HAHAHAH EX SAMEN ARBEIT ok ok ich geh ja schon aus dem thread ^^
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Jurastudium
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hallo TE.
ich weiß nicht, ob du noch informationen brauchst. mein vorredner-jurist hat das ja auch schon ganz gut dargestellt. ich will nur nochmal kurz das problem umreissen:
ich kenn reihenweise leute, die extrem gute abiturschnitte haben und die ich für ziemlich intelligent halte, und die in jura total versagen. jura-studium in deutschland ist sicher einer der schwersten studiengänge, die es so gibt. das muss man im hinterkopf behalten, wenn ich jetzt den berufsmarkt umreisse:
du hast in jura ne extreme zweiklassengesellschaft. leute mit prädikatsexamen und leute ohne. (prädikatsexamen ist wie schon gesagt wurde 9 punkte oder mehr bei 18-punkte-skala)
selbstständig-machen ist keine option mehr: die mutter einer freundin von mir arbeitet seit 6-8 jahren selbstständig mindestens 50-60 stunden die woche und hat jetzt vor kurzem das erste mal + gemacht. das ist halt echt scheiße.
das problem: mit nicht-prädikatsexamen ist es enorm schwer, n akzeptabelen job zu bekommen. entweder er ist stinkelangweilig (grundbuchamt) oder er ist sehr schlecht bezahlt. man darf in dem zusammenhang auch nicht vergessen, dass der ausbildungsweg zum juristen enorm lang ist: 9 semester mindestens, danach 2 jahre mindestens referendariat.
also ehrlich gesagt folgt daraus: jura darf man nur studieren, wenn man wirklich arrogant ist: wenn man nicht relativ sicher sein kann, dass man zu den besten 10-15% gehört, dann darf man nicht jura studieren. wie gesagt reicht n gutes abi da nicht unbedingt als grundlage...
jetzt zum prädikatsexamen: die mitarbeit in ner großkanzlei wird mit 100.000 euro + einstiegsgehalt bezahlt. damit ist man einer der bestbezahlten "normalen" akademiker in deutschland. innerhalb von 5-6 jahren ist man in den meisten großkanzleien partner. mit 40-45 ist man dann millionär.
aber man hat keine freizeit. erst vor kurzem hab ich n vortrag von einem bei hengeler müller (großkanzlei) gehört. er meinte (zusammengefasst) in soner kanzlei hat man einfach keine freizeit. 12 stunden pro tag und 6 tage die woche wären absolutes minimum. wenn mehr anfällt, dann mehr. danach rufbereitschaft. manchmal würde er bis morgens um 5 uhr arbeiten und am nächsten tag würde keiner danach fragen: arbeitsbeginn ist trotzdem um 9 uhr. zum thema "flexibilität" hat er gesagt: man muss auch bereit sein, sein date mit einer frau 10 oder 15 mal zu verschieben und dann abzusagen. zum thema familie sagte er: "ja ich hab zwei töchter und manchmal seh ich die beim frühstück"
also tatsache: man hat einfach kein privatleben mehr. und die rechnung "ich mach das 5-10 jahre und setz mich dann zur ruhe" funktioniert so nicht: man hat ne sehr wichtige position und muss auch status zeigen: d.h. teures auto, maßgeschneiderte kleidung, große wohnung / haus für geschäftskunden etc. leute aus solchen kanzleien werden dir bestätigen: wirklich rücklagen kann man nicht bilden. aber n hohen lebensstandard hat man.
es gibt noch andere interessante jobs. mittelständische kanzleien geben gut geld aber man muss auch viel arbeiten. 6 tage woche ist auch da fast überall standard. und unter 10 stunden geht selten was.
richter ist ähnlich: 50 stunden die woche. und will man befördert werden (d.h. mal irgendwo oben mitsprechen), dann sollte man auch 60 oder besser 70 pro woche arbeiten.
allgemein kann man aber mit p-examen extrem viel machen: man kann zum bnd, zur polizei - und wenn man nicht geil auf das große geld ist, kann man auch geregelte arbeitszeiten haben.
(sorry, wenn der text etwas sauig ist - bin gerade etwas unkonzentriert)
zum studium noch: es ist extrem arbeitsintensiv. ich hab eigentlich das glück, eine recht gute auffassungsgabe zu haben: ich merke mir sachen schnell, verstehe schnell (sorry, wenns arrogant klingt). trotzdem muss man hart arbeiten. das lässt sich nicht mit schule vergleichen. jurastudium ist wirklich ein vollzeitjob. man muss mindestens soviel stunden wie man vorlesungen hört pro wochen auch in seiner freizeit noch lernen, will man zur spitzengruppe gehören (jetzt aus meiner perspektive berichtet).
die examensvorbereitung (1-2 jahre) ist hart: 6-10 stunden pro tag in der bibliothek hocken und sich meinungsstreits reinpfeifen.
zum jurastudiumsinhalt: es geht nicht darum, paragraphen zu lernen. man muss wirklich n heller kopf sein. es geht viel um abstrahieren, vergleichen, strukturenerkennen. man muss logisch sehr fit sein, argumentieren, diskutieren können. und vor allem muss man ne sehr gute selbsteinschätzung haben und wissen, was man kann und was nicht. man muss probleme in normen (gesetze etc.) erkennen und aufarbeiten können. man muss sehen, wo der hase begraben ist, bei nem sachverhalt. mein einführungsprofessor hat gesagt: "viele sagen, jura sei viel lernen und wenig verstehen. ich sage: jura ist enorm viel lernen und noch mehr verstehen". das stimmt irgendwie. wer nur theorienstreits, normen und probleme auswendig lernt, scheitert kläglich. das ist wohl auch dre grund warum die sehr fleißigen schüler mit anfang des studiums so sehr enttäuscht und schockiert sind: auf einmal brechen die leistungen so massiv ein.
ich hoffe, ich konnts dir etwas näher bringen. wie gesagt war ich ziemlich unkonzenrtiert. wenn du noch interesse / fragen hast, dann schreib mich in icq an.
p.s.: ich persönlich finde das jurastudium extrem spannend und interessant. aber ich lese auch gerne kant. man muss schon so n bisschen pervers sein, um an jura richtig spaß zu haben. und ohne spaß wird man nie irgendwas erreichen in jura. meine freundin z.b. schläft ungelogen ein, wenn ich ihr 3 seiten von verwaltungsrecht vorgelesen hab.
