heute wurde eine studie veröffentlicht, die die geschichte und die grausamkeiten des holocaust in einem weitaus schlimmeren licht erscheinen lassen, als ursprünglich angenommen. nachdem man im jahr 2000 mit der aufarbeitung der thematik begonnen hatte, stieg allein die zahl der nazi-ghettos bzw. KZs, bordelle und zwangsarbeiterlager von 7000 auf 42500. so soll es in berlin 3000 einrichtungen gegeben haben.
link: http://www.nytimes.com/2013/03/03/sunday-review/the-holocaust-just-got-more-shocking.html?pagewanted=1&_r=0&hp
wie nehmt ihr diese art von nachricht wahr? seid ihr erschüttert? bestürzt? erinnert es euch an eure bürde und auch verantwortung, die ihr als deutsche zu tragen habt?
auf die gefahr hin, missverstanden zu werden, geb ich einfach mal meinen senf dazu: ich kann es nicht mehr sehen. nicht aufgrund der aufarbeitung der geschichte und der bestrafung der verantwortlichen - das sind dinge der selbstverständlichkeit. aber die daraus resultierende schelte mittlerweile 3er generationen, die mit den verbrechen nichteinmal mehr mittelbar etwas zu tun hat, ruft das absolute unwort "urschuld" wieder auf den plan und gibt nicht nur menschen raum für konfliktdenken und vorurteile, sondern ist im stande jede art von diskussion auf nebenschauplätze zu ziehen. aufgrund der medialen dauerpräsenz der nazi-thematik kann man es bspw. den griechen überhaupt nicht verübeln, merkel in nazi-aufmachung willkommen zu heißen. um nicht schon jetzt missverstanden zu werden, nochmal im klartext: gegen information und aufarbeitung habe ich nichts. ich habe etwas gegen den umgang der menschen mit beidem.
und das lässt diese welt in meinen augen immer weiter auseinanderdriften und hemmt den zusammenschluss - insbesondere innerhalb europas. wie soll etwas zusammenwachsen, wenn die narben immer wieder aufgekratzt werden? ist es nicht irgendwann einmal genug? muss es einen weiteren kinoblockbuster über nazis geben? eine weitere studie, die die geschichte komplett neu aufrollen will? einen weiteren zeitzeugen, der kinder in ihren schulklassen über ihre verantwortung vor der welt belehrt?
um das nochmal klar zu stellen: der holocaust und die nazi-verbrechen dürfen niemals in vergessenheit geraten. aber ich bin der ansicht, dass in dieser angelegenheit langsam etwas luft zum atmen angemessen wäre. ich propagiere keinen pakt a la "lasst uns einfach nicht mehr drüber reden", sondern fordere einen so differenzierten umgang von wissenschaft und medien mit dieser art von information, dass worte wie "urschuld" und "deutsches verantwortungsbewusstsein" künftig der vergangenheit angehören. ich will, dass die indoktrination dieser begriffe aufhört. kein kein kind sollte sich aufgrund der tausendsten geschichte eines zeitzeugen verantwortlich oder schuldig gegenüber der welt fühlen müssen.
/edit: und ich will mich nicht gleich wie ein holocaust-leugner fühlen müssen, während ich diese zeilen schreibe.
link: http://www.nytimes.com/2013/03/03/sunday-review/the-holocaust-just-got-more-shocking.html?pagewanted=1&_r=0&hp
wie nehmt ihr diese art von nachricht wahr? seid ihr erschüttert? bestürzt? erinnert es euch an eure bürde und auch verantwortung, die ihr als deutsche zu tragen habt?
auf die gefahr hin, missverstanden zu werden, geb ich einfach mal meinen senf dazu: ich kann es nicht mehr sehen. nicht aufgrund der aufarbeitung der geschichte und der bestrafung der verantwortlichen - das sind dinge der selbstverständlichkeit. aber die daraus resultierende schelte mittlerweile 3er generationen, die mit den verbrechen nichteinmal mehr mittelbar etwas zu tun hat, ruft das absolute unwort "urschuld" wieder auf den plan und gibt nicht nur menschen raum für konfliktdenken und vorurteile, sondern ist im stande jede art von diskussion auf nebenschauplätze zu ziehen. aufgrund der medialen dauerpräsenz der nazi-thematik kann man es bspw. den griechen überhaupt nicht verübeln, merkel in nazi-aufmachung willkommen zu heißen. um nicht schon jetzt missverstanden zu werden, nochmal im klartext: gegen information und aufarbeitung habe ich nichts. ich habe etwas gegen den umgang der menschen mit beidem.
und das lässt diese welt in meinen augen immer weiter auseinanderdriften und hemmt den zusammenschluss - insbesondere innerhalb europas. wie soll etwas zusammenwachsen, wenn die narben immer wieder aufgekratzt werden? ist es nicht irgendwann einmal genug? muss es einen weiteren kinoblockbuster über nazis geben? eine weitere studie, die die geschichte komplett neu aufrollen will? einen weiteren zeitzeugen, der kinder in ihren schulklassen über ihre verantwortung vor der welt belehrt?
um das nochmal klar zu stellen: der holocaust und die nazi-verbrechen dürfen niemals in vergessenheit geraten. aber ich bin der ansicht, dass in dieser angelegenheit langsam etwas luft zum atmen angemessen wäre. ich propagiere keinen pakt a la "lasst uns einfach nicht mehr drüber reden", sondern fordere einen so differenzierten umgang von wissenschaft und medien mit dieser art von information, dass worte wie "urschuld" und "deutsches verantwortungsbewusstsein" künftig der vergangenheit angehören. ich will, dass die indoktrination dieser begriffe aufhört. kein kein kind sollte sich aufgrund der tausendsten geschichte eines zeitzeugen verantwortlich oder schuldig gegenüber der welt fühlen müssen.
/edit: und ich will mich nicht gleich wie ein holocaust-leugner fühlen müssen, während ich diese zeilen schreibe.
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