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top100 bücher

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    #16
    Jaja, die große Frage nach dem Sinn von Literatur ..
    Die Frage solltest du dir selber stellen, die kann niemand für dich beantworten.
    Ich persönlich lese um andere Weltanschauungen kennen zu lernen, das heißt wie andere Menschen leben, was sie von dem Leben erwarten und inwiefern sie das bekommen (um damit auch meine eigenen Anschauungen reflektieren zu können).
    Sicherlich will ich auch zu einem Teil unterhalten werden, aber das ist ein ziemlich kleiner Teil, denn Literatur ist oft auch sehr anstrengend und mühselig, etwas was heutzutage ja verpöhnt ist, alles muss "spannend" sein, kurzweilig, und man darf ja nicht allzuviel nachdenken müssen (gilt ja nicht nur für Bücher, auch Filme müssen mittlerweile ja so sein). Dabei ist es viel schöner, sich ernsthaft und konzentriert mit etwas auseinander setzen zu müssen (das zeichnet mMn ein gutes Buch oder einen guten Film aus), denn dann ist die Belohnung um so größer.
    Allgemeinbildung? Ist natürlich auch ein Punkt, viele Werke erschließen sich erst, wenn man deren Inspirationen kennt, und gerade Moby Dick ist ein "Urroman", der viele der großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts stark beeinflusst hat.
    Aber wer Werke nur der Allgemeinbildung wegen liest, der wird auch keine Freude an Ihnen haben, man muss schon ein Interesse an dem Werk selber haben.

    Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass du Moby Dick mit einem offenen Mindset gelesen hast, dich wirklich darauf eingelassen hast, denn Ishmael ist wirklich eine der interessantesten Figuren der Weltliteratur. Dass Melville seinen eigenen Schreibstil hat ist natürlich klar, teilweise ist es ja kaum mehr Prosa sondern Poesie, aber genau das macht das Werk ja aus?!
    (Hast du es jetzt eigentlich auf deutsch oder englisch gelesen? Es gibt nämlich ein paar echt grausige dt. Übersetzungen ..)

    Dürfte ich rein aus Interesse noch fragen was du davor so gelesen hast? Ich glaube nähmlich du bist mit einer komplett falschen Einstellung da rein gegangen, der "der-film-war-so-spannend-jetzt-mal-schauen-ob-das-buch-auch-so-gut-ist"-Einstellung, dafür ist Moby Dick wirklich nicht das richtige, da gebe ich dir Recht.

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      #17
      du empfiehlst den zauberberg, ich bitte dich.

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        #18
        Zitat von Chris
        du empfiehlst den zauberberg, ich bitte dich.
        fand ich auch ziemlich semi gut, trotzdem um Längen besser als "Buddenbrooks".
        Imho sind in diesen tollen Listen auch viele Sachen drin, die vom Namen des Autors leben und nicht vom intellektuellen Anspruch an den Leser (inwiefern der sich auf die heutige Zeit übertragen lässt mein ich gar nicht)

        Ich lese auch, um mich weiterzubilden und neue Sichten kennenzulernen, aber wenn mir ein Buch derart zuwider ist, mich nur noch nervt oder ich mit den Ansichten absolut nichts anfagen kann dann leg ich es weg.
        Ich brauch damit keine Hipsterfreunde beeindrucken, die mit ihren verkackten Reclamheften im Starbucks rumsitzen und nebenbei auf ihrem Mac nach neuen Hornbrillen googeln...

        Empfehlen kann ich: Ansichten eines Clowns von Heinrich Böll, Homo Faber von Max Frisch (mit Abstand das beste Buch dass ich in der Schule gelesen hab) und Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

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          #19
          Homo Faber ist einfach nur abartig scheisse zu lesen =)
          Würde deswegen sagen schwer, da jeder nen persönlichen Geschmack hat.

          Ansichten eines Clowns sind auf jeden Fall stark.
          Lolita find ich noch ziemlich gut, zumal man sich selbst ertappt als Mann.
          Unendlicher Spass muss wohl mit rauf, kann man sich auf die Schulter klopfen wenn mans durch hat.
          Der Fänger im Roggen.
          Woyzeck auch wenns ein Faildokument ist.
          Die Schatzinsel.


          Keine Ahnung so ne Liste ist halt echt sinnlos, jeder empfindet das wohl anders, zumal man Bücher auf viele Arten betrachten kann. Sei es jetzt Inhalt, Thematik, Schreibstil, pädagogischer Wert blabalbla

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            #20
            Natürlich hat jeder einen eigenen Geschmack, trotzdem gibt es Bücher/Autoren deren Bedeutung einfach nicht geleugnet werden kann, und dazu gehören z.B. Don Quijote, Moby Dick und Huckleberry Finn, die den modernen Roman erfunden haben, das scheint ihr immer zu ignorieren, dass das was für uns heute normal ist, damals avantgardistisch war, und die Vision dieser Autoren die Literatur bis zum heutigen Tag unglaublich stark geprägt hat.
            Deswegen stehen halt zum größten Teil immer die selben Bücher in diesen Listen, weil es bei Geschmack natürlich unterschiedliche Meinungen geben mag, bei Bedeutung jedoch der historische Kontext keine zwei Meinungen zulässt.

