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Joseph Mengele

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    #16
    Itachi postete
    Mich würde mal interessieren, was uns an medizinisches Wissen verwehrt worden wäre, gäbe es diesen Todesarzt nicht.
    Quote:
    Mengeles Arbeit als Lagerarzt in Auschwitz-Birkenau beginnt am 30.05.1943. Er ist voller Tatendrang, denn endlich hat er die Chance unbegrenzt zu forschen.
    Zu seiner Hauptaufgabe im Lager zählte die Selektion. Er entschied an der Rampe, wo die Neuankömmlinge eintrafen, wer direkt ins Gas geschickt wurde und wer noch als Arbeitskraft oder Forschungsobjekt dienen konnte. Diese Aufgabe erledigte in tadelloser SS-Uniform und mit einem Lächeln auf dem Gesicht, manchmal fröhlich pfeifend. Bei den Selektionen suchte er seine Zwillinge heraus. Kinder wurden normalerweise sofort ins Gas geschickt, die Zwillinge waren hier eine Ausnahme. Außer Zwillinge suchte er vor allem Kleinwüchsige oder Juden, die wie Arier aussahen.
    Im Gegensatz zu den anderen Häftlingen, durften die Zwillinge, die in gesonderten Baracken untergebracht waren, ihre Kleider und Haare behalten. Sie wurden nicht geschlagen und bekamen besseres Essen. Mengele passte auf, dass seinen Zwillingen, die er auch seine Meerschweinchen nannte, nichts geschah. Die Versuche sollte nicht durch die schlechte Behandlung oder zu wenig Essen beeinflusst werden.
    Zu Beginn wurde zu jedem Zwilling ein detaillierter Fragebogen des KWI ausgefüllt.
    Angaben zum familiären Hintergrund, Gesundheitszustand und Krankheitsgeschichte, Alter, Gewicht, Größe, Haar- und Augenfarbe, sowie eine genaue Beschreibung des Äußeren und körperliche Besonderheiten wurden erfasst. Dazu kamen Fotografien und Röntgenaufnahmen.
    Die Zwillinge mussten 6-8 Stunden lang nackt stehen und sich bis ins kleinste vermessen lassen, jede Kleinigkeit wurde mit dem Zwilling verglichen.
    Täglich wurde den Kindern Blut abgenommen, aus dem Finger oder der Armvene, teilweise aus beiden Armen gleichzeitig oder aus dem Hals. Die Blutproben wurden ans KWI geschickt, wohl als Gegenleistung für die Gelder, die Mengele von der Deutschen Forschungsgesellschaft für die Erforschung spezifischer Eiweißkörper erhielt. Es blieb nicht bei der Blutabnahme,
    Mengele führte Bluttransfusionen von einem zum anderen Zwilling durch. Auch
    wurde getestet, wie viel Blut man einem Kind abnehmen kann, bis es stirbt.
    Besonders interessierte sich Mengele für die Haar- und Augenfarben. Er führte Haaranalysen durch und besonders grausame Augenexperimente, vermutlich im Auftrag von Dr. Magnussen, einer Assistentin Verschuers am KWI. Die Kinder bekamen durch Augentropfen oder Spritzen Chemikalien in die Augen, Mengele wollte die Färbung der Iris verändern.
    Mengele standen in Auschwitz viele qualifizierte Häftlinge, Ärzte und Krankenschwestern, als Mitarbeiter zur Verfügung. Von Fachärzten ließ er sich bei Operationen anleiten, jüdische Professoren mussten für ihn die wissenschaftlichen Ausarbeitungen schreiben.
    Es wurden absurde psychologische Tests zur Leidensfähigkeit durchgeführt, Kleinkinder wurden allein oder mit dem Zwilling in einen isolierten Käfig gesperrt, und man verabreichte ihnen verschiedenste Stimuli. Um den Verlauf von verschiedenen Krankheiten zu beobachten und zu vergleichen, wurden den Zwillingen verschiedene Krankheitserreger und Fremdstoffe injiziert.
    Mengele sammelte unsystematisch so viele Daten und Präparate, wie er konnte. Sein Ziel war ein Professorentitel und mit seiner Zwillingsforschung wollte er ins Geschichtsbuch der Genetik eingehen.
    Chirurgische Eingriffe wurden ohne Narkose vorgenommen, um Schmerzreaktionen zu beobachten.
    Er entnahm den Kindern verschiedenste Organe oder entfernte Gliedmaßen, er
    versuchte sich sogar an Geschlechtumwandlungen. Einmal nähte er ein Zwillingspaar
    aneinander, um aus ihnen siamesische Zwillinge zu machen.
    Nicht selten starben die Kinder an den Versuchen. Für vergleichende Obduktionen ließ Mengele daraufhin fast immer den anderen Zwilling töten. Menschen mit körperlichen
    Besonderheiten wurden auch direkt durch eine Phenolspritze ins Herz getötet, wenn er sie sezieren wollte. Präparierte Leichenteile schickte er ans KWI in Berlin, Organe, Skelette und Augen von Zwillingen.
    Ziel seiner Forschung sollte die künstliche Herbeiführung von Mehrlingsgeburten sein und vor allem die Züchtung einer arischen Rasse mit perfekter genetischer Ausstattung.
    Neben der Zwillingsforschung führte er noch unzählige pseudo-medizinische Versuche durch, die kein anderes Ergebnis brachten als Qualen und Tod.
    Trotz seiner unfassbaren Grausamkeiten wurde er von Überlebenden wiederholt als
    freundlicher Onkel beschrieben. So schenkte er den Kindern Bonbons, unterhielt sich mit ihnen, fuhr sie in seinem Auto herum. Er gewährte den Kindern Schulunterricht und organisierte Fußballspiele. Mengele wusste genau, dass es nützlich war, wenn die Kinder kooperativ waren und ihm vertrauten. Seine Beziehung zu den Kindern im Lager war wie zu Laborratten,
    um die man sich sorgt und streichelt, die letztendlich aber nur Versuchsobjekte sind.
    Antrieb für Mengeles Arbeit war zum einen die, seiner Meinung nach notwendige,
    Ausrottung der Juden, die er als einzige Konkurrenz zu den Deutschen um den Kampf über die Weltherrschaft sah. Zum anderen hatte er diesen ungeheuren Ehrgeiz einer der bedeutendsten Wissenschaftler zu werden. Die unbegrenzte Macht, die er über das ihm ausgelieferte Menschenmaterial besaß, und sein Stolz, über Leben und Tod entscheiden zu können, machten ihn größenwahnsinnig.
    Selbst zum Jahreswechsel 44/45, als man anfing das Lager aufzulösen, denn die Russen kamen immer näher, befahl Mengele seinen Mitarbeitern weiterzuarbeiten. Heimlich bereitete er seine Flucht vor, schickte Dias und Präparate nach Günzburg. Er setze sich auch besonders dafür ein, so wenig Überlebende wie möglich als Zeugen übrig zu lassen. Mit seinen Aufzeichnungen und Protokollen seiner Zwillingsforschung schlich er sich als einer der letzten SS-Ärzte Mitte Januar davon.

    Am 27.01.45 befreit die rote Armee Auschwitz, von 3000 Zwillingen haben 180 überlebt.

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      #17
      ok das ist alles recht krank.

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        #18
        nein, nein. medizinischer fortschritt -.-

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