(lesen muss man übrigens viel. 700-1000 seiten pro semester solltens sein, wenn man in der spitzengruppe sein will)
p.p.s.: zum repetitorium (examensvorbereitung) sei noch gesagt: wenn man nicht reich ist (reiche eltern hat, die 3000 euro ausgeben wollen) sollte man sich seine uni sehr, sehr sorgsam aussuchen. es gibt uni-rep und kommerzielles rep. kommerzielles rep kostet zwischen 150 und 400 euro im monat und ist unterschiedlich gut. unirep ist gratis und ist in den meisten / fast allen städten mehr oder weniger mega-scheiße. in wenigen städten ists ziemlich gut (z.b. münchen hab ich gehört und münster). ich bin in münster und find das rep da sehr, sehr gut. wird von professoren, richtern und sehr guten anwälten durchgeführt. nur ungefähr jeder 8-10. kurs ist weniger gut. aber es wird eben sehr viel selbstständigkeit und eigeninitiative verlangt.
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Max ist KhYr0n
was willst du denn mit mathe? ;)
das einzige was man aus mathe quasi ablesen kann, ist das logische denken...
und selbst das wird man daraus nicht ablesen können
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dein beitrag gefällt mir echt sehr gut. studiere zwar nicht jura, aber mal schön einen kleinen einblick zu bekommen. da bin ich echt froh darüber, dass ich das nicht studiereZarathustra postete
....
(lesen muss man übrigens viel. 700-1000 seiten pro semester solltens sein, wenn man in der spitzengruppe sein will)
....
aber zum thema lesen. also 700-1000 seiten lese ich auch locker im semester (wenn nicht sogar das dopplete oder noch mehr) und ich studiere bwl.
wobei jura wird lesetechnisch wahrscheinlich anspruchsvoller sein als bwl :D
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allgemein braucht man das nicht so sehr - doch man kann ja erst jura studieren und dann eine naturwissenschaft belegen -- das nennt sich dann patentanwalt
da wäre mathe vorteilhaft
ich habe mal ein praktikum in einer kanzlei gemacht und der anwalt , der mich betreute sagte, dass juristen eigentlich sehr schlecht mathematiker sind^^
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Du willst also eigentlich Mediendesign studieren aber davon nimmst du Abstand weil es so viele machen. Stattdessen willst du Jura studieren?
LOL!
Studier das, was dich interessiert. Wenn du denkst, dass Mediendesign zu dir passt dann mach das.
Jura ist eines der überlaufendsten Fächer überhaupt. Natürlich kann man auch viel mit einem Abschluss machen. Aber das Studium ist teilweise sehr trocken, für viele frustrierend, auf jeden Fall zeitintensiv. Am Ende musst du dann auch die beiden Examen nicht nur bestehen, sondern gut bestehen, wenn du denn eine Chance auf einen gut bezahlten Job haben möchtest.
Schau dir mal an was Juristen in Deutschland im Schnitt verdienen: Das ist teilweise wirklich lachhaft.
Wenn du ein Interesse an was anderem hast und vielleicht sogar eine Begabung dann tu Dir und der ganzen Welt einen Gefallen und studier das.
Wenn du Mediendesign im Auge hast bist du ja wahrscheinlich auch eher der kreativere Typ. Dann ist Jura wirklich nichts für dich, zumindest nichts wo du von dieser Kreativität nennenswert profitieren könntest.
Bedenke auch immer: Egal wie die Situation aussieht. Wenn du fertig bist kann die Situation ganz anders sein. Vielleicht sucht man dann gerade Leute mit deinem Abschluss und du kannst dir deinen Job aussuchen.
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kenne da nen paar. ihr habt doch son dickes ü1000 seiten buch für das erste semester - den 'wöhe' :DMoe postete
dein beitrag gefällt mir echt sehr gut. studiere zwar nicht jura, aber mal schön einen kleinen einblick zu bekommen. da bin ich echt froh darüber, dass ich das nicht studiereZarathustra postete
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(lesen muss man übrigens viel. 700-1000 seiten pro semester solltens sein, wenn man in der spitzengruppe sein will)
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aber zum thema lesen. also 700-1000 seiten lese ich auch locker im semester (wenn nicht sogar das dopplete oder noch mehr) und ich studiere bwl.
wobei jura wird lesetechnisch wahrscheinlich anspruchsvoller sein als bwl :D
total geil da rumzublättern. kann man sicherlich auch gut leute töten mit
und für euren VWL teil brauchts den 'woll' - genauso dick, genauso tödlich !
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Max ist KhYr0n
hab auch nen 1800seiten roman hier liegen - das ist wohl wenig aussagekräftig ;)
von manchen leuten reicht es, 10 seiten zu lesen um das buch in die ecke schmeißen zu wollen^^
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