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ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit"

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    #31
    Zitat von VARMENDRION
    Also in deinem Beispiel wird die Frau wohl eine Anzeige kassieren. Kannst du auch normal antworten oder soll ich dich einfach ignorieren?
    Und warum bekommt sie wohl eine Anzeige?

    Weil der Staat, also die Gesellschaft, dem Vermieter sein Eigentum und seine körperliche Unversehrtheit garantiert und im Zweifel dazu sein Gewaltmonopol einsetzt.

    Es hilft, sich bewusst zu machen, was Eigentum eigentlich bedeutet, wie es "entsteht" und wie es im Zweifel durchgesetzt wird - dazu kann man auch mal weiter ausholen.
    Das Prinzip des "Eigentums" ist nämlich nicht gottgegeben.

    Ignorier doch wen du willst, ist ein freies Land.

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      #32
      Finde es auch äußerst bedenklich was auf dem Wohnungsmarkt passiert. Schon abartig, wenn Menschen die in Innenstädten arbeiten, sich das Leben dort nicht mehr leisten können.
      Aber natürlich, Eigentum (Kapital) über allem, #das was bolo sagt

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        #33
        Sobald man dann die Ghettos hat, kann man als Konservativer praktischerweise nach Law and Order gegen diese verwahrlosten Wilden in den Außenbezirken brüllen und wird auch wieder seine Wählerstimmen generieren \o/

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          #34
          Die verwahrlosten Wilden sind dann ja alle die, die sich die teuren Wohnungen nicht mehr leisten können. Ich dachte, das wären alles ganz normale Menschen, die Kassiererin, der KFZ-Mechaniker und so. Wieso sind das jetzt Assis in Ghettos? (Und damit doch irgendwie die Mehrheit, während die Elite sichs in der Innenstadt bequem macht. Welche Partei wird denn dann mehrheitsfähig?)

          E: Nur ums auch mal zu sagen. Ich hab generell nichts dagegen, wenn ich nicht in der Innenstadt wohnen kann, weil das die Premium-Lage ist. Dass die Mietpreise durch die Decke gehen, gefällt mir ebenfalls nicht. Ich verstehe nicht, weshalb nicht mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Ist das wirklich ein Problem wegen Marktverzerrung? Andernfalls denke ich, wäre der erste sinnvolle Schritt, wenn deutlich mehr von Kommunen, Land, Bund doer wem auch immer gebaut wird. Das Beispiel mit leerstehenden Kasernen passt da gut. Kein Plan, wer das verbockt hat, aber clever wars nicht.

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            #35
            Zitat von VARMENDRION
            Und damit doch irgendwie die Mehrheit, während die Elite sichs in der Innenstadt bequem macht. Welche Partei wird denn dann mehrheitsfähig?
            welche politik mehrheitsfähig wird, wenn die mittelschicht zerfällt, kann man sich in den USA anschauen.

            die sind uns dabei mal wieder ein paar jahre vorraus - haben natürlich unter reagan auch früher angefangen.
            aber ganz so weit hat es die afd ja auch nicht mehr - schwarz/blau/gelb brächte uns den us-republikanern schon sehr nahe.




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              #36
              Aber ist es keine Mittelschicht mehr, wenn man eben ein paar Kilometer weiter wohnt? Als ob es da dann keine Ärzte, Supermärkte, Bars und Restaurants geben würde. Bin da bestimmt durch meine Herkunft und mein Studium beeinträchtigt. Meine Eltern wohnen in einer Kleinstadt, 20km entfernt ist Darmstadt, etwa 50km entfernt Frankfurt, mit dem Zug bin ich in 45 Minuten in meiner Heimat. Dort bekommst du ein Reihenhaus unter 1000€ kalt, in Frankfurt wahrscheinlich irgendwie ne 2-3 Zimmerwohnung. Persönlich finde ich Ersteres da deutlich erstrebenswerter und sehe persönlich keinen wirklichen Verlust an Lebenswert. Und mit ein paar Kilometer außerhalb meine ich jetzt nicht 50km, aber so extrem weit muss man nicht, um einen besseren Preis zu erzielen. Persönlich sehe ich ein großes Problem entweder beim sozialen Wohnungsbau oder/und bei der Infrastruktur. Wäre die Anbindung besser, müsste man nicht direkt in der Mitte wohnen. Aber damit gewinnt sich leider keine Wahl.

