Sheitan schrieb am 13.12. - 23:14:
Ich erkläre das mal aus meiner Sicht, die hoffentlich auch zutrifft:
Wie kann eine Sichtweise (=Meinung) wahr oder falsch sein?
Die koreanischen Spieler wirken ohne Frage immer sehr professionell, aber in den allermeisten Fällen auch sehr emotionslos
Ich sehe bei diversen Events auch asiatische Spieler (um das an dieser Stelle nicht nur auf Koreaner einzuengen), die nach einer Niederlage enttäuscht oder nachdenklich dreinblicken. War es nicht sogar Sweet, der nach einem verlorenen Match geweint hat? Ebenfalls sehe ich auch Asiaten nach Siegen jubeln (man denke nur an Moob nach dem 3-0 Sieg gegen Grubby im WW3, wo er seine "Formkrise" endlich sichtbar hinter sich lassen konnte). Die These, dass Unterschiede im emotionalen Verhalten nach wenigen Events (denn das meiste wird ja nur im Internet gespielt und nicht per Video übertragen) hätte eine Auswirkung auf die Sympathieverteilung erscheint mir äußerst fragwürdig.
ohne wirkliche Bindung zum europäischen Fan.
Wie viel "Bindung" erfährt man denn von dem gemeinen europäischen Spieler? Bis auf wenige Ausnahmen, die sich vor allem selber in Szene setzen wie Grubby und Tod, ist mir der Europäische Durchschnittsspieler nie im Besonderen dadurch aufgefallen, dass er sich hingebungsvoll an sein Publikum wenden würde. Dafür machen Interviews mit koreanischen Spielern auch hier schnell die Runde.
Sie bleiben einem eher fremd,
Nicht fremder als ein Paldyn oder hLa oder Gh0zt, oder?
man kann sich nicht mit ihnen identifizieren
Wie hoch ist denn so ein Identifizierungspotential bei den verschiedenen Spielern? Möchte man so sein wie Grubby, was mehr als seine W3-Fähigkeiten (die haben die Asiaten auch) oder Englischkenntnisse betrifft? Wär man gerne so wie Tod oder HoT oder XLord?
und deswegen wirken sie auch immer etwas unsympathisch und man hat eine gewisse Distanz zu ihnen.
Auf mich wirken sie höchst neutral was ihren Sympathiewert betrifft, genau wie fast alle n europäische Spieler, welchen ich mich im übrigen auch nicht "nahe" fühle.
Die Europäer wollen Menschen, keine Maschinen.
Der böse Teil in mir drängt mich jetzt zu sagen: "Ich will gute Argumente und keine Platitüden, die zudem noch mit einer Übertreibung zu punkten versuchen.". Der nette Teil meint dazu: Lassen wir diesen Ausrutscher ruhen.
Das ist nicht die Schuld der Koreaner, sondern einfach der Unterschied zwischen Europa und Asien.
Den Unterschied zwischen Europa und Asien erkennt man auf jeder Weltkarte. And what about W3?
Und selbst gegenüber der "Koris" (zu denen ich durchaus ReMinD zähle), die ganz sympathisch sind, tritt eine prinzipielle Abneigung auf.
Du hast eine prinzipielle Abneigung gegen Koreaner? Tja, so lob ich mir das. ~grins~
Sicher spielt auch die Angst, dass die europäische WC3-Szene von Korea "überschwemmt" wird, eine nicht geringe Rolle.
Ist der Trend nicht schon lange erkennbar?
Schau dir doch mal an, wie es aussieht: 4K zerfällt,
Und der wirtschaftliche Niedergang von 4K ist das Werk der Koreaner?
SK entlässt alle nicht-Koreaner bis auf miou, damit haben die Europäer die letzten beiden Bastionen verloren, in denen noch Europäer mitspielten und Erfolg hatten.
Das heißt, der Grund für die "Angst" ist doch eher, dass Europäer nun nicht mehr Erfolg haben, weil sie aus den Top-Clans entfernt wurden. Böse könnte man dann wieder fragen, woran das wohl liegt.
Das Traumduo ToD/Grubby ist weg, Fury und Zeus sind schon lange nicht mehr in ihrer alten Form, Insomnia und Creolophus sind inaktiv und sonst gibt es nur noch wenige Europäer, die mit den Top-Koreanern mithalten können.
Inaktive Spieler? That's life, zumal diese ebenfalls mit den Koreaner nichts zu tun haben.
Darüber hinaus sind diese wenigen Vertreter in verschiedenen Clans vertreten und es ist daher im Moment einfach kein "Euro-Clan" vorhanden, der eine reelle Chance auf den Gewinn eines WC3L- oder NGL ONE-Titels hat.
Wieder also die Sorge, dass Europäer in Zukunft zu erfolglos sind.
3.) Dann kommen noch die Fans von SK Gaming ins Spiel, die (zumindest teilweise) SK - wie bereits erwähnt - als eine Art letzte Festung gegen die Koreaner gesehen haben. Das ist jetzt nicht mehr der Fall, SK verliert fast alle Europäer und damit auch die Bindung zu einem nicht geringen Teil ihrer Fans.
Wenn du mit "Bindung" schlicht die Tatsache meinst, dass dort Deutsche spielen/gespielt haben, dann gebe ich dir recht.
Diese sind selbstverständlich enttäuscht über diese neue Memberpolitik und lassen ihre Wut an den Neuzugängen aus. Ausdrücke wie "Mercclan" tauchen ja auch wieder auf.
Nur ist dir Erklärung dazu m.E. zum größten Teil misslungen.
Versteh mich nicht falsch, ich kann das SK-Management durchaus verstehen: Vor diesem Lineup muss sich auch MYM fürchten, die Erfolge werden unweigerlich kommen. Aber das sind aus meiner Sicht die Gründe für die negative Einstellung gegenüber der Koreaner.
Die Gründe, die ich dir abnehme, sind genau die, die sich auch in anderen Sportarten so finden. Erstmal ist jeder willkommen, der Deutsch ist, hier und da Erfolge feiert (je mehr desto besser) und dabei möglichst nicht dauernd ein schlechtes Benehmen an den Tag legt (letzteres mag man in der Zielgruppe hier relativieren). Sympathisch ist also erstmal der, der deutsch ist, solange er sich nicht (dauernd) daneben benimmt. Macht man sich daran, diesem Spieler gefährlich zu werden, projiziert man seine Wut auf diejenigen, die man als Urheber dafür ausfindig macht - die konkurrierenden Spieler, das Clan-Management, Die Liga-Admins eventuell auch noch wegen fehlender Schutzregeln.
Den Teilen deines Beitrags, wo dieses durchgeschienen ist, stimme ich zu. Mit den quasi rational angelegten Erklärungsversuche, warum Koreaner grundsätzlich unsympathisch für uns sind, begibst du dich aber auf ganz dünnes Eis und hast auch mindestens eine bedenkliche Äußerung getätigt. Diese Argumentationsschiene wird man schlecht aufrechterhalten können.
Kommentar