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    #61
    Spike schrieb
    Ernst Jandl: Ottos Mops

    ottos mops trotzt.
    otto: fort mops fort!
    ottos mops hopst fort.
    otto: soso.

    otto holt koks.
    otto hotl obst.
    otto horcht.
    otto: mopsmops!

    otto hofft
    otto mops klopft
    otto: komm mops komm!
    ottos mops kommt.
    ottos mops kotzt.
    otto: ogottogott!
    Kann alternativ noch "Schweden" oder "eulen" empfehlen!

    Kommentar


      #62
      ene meene miste ich finger nich ich f**********

      wer reitet so spät auf muttis bauch?
      es ist der vati mit seinem schlauch.

      kannst alternativ auch andere namen verwenden, flexibles gedicht

      Kommentar


        #63
        denke wenn du das ernst vorträgst ist der schock gelungen

        Seltsam, im Nebel zu wandern!
        Einsam ist jeder Busch und Stein,
        Kein Baum sieht den andern,
        Jeder ist allein.

        Voll Freunden war mir die Welt,
        Als noch mein Leben licht war;
        Nun, da der Nebel fällt,
        Ist keiner mehr sichtbar.

        Wahrlich, keiner ist weise,
        Der nicht das Dunkel kennt,
        Das unentrinnbar und leise
        Von allen ihn trennt.

        Seltsam, im Nebel zu wandern!
        Leben ist Einsamsein.
        Kein Mensch kennt den andern,
        Jeder ist allein.

        Kommentar


          #64
          Heißer sonne fieberstrahlen
          Dunkle schatten, leise lockend
          Langer tage süsse qualen
          Narren stetig cs zockend

          Readmore suchten, jeden tag
          Kollegah, ein dummes blag
          Ihr trinkt welche sorte bier
          Schmiedet pläne nutzlos hier

          Wollen tanzen mit der mutter
          Niemals aber draußen chillen
          Tausend threads – welches futter?
          Egal ich geh gepflegt grillen!

          Kommentar


            #65
            todesfuge von paul celan...
            Spoiler: 
            Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
            wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
            wir trinken und trinken
            wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
            Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
            der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
            er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
            er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde
            er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

            Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
            wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
            wir trinken und trinken
            Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
            der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
            Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

            Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
            [Vortrag: Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf]
            er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
            stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf

            Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
            wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
            wir trinken und trinken
            ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
            dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen
            Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
            er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
            dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

            Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
            wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
            wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
            der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
            er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
            ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
            er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
            er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland

            dein goldenes Haar Margarete
            dein aschenes Haar Sulamith

            Kommentar


              #66
              wenn du langeweile hast, dann lerne "Die Glocke" von Schiller :>
              Spoiler: 
              Fest gemauert in der Erden
              Steht die Form, aus Lehm gebrannt.
              Heute muß die Glocke werden.
              Frisch Gesellen, seid zur Hand.
              Von der Stirne heiß
              Rinnen muß der Schweiß,
              Soll das Werk den Meister loben,
              Doch der Segen kommt von oben.

              Zum Werke, das wir ernst bereiten,
              Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
              Wenn gute Reden sie begleiten,
              Dann fließt die Arbeit munter fort.
              So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,
              Was durch die schwache Kraft entspringt,
              Den schlechten Mann muß man verachten,
              Der nie bedacht, was er vollbringt.
              Das ist's ja, was den Menschen zieret,
              Und dazu ward ihm der Verstand,
              Daß er im innern Herzen spüret,
              Was er erschafft mit seiner Hand.

              Nehmet Holz vom Fichtenstamme,
              Doch recht trocken laßt es sein,
              Daß die eingepreßte Flamme
              Schlage zu dem Schwalch hinein.
              Kocht des Kupfers Brei,
              Schnell das Zinn herbei,
              Daß die zähe Glockenspeise
              Fließe nach der rechten Weise.

              Was in des Dammes tiefer Grube
              Die Hand mit Feuers Hülfe baut,
              Hoch auf des Turmes Glockenstube
              Da wird es von uns zeugen laut.
              Noch dauern wird's in späten Tagen
              Und rühren vieler Menschen Ohr
              Und wird mit dem Betrübten klagen
              Und stimmen zu der Andacht Chor.
              Was unten tief dem Erdensohne
              Das wechselnde Verhängnis bringt,
              Das schlägt an die metallne Krone,
              Die es erbaulich weiterklingt.

              Weiße Blasen seh ich springen,
              Wohl! Die Massen sind im Fluß.
              Laßt's mit Aschensalz durchdringen,
              Das befördert schnell den Guß.
              Auch von Schaume rein
              Muß die Mischung sein,
              Daß vom reinlichen Metalle
              Rein und voll die Stimme schalle.

              Denn mit der Freude Feierklange
              Begrüßt sie das geliebte Kind
              Auf seines Lebens erstem Gange,
              Den es in Schlafes Arm beginnt;
              Ihm ruhen noch im Zeitenschoße
              Die schwarzen und die heitern Lose,
              Der Mutterliebe zarte Sorgen
              Bewachen seinen goldnen Morgen.-
              Die Jahre fliehen pfeilgeschwind.
              Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe,
              Er stürmt ins Leben wild hinaus,
              Durchmißt die Welt am Wanderstabe.
              Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus,
              Und herrlich, in der Jugend Prangen,
              Wie ein Gebild aus Himmelshöhn,
              Mit züchtigen, verschämten Wangen
              Sieht er die Jungfrau vor sich stehn.
              Da faßt ein namenloses Sehnen
              Des Jünglings Herz, er irrt allein,
              Aus seinen Augen brechen Tränen,
              Er flieht der Brüder wilder Reihn.
              Errötend folgt er ihren Spuren
              Und ist von ihrem Gruß beglückt,
              Das Schönste sucht er auf den Fluren,
              Womit er seine Liebe schmückt.
              O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
              Der ersten Liebe goldne Zeit,
              Das Auge sieht den Himmel offen,
              Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
              O! daß sie ewig grünen bliebe,
              Die schöne Zeit der jungen Liebe!

