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Selbstmord - eine "Assiaktion"?

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    Zitat von Sekedow
    Ein paar side-facts am Rande:

    -Viele Selbstmorde geschehen im Affekt (spontan/emotional). So ausführlich geplant und durchanalysiert wie hier, ist ein Selbstmord meist gar nicht.

    -Behandlung mit Antidepressiva birgt auch Gefahren. Die Stimmungsaufhellung passiert individuell oft erst nach ca 3 Wochen. Vorher wird allerdings die Motivation erhöht. Und wozu kann eine hohe Motivation und negative Emotionen führen? Öfters mal Antidepressiva einzunehmen und dann wieder abzusetzen ist also eher förderlich für einen Selbstmord.

    -In der Diskussion treten hier immer wieder komische Vorstellungen von "Krankheit" auf. Nur weil Depressionen als Krankheit definiert sind, ist man nicht automatisch frei von moralischen Vorstellungen. Es ist nicht wie eine Psychose in der man komplett in den Kontakt zur Realität verliert. Es gibt auch keine Schwelle die man überschreitet und plötzlich krank ist. Ich kann somit aus psychologischer Sicht den Selbstmord eines Depressiven als "feige" erachten, ohne auf Mitleid zu verzichten.

    Sehe ich ähnlich. Aus psychologischer Sicht ist es wohl sehr schwammig und individuell, wann man von Krankheit sprechen kann - auch wenn man sich sehr bemüht, das ganze in irgendwelche Codes und Kriterienkataloge zu stecken.


    Ein weiteres Problem ist, diese dann überhaupt zu erkennen.Da kommt das Umfeld der Betroffenen ins Spiel, der Selbsterkenntniswert ist so gut wie 0, der (vielleicht) Kranke, aber auch absolut gesunde Menschen haben idR. ein verzerrtes Bild bezogen auf eigenes Verhalten (verzerrt, nicht völlig außen vor jeglicher Wahrnehmung)
    Bei "abnormen" Verhalten müssen daher die Impulse meistens von außen kommen, BEVOR überhaupt irgendwas diagnostiziert werden kann.


    So kann es sein, dass...""verhaltenoriginelle"" Menschen jahrelang "unbehelligt" ihre Störungen durchleben und völlig unerkannt bleiben.

    Besonders charakteristisch ist das im Bereich der Manie und Depression bzw. vorallem der sogenannten Bipolaren-Störung, d.h ein zyklischer Wechsel zwischen Manie und Depression.
    Diese Leute sind oft völlig unerkannt, es geht halt mal bergauf und mal bergab im Leben und deswegen fällt es nicht so auf.Im Inneren bilden sich aber krankhafte, unkontrollierbare Zwangshandlungen.
    Der Selbstmord kann eine davon sein, gerade wenn man von einer Hochphase in eine Depression verfällt und sich die beiden Phasen vermischen.D.h zu der Depression trotzdem noch sowas wie ein unbedingter Handlungsdrang kommt.Denn selbst wenn Betroffene schon durch depressive Zustände auffallen, wird die Manie oft nicht erkannt, was zu falschen Schlussfolgerungen und Behandlungen führt und diese extrem gefährliche Mischphase völlig außen vor gelassen wird.


    Letztendlich kann man Tote kaum befragen, aber man kann davon ausgehen, dass
    1. der Gedanke an Selbstmord an sich nicht aus einem Gesunden Wesen entspringt
    2. die Ausübung des selbigen fest zu gewissen Krankheitsbildern gehört, die auch nicht immer einfach zu erkennen sind.


    Das ganze mit Attributen wie "feige" oder "asi" zu versehen, überlasse ich anderen :P

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      Zitat von Leroyal
      gizz: Würde da nicht zustimmen. Es ist zwar nicht jeder Suizid bis ins Detail geplant, aber viele Fälle, von denen ich etwas mitbekommen habe, war ein mindestens grob geplanter Vorgang. Dabei werden dann eben auch die Gefühle dritter berücksichtigt, nur halt häufig falsch eingeschätzt.

      Wenn du willst beschreibe ich dir exemplarisch einen Fall per pm.
      Ich bin da anderer Meinung. Ich weiß worauf du raus willst, aber das betrifft glaube ich nur ein kleineren Teil. Kann mich aber auch täuschen..