              ---

              Bin durch die ersten 10 Minuten des Videos und sehe mich bestätigt. Ich denke, wem man den schwarzen Peter zuschiebt, bleibt jedem selbst überlassen, ohne das großzügige Angebot der Kommunen wären wohl deutlich weniger Immobiliengesellschaften zu gutem Wohnraum gekommen. Dass die alles daran setzen, den Gewinn zu maximieren, finde ich nicht verwerflich. Ist halt ihr Geschäftsmodell. Toll muss man es nicht finden, ich sehe darin eher die logische Folge politischen Versagens, welches die Ursache für das Übel ist. Gerne auch gegen die Immobiliengesellschaften schieén - mir ist das gleich. Was ich allerdings sehr positiv finde, ist das Beispiel aus Berlin mit dem Vorkaufsrecht. Offenbar gibt es ja doch gute Möglichkeiten, etwas zu ändern, Wohnraum bezahlbar zu halten, wenn man nur will.

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                #37
                Habs jetzt auch mal im Hintergrund laufen lassen, natürlich sehr oberflächlich, aber legt doch den Fokus auf wichtige Themen, mir lieber als die x-te Talkshow zu Immigration.

                Schade find ich dass hier viele sich an Details aufhängen, statt das große Ganze zu sehen.
                Es geht nicht darum ob der/ein Vermieter ungerecht ist o.Ä., sondern darum dass Wohnraum in Großstädten für viele Menschen nicht mehr bezahlbar ist, arbeitende Bevölkerung von ihrer Rente nicht leben kann, Löhne und öffentliche Investitionen zu niedrig sind. Und vorallem: Dass das Folgen politischer Entscheidungen (und ökonomischer Ideologie) sind und keine Naturgesetze.

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                  #38
                  Zitat von VARMENDRION
                  Aber ist es keine Mittelschicht mehr, wenn man eben ein paar Kilometer weiter wohnt? Als ob es da dann keine Ärzte, Supermärkte, Bars und Restaurants geben würde.
                  ist halt die frage, ob das gesellschaftlich erstrebenswert ist. ob man zur mittelschicht gezählt wird entscheidet sich ja am ende am einkommen und vermögen und nicht am wohnort - und großen einfluss auf das einkommen hat nunmal die bildung.
                  man kann sich das aber wie gesagt alles mit ein paar jahren vorsprung in den usa anschauen.

                  die "elite" in den innenstädten und den gated-communitities bleibt unter sich - hat ihre eigenen kindergärten, ihre eigenen privatschulen und ihre eigenen privatuniversitäten, eine gesellschaftliche durchmischung findet immer weniger statt.
                  da die aufstiegschancen eng an die bildungschancen (und die leute, die man so kennenlernt) gekoppelt sind, verfestigt sich das bild über generationen.

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                    #39
                    myc - stimme dir zu

                    @BoLo: Kann ich durchaus nachvollziehen. Aber wo ist der Unterschied für dein Leben, ob du jetzt die Leute kennst, die auf Privatunis waren oder nicht? Ist natürlich blöd, wenn wir am Ende in einer Hunger Games Welt leben, in der am Ende Arbeiterklassen gemeinsam in eigenen Ghettos leben, aber steuern wir da wirklich so sehr drauf zu? Ist es ein großes Problem, wenn 5% (oder wie viele sind Eliten?) eher unter sich leben, in ihrer Bubble? Sehe die direkte negative Auswirkung nicht.

                    E: Ich stimme gerade in Sachen Bildung zu. Aber auch da ist es doch an den Ländern (leider) entsprechend zu handeln.

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                      #40
                      Ich sehe 3 Probleme, die zu den hohen Mieten führen:
                      1) Bauplanung: Zu wenig Genehmigung/Ausweisung von neuem Bauland (obwohl es genug Platz gibt).

                      2) Finanzen: Nullzinsen, steuerliche Vorteile für Vermieter durch Abschreibungen und Zulassen von ausländischen Investoren (alà die halbe Berliner Innenstadt gehört chinesischen Investoren)

                      3) Steuern und Regularien: Steigende Grunderwerbsssteuer, Notarkosten, Grundsteuer, Pflichtsanierungen, Dämmungsvorschriften usw. Und das muss der Mieter mit stagnierendem Realeinkommen dank Steuer- und Abgabenwahnsinn auf Einkommen aus Arbeit in Deutschland tragen, während Investoren oft keine oder deutlich weniger Steuern zahlen.


                      Da kommt einiges zusammen. Ich zeige bei allen 3 Punkten auf die Politik und nicht auf die Investoren. Investoren handeln im eigenen Sinne und das will ich denen nicht verübeln. Die Politik sollte im Sinne des Volkes handeln. Habe ich aber leider nicht das Gefühl.