              Wie sich schon die Pfeifen bräunen!
              Dieses Stäbchen tauch ich ein,
              Sehn wir's überglast erscheinen,
              Wird's zum Gusse zeitig sein.
              Jetzt, Gesellen, frisch!
              Prüft mir das Gemisch,
              Ob das Spröde mit dem Weichen
              Sich vereint zum guten Zeichen.

              Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
              Wo Starkes sich und Mildes paarten,
              Da gibt es einen guten Klang.
              Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
              Ob sich das Herz zum Herzen findet!
              Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
              Lieblich in der Bräute Locken
              Spielt der jugfräuliche Kranz,
              Wenn die hellen Kirchenglocken
              Laden zu des Festes Glanz.
              Ach! des Lebens schönste Feier
              Endigt auch den Lebensmai,
              Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
              Reißt der schöne Wahn entzwei.
              Die Leidenschaft flieht!
              Die Liebe muß bleiben,
              Die Blume verblüht,
              Die Frucht muß treiben.
              Der Mann muß hinaus
              Ins feindliche Leben,
              Muß wirken und streben
              Und pflanzen und schaffen,
              Erlisten, erraffen,
              Muß wetten und wagen,
              Das Glück zu erjagen.
              Da strömet herbei die unendliche Gabe,
              Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe,
              Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.
              Und drinnen waltet
              Die züchtige Hausfrau,
              Die Mutter der Kinder,
              Und herrschet weise
              Im häuslichen Kreise,
              Und lehret die Mädchen
              Und wehret den Knaben,
              Und reget ohn Ende
              Die fleißigen Hände,
              Und mehrt den Gewinn
              Mit ordnendem Sinn.
              Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
              Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
              Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
              Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
              Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
              Und ruhet nimmer.

              Und der Vater mit frohem Blick
              Von des Hauses weitschauendem Giebel
              Überzählet sein blühendes Glück,
              Siehet der Pfosten ragende Bäume
              Und der Scheunen gefüllte Räume
              Und die Speicher, vom Segen gebogen,
              Und des Kornes bewegte Wogen,
              Rühmt sich mit stolzem Mund:
              Fest, wie der Erde Grund,
              Gegen des Unglücks Macht
              Steht mit des Hauses Pracht!
              Doch mit des Geschickes Mächten
              Ist kein ewger Bund zu flechten,
              Und das Unglück schreitet schnell.

              Wohl! nun kann der Guß beginnen,
              Schön gezacket ist der Bruch.
              Doch bevor wir's lassen rinnen,
              Betet einen frommen Spruch!
              Stoßt den Zapfen aus!
              Gott bewahr das Haus!
              Rauchend in des Henkels Bogen
              Schießt's mit feuerbraunen Wogen.

              Wohtätig ist des Feuers Macht,
              Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
              Und was er bildet, was er schafft,
              Das dankt er dieser Himmelskraft,
              Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
              Wenn sie der Fessel sich entrafft,
              Einhertritt auf der eignen Spur
              Die freie Tochter der Natur.
              Wehe, wenn sie losgelassen
              Wachsend ohne Widerstand
              Durch die volkbelebten Gassen
              Wälzt den ungeheuren Brand!
              Denn die Elemente hassen
              Das Gebild der Menschenhand.
              Aus der Wolke
              Quillt der Segen,
              Strömt der Regen,
              Aus der Wolke, ohne Wahl,
              Zuckt der Strahl!
              Hört ihr's wimmern hoch vom Turm?
              Das ist Sturm!
              Rot wie Blut
              Ist der Himmel,
              Das ist nicht des Tages Glut!
              Welch Getümmel
              Straßen auf!
              Dampf wallt auf!
              Flackernd steigt die Feuersäule,
              Durch der Straße lange Zeile
              Wächst es fort mit Windeseile,
              Kochend wie aus Ofens Rachen
              Glühn die Lüfte, Balken krachen,
              Pfosten stürzen, Fenster klirren,
              Kinder jammern, Mütter irren,
              Tiere wimmern
              Unter Trümmern,
              Alles rennet, rettet, flüchtet,
              Taghell ist die Nacht gelichtet,
              Durch der Hände lange Kette
              Um die Wette
              Fliegt der Eimer, hoch im Bogen
              Sprützen Quellen, Wasserwogen.
              Heulend kommt der Sturm geflogen,
              Der die Flamme brausend sucht.
              Prasselnd in die dürre Frucht
              Fällt sie in des Speichers Räume,
              In der Sparren dürre Bäume,
              Und als wollte sie im Wehen
              Mit sich fort der Erde Wucht
              Reißen, in gewaltger Flucht,
              Wächst sie in des Himmels Höhen
              Riesengroß!
              Hoffnungslos
              Weicht der Mensch der Götterstärke,
              Müßig sieht er seine Werke
              Und bewundernd untergehn.

              Leergebrannt
              Ist die Stätte,
              Wilder Stürme rauhes Bette,
              In den öden Fensterhöhlen
              Wohnt das Grauen,
              Und des Himmels Wolken schauen
              Hoch hinein.

              Einen Blick
              Nach den Grabe
              Seiner Habe
              Sendet noch der Mensch zurück -
              Greift fröhlich dann zum Wanderstabe.
              Was Feuers Wut ihm auch geraubt,
              Ein süßer Trost ist ihm geblieben,
              Er zählt die Haupter seiner Lieben,
              Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.

