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Victoria und die Situation des dt. Films

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    Victoria und die Situation des dt. Films

    Zu allererst soll es natürlich um den neuen Film von Sebastian Schipper gehen. „Victoria“ ist ein Film der zurzeit für relativ viel Furore sorgt und das fernab von Til Schweiger und Schweighöfer 0815-Produktionen, die sich vor allem auf gute Optik und Marketing verstehen und krampfhaft versuchen Hollywoodflair in ihre Filme zu mischen.

    Leider habe ich „Victoria“ noch nicht gesehen, aber die Tatsache, dass dieser Film mal wieder unter ferner liefen läuft, während Filme wie „Fack ju Göhte 2“ oder die Fortsetzung von „Keinohrkokowähh barfuß im Kopf 4“ nur eine Frage der Zeit sind.

    Was läuft beim deutschen Film falsch. Ist es die oftmals kritisierte TV-Optik? Der Einheitsbrei aus DDR und 2WK-Dramen? Weshalb haben es ambitionierte Projekte wie z.B. „Halt auf freier Strecke“ oder „Oh Boy“ es so unglaublich schwer hierzulande an gebührende Popularität zu gewinnen und sich nicht nur aus den positiven Kritiken des Feuilleton zu nähren?

    Da ich nach der Sichtung der beiden obigen Filme nochmal einen Blick auf deutsche Produktionen wagen wollte, sind hier natürlich auch Tipps und Vorschläge gerne gesehen. Ich bin auch geneigt eine Liste zu erstellen und diese darin zu sammeln.


    http://www.moviepilot.de/movies/victoria--2
    http://www.filmstarts.de/kritiken/228714.html

    #2
    Ich glaub bei einer Ausgabe Kino+ wurde das Mal erläutert, entweder als die Genrenale Leute da waren oder als Memo da war.

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      #3
      finde ja ehrlich ehrlich gesagt nicht dass der deutsche film in einer krise steckt. natürlich gibt es viel mist der versucht hollywood zu kopieren. aber zwischendurch auch immer wieder gute filme die auch erfolgreich sind. auch in hollywood ist 90% müll.
      um mal 2 zu nennen die ich wirklich gut finde: der baader meinhof komplex, das leben der anderen

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        #4
        Wie bei den meisten Filmen möchten Schweig(er)höfer eben Geld verdienen. Das ist ein legitimer Grund und wird dadurch erzielt, dass man den Durchschnittszuschauer anspricht. Dies geschieht nunmal eher über einen süßen, knuffigen Film über einen gutaussehnden Macho, der zum Softy wird mit viel Happy End, als mit einem Studenten der sein Leben nicht auf die Kette bekommt.

        Den Durchschnittszuschauer interessiert sich jedoch auch nur wenig für Dinge, die über die Story (die man verlangt [Happy End etc.]) und Schauspieler hinausgeht. Mich öden solche Filme (auch Hollywood) mittlerweile extrem an und ich schaue auch lieber Oh Boy, jedoch darf man nicht erwarten, dass diese je riesig erfolgreich sind.

        Kurz gesagt, der dt. Film steckt nicht in der Krise, es wird viel mehr das gespielt, was das Publikum erwartet.

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          #5
          Zitat von TrES-4
          Was läuft beim deutschen Film falsch. Ist es die oftmals kritisierte TV-Optik? Der Einheitsbrei aus DDR und 2WK-Dramen? Weshalb haben es ambitionierte Projekte wie z.B. „Halt auf freier Strecke“ oder „Oh Boy“ es so unglaublich schwer hierzulande an gebührende Popularität zu gewinnen und sich nicht nur aus den positiven Kritiken des Feuilleton zu nähren?
          Stört mich z.B. ziemlich :/ sieht halt alles nach GZSZ aus und bietet einfach nicht dieses Kino-Flair.

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            #6
            Zitat von Manking
            finde ja ehrlich ehrlich gesagt nicht dass der deutsche film in einer krise steckt. natürlich gibt es viel mist der versucht hollywood zu kopieren. aber zwischendurch auch immer wieder gute filme die auch erfolgreich sind. auch in hollywood ist 90% müll.
            um mal 2 zu nennen die ich wirklich gut finde: der baader meinhof komplex, das leben der anderen
            bmk von 2008
            dlda von 2006 :D

            Finde aber generell, dass du recht hast, auch wenn deine Beispielfilme vllt. etwas unglücklich sind.

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              #7
              Aber jetzt mal auf den Film "Victoria" bezogen. Der soll ja wirklich gut sein und ich würde ihn gerne sehen. Nur wo? Bei mir im Umkreis von 50km läuft der nicht und ist auch nicht angekündigt. Kann ja noch kommen. Aber das ist doch das Problem, was hier gemeint ist. Seichte Sachen aus DE laufen, die anderen bekommt die Mehrheit gar nicht im Kino zu sehen.

