungsschutzes" seitens der Regierung abfedern.
            beim kündigungs schutz geht es nicht in erster linie um die arbeitslosigkeit generell, es geht um die langzeitarbeitslosen, welchen der wieder einstieg erleichtert wird.
            hier lohnt sich ein blick in die usa die bei weiten nicht so eine hohe langzeitarbeitsloen qoute haben wie wir.

            und sein wir doch mal ehrlich. ein halbes jahr arbeitlos zu sein is nicht schlimm es kann schon eher schön sein, aber wenn man über jahre hinweg keine arbeit findet is das doch deprimierend und nur verständlich wenn man irgendwann den antrieb verliert

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              lieber mehr arbeitslose und nen "guten" kündigungsschutz als 2 jahre probearbeit und behandelt werden wie ein tier.

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                Roflprktschz postete
                lieber mehr arbeitslose und nen "guten" kündigungsschutz als 2 jahre probearbeit und behandelt werden wie ein tier.
                denken solche leute eigendlich daran das ein arbeiter auch einen gewissen wert für das unternehmen entwickelt, in dem er zB schneller bei seiner arbeit wird (nennt man auch lern effekt) oder weil er sich mit den kollegen gut versteht und somit die arbeit scheller läuft.
                nehmen wir zB mal das erste ford werk in den usa um 1900. henry ford zahlte seinen arbeitern 4 doller, das doppelte des üblichen Lohns! und erlangte so einen marktvorteil, da sein personal motivierter, nach eienr zeit qualifizierter war und besser zusammen arbeitete

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