hatte ma vor 2 jahren in den ferien 60 stunden in einer woche, aber damals hab ich auch schon gut durchgepickelt :E
Ankündigung
Einklappen
Keine Ankündigung bisher.
CS SUCHT?
Einklappen
X
-
Was ist Computersucht?
Zuerst möchte ich den Begriff Sucht definieren. Unter Sucht verstehen wir
eine zwanghafte Bedürfnisbefriedigung, meist mit Symptomen psychischer
und/oder physischer Abhängigkeit.
Unter Computersucht ist folglich zu verstehen, dass der Betroffene den
zwanghaften Drang verspürt, den Computer oder das Internet zu nutzen.
Psychotherapeuten fassten die Computersucht mit der Handy- und
Internetsucht unter der Bezeichnung "Mobile and Internet Dependency
Syndrome", kurz MAIDS zusammen. Ein anderer Name ist PIU, Pathological
Internet Use. Doch führende Wissentschaftler sind sich einig: Es ist nicht der
Computer, der die Sucht bewirkt, es ist der Konsument, also der Nutzer des
Computers.
Wann und wie kommt es zu der Sucht?
Unumstritten ist, dass der Computer ein großes Informationsmedium darstellt
und dass das Spielen von Computer- und Videospielen sehr große Freuden
bereiten kann. Zwei bis drei Stunden Computer am Tag sind durchaus ein
gesunder Durschschnitt. Kritisch wird es erst ab einer Nutzung von mehr als 6
Stunden täglich.
Die häufigsten Wege in die Sucht sind Langeweile und Probleme/Stress/Ärger
im wirklichen Leben.
Der Betroffene schaltet den Computer ein, surft im Internet oder spielt Spiele,
um sich abzulenken und Unterhaltung zu finden. Dies ist sehr bequem und da
das Internet auch noch eine schier unendliche Menge an Unterhaltung (z. B.
durch Chatrooms, Foren, Spiele, etc.) bietet, entwickelt der Betroffene eine
Vorliebe für diese Art der Freizeitgestaltung. Der Weg zum örtlichen
Sportverein ist auf einmal viel länger, wo hingegen der Weg zum Computer
(erst recht wenn dieser im Zimmer steht) ein Katzensprung ist. Auch die
Mitmenschen, die sich in der virtuellen Welt tummeln, sind viel netter als die
Vereinsmitglieder, womit wir auch schon bei nächsten Punkt wären.
Die Probleme im Alltag erscheinen schwer zu lösen. Eine schlechte Note
geschrieben, wegen der Figur oder dem Aussehen gehänselt oder einfach
Stress mit den Eltern: im Internet kein Problem. Die anonyme Community
nimmt jeden gleich seines Aussehen/seiner Bildung auf. Der Stress mit den
Eltern verschwindet, die Figur ist optimal, denn im Internet ist jeder so, wie er
gerne wäre. Muskelbepackte Schönlinge tummeln sich im Chatroom neben
90/60/90-Blondinen, die für ein nettes Gespräch immer zu haben sind. Doch
am nächsten Tag in der Schule ist die nette Bekanntschaft aus dem Chat nicht
anwesend, und schon geht der ganze Stress von vorne los. Doch nicht nur das:
Die ungelösten bzw. unbewältigten Probleme vom letzten Tag türmen sich
inzwischen auf einem riesigen Haufen auf und der Betroffene kann meist nicht
damit umgehen.
Kommentar
-
Wie äußert sich Computersucht?
Eins der schwierigsten Probleme bei einer Sucht ist, dass der Betroffene seine
Lage oft selbst nicht erkennt.
Die Stadien der Computersucht laufen nicht bei jedem Menschen gleich ab, sie
sind vielmehr typbedingt. Ich möchte ihnen von drei fiktiven
Beispielgeschichten erzählen.