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                #8
                Werde ich mir defintiv anschauen. Läuft bei mir aber auch nur in ein paar Tagen in einem kleineren Kino an. Ich glaube ich würde das aber gar nicht mal unbedingt als Problem des Deutschen Films bezeichnen. Selbst Filme wie Birdman oder Whiplash haben es bei mir nicht in das cinestar geschafft. Das Problem bezieht sich auf die gesamte Filmlandschaft. Dazu kommt dann noch dass es auch nicht so viele gute deutsche Filme gibt. Oft sind ja auch die kleineren Filme internationale Produktionen.

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                  #9
                  Zitat von Kiki
                  Aber jetzt mal auf den Film "Victoria" bezogen. Der soll ja wirklich gut sein und ich würde ihn gerne sehen. Nur wo? Bei mir im Umkreis von 50km läuft der nicht und ist auch nicht angekündigt. Kann ja noch kommen. Aber das ist doch das Problem, was hier gemeint ist. Seichte Sachen aus DE laufen, die anderen bekommt die Mehrheit gar nicht im Kino zu sehen.
                  Da ich einige Jahre im Kino als Vorführer gejobt habe kann ich dir sagen das hier auch oft der Verleiher nicht ganz unschuldig ist. Multiplex Kinos wo durchaus auch Arthouse Streifen eingestreut werden haben (zu der Zeit) oft einfach keine Kopie bekommen weil nicht genug da waren. (Was wohl auch an 35mm lag, heute über Platte oder Satellit dürfte das schon wieder anders aussehen)

                  Auf der anderen Seite sieht es aber nicht anders aus. Mission Impossible 15 und Transformers 13 werden ja auch in jedem Multiplex durchgerockt während man amerikanische Arthouse Geschichten auch dort kaum sieht (nur die sehr sehr bekannten).

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                    #10
                    Wie erfolgreich sind denn eigentlich die Akin-Filme? Gegen die Wand ist zB einer meiner Lieblingsfilme

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                      #11
                      Da fließen viele Punkte ineinander.

                      Die Kino Sehgewohnheiten der Besucher haben sich geändert. Viele schauen sich Dialog-lastige Filme überhaupt nicht mehr im Kino an, heute muss ein Kinobesuch ein Spektakel ala Avengers sein oder ein lustiges get-together mit Freunden ala Fack Ju Göhte.

                      Filme, die nicht in dieses Raster fallen, haben von der Entstehungsphase an einen schweren Stand. Die Produktionskosten um einen erfolgreichen Film zu produzieren sind heute deutlich höher als vor 10-20 Jahren. Fast die Hälfte der Entstehungskosten müssen für erfolgreiche Filme ins Marketing gepumpt werden. Die Risikoaversion der Produzenten sorgt dafür, dass Filme ohne Mainstream Charakter seltener produziert werden und wenn doch, werden sie nur mit Minimalbudget und ohne großen Werbeetat produziert. In den USA werden kleinere Produktionen mit Aussicht auf Kritikerpreise (Oscars, Globes etc.) oft von den Stars getragen in dem sie freiwillig eine geringe Fix Gage akzeptieren, damit der Film überhaupt produziert werden kann. In Deutschland spielt das eine viel geringere Rolle, da es eine Handvoll Schauspieler gibt, die den Markt dominieren und sich garnicht neu erfinden müssen.

                      Die Einführung von bezahlbaren Großbildfernseher für zu Hause, die Einführung von Streamingdiensten und der Konkurrenzdruck durch große Kinoketten hat dafür gesorgt, dass kleine privat geführte Kinos in den großen Ballungsgebieten fast keine Überlebenschance mehr haben. Und genau solche Kinos haben oft die Nischenfilme angeboten, die durch Mund Propaganda und im Feuilleton gute Kritiken bekommen haben.

                      Bestes Beispiel ist dafür der Druck der Verleiher, der auf kleine Kinobetreiber ausgeübt wurde als der neue Avengers Teil anlief. Statt der üblichen 47% für kleinere Kinos wollte Disney jetzt 53% pro Kinokarte haben, was den Tarif der großen Kinoketten darstellt.

                      Der Kino- und Heimvideomarkt wird sich in den nächsten Jahren noch weiter verändern. Große Kinos werden weiter bestehen bleiben und die kleinen weiter aussterben. Die Halbwertszeit von Filmen wird sich deutlich verringern, da die Zeitspanne zwischen Kinopremiere und DVDpremiere/Streampremiere immer kleiner wird.



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                        #12
                        Mich würde mal interessieren, wer hier die Filme noch wirklich im Kino anschaut und wer das Internet dafür nutzt.
                        Große Blockbuster machen einen enormen Umsatz mit ihrem Merchandise etc., was ja bei den kleineren Produktionen wegfällt.

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                          #13
                          Gehe nur noch ganz selten ins Kino, da mich die allermeisten Filme absolut nicht interessieren. Wenn Internet, dann nur Netflix, ansonsten Filme auf BR.

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                            #14
                            Zitat von Bordi
                            Mich würde mal interessieren, wer hier die Filme noch wirklich im Kino anschaut und wer das Internet dafür nutzt.
                            Große Blockbuster machen einen enormen Umsatz mit ihrem Merchandise etc., was ja bei den kleineren Produktionen wegfällt.
                            Gehe eigentlich alle 2 Wochen ins Kino und gehe davon halt öfters in die Arthouse Kinos!

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