      Kommentar


        Auch nicht schlecht........

        http://www.express.de/panorama/raetselhafter-doppel-selbstmord-zwei-maenner-erschiessen-sich-in-biergarten,2192,27256726.html

        Kommentar


          Zitat von Leroyal
          Zitat von gizz
          Ich glaub wenn man sein Leben selber beenden möchte bzw. soweit ist, dann spielen die Gefühle anderer nur noch eine untergeordnete Rolle.
          Häufig sind die Gefühle anderer sogar der Ursprung für Suizidgedanken. ( Stichwort Einsamkeit, Mobbing )

          CRZ: wäre jetzt im Büro und bereit für eine tiefgreifende Debatte!
          Gut, dann komme ich direkt auf meine von gestern zurück :D

          Zitat von CRZ-
          leroyal: warum beschränkst du diese Haltung nur auf den Selbstmord?
          Stichwort: Emotionalität statt Rationalität um eine Antwort zu finden.

          /e ich sehe gerade, dass du dich frage ja schon ein wenig beantwortet hast... my bad.

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            Habe nur den Startpost gelesen.

            Finde es nur assi, wenn sich die Leute vor den Zug werfen. Ansonsten finde ich es etwas befremdlich so darüber zu sprechen.

            Bekannter von mir hat sich auch erhängt, wo es mich dann überrascht hat, da man nie auch nur ansatzweise was davon vermuten konnte.

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              Zitat von niks0n
              finde selbstmord ok, kommt aber immer drauf an wie man das ganze macht.

              ok -> erhängen, schlaftabletten, vergiften usw.

              asi -> vorn zug werfen([email protected] zugführer), von nem hochhaus auf die straße (evtl. passanten etc.) springen

              kommt halt immer drauf an ob man mit dem selbstmord andere in gefahr bringt bzw. die psyche anderer nachhaltig schädigt. letztens grade von nem typen gehört der sich VOR nem gut besuchten spielplatz aus nem hochhaus gestürzt hat, da haben kinder gespielt und alles mit ansehen müssen.

              aha.

              wie schon von einigen hier angesprochen, spielen affekt und rationalität eine gewisse rolle. man sagt nicht: ich will mich vor einen zug schmeißen (gerade diese art des freitods erscheint mir sehr spontan). ich denke, es resultiert aus der persönlichkeit des individuums, welche art von tod man wählt.
              vor einen zug zu springen, dafür muss man "nur" an einem bahnhof stehen. sich zu erhängen benötigt mehrere funktionierende faktoren (seil, knoten, robuster gegenstand zum festmachen des seils, stuhl, der nicht umkippt, bevor man den knoten gefestigt hat,..).

              daher finde ich deine klassifizierung nicht angebracht

              Zitat von daXtaR
              Wenn nicht unheilbar, gibt es doch so viele Dinge auf dieser Welt, für die es sich zu leben lohnt. Wenn er Jahre später sein Kind in den Armen gehalten hätte, wäre er froh gewesen die Schmerzen überstanden zu haben.

              Ich kenne deinen Kumpel nicht, aber ich bin der ANsicht, dass es sich immer lohnt zu kämpfen, denn wenn man aufgibt, hat man schon die schlechteste aller Alternativen gewählt.
              ich glaube nicht, dass du dir die schmerzen vorstellen kannst, die jemand während einer krebsbehandlung zu erleiden hat. wenn du mir da zustimmst (so habe ich deinen text verstanden) verstehe ich nicht, wieso du darüber urteilst.
              versteh mich nicht falsch, ich stimme dir in deinem letzten satz zu. aber wie können wir darüber urteilen, wenn wir nicht im entferntesten etwas ähnliches erlebt haben? und selbst dann steht uns ein urteil wohl nicht zu

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                Spoiler: 
                Zitat von CRZ-
                Zitat von H3inz Erh4rdt
                Menschen, die Selbstmord begehen haben nicht krassere oder mehr Probleme als andere Menschen, die sich nicht umbringen. Sie haben einfach weniger effektive Strategien damit umzugehen.

                Also Fragen nach den Gründen sind zwar gerechtfertigt aber bringen einen nicht weiter.
                Gewagte Aussage.

                Mal ein Gedanke, der mir immer kommt, wenn es um das Thema geht: Wenn man sich darauf einigt, dass der Mensch - jedenfalls intellektuell - von der Natur emanzipiert ist, ist es dann nicht nur konsequente Fortführung, wenn man den Zeitpunkt des Todes frei wählt, anstatt auf ihn zu warten?

