
Deutscher Titel: Die fabelhafte Welt der Amélie, (Das märchenhafte Schicksal der Amélie Poulain)
Französischer Originaltitel: Le fabuleux destin d’Amélie Poulain
Produktionsländer: Frankreich, Deutschland
Erscheinungsjahr 2001
Länge 122 Minuten
Regie Jean-Pierre Jeunet
Drehbuch Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant
http://www.youtube.com/watch?v=vhv0f7d5JAI
Philosophische,metaphilosophische und fantastische Überlegungen:
„Der Mensch steht der Welt nicht gegenüber, sondern ist Teil des Lebens, in dem die Strukturen, der Sinn, das Sichtbarwerden aller Dinge gründen.“
-> 

Der Mensch sieht sich einem Vexierbild gegenüber, welches der oszillerenden Wahrnehmungen und Empfindungen dem reinen Bewusstsein wie auch dem Ding an sich weit entfernt scheint.
Die Doppelsichtigkeit verlässt den Leib und sieht sich in der Parole zum Bewusstsein und dem Selbstbewusstsein der Erkennung (receptión).
1.Form Ironie
Der Mensch hat sich noch nicht als ein Selbst erkannt, das nicht nur rein immanent, sondern auch transzendent existiert, indem sich der Mensch zu dem faktischen Verhältnis bewusst in ein Verhältnis setzt, das zwischen Körper und Geist besteht. Der Mensch ist hier verzweifelt, weil er mit sich selbst nicht im Reinen ist.
Das Mittel, das dem Menschen nun dazu dient, diesen seinen verzweifelten Zustand zu erkennen, ist die Ironie. Indem er sich zu sich selbst ironisch, also distanziert, verhält, gewinnt er einen erhöhten Standpunkt, von dem aus er seine Verzweiflung erkennt und nun versucht, sie zu überwinden. Dadurch erreicht er die nächste Form.
2.Form Ethisches Erwachen
Der Mensch erkennt sich als ein sowohl immanentes als auch transzendentes Wesen, indem er sich nun zu dem Verhältnis zwischen Körper und Geist reflektiert, in ein Verhältnis setzt und dessen bewusst wird. Er verhält sich nun vernünftig und erkennt seine Verantwortung vor sich selbst und der Welt. Dadurch aber erkennt er, dass er als zunächst rein immanentes Wesen nicht imstande ist, den transzendenten Teil seines Wesens zu begründen, der nicht aus der Welt stammen kann. Die Begründung seines Wesens als geistigem und insoweit nicht der Kausalität der Welt unterworfenem Selbst findet er nicht in sich selbst. Vielmehr sieht er sich einem unendlichen, absoluten Unbekannten, Gott oder den Träger der fantaisie (Fantasie), gegenüber, der die Ursache der Unendlichkeit und Freiheit des Menschen ist. Wenn nun der Mensch sich nicht in ein Verhältnis zu seinem wahren Grund, zu Gott, setzt, sondern aus sich selbst heraus existieren will, setzt er sich wiederum in Widerspruch zu seinem wahren Wesen, indem er verzweifelt er selbst sein will, oder aber er leugnet sich selbst als auch transzendentes Selbst, indem er verzweifelt nicht er selbst sein will, und beides führt ihn wieder in die Verzweiflung, die als Grundstimmung seinem Leben zugrunde liegt.
3.Form Die Selbstoffenbarung durch Fantasie und den Glauben
Der Verstand ist nicht gänzlich unnötig, sondern dient als Korrektiv des Glaubens, indem Unvernünftiges nicht geglaubt werden kann, und er ist Voraussetzung der Selbstreflexion, ohne die der Aufstieg in den Formen nicht erreicht werden kann.
Doch da der Verstand endlich ist und sich rein immanenter Mittel bedient, ist intellektuelle Gotteserkenntnis schlechthin unmöglich.
Aufgrund der Nicht-Erkennbarkeit muss jedes Reden von Gott negativ, apophatisch, bleiben; positive, beschreibende Aussagen haben allenfalls hinweisenden, helfenden Charakter, müssen sich ihrer Unzulänglichkeit aber stets bewusst bleiben.
Dies ist das Scheitern des Verstandes, dessen sich der Mensch bewusst werden muss. Hat er dies erkannt, so steht erst der Weg in den Glauben offen, der aus dieser Erkenntnis der eigenen Begrenztheit hervorgehen kann. Im Glauben nun wagt der Mensch den Sprung weg vom Verstand hin zum eigentlich Unmöglichen.
Glauben ist nur deshalb möglich, weil sich die Fantasie , das Fantasma zu erkennen gab.
Da der Mensch nicht in der Lage ist, rational zur Fantasie zu gelangen, musste sich die Fantasie selbst offenbaren, indem sie Mensch und zugleich Gott war und so das Paradoxon aufstellte, dass das Zeitlose in der Zeit, das Transzendente in der Immanenz, das Unendliche in der Endlichkeit existierte. Dieses Paradox ist für den Menschen nicht zu vereinbaren.
Da das sich zur Fantasie existenzielle Verhalten immer nur momenthaft geschehen kann und der Mensch immer wieder in seine eigene Existenz zurückfällt, dadurch wieder seinen transzendenten Seinsgrund aus den Augen verliert und so wieder die rechte Ordnung seines Selbst verrückt, ist er gehalten, diesen Sprung in den Glauben immer wieder neu zu tun und den Moment des Glaubens zu „wiederholen“. Nur in diesem Augenblick des Glaubens befindet sich das Selbst im richtigen Verhältnis zu sich und zu seinem Existenzgrund und existiert daher momenthaft ohne Verzweiflung.
Was fandet ihr bei diesem Film beeindruckend? Was hat euch am meisten inspiriert oder geschweigedenn geholfen?Außerdem seid ihr dazu eingeladen bei den philosophischen Versuchen mitzudiskutieren.
Kommentar