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"IHL" - Talentschmiede oder überflüssig?

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    "IHL" - Talentschmiede oder überflüssig?

    Ich würde gerne mit euch diskutieren, ob sowas wie die IHL (nur für Deutschland?) damals zum CS-Standort Deutschland sichtlich positiv beigetragen hat oder ob es im Grunde keine wirkliche Förderung innerhalb der deutschen CS-Szene gab.

    Und worum es mir hauptsächlich geht: Würde so ein ähnliches System heute noch was bringen oder wäre es mittlerweile endgültig überflüssig?

    Disclaimer:
    Ich kenne mich nicht wirklich mit dem FaceIT oder ESEA-System aus. Verfolge die deutsche Szene nur am Rande, wenn was im Ticker steht und ich zufällig Zeit habe. Ich bin nur auf rm unterwegs und habe sonst keinerlei Ahnung, was sonst noch so abgeht (99damage?). Zudem vermute ich, dass ich einige Sachen von damals positiv verzerrt sehe, was die deutsche CS-Szene betrifft.

    Es kann daher sein, dass viele meiner Punkte falsch sind und mir einfach nur das nötige Wissen fehlt.


    Was ist/war IHL?!

    Spoiler: 
    IHL (InHouse League) war zu Beginn eine deutsche CS 1.6 Gatherplattform, die über IRC zugänglich war. Ähnlich wie beim MM gab es verschiedene "Ranks" bzw. Channels. Die TopX und BottomX jedes Channels sind regelmäßig aufgestiegen/abgestiegen, sodass man sich vom IHL.C (unterster Channel) bis zum IHL.DE (fast nur EPSler) hochspielen konnte. Wurde damals durch puri (Manager von mousesports zu dem Zeitpunkt(?)) ins Leben gerufen, der dann kurze Zeit später das ganze Projekt abgegeben hat.



    Hinführung:

    Ich kam auf den Gedanken, da ich für paar Jahre keinerlei CS:GO verfolgt habe und als ich re war, habe ich einige IHL.C/B/A-Namen in den "Top Lineups" wiedererkannt. Hinzu kommt, dass es außer mousesports kein deutsches Team gibt, das wenigstens halbwegs international mithalten kann. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt Tier1, sondern eher Tier2/3. Eigentlich müsste es doch nun viel mehr Spieler als in 1.6 geben und somit auch mehr potenzielle gute Spieler, aber wenn ich mir die ""EPS"" anschaue, dann sind das nur noch erfahrene Spieler, die überwiegend reindaddeln und das obwohl einige dieser Teams mittlerweile halbwegs Geld dafür bekommen(???). Ich habe das Gefühl, dass es innerhalb der deutschen Szene nur einen ganz kleinen Teil gibt, der halbwegs "seriös" spielt (viel kleiner als damals) und mittlerweile 98% in der "Rumgather/daddel-Welt" aufgegangen sind.

    Mir ist klar, dass es natürlich einen sehr sehr großen neuen Teil an Casualspielern gibt, aber wahrscheinlich wird doch auch der Teil der "ambitionierten/semiprof" Spieler ebenfalls gestiegen sein, auch wenn nicht im gleichen Maße.

    Es gibt jetzt zwar im Endeffekt überall ein "IHL-System". Matchmaking ist ist ja im Grunde nichts anderes und bei FaceIT und ESEA das gleiche. Worin ich aber einen Unterschied erkenne, ist die internationale Komponente, die überall reinspielt. Es gibt kein Matchmaking für Deutsche only und jegliche Exklusivität fehlt, wodurch auch keine wirkliche Nähe zwischen den Spielern untereinander entsteht.


    Vorteile der damaligen IHL zu heutigen Gathersystemen

    Worin ich die Stärken der deutschen IHL damals gesehen habe:
    • Oberen Channels hatten eine gewisse Exklusivität, die eine bessere Förderung mit sich brachte, da man homogenere Gruppen hatte als bei vielen heutigen MM-Systemen. (maximal 100 Leute im A-Channel glaube ich)
    • Es war anfangs nur für den deutschen Sprachraum zugänglich, wodurch sich die nationale Szene besser kennen gelernt hat und außerdem das Ansagen/Kommunikation nicht beeinträchtigt wurde.
    • Hatte ein gewisses Prestige, wodurch sich viele beim Spielen Mühe gegeben haben.
    • Da man nicht wirklich mit Stacks spielen konnte, musste jeder mit jedem Spielen, was mehrere gute Effekte mit sich gebracht hat.
    • Unter anderen lernte man so viel schneller andere Spieler kennen und sammelte Erfahrungen außerhalb seiner "Clique/Spielerblase".