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                        #41
                        Zitat von VARMENDRION
                        @BoLo: Kann ich durchaus nachvollziehen. Aber wo ist der Unterschied für dein Leben, ob du jetzt die Leute kennst, die auf Privatunis waren oder nicht? Ist natürlich blöd, wenn wir am Ende in einer Hunger Games Welt leben, in der am Ende Arbeiterklassen gemeinsam in eigenen Ghettos leben, aber steuern wir da wirklich so sehr drauf zu? Ist es ein großes Problem, wenn 5% (oder wie viele sind Eliten?) eher unter sich leben, in ihrer Bubble? Sehe die direkte negative Auswirkung nicht.
                        die "negative auswirkung" sitzt z.B. im weißen haus oder mit 92 sitzen im bundestag.

                        es entsteht eine (neo-)feudale gesellschaftsordnung, in der sich immer größere teile der gesellschaft (zu recht) nicht repräsentiert fühlen, da diese "elite" großes vermögen und damit enorme politische macht besitzt.

                        ein präsident wie trump an der spitze des mächtigsten landes der welt entsteht ja nicht im vakuum.
                        da brodelt es gewaltig, "gegen die eliten" und "wir gegen die da oben" fasst doch trumps wahlprogramm relativ gut zusammen - "drain the swamp". da ist die afd mit ihrer rhetorik auch nicht weit von entfernt ("wir sind das volk").

                        das ganze trägt dann ein gesicht, von dem wir im westen dachten, dass wir uns davon vor 70 jahren verabschiedet hätten.
                        extremer nationalismus, rassismus, antisemitismus usw...

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                          #42
                          Zitat von f l e X Q Z
                          Zitat von OrdentlichUndFromm
                          Zitat von f l e X Q Z
                          Ich empfehle heute Abend um 22:00 Uhr die Sendung "Das soll Recht sein?" im NDR zu gucken. Es geht unter anderem um den Mordfall von 1981 an der damals 17-Jährigen Frederike von Möhlmann. Der Mörder wurde durch die Polizei seinerzeit ermittelt, allerdings im anschließenden Prozess freigesprochen, da das Gericht die Indizien und Beweise als nicht ausreichend erachtete. Viele Jahre später konnte anhand der damals noch nicht vorhandenen kriminaltechnischen DNA-Untersuchung schließlich bewiesen werden, dass der damalige Beschuldigte tatsächlich der Mörder war. Da er für dieselbe Tat jedoch nicht ein zweites Mal angeklagt werden kann, bleibt er ein freier Mann und kann nicht verurteilt werden.
                          Das klingt ehrlich gesagt völlig belanglos. Irgendeinen random Einzelfall rausgepickt, bei dem irgendwelche sinnvollen Regeln mal zu schlechten Ergebnissen führt, aber nichts, was jetzt gesamtgesellschaftlich unter dem Thema "Gerechtigkeit" diskutiert werden muss.
                          Ich finde den Fall sehr interessant und würde mir darüber hinaus auch eine Debatte darüber wünschen, ob/wann man von "irgendwelchen sinnvollen Regeln" abweichen darf. Zum Beispiel nämlich, ob es möglich sein sollte, das Verbot der "Doppelverfolgung" aufzuheben, wenn neue (kriminalistische) Methoden es ermöglichen, einen Täter zu überführen.
                          Man müsste eben schauen, ob das mit dem konkurrierenden Gut des Rechtsfriedens einigermaßen aussöhnbar ist. Klingt aber nach keinen Gerechtigkeitsproblem und auch nach keiner der großen Fragen zum Thema Gerechtigkeit.

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                            #43
                            Zitat von 1prozentboy
                            Ich sehe 3 Probleme, die zu den hohen Mieten führen:
                            1) Bauplanung: Zu wenig Genehmigung/Ausweisung von neuem Bauland (obwohl es genug Platz gibt).

                            2) Finanzen: Nullzinsen, steuerliche Vorteile für Vermieter durch Abschreibungen und Zulassen von ausländischen Investoren (alà die halbe Berliner Innenstadt gehört chinesischen Investoren)

                            3) Steuern und Regularien: Steigende Grunderwerbsssteuer, Notarkosten, Grundsteuer, Pflichtsanierungen, Dämmungsvorschriften usw. Und das muss der Mieter mit stagnierendem Realeinkommen dank Steuer- und Abgabenwahnsinn auf Einkommen aus Arbeit in Deutschland tragen, während Investoren oft keine oder deutlich weniger Steuern zahlen.