                Es ist ja ohnehin gesellschaftlich akzeptiert, dass der Mensch über Leben und Tod anderer Menschen entscheiden kann und darf, Stichwort Abtreibung (ich will hier kein neues Thema aufmachen und weise vorsorglich daraufhin, dass ich persönlich zwischen den Kategorien Mensch und Person unterscheide, frei nach Singer).


                Ich verstehe nicht wirklich, inwiefern der Mensch von der Natur intellektuell emanzipiert ist, bzw inwiefern das hierbei eine Rolle spielt. Meinst du damit die Fähigkeit des logischen Denkens und der Reflektion, die uns von Tieren unterscheidet? Letztlich atmen wir immernoch Sauerstoff, trinken Wasser, stecken uns mit Krankheiten an und altern. Emanzipiert von der Natur sieht für mich anders aus.

                Die Frage nach dem Selbstmord ist eine schwierige, wo ich mich nicht klar entscheiden kann. Die Handlung an sich halte ich nicht für mutig, sondern für feige. Man läuft vor den Problemen davon, anstatt sich ihnen zu stellen. Auf der anderen Seite sind diese Menschen sehr verzweifelt und sehen keinen Ausweg mehr. Ich denke, dass nicht die Probleme an sich das Problem sind, sondern die Wahrnehmung der Selbstmörder. Sie nehmen meistens eine sehr hoffnungslose, verzweifelte Haltung an und kommen aus der Negativspirale (z.B. Ich bin scheiße-->ich kann nix-->ich mach nix-->am Ende des Tages hab ich nix geleistet -->ich bin scheiße) nicht mehr heraus. Letztlich verurteile ich Selbstmörder nicht, ich habe eher Mitleid mit ihnen. Trotzdem lassen Selbstmörder Familie und Freunde im Stich, in dieser Hinsicht ist es auch irgendwo "asi". Das Thema ist so komplex..., kacke.

                Ich finde das Thema wirklich unglaublich schwierig, vor allem wenn man noch Abtreibung oder Sterbehilfe mit ins Boot holt. Grundsätzlich habe ich Respekt vor dem Leben, aber wenn ich mir z.B. Million Dollar Baby angucke, dann kann ich die Sehnsucht mancher Menschen nach dem Tod schon nachvollziehen.

                Ich bin verwirrt bei dem Thema :/

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                  Zitat von CRZ-
                  Zitat von Leroyal
                  Zitat von gizz
                  Ich glaub wenn man sein Leben selber beenden möchte bzw. soweit ist, dann spielen die Gefühle anderer nur noch eine untergeordnete Rolle.
                  Häufig sind die Gefühle anderer sogar der Ursprung für Suizidgedanken. ( Stichwort Einsamkeit, Mobbing )

                  CRZ: wäre jetzt im Büro und bereit für eine tiefgreifende Debatte!
                  Gut, dann komme ich direkt auf meine von gestern zurück :D

                  Zitat von CRZ-
                  leroyal: warum beschränkst du diese Haltung nur auf den Selbstmord?
                  Stichwort: Emotionalität statt Rationalität um eine Antwort zu finden.

                  /e ich sehe gerade, dass du dich frage ja schon ein wenig beantwortet hast... my bad.
                  Wir haben also die Diskussionsgrundlage bereits erstickt?

                  Hatte mich gefreut! ( Absurd im Kontext, i know ) ssb

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                    Findet ihr es denn allgemein nachvollziehbar, so schwer das auch sein mag, dass die besagte Freundin sauer und wütend ist und die Gefühle vor der Trauer kommen? Trauer konnte man bei ihr so gar nicht raushören..nur Wut und Frust

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                      Zitat von Cristiano Ronaldo
                      Findet ihr es denn allgemein nachvollziehbar, so schwer das auch sein mag, dass die besagte Freundin sauer und wütend ist und die Gefühle vor der Trauer kommen? Trauer konnte man bei ihr so gar nicht raushören..nur Wut und Frust
                      Naja "Arsch bis ins Grab" lässt ja eher klingen, dass sie ihn schon immer nich leiden konnte.
                      Sonst find ich es ziemlich egoistisch darauf sauer zu sein, dass ich trauern muss(?). Ziemlich paradox und anmaßend das Ganze.
                      Wenn jemand Kinder hinterlässt ist es sicher nicht ungewöhnlich, dass jemand darüber in Rage ist; nur macht man Selbstmord nicht aus Jux und Tollerei aus dem Bauch heraus.
                      Viele sind sicher auch eher wütend auf sich selbst und geben sich verständlicherweise (mitunter unbegründete) Mitschuld. Aber diese Wut auf sich selbst wird denke ich mal aus Verarbeitungsgründe erstmal woanders (sicher nicht auf den Verstorbenen) hinprojiziert.

