Da es ein wichtiger Schritt in der Wissenschaft ist, will ich es hier zusammenfassen und etwas aufbereiten, ohne technisch zu werden, und es kurz reflektieren.
Mit (Licht-)Mikroskopie gab es bisher eine begrenzende, maximale Vergrößerungsstufe, um lebende Proben zu untersuchen. Stärkere Vergrößerungen galten ab einer gewissen Schwelle den Gesetzen der Physik und dem aktuellen Wissensstand zufolge bisher als unmöglich.
Sie waren mit anderen Techniken ausschließlich an nicht lebendigem Material möglich.
Es wurden neue Möglichkeiten vorgestellt, diese Schwelle für die optische Vergrößerung lebender Proben zu überschreiten - auf der Grundlage der Fluoreszenz.
Diese wurden mit dem Chemie Nobelpreis für die Wissenschaftler Stefan Hell, Eric Betzig und William Moerner ausgezeichnet.
So können hierbei Wechselwirkungen bei Vorgängen in lebenden intakten Zellen stark vergrößert und detailliert betrachtet werden. Zeitnah, mitsamt Bewegungen von funktionstragenden Zellteilen.
Es besteht die Aussicht, die Auflösung mit fortschreitender Zeit weiter zu verfeinern.
Die mögliche größte Auflösung betrug bisher 200nm. Im Paper ist von erreichten 16 nm die Rede.
Auf den Spiegel-Aufnahmen ist eine Auflösung dargestellt von weit unter 9000 Nanometer.
Technisch gesehen ist es ein großer Sprung.
Es könnte Einblicke in die Natur geben, die bisher in der Form unmöglich waren. Helfen, biomolekulare Mechanismen besser zu verstehen und nachzuvollziehen, die so noch niemand gesehen hat. Zum Beispiel Krankheiten, ihre Entstehung oder Wirkweise.
Ideologisch gilt es auch als ein Durchbruch(im wahrsten Sinne des Wortes), weil eine lange als unumstößlich geltende Barriere in der Wissenschaft durch geistige Anstrengungen umgangen werden konnte.
Spoiler:
Ich finde es total faszinierend, es ist so ähnlich wie der tiefe Blick ins All, nur in die andere Richtung. Ein Bereich, der bis vor einiger Zeit für so detaillierte Einblicke verschlossen war.
Vielleicht interessiert es den ein oder anderen. Man darf gespannt sein, was für wissenschaftliche/medizinische Erkenntnisse daraus folgen könnten.
Wirkweisen der neuen Technik
Spoiler:
Neue Möglichkeiten
Spoiler:
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/chemie-nobelpreis-2014-neue-mikroskopie-methode-a-996075.html
Genauere technische Beschreibung: http://www.heise.de/tr/artikel/Chemie-Nobelpreis-fuer-Super-Mikroskope-2413918.html
Paper von Prof. Dr. Stefan Hell (viel Spaß) : https://www.mpibpc.mpg.de/327643/research_report_815357
Passe die Überschrift an Omar, war mir auch etwas suspekt, mir aber irgendwie nich richtig aufgefallen
@ ak0r, das ist recht spannend. Anscheinend war die Technik an sich ja schon vorhanden/in Entwicklung bzw. Ausarbeitung, aber man hat es nicht unbedingt mitbekommen und nun gab es die große Presse(geht ja auch aus den Quellen so etwa hervor).
Krass, dass es schon Analysen und Ergebnisse damit gibt !
Wenn es da von der Arbeit deines Kollegen entbehrliche Aufnahmen gibt oder nen Link wäre schon sehr interessant