    -> Dadurch wurden letztendlich talentierte Spieler oder zumindest Spieler mit einem gewissen Potenzial schneller entdeckt, konnten Kontakte knüpfen und schneller von besseren Spielern lernen.


    Was heute eventuell anders ist:

    Es könnte durchaus möglich sein, dass es heute einfach sehr wenige Spieler gibt, die noch halbwegs ambitioniert spielen möchten. Das kann natürlich mehrere Gründe haben. Vielleicht geben sich mittlerweile einfach viele mit den diversen Gatherangeboten zufrieden, da es sowas damals nicht gab. Damals gab es ja nur ESL Ladder und dort musste man zwangsweise mit einem Team spielen und entwickelte dadurch eventuell auch erst eine gewisse Ambition. Zumindst gab es keine kostenlosen und einfach zugänglichen Gatherangebote, wie jetzt.

    Ich habe allgemein das Gefühl, dass das Interesse für die deutsche Szene unglaublich gesunken ist. Viele der alten Spieler sind weg und irgendwie gab es nie einen fließenden Generationenwechsel, wodurch es eine abrupte Zäsur gab. Daher bin ich skeptisch, ob das selbe System (die technischen Nachteile im Vergleich zu heute ausgeblendet) heute überhaupt so einen Anklang finden würde. Allein deshalb, weil es nicht mehr so viele deutsche Profispieler gibt, die einen Anreiz schaffen würden, um sich nach vorne zu kämpfen und die überhaupt bereit wären bei sowas mitzumachen.


    #2
    Was heute vorallem noch anders ist, als zu 1.6 Zeiten ist das Angebot an competetiv games.
    Früher wurde halt CS wesentlich mehr gespielt als Wc3/Sc oder dota im deutschen Sektor.
    Heute hast du LoL und Dota2, da gehen eine Menge möglicher Spieler flöten, die früher cs gesuchtet hätten.

    Von daher denke ich, dass die Spieler immernoch ähnliche Ambitionen haben, es gibt nur einfach weniger in der deutschen Szene.

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      #3
      Zitat von b-O-n-E
      Heute gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten. Glaube CEVO hat auch so ein System oder?
      Wozu heute noch IHL?
      Weil mMn die Punkte nicht erfüllt werden, die ich oben aufgelistet habe. Es geht mir jetzt vor allem nicht um CS im Jahr 1956, sondern eher die Ende 2000er/Anfang 2010er Jahre.

      Obwohl es so viele Möglichkeiten zu gathern gibt, gibt es ja trotzdem keine große semi-prof competitve Szene mehr in DE(?)

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        #4
        Der einzige Sinn wäre mit deutschen spielen zu können.

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          #5
          Ich glaube nicht, dass es vorher anders war. Es ist ja auch irgendwie logisch, dass man als "Profi" eher in seinem Kreis bleibt und auf Empfehlungen hört als in die MR12-Ladder zu gehen und nach Talenten Ausschau zu halten.

          Ja, weil es vor der IHL damals kaum Möglichkeiten gab, die Vetternwirtschaft zu durchbrechen bzw. neue und bessere Leute kennen zu lernen. Und es gibt ja einen deutlichen Unterschied zwischen einer 10er Gruppe und dem System der IHL. Es haben sich jetzt aus der IHL auch keine 1000 Teams entwickelt, aber es hat zumindest beigetragen, dass einzelne "unbekannte" Spieler besser und schneller wahrgenommen wurden und diese Spieler haben sich mMn ziemlich schnell in ihrer eigenen Leistung verbessert. Gerade im Bezug auf Spielverständnis und Taktik.

          Der Punkt mit dem alten EAS- und EPS-System könnte noch eine wichtige Rolle spielen. Aber das ist doch letztendlich auch daran zerbrochen, dass 1.6 gegen Ende relativ tot war, da auch viele Profis langsam aufgehört haben. Ich weiß ja nicht, wie es mit dieser 99damage-Liga ist?! Und wahrscheinlich wäre es auch schwer wieder das alte System einzuführen, weil es einfach zu wenig Teams geben würde.

          Durch die ganzen neuen Gathersysteme hat der ganze "Nachwuchs" auch gar keine große Lust/Not sich ein Team zu suchen. Früher war das ziemlich nervig im IRC nach Mates zu suchen. Jetzt hat man eben seine 5-20 Freunde mit denen man ab und zu reindaddelt oder eben zur Not einfach selber spielt.

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            #6
            Aus sicherer Quelle kann ich sagen, dass ein Russe, der damals an dem Projekt beteiligt war immernoch den Ihl-client coded. Release sollte Ende diesen Anfang nächsten Jahres sein.