1. Geschichte
Beate ist vor kurzem 15 Jahre alt geworden und hat von ihrem Vater
einen Computer geschenkt bekommen. Nun hat sie endlich Internet,
und dazu auch noch einen uneingeschränkten Zugang. Sie kann ihr
Glück kaum fassen.Als sie sich in einem Chat anmeldet, muss Beate
einige persönliche Angaben machen. Beate denkt, nun, da es ja
sowieso keiner überprüfen kann, schummelt sie halt ein bisschen. Ihr
Alter gibt sie älter an, und auch bei den Angaben zum Aussehen denkt
sie sich etwas aus. Als sie in den ersten Chatraum geht, wird sie auch
sofort angesprochen. Mark, 16, möchte mit ihr chatten. Sie stimmt
der Unterhaltung zu. Da ist es 16 Uhr nachmittag. Um 19 Uhr
verabschiedet sich Beate kurz von Mark, sie muss zum Essen. Beim
Abendbrot kann sie an nichts anderes als an Mark und den Chat
denken. Sie schlingt alles schnell herunter und geht wieder in ihr
Zimmer zurück. Auf die Frage ihrer Mutter, warum sie es denn so eilig
habe, antwortet Beate kurz und bündig: Hausaufgaben!
Beates Chats mit Mark werden immer länger, Beates Schlafenszeit
immer kürzer. Inzwischen haben sich beide auch schon Geheimnisse
anvertraut. Mit Mark habe ich so viel Spaß und er ist so lieb! erzählt
sie am nächsten Tag in der Schule. Ihre Freundinnen tun so, als
würden sie sich mit ihr freunen, tauschen aber fragende Blicke aus.
Als Beates beste Freundin sie fragt, ob sie nicht mal wieder Lust auf
Kino hätte, weicht Beate aus. Auf die Frage, was sie denn anderes
vorhätte, antwortet Beate: Ich treffe mich online mit Mark. Das habe
ich ihm versprochen.
2. Geschichte
Moritz ist 16 Jahre alt und schon ein richtiger Profi-Spieler. Bei dem
Ego-Shooter Counter Strike ist er mit seinem Spieler-Verein (sog.
Clan) sehr erfolgreich. Er findet es interessant, dass er Kontakte zu
Leute aus anderen Großstädten hat und mit ihnen super über das
Internet spielen kann. Die 6 Jungen kämpfen dabei gegen andere
Clans und versuchen, als Sieger hervor zu gehen. Dass es in dem
Spiel blutig zugeht, stört den Jugendlichen nicht. Ich kann Realität
und virtuelle Welt sehr gut unterscheiden und weiß auch, wann
Schluss ist. Dass das nicht der Fall ist zeigt sich gerade in letzter
Zeit. Moritz war eigentlich schon immer recht verschlossen und
scheu. Das wird wohl der Grund sein., erzählt seine Mutter Moritz'
Klassenlehrerin bei einem Beratungsgespräch. Ich würde mir da an
ihrer Stelle mal keine allzu großen Sorgen machen. Doch die
Lehrerin weiß es besser. Moritz, früher immer im 3-er Bereich,
bekommt in letzter Zeit nur noch mangelhafte oder ungenügende
Leistungen bescheinigt. Außerdem ist er im Unterricht oft nervös,
fängt ohne Grund Streit an und wird aggressiv. Seine Hausaufgaben
macht der Junge so gut wie gar nicht mehr.
Moritz' Mutter, das weiß die Lehrerin, möchte das Problem nicht
wahrhaben oder sehen. Sie will nicht einsehen, dass ihr Kind
ernsthafte Probleme hat.
3. Geschichte
Der 14-jährige Bernd hatte irgendwann einfach keine Lust mehr auf
Klavier spielen. Das ist langweilig!, meint er zu seiner Mutter. Aber
was willst du denn dann in der Woche machen?, argumentiert diese.
Mich mit Freunden treffen, das macht viel mehr Spaß! Bernds
Mutter, die nur das Beste für ihr Kind möchte, meldet ihn beim
Klavierunterricht ab. Bernd hat nun an 4 von 5 Tagen in der Woche
Nachmittags Freizeit. In den ersten Monaten nach der Abmeldung
vom Klavierunterricht trifft er sich mehr oder weniger mit Freunden
und erlebt seine Freizeit, genau wie er es sich vorgestellt hatte. Dann
bekommt einer seiner Freunde einen neuen Computer, und die beiden
spielen seitdem jedes Mal, wenn Bernd bei seinem Freund ist.