              In die Erd ist's aufgenommen,
              Glücklich ist die Form gefüllt,
              Wird's auch schön zutage kommen,
              Daß es Fleiß und Kunst vergilt?
              Wenn der Guß mißlang?
              Wenn die Form zersprang?
              Ach! vielleicht indem wir hoffen,
              Hat uns Unheil schon getroffen.

              Dem dukeln schoß der heilgen Erde
              Vertrauen wir der Hände Tat,
              Vertraut der Sämann seine Saat
              Und hofft, daß sie entkeimen werde
              Zum Segen, nach des Himmels Rat.
              Noch köstlicheren Samen bergen
              Wir trauernd in der Erde Schoß
              Und hoffen, daß er aus den Särgen
              Erblühen soll zu schönerm Los.

              Von dem Dome,
              Schwer und bang,
              Tönt die Glocke
              Grabgesang.
              Ernst begleiten ihre Trauerschläge
              Einen Wandrer auf dem letzten Wege.

              Ach! die Gattin ist's, die teure,
              Ach! es ist die treue Mutter,
              Die der schwarze Fürst der Schatten
              Wegführt aus dem Arm des Gatten,
              Aus der zarten Kinder Schar,
              Die sie blühend ihm gebar,
              Die sie an der treuen Brust
              Wachsen sah mit Mutterlust -
              Ach! des Hauses zarte bande
              Sind gelöst auf immerdar,
              Denn sie wohnt im Schattenlande,
              Die des Hauses Mutter war,
              Denn es fehlt ihr treues Walten,
              Ihre Sorge wacht nicht mehr,
              An verwaister Stätte schalten
              Wird die Fremde, liebeleer.

              Bis die Glocke sich verkühlet,
              Laßt die strenge Arbeit ruhn,
              Wie im Laub der Vogel spielet,
              Mag sich jeder gütlich tun.
              Winkt der Sterne Licht,
              Ledig aller Pflicht
              Hört der Pursch die Vesper schlagen,
              Meister muß sich immer plagen.


              Munter fördert seine Schritte
              Fern im wilden Forst der Wandrer
              Nach der lieben Heimathütte.
              Blökend ziehen
              Heim die Schafe,
              Und der Rinder
              Breitgestirnte, glatte Scharen
              Kommen brüllend,
              Die gewohnten Ställe füllend.
              Schwer herein
              Schwankt der Wagen,
              Kornbeladen,
              Bunt von Farben
              Auf den Garben
              Liegt der Kranz,
              Und das junge Volk der Schnitter
              Fliegt zum Tanz.
              Markt und Straße werden stiller,
              Um des Lichts gesellge Flamme
              Sammeln sich die Hausbewohner,
              Und das Stadttor schließt sich knarrend.
              Schwarz bedecket
              Sich die Erde,
              Doch den sichern Bürger schrecket
              Nicht die Nacht,
              Die den Bösen gräßlich wecket,
              Denn das Auge des Gesetzes wacht.

              Heilge Ordnung, segenreiche
              Himmelstochter, die das Gleiche
              Frei und leicht und freudig bindet,
              Die der Städte Bau begründet,
              Die herein von den Gefilden
              Rief den ungesellgen Wilden,
              Eintrat in der Menschen Hütten,
              Sie gewöhnt zu sanften Sitten
              Und das teuerste der Bande
              Wob, den Trieb zum Vaterlande!

              Tausend fleißge Hände regen,
              helfen sich in munterm Bund,
              Und in feurigem Bewegen
              Werden alle Kräfte kund.
              Meister rührt sich und Geselle
              In der Freiheit heilgem Schutz.
              Jeder freut sich seiner Stelle,
              Bietet dem Verächter Trutz.
              Arbeit ist des Bürgers Zierde,
              Segen ist der Mühe Preis,
              Ehrt den König seine Würde,
              Ehret uns der Hände Fleiß.

              Holder Friede,
              Süße Eintracht,
              Weilet, weilet
              Freundlich über dieser Stadt!
              Möge nie der Tag erscheinen,
              Wo des rauhen Krieges Horden
              Dieses stille Tal durchtoben,
              Wo der Himmel,
              Den des Abends sanfte Röte
              Lieblich malt,
              Von der Dörfer, von der Städte
              Wildem Brande schrecklich strahlt!

              Nun zerbrecht mir das Gebäude,
              Seine Absicht hat's erfüllt,
              Daß sich Herz und Auge weide
              An dem wohlgelungnen Bild.
              Schwingt den Hammer, schwingt,
              Bis der Mantel springt,
              Wenn die Glock soll auferstehen,
              Muß die Form in Stücke gehen.

              Der Meister kann die Form zerbrechen
              Mit weiser Hand, zur rechten Zeit,
              Doch wehe, wenn in Flammenbächen
              Das glühnde Erz sich selbst befreit!
              Blindwütend mit des Donners Krachen
              Zersprengt es das geborstne Haus,
              Und wie aus offnem Höllenrachen
              Speit es Verderben zündend aus;
              Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
              Da kann sich kein Gebild gestalten,
              Wenn sich die Völker selbst befrein,
              Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.

              Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
              Der Feuerzunder still gehäuft,
              Das Volk, zerreißend seine Kette,
              Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
              Da zerret an der Glocken Strängen
              Der Aufruhr, daß sie heulend schallt
              Und, nur geweiht zu Friedensklängen,
              Die Losung anstimmt zur Gewalt.

              Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
              Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
              Die Straßen füllen sich, die Hallen,
              Und Würgerbanden ziehn umher,
              Das werden Weiber zu Hyänen
              Und treiben mit Entsetzen Scherz,
              Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
              Zerreißen sie des Feindes Herz.
              Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
              Sich alle Bande frommer Scheu,
              Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
              Und alle Laster walten frei.
              Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
              Verderblich ist des Tigers Zahn,
              Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
              Das ist der Mensch in seinem Wahn.
              Weh denen, die dem Ewigblinden
              Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
              Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
              Und äschert Städt und Länder ein.