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              #7
              @bOnE

              man hat damals in 1.6 und auch sogar in 1.5 immer gegner gefunden und das gute war es waren deutsche. entweder im irc wie du sagtest oder ESL insi (vorm insi haste im irc esl matches gesucht). erst zum ende hin 2010-2012 wurde es schwieriger gegner zu finden @ESL. aber zwischen 2002 und 2007/8 hat man nie mehr als 5min warten müssen (insi hat oftmals nachm start direkt gegner angezeigt keine 5 sek teilweise). egal ob 1on1,2on2,5on5 man hat immer zügig was gefunden und wie gesagt, es waren meistens deutsche. in der esl sowieso und im irc zu 90%, solang man in den richtigen channels gesucht hat.

              ich hab damals bei tOnga und plague u.a. gespielt und war relativ früh schon gut in dem spiel. hab also auch schnell gecheckt was abgeht bzw. viel mitgenommen aus der damaligen zeit. wenn ich dann hier von einigen immer lese das sie seit den 80ern CS spielen aber nur müll verbreiten, muss ich leider immer laut lachen.

              als angeblicher "alter hase" bOn3 müsstest du das eigentlich wissen... oder warste eher so der 24/7 public daddler der ganze zeit aufm 32 mann server auf aztec mit den andern leuten in der t base gehockt hat bis die roundtime um war? oder doch eher derjenige der die sounds gespamt hat?

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                #8
                wird nicht funktionieren, da die deutsche szene aids ist, leider

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                  #9
                  Zitat von DaRuler
                  wird nicht funktionieren, da die deutsche szene aids ist, leider
                  Genau das befürchte ich auch, leider.

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                    #10
                    Zitat von Anna Konda
                    @bOnE

                    man hat damals in 1.6 und auch sogar in 1.5 immer gegner gefunden und das gute war es waren deutsche. entweder im irc wie du sagtest oder ESL insi (vorm insi haste im irc esl matches gesucht). erst zum ende hin 2010-2012 wurde es schwieriger gegner zu finden @ESL. aber zwischen 2002 und 2007/8 hat man nie mehr als 5min warten müssen (insi hat oftmals nachm start direkt gegner angezeigt keine 5 sek teilweise). egal ob 1on1,2on2,5on5 man hat immer zügig was gefunden und wie gesagt, es waren meistens deutsche. in der esl sowieso und im irc zu 90%, solang man in den richtigen channels gesucht hat.

                    ich hab damals bei tOnga und plague u.a. gespielt und war relativ früh schon gut in dem spiel. hab also auch schnell gecheckt was abgeht bzw. viel mitgenommen aus der damaligen zeit. wenn ich dann hier von einigen immer lese das sie seit den 80ern CS spielen aber nur müll verbreiten, muss ich leider immer laut lachen.

                    als angeblicher "alter hase" bOn3 müsstest du das eigentlich wissen... oder warste eher so der 24/7 public daddler der ganze zeit aufm 32 mann server auf aztec mit den andern leuten in der t base gehockt hat bis die roundtime um war? oder doch eher derjenige der die sounds gespamt hat?
                    bloß sind die irc gegner meistens direkt nach paar runden gegangen

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                      #11
                      Zitat von Bill Burr
                      [...]
                      Ja, weil es vor der IHL damals kaum Möglichkeiten gab, die Vetternwirtschaft zu durchbrechen bzw. neue und bessere Leute kennen zu lernen. Und es gibt ja einen deutlichen Unterschied zwischen einer 10er Gruppe und dem System der IHL. Es haben sich jetzt aus der IHL auch keine 1000 Teams entwickelt, aber es hat zumindest beigetragen, dass einzelne "unbekannte" Spieler besser und schneller wahrgenommen wurden und diese Spieler haben sich mMn ziemlich schnell in ihrer eigenen Leistung verbessert. Gerade im Bezug auf Spielverständnis und Taktik.
                      [...]
                      Das ist der Kernpunkt weshalb es die IHL in irgendeiner Form noch braucht. Predige ich auch seit Jahren. Nicht jeder der CS seriös spielen will hat 4 Kollegen mit gleichen Ambitionen und Skill. Es muss einfach eine Plattform geben wo man im deutschsprachigen Raum competetive Gather spielen kann. Einmal um sich als Einzelperson zu präsentieren und einmal um vielleicht auch Mitspieler zu finden.

                      MM und alle anderen Plattformen sind gut für die Hobbydaddler, aber doch absolut kontraproduktiv für die Leute die ernsthaft spielen wollen. Die ESL hätte die Möglichkeiten und könnte so ein System auch gut mit der EPS vermarkten, aber lieber verweisen sie dann auf VS.