Zu seinem 15. Geburtstag bekommt er dann ebenfalls einen
Computer. Innerhalb von mehreren Wochen besorgt sich Bernd
mehr als zehn Spiele und spielt Computer. Zuerst nur ab und zu
benutzt, drängt sich der Computer immer mehr in Bernds Leben und
verdrängt so seine Freunde. Selbstverständlich geht das nicht von
heute auf morgen, die Entwicklung kommt vielmehr schleichend.
Und warum zum Freund gehen, wenn man auch schon im Zimmer
alleine nur mit dem Computer Spaß haben kann?
Diese drei Fälle haben alle eins gemeinsam: Die Betroffenen merken nicht, was
mit ihnen passiert. Selbstverständlich, denn sie sehen den Computer als eine
Bereicherung für ihre Freizeit und nicht als Sucht. Würde man sie darauf
ansprechen und ihnen sagen, dass dieser überhöhte Konsum schädlich sei oder
gar, dass sie abhängig seien, würden sie alles brüsk von sich weisen.
Zu einer Sucht wird der Computer-Konsum bei den Betroffenen, wenn diese in
dem Computer einen Ersatz für irgendeine andere Sache sehen oder den
Computer als das einzige Mittel betrachten, ein bestimmtes Gefühl zu
bekommen.
In der ersten Geschichte mit Beate sah sie in ihrem Internetfreund einen
Menschen, der sie versteht und mit dem sie die in ihren Augen idealste
Beziehung leben könnte. Sie ging sogar soweit, ihren Chatpartner Mark ihrer
besten Freundin vorzuziehen. Dies könnte zur Konsequenz haben, dass diese
Beate nach einer Zeit keine Beachtung mehr schenkt, die Freundschaft also zu
Bruch geht. Beate würde vor diesem Schmerz und diesem Verlust in ihre ideale
Welt, das Internet flüchten. Der Verzicht auf das Netz fiele ihr mit jedem Tag,
den sie im Chat verbringen würde, schwieriger.
In der zweiten Geschichte ging es um den leidenschaftlichen Computerspieler
Moritz, der in seinem Clan ein aggressives Onlinespiel spielt. Moritz bekommt
vielleicht in der Schule nicht die Anerkennung, die er sich wünscht bzw. wird
benachteiligt, vielleicht sogar gehänselt. Bei ihm staut sich Frust und
Aggression auf und vielleicht sucht er die Schuld für sein Versagen auch bei
sich. Um sein Selbstwertgefühl zu heben spielt er im Internet. Dort bekommt
er Anerkennung und Respekt, und seine Internetfreunde machen ihn nicht
schlecht. Vor allem aber kann er durch das blutige Spiel seine Wut und
Aggressionen ausleben, die er in der Schule niemals zeigen dürfte. Sein
Problem ist, dass er inzwischen seine Aggressionen in der realen Welt nicht
mehr unter Kontrolle bringen kann und auf deren Abbau im Internet
angewiesen ist. Kommt er mal nicht zum Internetspielen, so muss er seine
Aggressionen irgendwie anderweitig loswerden, z. B. durch Streit oder Gewalt.
In der dritten Geschichte hatte Bernd einfach Langeweile. Er musste
irgendetwas in seiner Freizeit tun und als er den Computer für sich entdeckt
hatte, war dies auch kein Problem mehr: Der Computer ist immer da, er geht
an wann man will und er ist nur einen Knopfdruck entfernt. Bernd kann sich
seine Freizeitgestaltung ohne Computer nicht mehr vorstellen, und genau dort
setzt seine Sucht an: Eine Freizeit ohne Computer gibt es einfach nicht, er
kennt es nicht mehr anders. Würde man ihm den Computer wegnehmen, er
wüsste nicht, was er mit seiner Zeit anfangen sollte.
Die drei Fälle zusammenfassend kann man sagen, dass die Sucht jeweils nur
durch den Betroffenen ausgelöst wurde; den Computer trifft keine Schuld.
Kommentar
Kommentar