              Freude hat mir Gott gegeben!
              Sehet! Wie ein goldner Stern
              Aus der Hülse, blank und eben,
              Schält sich der metallne Kern.
              Von dem Helm zum Kranz
              Spielt's wie Sonnenglanz,
              Auch des Wappens nette Schilder
              Loben den erfahrnen Bilder.

              Herein! herein!
              Gesellen alle, schließt den Reihen,
              Daß wir die Glocke taufend weihen,
              Concordia soll ihr Name sein,
              Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine
              Versammle sich die liebende Gemeine.

              Und dies sei fortan ihr Beruf,
              Wozu der Meister sie erschuf!
              Hoch überm niedern Erdenleben
              Soll sie im blauen Himmelszelt
              Die Nachbarin des Donners schweben
              Und grenzen an die Sternenwelt,
              Soll eine Stimme sein von oben,
              Wie der Gestirne helle Schar,
              Die ihren Schöpfer wandelnd loben
              Und führen das bekränzte Jahr.
              Nur ewigen und ernsten Dingen
              Sei ihr metallner Mund geweiht,
              Und stündlich mit den schnellen Schwingen
              Berühr im Fluge sie die Zeit,
              Dem Schicksal leihe sie die Zunge,
              Selbst herzlos, ohne Mitgefühl,
              Begleite sie mit ihrem Schwunge
              Des Lebens wechselvolles Spiel.
              Und wie der Klang im Ohr vergehet,
              Der mächtig tönend ihr erschallt,
              So lehre sie, daß nichts bestehet,
              Daß alles Irdische verhallt.

              Jetzo mit der Kraft des Stranges
              Wiegt die Glock mir aus der Gruft,
              Daß sie in das Reich des Klanges
              Steige, in die Himmelsluft.
              Zehet, ziehet, hebt!
              Sie bewegt sich, schwebt,
              Freude dieser Stadt bedeute,
              Friede sei ihr erst Geläute.

              Kommentar


                #67
                Jonas Andre Willy Enderle

                "Täter-Opfer-Ausgleich"


                Spoiler: 

                Diese todgeweihte Sonne, erbarmunglose Strahlen auf meinem Haupt,
                ich lenke den trägen Wagen durch den Staub.
                Und sie lacht, und sagt: ''Es ist ein guter Tag zum sterben.''
                und ihre allmächtige Wärme küsst unter mir die Erde.
                Und ich merke, wie eine tote Pflanze in mir keimt,
                aus deren entarteten Blüten die Schandtaten gedeihen,
                die mein Schicksal sind, ich dreh mein Gesicht in den Wind,
                und atme, die warme Farbe bis sie in mir gerinnt,
                Und ich mein Leben spüre, ich nehm die Karte aus der Tür,
                und sie sagt mir, wohin die nächste Straße mich führt.
                Ich war immer auf der Suche nach Liebe, doch mich verführt die Ehre,
                ich lenke den Wagen orthogonal ins Türkenviertel.
                Und sehe Läden und Menschen an mir vorbeiziehen,
                und der kurze Schrei erahnter Unendlichkeit bringt mir Heimweh.
                Doch meine starren Augen folgen den Schildern,
                und stete Blicke vertreiben Schleier goldener Bilder.
                Bis ich es sehe, ich bin in der richtigen Straße,
                für den Fluchtweg ein letzter Blick auf die Karte.
                Und ich steige aus, bleiche Haut bedeckt mein Skelett,
                ich geh zur gelben bewucherten Wand und besteige die Treppe-
                wie ein Mann, der an den Galgen geht,
                mein Magen tanzt verkrampft seinen Tanz unterm Gallesee.
                Und ich les den Namen von der Klingel,
                Es verebbt der Luftstrom meines Atems zum Gerinsel.
                Dieses Schloß braucht nur ein Tritt,
                schon steh ich im Flur, seh den Tisch.
                Seh die Familie beim hart verdientem Abendbrot,
                ich entblöße die Waffe am Gürtel als mir der Vater droht.
                Und ich schlag ihn mit dem Griff zu Boden,
                in den Gesichtern der Kinder lauert der Blick des Todes.
                Ich schick sie in den Keller, ihre Seelen mögen verschont sein,
                vor der Bosheit die mich dazu treibt, den Rest in den Tod zu reißen.
                Ich schließ die Kellertür, blick ihn an,
                er hat mich noch nicht erkannt, doch nicht mehr lang.

                ''Na du Fotze, so sieht man sich wieder, wie gehts dir so?
                Als Schulsprecher macht man sich gut oder bist du Dealer?
                Weil du's in dei'm verkacktem Leben nichts zu mehr gebracht hast,
                halt die Fresse! Nimm dein Teller, kipp ihn aus und kack da rein,
                Bitch ich will sehn wie du Scheiße frisst,
                und selbst das, wird dir niemals zeigen was Leiden ist.
                Du scheiß Schwuchtel hast meine Seele gefickt,
                und für dich und deine Kollegen, war's nicht mehr als ein Witz.''

                Und bis jetzt weiß er nicht, mit wem er fickt,
                der Vater kommt langsam zu sich und blutet nach einem Kick,
                ins Gesicht. Ich halt seinem Sohn die Knarre an die Stirn,
                und irgendwie scheint sein Sprachzentrum verwirrt.
                Und ich zwing ihn sich auf den Teller zusetzen,
                doch er kann nicht, obwohl das Gesicht wie entstellt ist vom pressen.
                Ich muss ihm helfen und zück das Messer,
                und räum ihm mit der Spitze gebückt den Enddarm.
                Und er schreit, wie nie jemand geschrien hat,
                und er leidet, wie viel zu viele zuvor gelitten haben.
                Und ich verteile den menschlichen Morast mit dem Besteck,
                er kippt weg, und wendet sich von mir ab.

