Zitat von Sekedow
Sehe ich ähnlich. Aus psychologischer Sicht ist es wohl sehr schwammig und individuell, wann man von Krankheit sprechen kann - auch wenn man sich sehr bemüht, das ganze in irgendwelche Codes und Kriterienkataloge zu stecken.
Ein weiteres Problem ist, diese dann überhaupt zu erkennen.Da kommt das Umfeld der Betroffenen ins Spiel, der Selbsterkenntniswert ist so gut wie 0, der (vielleicht) Kranke, aber auch absolut gesunde Menschen haben idR. ein verzerrtes Bild bezogen auf eigenes Verhalten (verzerrt, nicht völlig außen vor jeglicher Wahrnehmung)
Bei "abnormen" Verhalten müssen daher die Impulse meistens von außen kommen, BEVOR überhaupt irgendwas diagnostiziert werden kann.
So kann es sein, dass...""verhaltenoriginelle"" Menschen jahrelang "unbehelligt" ihre Störungen durchleben und völlig unerkannt bleiben.
Besonders charakteristisch ist das im Bereich der Manie und Depression bzw. vorallem der sogenannten Bipolaren-Störung, d.h ein zyklischer Wechsel zwischen Manie und Depression.
Diese Leute sind oft völlig unerkannt, es geht halt mal bergauf und mal bergab im Leben und deswegen fällt es nicht so auf.Im Inneren bilden sich aber krankhafte, unkontrollierbare Zwangshandlungen.
Der Selbstmord kann eine davon sein, gerade wenn man von einer Hochphase in eine Depression verfällt und sich die beiden Phasen vermischen.D.h zu der Depression trotzdem noch sowas wie ein unbedingter Handlungsdrang kommt.Denn selbst wenn Betroffene schon durch depressive Zustände auffallen, wird die Manie oft nicht erkannt, was zu falschen Schlussfolgerungen und Behandlungen führt und diese extrem gefährliche Mischphase völlig außen vor gelassen wird.
Letztendlich kann man Tote kaum befragen, aber man kann davon ausgehen, dass
1. der Gedanke an Selbstmord an sich nicht aus einem Gesunden Wesen entspringt
2. die Ausübung des selbigen fest zu gewissen Krankheitsbildern gehört, die auch nicht immer einfach zu erkennen sind.
Das ganze mit Attributen wie "feige" oder "asi" zu versehen, überlasse ich anderen :P
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