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    STOPP!! Tief durch die Nase ein

    und wieder ausatmen.

    Ihr erkennt sie an ihren Nicks, ihr erkennt sie an ihrer Stimme, ihr erkennt sie an der Szenesprache, die sie sich gefügig gemacht haben.

    Das Problem liegt in der Anonymität des Internets, nicht weil man unerreichbar hinter irgendeinem Monitor sitzt, sondern weil man um eine Identität im Internet zu erlangen und sich aus den Massen herauszuheben etwas geleistet haben muss, etwas das andere anerkennen. Die Unfähigkeit dieses Ziel zu erreichen führt zu einem in der eSport-Szene weit verbreitetem Menschentyp, der soziale Bindungen und seine Karriere stark vernachlässigt um dem Drang wenigstens im Internet Bedeutung zu erlangen nachgibt. Die somit teuer erkaufte Zeit, die zum Beispiel in CS investiert wird um dort zu den Besten zu gehören zahlt sich aber bei diesen nicht aus, weil sie im riesigen Konkurrenzkampf untergehen. Zu viele Leute richten mittlerweile ihr Leben darauf aus in CS gut zu werden, sie sind regelrecht süchtig danach. Fest davon überzeugt nach an das Internet verschenkten Jahren, zumeist die besten Jahre ihrer Jugend, in CS eine Autorität zu sein, zu der Elite zu gehören, wachsen zwei Gefühle in diesem Typus heran die mit der Zeit immer größer und ausgeprägter werden und sich schließlich zu einer Neurose steigern.
    Das erste Gefühl ist die Frustration, die sich aus der Tatsache ergibt, das Ziel durch großen Erfolg Bekanntheit zu erlangen nicht zu erreichen. Schuld sind dabei immer die anderen. Entweder die Gegner, weil sie cheaten oder immer wieder Glück haben. Oder die Liga, weil sie korrupt ist. Oder die Teammates, weil sie nicht gut genug sind.
    Die andere Emotion ist der Neid. Neid auf "Progamer", aber vor allem Neid auf all die Leute da draussen, die ihr Leben noch wirklich leben, die ihre sozialen Kontakte ausbauen und in ihrer Karriere weiterkommen. Deren Erfolg an der Freundin, dem Auto, dem Aussehen festzumachen ist.
    Irgendwann wird auch CS sinnlos, die Teammates werden langweilig und gleichen sich irgendwo alle, die Stimmung im TS schwankt zwischen aufgekratzt und aggressiv. CS, das schon lange keinen Spass mehr macht wird immer mehr zu einer Hass-Liebe. In dieser Phase sind Gegner keine Mitspieler mehr, sondern Feinde. Und dann beginnt das projizieren. Andere sind plötzlich nurnoch "randoms", "nn's" und auch noobs, Schimpfwörter werden zum Vehikel der verzweifelten Frustration in der sie sich befinden, sind wie Dorian Gray in einem Atelier. Sie wollen nicht mehr sein, wer sie sind, fühlen sich schlecht in CS, unbekannt und irgendwo im Unterbewusstsein schlummert etwas, das langsam zu erwachen beginnt, ein Seelenfresser, das Gefühl ungeliebt zu sein. Für die meisten ist hier Endstation. Entweder sie hören einfach auf, suchen sich ein neues Hobby, zum Beispiel Alkohol oder Marihuana Komsum und finden so zurück ins soziale Leben.

    Wenn der Anschluss an die Aussenwelt einmal verloren ist, bleibt für den Rest nur die Flucht nach vorne, tiefer in die Abgründe des Internets. Schließlich wird das Spielen aufgegeben, wieder angefangen, wieder aufgegeben. Der Hauptzeitvertreib ist jetzt Gotfrag, hier kann jeder etwas sein, der genug Zeit investiert. Dort taucht immer wieder /b/ content auf und schließlich - und das ist der finale Schritt - landen sie, genau wie ein Junkie, in der Gosse. Einmal zu einem 4chan Lurker geworden sind sie wahrhaft angekommen, Identität spielt hier keine Rolle mehr, alle sind Anonym, alles vergeht, sie werden ein Teil der Masse und gemeinsam, als Anon, sind sie eine Macht im Internet. Einige versuchen neue memes zu erschaffen, andere sind davon erfüllt zu raiden und alle paar Wochen passiert etwas aussergewöhnliches. Ein neues meme flutet das Internet oder es wird in den Lauf der Geschichte eingegriffen. Sarah Palins Email Account wird "gehackt",4chan taucht wieder in den Medien auf.
    Nach einer Zeit des Lernens und dem wahrscheinlich sogar berechtigtem Gefühl mehr gesehen zu haben als ein Großteil der Menschheit teilt sich wiedereinmal die Gruppe in zwei Teile, aber die Zeit drängt, meine Freunde und der anfängliche Reiz geht verloren.
    Die einen werden ehrlich und teilen 4chan ihr Leben mit, lurken um guten content zu finden und werden älter und älter.
    Die anderen fühlen sich wieder als Elite, fangen wieder mit dem projizieren an, aus randoms und nn's werden newfags, sie werden niemals glücklich.

    Internet...
    Im Grunde sind sie eine Kafkaeske Mischung aus Dr Jekyll und Dorian Gray, mit dem Lebenslauf und dem Äußeren eines Bastian Balthasar Bux.

    Happy end? Es ist Herbst und die Sonne scheint.

    #2
    den letzten satz finde ich schön :)

    btw:
    Dorian Gray fanboii^^

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      #3
      lustig zu lesen

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        #4
        jo n1

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          #5
          spricht da einer aus erfahrung ? :D

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            #6
            nicht schlecht

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              #7
              Ja ganz gut zu lesen. Aber naja, einige wörter habe ich da zum ersten mal gehört, paar passagen sind bissl schwer zu verstehen

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                #8
                das mit 4chann hab ich nich ganz gerafft, sonst niceoneoneone

                E/ ging an mir vorbei ;$

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                  #9
                  das muss ich erstmal sacken lassen. spricht mir aus der seele

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                    #10
                    hunt1 oO postete
                    das mit 4chann hab ich nich ganz gerafft, sonst niceoneoneone

                    E/ ging an mir vorbei ;$
                    newfag!

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                      #11
                      IloveUuuw postete
                      Deren Erfolg an der Freundin, dem Auto, dem Aussehen festzumachen ist.

                      guter Text an sich, nur den satz hätte man sich sparen können, wirkt doch sehr sehr öberflächlich

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                        #12
                        beim 2. durchlesen finde ich den marihuana als "ersatzdroge" fürs zocken seeehr, sehr weit hergeholt.
                        dennoch bewegender text, der bei fast jedem so einige fragen aufwerfen sollte.

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                          #13
                          ja und nu?der teil ist bekannt - wir brauchen lösungen für das problem!

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                            #14
                            ehe genau suo ist das bei mir ehe

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                              #15
                              der begriff kafkaesk sollte aus jeglichem sprachgebrauch verband werden, weil er ein nichtssagender, inhaltsloser begriff ist.

                              ansonsten ist der text sprachlich gelungen...inhaltlich weiß ich das nicht so genau zu beurteilen, weil ich persönlich eine andere zockergeneration darstelle mit 26 jahren, und dieses phänomen zwischen 14-18 nicht so ausgeprägt war wie heute, weil u.a. pc-leistung und inetverbindung noch nicht soviel hergaben.

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