                ''Guck her du Wichser, ich hab auch Humor - friss das jetzt!
                Ich hoffe das mein kleines Gericht dir schmeckt.
                Friss es!! Du bist doch ein Mann,
                zeig mir wie hart du bist, mach dich locker und sei nicht so verkrampft.
                Ich fick deine Gedanken, ich fick dein Leben,
                ich lasse nichts wie es mal war, komm, friss du Ekel!
                Das ist deine Rechnung und Mahl zugleich,
                Bitch der Grat ist sehr schmal, zwischen hart und weich.
                Und in Mannheim, warst du vielleicht zu jung um zu verstehen,
                doch das ändert nichts daran, dass die Wunden nicht vergehen.
                Und auch dein Vater wird diesen Tag nicht durch Schlaf beenden,
                es war sein Job dich auf die richtige Bahn zulenken, mit Argumenten.''

                Und er frisst und kotzt und kotzt und frisst,
                bis ihm das Eisen den erlösenden Kopfschuss gibt.
                Der Körper sackt zusamm', die nackte Angst,
                kommt über mich, ich weck den Vater und blick ihn an,
                als ließ ich Gnade walten, und er küsst mir meine Füße,
                ich tret ihm ins Gesicht und hol den Mixer aus der Küche.
                Und zeig ihm, wie man einen Menschen erzieht,
                nachdem er ein letztes Mal seine beiden Hände ganz sieht.
                Ich zwäng sie ins Gefäß und drück den Knopf,
                hör seine letzten Worte, sein flehen Richtung Gott.
                Doch niemand kommt, Gott hat scheinbar genug Gesindel,
                er stirbt einen langsamen Tod, während er in seinem Blut erblindet.

                Und alles was bleibt ist ein Blick in dem sich Tränen bewegen,
                die meiner Seele geben, wonach sie sich ewig schon sehnen musste.
                Und ihr Salz ätzt ein Stück vom Geflecht,
                des Labyrinths meiner Narben an diesem dunklem Tag weg.
                Alles was bleibt ist ein Blick in dem sich Tränen bewegen,
                die meiner Seele geben, wonach sie sich ewig schon sehen musste.
                Und ihr Salz ätzt ein Stück vom Geflecht,
                des Labyrinths meiner Narben an diesem dunklem Tag weg.

                Kommentar


                  #68
                  keiner bzw. alle schrieb
                  Beste Gedicht der Welt

                  Der Panther - Rainer Maria Rilke
                  Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
                  so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
                  Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
                  und hinter tausend Stäben keine Welt.

                  Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
                  der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
                  ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
                  in der betäubt ein großer Wille steht.

                  Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
                  sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
                  geht durch der Glieder angespannte Stille –
                  und hört im Herzen auf zu sein.
                  Dann das Gedicht auf die aktuelle traurigen Ereignisse um Knut ;_; übertragen und dein Lehrer kann dich nur loben.
                  jo weils in dem gedicht auch um die armen tiere geht die in gefangenschaft leben
                  scheinst ja ahnung zu haben

                  facepalm.jpg

                  Kommentar


                    #69
                    Elin schrieb
                    wenn du langeweile hast, dann lerne "Die Glocke" von Schiller :>
                    Spoiler: 
                    Fest gemauert in der Erden
                    Steht die Form, aus Lehm gebrannt.
                    Heute muß die Glocke werden.
                    Frisch Gesellen, seid zur Hand.
                    Von der Stirne heiß
                    Rinnen muß der Schweiß,
                    Soll das Werk den Meister loben,
                    Doch der Segen kommt von oben.

                    Zum Werke, das wir ernst bereiten,
                    Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
                    Wenn gute Reden sie begleiten,
                    Dann fließt die Arbeit munter fort.
                    So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,
                    Was durch die schwache Kraft entspringt,
                    Den schlechten Mann muß man verachten,
                    Der nie bedacht, was er vollbringt.
                    Das ist's ja, was den Menschen zieret,
                    Und dazu ward ihm der Verstand,
                    Daß er im innern Herzen spüret,
                    Was er erschafft mit seiner Hand.

                    Nehmet Holz vom Fichtenstamme,
                    Doch recht trocken laßt es sein,
                    Daß die eingepreßte Flamme
                    Schlage zu dem Schwalch hinein.
                    Kocht des Kupfers Brei,
                    Schnell das Zinn herbei,
                    Daß die zähe Glockenspeise
                    Fließe nach der rechten Weise.

                    Was in des Dammes tiefer Grube
                    Die Hand mit Feuers Hülfe baut,
                    Hoch auf des Turmes Glockenstube
                    Da wird es von uns zeugen laut.
                    Noch dauern wird's in späten Tagen
                    Und rühren vieler Menschen Ohr
                    Und wird mit dem Betrübten klagen
                    Und stimmen zu der Andacht Chor.
                    Was unten tief dem Erdensohne
                    Das wechselnde Verhängnis bringt,
                    Das schlägt an die metallne Krone,
                    Die es erbaulich weiterklingt.

                    Weiße Blasen seh ich springen,
                    Wohl! Die Massen sind im Fluß.
                    Laßt's mit Aschensalz durchdringen,
                    Das befördert schnell den Guß.
                    Auch von Schaume rein
                    Muß die Mischung sein,
                    Daß vom reinlichen Metalle
                    Rein und voll die Stimme schalle.