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                        Zitat von Cristiano Ronaldo
                        Findet ihr es denn allgemein nachvollziehbar, so schwer das auch sein mag, dass die besagte Freundin sauer und wütend ist und die Gefühle vor der Trauer kommen? Trauer konnte man bei ihr so gar nicht raushören..nur Wut und Frust
                        klar.. jeder geht damit anders um.

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                          sich selber ehängen find ich jetzt nicht egoistisch.
                          die alte hat ja wohl kein anrecht auf sein leben.
                          ich find es aber fies vor einen zug zu springen, allen fahrgästen damit ihre zeit zu rauben und dem zugführer + evtl. wartenden autofahrern am bahnübergang einen schock fürs leben zu bescheren. DAS ist asi.

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                            Zitat von gizz
                            Zitat von Cristiano Ronaldo
                            Findet ihr es denn allgemein nachvollziehbar, so schwer das auch sein mag, dass die besagte Freundin sauer und wütend ist und die Gefühle vor der Trauer kommen? Trauer konnte man bei ihr so gar nicht raushören..nur Wut und Frust
                            klar.. jeder geht damit anders um.
                            #


                            Außerdem: Nur weil sie nach außen hin angepisst ist, heißt es ja nicht, dass sie nicht trauert.

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                              Zitat von Sekedow
                              Ein paar side-facts am Rande:

                              -Viele Selbstmorde geschehen im Affekt (spontan/emotional). So ausführlich geplant und durchanalysiert wie hier, ist ein Selbstmord meist gar nicht.

                              -Behandlung mit Antidepressiva birgt auch Gefahren. Die Stimmungsaufhellung passiert individuell oft erst nach ca 3 Wochen. Vorher wird allerdings die Motivation erhöht. Und wozu kann eine hohe Motivation und negative Emotionen führen? Öfters mal Antidepressiva einzunehmen und dann wieder abzusetzen ist also eher förderlich für einen Selbstmord.

                              -In der Diskussion treten hier immer wieder komische Vorstellungen von "Krankheit" auf. Nur weil Depressionen als Krankheit definiert sind, ist man nicht automatisch frei von moralischen Vorstellungen. Es ist nicht wie eine Psychose in der man komplett in den Kontakt zur Realität verliert. Es gibt auch keine Schwelle die man überschreitet und plötzlich krank ist. Ich kann somit aus psychologischer Sicht den Selbstmord eines Depressiven als "feige" erachten, ohne auf Mitleid zu verzichten.
                              selten so ein bullshit gelesen, genau das was du hier beschreibt bezeichnet eine schwere depression die sofort behandlungswürdig ist. wahnvorstellung psychosen, wahngedanken, fehleinschätzungen usw. gehören zu einer schweren depression dazu und genau die schwere depression ist die, bei der sich die leute dann umbringen wenn man sie nicht behandelt, gerade WEIL sie in einer schwerden dep episode nicht mehr zu "normalen" moralischen vorstellungen in der lage sind
                              wir reden hier nicht über ne leichte depressive episode wenn sich jemand umbringt, sondern eine schwere was halt ein unterschied wie tag und nacht ist. mittlerweile ist man rein medizinisch sogar teilweise der meinung das fast hinter jedem suizid eine psychische erkrankung steckt, weil der kopf es irgendwie schaffen muss den lebenserhaltenden trieb auzuschalten was im normalen psychischen zustand nicht gegeben ist.

                              und meistens beginnt so eine schwere episode plötzlich! durch irgendeinen trigger, wie auch hier beim TE der fall ist.

                              edit: und ja ich kenn mich da aus, und hab monate hinweg in psychiatrien mit schwerst depressiven gearbeitet. man sollte halt schon eine leichte walddorf depression die jeder mal hat von einer schweren bei der man sich umbringt unterscheiden.

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                                Selbstmord an sich ist immer eine dumme Sache aus Sicht der Philosophie.
                                Aus Sicht der biologie ist es natürliche Evolution, das Bewusstsein hat sich in dieser Person nicht vorteilhaft entwickelt.

                                Auf das Mädchen bezogen: ihre Reaktion ist zwar menschlich, aber auch ziehmlich dumm. Diesituation nur auf sich zu beziehen, kann ein schutzmechanismus sein, in diesem fall würde ich aber eher auf ein egozentrisches Verhalten schätzen.

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