            Wer übrigens etwas zeitgenössisches Lesen möchte, dem sei Roberto Bolano und David Foster Wallace nur wärmstens empfohlen, von jenem noch ein Zitat zum Thema Literatur, dass den Kern mMn 100% trifft:

            [...]audiences prefer 100 percent pleasure to the reality that tends to be 49 percent pleasure and 51 percent pain. Whereas “serious” art, which is not primarily about getting money out of you, is more apt to make you uncomfortable, or to force you to work hard to access its pleasures, the same way that in real life true pleasure is usually a by-product of hard work and discomfort. So it’s hard for an art audience, especially a young one that’s been raised to expect art to be 100 percent pleasurable and to make that pleasure effortless, to read and appreciate serious fiction. That’s not good. The problem isn’t that today’s readership is “dumb,” I don’t think. Just that TV and the commercial-art culture’s trained it to be sort of lazy and childish in its expectations. But it makes trying to engage today’s readers both imaginatively and intellectually unprecedentedly hard.

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              #21
              was sind bücher?

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                #22
                Nach Listen aussuchen ist ja okay, aber dann alles zu lesen was da steht ist übertrieben. Jeder Mensch hat andere Erwartungen an Büchern. Kafka kann ich mir nicht geben. Dafür habe ich allerdings vieles von Hesse gelesen, der auch Bücher hat wo man sich absolut durchquälen muss.
                Zu sagen "Das und das muss man gelesen haben" Es gibt zumindest Dinge die man kennen sollte, ob man sie liest sollte man selber entscheiden.

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                  #23
                  Zitat von vortex
                  haha viel spaß mit diesen top100. mind 3/4 nicht lesbar. hab mal dante´s göttliche komödie versucht, kannste knicken :)
                  Hab ich im Urlaub gelesen, fands ganz geil. Klar, man versteht nicht alles und es liest sich nicht wie nen flüssiges Buch aber mit bissel Recherche kommt man schon dahinter. Hab kurz danach Miltons Paradise Lost (Auf Deutsch) gelesen, fand ich um einiges schwerer.

                  E: UNENDLICHER SPAß von DAVID FOSTER WALLACE muss definitiv in jede Liste, was ich sonst noch so empfehlen kann:

                  - Hesse: Siddartha
                  - Sartre: Die Wörter, Der Ekel
                  - Nietzsche: Antichrist, Jenseits von Gut und Böse, Also sprach Zarathustra
                  - Goethe: Werther, Faust
                  - Kleist: Kohlhaas
                  - Defoe: Robinson Crusoe
                  - Kehlmann: Vermessung der Welt
                  - Tolstoi: Krieg und Frieden
                  - Orwell: 1984
                  - Musil: Mann ohne Eigenschaften
                  - Kafka: Prozess
                  - Dostojewski: Großinquisitor

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                    #24
                    Zitat von myc
                    Man lese

                    Moby Dick von Melville
                    Lolita von Nabokov
                    Huckleberry Finn von Twain
                    Der Zauberberg von Mann
                    Don Quijote von Cervantes
                    alles von Kafka
                    (evtl. noch Dostojewski + Tschechow)

                    und man kennt jedes Buch ..

                    e: Der Kanon ist doch nur deutschsprachige Literatur, da kann man eh alles außer Kafka & Mann vergessen :))

                    http://en.wikipedia.org/wiki/The_100_Best_Books_of_All_Time ist da um einiges besser
                    hab mir gestern die alte version vom hörbuch reingezogen...
                    teilweise echt heftig...

                    "hast du einen fremden nigger gesehn?" ..übel xd

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                      #25
                      Diese Listen sind halt eigentlich nicht für Leute gedacht die "jetzt endlich mal ein Buch lesen möchten", sondern eher für "trainierte" Leser, die neue Vorschläge brauchen oder auf der Suche nach etwas Substanziellerem sind.
                      Ich würde einem sporadischem Leser niemals empfehlen mit Tolstoi, Nietzsche oder gar Proust zu beginnen :D

                      e: Ja die Sprache von Twain mag rassistisch wirken, aber so war die damalige Zeit (sollte den Leser eher zur Reflexion animieren), und im Kontext sollte deutlich klar werden dass Huckleberry Finn ein antirassistisches Buch ist

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