                    Denn mit der Freude Feierklange
                    Begrüßt sie das geliebte Kind
                    Auf seines Lebens erstem Gange,
                    Den es in Schlafes Arm beginnt;
                    Ihm ruhen noch im Zeitenschoße
                    Die schwarzen und die heitern Lose,
                    Der Mutterliebe zarte Sorgen
                    Bewachen seinen goldnen Morgen.-
                    Die Jahre fliehen pfeilgeschwind.
                    Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe,
                    Er stürmt ins Leben wild hinaus,
                    Durchmißt die Welt am Wanderstabe.
                    Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus,
                    Und herrlich, in der Jugend Prangen,
                    Wie ein Gebild aus Himmelshöhn,
                    Mit züchtigen, verschämten Wangen
                    Sieht er die Jungfrau vor sich stehn.
                    Da faßt ein namenloses Sehnen
                    Des Jünglings Herz, er irrt allein,
                    Aus seinen Augen brechen Tränen,
                    Er flieht der Brüder wilder Reihn.
                    Errötend folgt er ihren Spuren
                    Und ist von ihrem Gruß beglückt,
                    Das Schönste sucht er auf den Fluren,
                    Womit er seine Liebe schmückt.
                    O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
                    Der ersten Liebe goldne Zeit,
                    Das Auge sieht den Himmel offen,
                    Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
                    O! daß sie ewig grünen bliebe,
                    Die schöne Zeit der jungen Liebe!

                    Wie sich schon die Pfeifen bräunen!
                    Dieses Stäbchen tauch ich ein,
                    Sehn wir's überglast erscheinen,
                    Wird's zum Gusse zeitig sein.
                    Jetzt, Gesellen, frisch!
                    Prüft mir das Gemisch,
                    Ob das Spröde mit dem Weichen
                    Sich vereint zum guten Zeichen.

                    Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
                    Wo Starkes sich und Mildes paarten,
                    Da gibt es einen guten Klang.
                    Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
                    Ob sich das Herz zum Herzen findet!
                    Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
                    Lieblich in der Bräute Locken
                    Spielt der jugfräuliche Kranz,
                    Wenn die hellen Kirchenglocken
                    Laden zu des Festes Glanz.
                    Ach! des Lebens schönste Feier
                    Endigt auch den Lebensmai,
                    Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
                    Reißt der schöne Wahn entzwei.
                    Die Leidenschaft flieht!
                    Die Liebe muß bleiben,
                    Die Blume verblüht,
                    Die Frucht muß treiben.
                    Der Mann muß hinaus
                    Ins feindliche Leben,
                    Muß wirken und streben
                    Und pflanzen und schaffen,
                    Erlisten, erraffen,
                    Muß wetten und wagen,
                    Das Glück zu erjagen.
                    Da strömet herbei die unendliche Gabe,
                    Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe,
                    Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.
                    Und drinnen waltet
                    Die züchtige Hausfrau,
                    Die Mutter der Kinder,
                    Und herrschet weise
                    Im häuslichen Kreise,
                    Und lehret die Mädchen
                    Und wehret den Knaben,
                    Und reget ohn Ende
                    Die fleißigen Hände,
                    Und mehrt den Gewinn
                    Mit ordnendem Sinn.
                    Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
                    Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
                    Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
                    Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
                    Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
                    Und ruhet nimmer.

                    Und der Vater mit frohem Blick
                    Von des Hauses weitschauendem Giebel
                    Überzählet sein blühendes Glück,
                    Siehet der Pfosten ragende Bäume
                    Und der Scheunen gefüllte Räume
                    Und die Speicher, vom Segen gebogen,
                    Und des Kornes bewegte Wogen,
                    Rühmt sich mit stolzem Mund:
                    Fest, wie der Erde Grund,
                    Gegen des Unglücks Macht
                    Steht mit des Hauses Pracht!
                    Doch mit des Geschickes Mächten
                    Ist kein ewger Bund zu flechten,
                    Und das Unglück schreitet schnell.

                    Wohl! nun kann der Guß beginnen,
                    Schön gezacket ist der Bruch.
                    Doch bevor wir's lassen rinnen,
                    Betet einen frommen Spruch!
                    Stoßt den Zapfen aus!
                    Gott bewahr das Haus!
                    Rauchend in des Henkels Bogen
                    Schießt's mit feuerbraunen Wogen.

                    Wohtätig ist des Feuers Macht,
                    Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
                    Und was er bildet, was er schafft,
                    Das dankt er dieser Himmelskraft,
                    Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
                    Wenn sie der Fessel sich entrafft,
                    Einhertritt auf der eignen Spur
                    Die freie Tochter der Natur.
                    Wehe, wenn sie losgelassen
                    Wachsend ohne Widerstand
                    Durch die volkbelebten Gassen
                    Wälzt den ungeheuren Brand!
                    Denn die Elemente hassen
                    Das Gebild der Menschenhand.
                    Aus der Wolke
                    Quillt der Segen,
                    Strömt der Regen,
                    Aus der Wolke, ohne Wahl,
                    Zuckt der Strahl!
                    Hört ihr's wimmern hoch vom Turm?
                    Das ist Sturm!
                    Rot wie Blut
                    Ist der Himmel,
                    Das ist nicht des Tages Glut!
                    Welch Getümmel
                    Straßen auf!
                    Dampf wallt auf!
                    Flackernd steigt die Feuersäule,
                    Durch der Straße lange Zeile
                    Wächst es fort mit Windeseile,
                    Kochend wie aus Ofens Rachen
                    Glühn die Lüfte, Balken krachen,
                    Pfosten stürzen, Fenster klirren,
                    Kinder jammern, Mütter irren,
                    Tiere wimmern
                    Unter Trümmern,
                    Alles rennet, rettet, flüchtet,
                    Taghell ist die Nacht gelichtet,
                    Durch der Hände lange Kette
                    Um die Wette
                    Fliegt der Eimer, hoch im Bogen
                    Sprützen Quellen, Wasserwogen.
                    Heulend kommt der Sturm geflogen,
                    Der die Flamme brausend sucht.
                    Prasselnd in die dürre Frucht
                    Fällt sie in des Speichers Räume,
                    In der Sparren dürre Bäume,
                    Und als wollte sie im Wehen
                    Mit sich fort der Erde Wucht
                    Reißen, in gewaltger Flucht,
                    Wächst sie in des Himmels Höhen
                    Riesengroß!
                    Hoffnungslos
                    Weicht der Mensch der Götterstärke,
                    Müßig sieht er seine Werke
                    Und bewundernd untergehn.