                      Das die Profiteams selbst so eine Plattform auf die Beine stellen kann man auch vergessen, soweit wird da doch nicht gedacht.

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                        #12
                        Zitat von b-O-n-E
                        Man muss sich doch heut mal ansehen wer CS:GO spielt. Wieso und was er/sie damit erreichen will.
                        Ich spiele es nicht um irgendwann auf dem Major um die 500.000$ zu spielen. Ihr?

                        Und da ist doch schon das Grundproblem. Schau dir die Brasilianer an. Die hocken sich 1 Jahr ins Bootcamp und ziehen in die USA und arbeiten an ihrem längerfristigen Ziel. Würde von uns/euch das jemand machen? Wie schon oben gesagt, selbst "unsere" dt. Teams wechseln doch nach 1 Loss die Teams wie wir unseren Schlüpper.
                        Wie soll das dann ein Vorbild sein - an die jungen Leute in der CS Community? Seh ich halt nicht...
                        Ich weiß nicht wie sehr du für die ganzen 13-X jährigen sprechen kannst. Kennst du denn überhaupt junge ambitionierte Spieler? Bevor man etwas wieder todredet sollte man der Sache zumindest einen Versuch geben.

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                          #13
                          sehr interessanter thread, würde auch mal gerne meinen senf dazu geben. mMn einer der gründe, warum die IHL damals so super geklappt hat: die toleranzgrenze war damals einfach viel viel höher als heute. damit meine ich, dass falls man mal mit einem schlechten spieler zusammen gespielt hat, man ihn trotzdem akzeptieren konnte und trotzdem weiter gegamed hat (soweit ich das noch in erinnerung habe). damals gabs aber auch nicht die alternativen, die man jetzt mit FACEIT, mm und ESEA hat. heute wird ein system der IHL einfach nicht mehr in deutschland funktionieren, eben wegen der toleranzgrenze. sind mehrere schlechtere spieler drin, würden sie dauerhaft geflamed werden und leute würden aufhören zu spielen, da sie eben die alternativen zur IHL haben. ist auch einer der gründe warum diese "talent-10er gruppen" nie funktioniert haben bzw auch nie funktionieren werden. weil die semi-profi bzw profi spieler in deutschland ungerne mit schlechteren spielern spielen möchten.

                          weiß nicht, wieviele von euch davon wissen, aber es gibt ja jetzt seit einem monat die internationale IHL, namentlich "FPL Challenger" die ein wenig ausgereift ist. Top 80 qualifiziert sich für den FPL Qualifier und die ersten beiden im qualifier steigen in die FPL auf (FPL=IHL für die besten spieler auf der welt (fnatic, faze, vp etc)). Top10 kriegt preise, erster kriegt 600$ und der 10. 200$ also schon sehr gute summen. Da ich im council bin kriege ich immer wieder mit, wie reported wird und vorallem was reported wird und teilweise ist das schon recht lächerlich. ich weiß nicht wie das damals bei der IHL mit den reports aussah, kann mir aber nicht vorstellen, dass jede kleinigkeit an flames die man bekommt direkt reported wurde. so ist das im FPL Challenger atm. Anstatt mal eine Auseinandersetzung so hinzunehmen und drüber zu stehen, rennt man direkt zum nächsten admin und reported ihn für toxic behaviour. und das wirklich bei jeder kleinigkeit.

                          Naja, wäre definitiv cool zu sehen, ob sowas wie die IHL in deutschland noch funktionieren würde. A Channel für die besseren in deutschland, dann B und C.

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                            #14
                            Fände nen webbasiertes system wie die IHL richtig stark, irc würde halt auf keinen Fall mehr funktionieren :/
                            Grundsätzlich war die IHL aber einfach super, man hat jede menge neue Leute kennengelernt, mit denen man auch heute noch zocken kann und nen paar Talente hat sie ja auch hervorgebracht.


                            Zitat von maRky
                            sehr interessanter thread, würde auch mal gerne meinen senf dazu geben. mMn einer der gründe, warum die IHL damals so super geklappt hat: die toleranzgrenze war damals einfach viel viel höher als heute. damit meine ich, dass falls man mal mit einem schlechten spieler zusammen gespielt hat, man ihn trotzdem akzeptieren konnte und trotzdem weiter gegamed hat (soweit ich das noch in erinnerung habe).
                            Ist richtig, bestes beispiel war damals Jonny, dem wurde quasi live aufm server cs beigebracht :D

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                              #15

                              def. Positiv

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