                            Da kommt einiges zusammen. Ich zeige bei allen 3 Punkten auf die Politik und nicht auf die Investoren. Investoren handeln im eigenen Sinne und das will ich denen nicht verübeln. Die Politik sollte im Sinne des Volkes handeln. Habe ich aber leider nicht das Gefühl.
                            Naja, da wird aber der wichtigste Faktor elegant verschwiegen: Die Privatisierung der öffentlichen Wohnungsbestände seit den 90er Jahren und damit einhergehender Rückzug des Staates aus dem Wohnungsmarkt, da haben deine ausländischen Investoren ja fett zugeschlagen, denn Ihnen war ja absolute klar dass die Immobilienpreise aufgrund der staatlichen Eingriffe in Deutschland gedrückt waren und noch "Potential" nach oben haben.
                            Wie es auch anders geht zeigt z.B. Wien, wo sich der Staat weiterhin aktiv ist und weite Teile des Wohnungsmarktes kontrolliert.

                            Ausweisungen schön und gut, unter der Marktlösung werden aber mehr als 90% davon für Neubauten im höheren Preissegment verwendet, löst nicht wirlich das Problem.

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                              #44
                              Zitat von BoLo
                              Zitat von VARMENDRION
                              @BoLo: Kann ich durchaus nachvollziehen. Aber wo ist der Unterschied für dein Leben, ob du jetzt die Leute kennst, die auf Privatunis waren oder nicht? Ist natürlich blöd, wenn wir am Ende in einer Hunger Games Welt leben, in der am Ende Arbeiterklassen gemeinsam in eigenen Ghettos leben, aber steuern wir da wirklich so sehr drauf zu? Ist es ein großes Problem, wenn 5% (oder wie viele sind Eliten?) eher unter sich leben, in ihrer Bubble? Sehe die direkte negative Auswirkung nicht.
                              die "negative auswirkung" sitzt z.B. im weißen haus oder mit 92 sitzen im bundestag.

                              es entsteht eine (neo-)feudale gesellschaftsordnung, in der sich immer größere teile der gesellschaft (zu recht) nicht repräsentiert fühlen, da diese "elite" großes vermögen und damit enorme politische macht besitzt.

                              ein präsident wie trump an der spitze des mächtigsten landes der welt entsteht ja nicht im vakuum.
                              da brodelt es gewaltig, "gegen die eliten" und "wir gegen die da oben" fasst doch trumps wahlprogramm relativ gut zusammen - "drain the swamp". da ist die afd mit ihrer rhetorik auch nicht weit von entfernt ("wir sind das volk").

                              das ganze trägt dann ein gesicht, von dem wir im westen dachten, dass wir uns davon vor 70 jahren verabschiedet hätten.
                              extremer nationalismus, rassismus, antisemitismus usw...
                              Und du bist davon überzeugt, das hätten wir nicht, wenn der Banker anstatt in seiner Gated Community neben dem Bäcker und dem Beamten wohnt? Kann mir vorstellen, dass natürlich eine andere Wahrnehmung entstehen würde -- das liegt dann aber eben doch sehr stark am Menschen. Wenn der einfach ein Egoist ist, dann bringts auch nix, wenn er sieht, wie die Alleinerziehende Krankenschwester noch zwei Nebenjobs macht :( Außerdem ist es ja zutiefst ironisch, dass Trump genau dieser Elite angehört. Aber naja, Amerika muss man nicht verstehen.

                              Wenn sich die Leute nicht repräsentiert fühlen, dann liegts doch weniger am Privatstudenten als an den Politikern. Natürlich haben Reiche mehr Möglichkeiten, Einfluss auszuüben, aber auch hier denke ich, dass das Problem eher in der Entfernung Politiker - Volk liegt. Und darin, dass Wahlkampf einen Wandel durchmacht / sich eine neue Dynamik entwickelt und Botschaften offenbar möglichst aus drei bis vier Worten bestehen, die man geil brüllen kann (Make Amerca Great Again, Lock her up, Drain the swamp, wir sind das volk, usw.) Glaube, solange sich die "normale" Politik da nicht ebenfalls drauf einstellt, geht Populismus weiter steil.

                              E: Am Ende hängen wir/ich uns hier aber an einem Subthema auf.

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                                #45
                                Davon losgelöst würde mich mal interessieren:

                                - Wer ist politisch aktiv und arbeitet konkret auf Veränderung zum Besseren hin?
                                - Wer ist eheremantlich aktiv und in welchem Bereich?

                                Ich selbst muss beides aktuell verneinen, möchte aber selbst in Zukunft einen kleinen Teil dazu beitragen, anderen Menschen zu helfen.

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