                    Leergebrannt
                    Ist die Stätte,
                    Wilder Stürme rauhes Bette,
                    In den öden Fensterhöhlen
                    Wohnt das Grauen,
                    Und des Himmels Wolken schauen
                    Hoch hinein.

                    Einen Blick
                    Nach den Grabe
                    Seiner Habe
                    Sendet noch der Mensch zurück -
                    Greift fröhlich dann zum Wanderstabe.
                    Was Feuers Wut ihm auch geraubt,
                    Ein süßer Trost ist ihm geblieben,
                    Er zählt die Haupter seiner Lieben,
                    Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.

                    In die Erd ist's aufgenommen,
                    Glücklich ist die Form gefüllt,
                    Wird's auch schön zutage kommen,
                    Daß es Fleiß und Kunst vergilt?
                    Wenn der Guß mißlang?
                    Wenn die Form zersprang?
                    Ach! vielleicht indem wir hoffen,
                    Hat uns Unheil schon getroffen.

                    Dem dukeln schoß der heilgen Erde
                    Vertrauen wir der Hände Tat,
                    Vertraut der Sämann seine Saat
                    Und hofft, daß sie entkeimen werde
                    Zum Segen, nach des Himmels Rat.
                    Noch köstlicheren Samen bergen
                    Wir trauernd in der Erde Schoß
                    Und hoffen, daß er aus den Särgen
                    Erblühen soll zu schönerm Los.

                    Von dem Dome,
                    Schwer und bang,
                    Tönt die Glocke
                    Grabgesang.
                    Ernst begleiten ihre Trauerschläge
                    Einen Wandrer auf dem letzten Wege.

                    Ach! die Gattin ist's, die teure,
                    Ach! es ist die treue Mutter,
                    Die der schwarze Fürst der Schatten
                    Wegführt aus dem Arm des Gatten,
                    Aus der zarten Kinder Schar,
                    Die sie blühend ihm gebar,
                    Die sie an der treuen Brust
                    Wachsen sah mit Mutterlust -
                    Ach! des Hauses zarte bande
                    Sind gelöst auf immerdar,
                    Denn sie wohnt im Schattenlande,
                    Die des Hauses Mutter war,
                    Denn es fehlt ihr treues Walten,
                    Ihre Sorge wacht nicht mehr,
                    An verwaister Stätte schalten
                    Wird die Fremde, liebeleer.

                    Bis die Glocke sich verkühlet,
                    Laßt die strenge Arbeit ruhn,
                    Wie im Laub der Vogel spielet,
                    Mag sich jeder gütlich tun.
                    Winkt der Sterne Licht,
                    Ledig aller Pflicht
                    Hört der Pursch die Vesper schlagen,
                    Meister muß sich immer plagen.


                    Munter fördert seine Schritte
                    Fern im wilden Forst der Wandrer
                    Nach der lieben Heimathütte.
                    Blökend ziehen
                    Heim die Schafe,
                    Und der Rinder
                    Breitgestirnte, glatte Scharen
                    Kommen brüllend,
                    Die gewohnten Ställe füllend.
                    Schwer herein
                    Schwankt der Wagen,
                    Kornbeladen,
                    Bunt von Farben
                    Auf den Garben
                    Liegt der Kranz,
                    Und das junge Volk der Schnitter
                    Fliegt zum Tanz.
                    Markt und Straße werden stiller,
                    Um des Lichts gesellge Flamme
                    Sammeln sich die Hausbewohner,
                    Und das Stadttor schließt sich knarrend.
                    Schwarz bedecket
                    Sich die Erde,
                    Doch den sichern Bürger schrecket
                    Nicht die Nacht,
                    Die den Bösen gräßlich wecket,
                    Denn das Auge des Gesetzes wacht.

                    Heilge Ordnung, segenreiche
                    Himmelstochter, die das Gleiche
                    Frei und leicht und freudig bindet,
                    Die der Städte Bau begründet,
                    Die herein von den Gefilden
                    Rief den ungesellgen Wilden,
                    Eintrat in der Menschen Hütten,
                    Sie gewöhnt zu sanften Sitten
                    Und das teuerste der Bande
                    Wob, den Trieb zum Vaterlande!

                    Tausend fleißge Hände regen,
                    helfen sich in munterm Bund,
                    Und in feurigem Bewegen
                    Werden alle Kräfte kund.
                    Meister rührt sich und Geselle
                    In der Freiheit heilgem Schutz.
                    Jeder freut sich seiner Stelle,
                    Bietet dem Verächter Trutz.
                    Arbeit ist des Bürgers Zierde,
                    Segen ist der Mühe Preis,
                    Ehrt den König seine Würde,
                    Ehret uns der Hände Fleiß.

                    Holder Friede,
                    Süße Eintracht,
                    Weilet, weilet
                    Freundlich über dieser Stadt!
                    Möge nie der Tag erscheinen,
                    Wo des rauhen Krieges Horden
                    Dieses stille Tal durchtoben,
                    Wo der Himmel,
                    Den des Abends sanfte Röte
                    Lieblich malt,
                    Von der Dörfer, von der Städte
                    Wildem Brande schrecklich strahlt!

                    Nun zerbrecht mir das Gebäude,
                    Seine Absicht hat's erfüllt,
                    Daß sich Herz und Auge weide
                    An dem wohlgelungnen Bild.
                    Schwingt den Hammer, schwingt,
                    Bis der Mantel springt,
                    Wenn die Glock soll auferstehen,
                    Muß die Form in Stücke gehen.

                    Der Meister kann die Form zerbrechen
                    Mit weiser Hand, zur rechten Zeit,
                    Doch wehe, wenn in Flammenbächen
                    Das glühnde Erz sich selbst befreit!
                    Blindwütend mit des Donners Krachen
                    Zersprengt es das geborstne Haus,
                    Und wie aus offnem Höllenrachen
                    Speit es Verderben zündend aus;
                    Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
                    Da kann sich kein Gebild gestalten,
                    Wenn sich die Völker selbst befrein,
                    Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.

                    Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
                    Der Feuerzunder still gehäuft,
                    Das Volk, zerreißend seine Kette,
                    Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
                    Da zerret an der Glocken Strängen
                    Der Aufruhr, daß sie heulend schallt
                    Und, nur geweiht zu Friedensklängen,
                    Die Losung anstimmt zur Gewalt.

                    Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
                    Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
                    Die Straßen füllen sich, die Hallen,
                    Und Würgerbanden ziehn umher,
                    Das werden Weiber zu Hyänen
                    Und treiben mit Entsetzen Scherz,
                    Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
                    Zerreißen sie des Feindes Herz.
                    Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
                    Sich alle Bande frommer Scheu,
                    Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
                    Und alle Laster walten frei.
                    Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
                    Verderblich ist des Tigers Zahn,
                    Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
                    Das ist der Mensch in seinem Wahn.
                    Weh denen, die dem Ewigblinden
                    Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
                    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
                    Und äschert Städt und Länder ein.

                    Freude hat mir Gott gegeben!
                    Sehet! Wie ein goldner Stern
                    Aus der Hülse, blank und eben,
                    Schält sich der metallne Kern.
                    Von dem Helm zum Kranz
                    Spielt's wie Sonnenglanz,
                    Auch des Wappens nette Schilder
                    Loben den erfahrnen Bilder.

                    Herein! herein!
                    Gesellen alle, schließt den Reihen,
                    Daß wir die Glocke taufend weihen,
                    Concordia soll ihr Name sein,
                    Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine
                    Versammle sich die liebende Gemeine.

                    Und dies sei fortan ihr Beruf,
                    Wozu der Meister sie erschuf!
                    Hoch überm niedern Erdenleben
                    Soll sie im blauen Himmelszelt
                    Die Nachbarin des Donners schweben
                    Und grenzen an die Sternenwelt,
                    Soll eine Stimme sein von oben,
                    Wie der Gestirne helle Schar,
                    Die ihren Schöpfer wandelnd loben
                    Und führen das bekränzte Jahr.
                    Nur ewigen und ernsten Dingen
                    Sei ihr metallner Mund geweiht,
                    Und stündlich mit den schnellen Schwingen
                    Berühr im Fluge sie die Zeit,
                    Dem Schicksal leihe sie die Zunge,
                    Selbst herzlos, ohne Mitgefühl,
                    Begleite sie mit ihrem Schwunge
                    Des Lebens wechselvolles Spiel.
                    Und wie der Klang im Ohr vergehet,
                    Der mächtig tönend ihr erschallt,
                    So lehre sie, daß nichts bestehet,
                    Daß alles Irdische verhallt.

                    Jetzo mit der Kraft des Stranges
                    Wiegt die Glock mir aus der Gruft,
                    Daß sie in das Reich des Klanges
                    Steige, in die Himmelsluft.
                    Zehet, ziehet, hebt!
                    Sie bewegt sich, schwebt,
                    Freude dieser Stadt bedeute,
                    Friede sei ihr erst Geläute.
                    lol'd hard !!!!!

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                      #70
                      schnibbeldischnapp
                      *epische pause*
                      der pullermann der ist jetzt ab!

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                        #71
                        war übrigens für mutterficker kurs stufe 11

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                          #72
                          meine socken
                          stinken hart
                          und dass
                          schon seit dem
                          kindergart
                          en

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                            #73
                            brot mit senf schrieb
                            meine socken
                            stinken hart
                            und dass
                            schon seit dem
                            kindergart
                            en
                            zu geil

                            Kommentar


                              #74
                              brot mit senf schrieb
                              meine socken
                              stinken hart
                              und dass
                              schon seit dem
                              kindergart
                              en
                              stark.

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                                #75
                                Weena schrieb
                                denke wenn du das ernst vorträgst ist der schock gelungen

                                Seltsam, im Nebel zu wandern!
                                Einsam ist jeder Busch und Stein,
                                Kein Baum sieht den andern,
                                Jeder ist allein.

                                Voll Freunden war mir die Welt,
                                Als noch mein Leben licht war;
                                Nun, da der Nebel fällt,
                                Ist keiner mehr sichtbar.

                                Wahrlich, keiner ist weise,
                                Der nicht das Dunkel kennt,
                                Das unentrinnbar und leise
                                Von allen ihn trennt.

                                Seltsam, im Nebel zu wandern!
                                Leben ist Einsamsein.
                                Kein Mensch kennt den andern,
                                Jeder ist allein.
                                seit wann ist hesse schockierend?? also brilliant ja aber doch nicht schockierend

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