Moin zusammen, im Folgenden meine Eindruecke aus Japan. Bei Gelegenheit versuche ich auch einige Bilder hinzuzufuegen.
In den letzten Jahren habe ich einige Laender Asiens bereist und mir bewusst Japan aufgehoben, da ich dafuer mehr Geld und Zeit mitbringen wollte. Das Einzige was ich im Vorhinein "gebucht" hatte, war das Zugticket. Dieses kann fuer 7,14 oder 21 Tage gekauft werden und ermoeglicht einem die Nutzung der meisten Zuege, inklusive der beruehmten Shinkansen, auch bekannt als bullet trains. Diese brettern wirklich uebers Land und man kann hunderte Kilometer in kurzer Zeit ueberbruecken. Fuer 14 Tage habe ich knapp 400 Euro berappen muessen, eine Investition, die sich aber schon nach wenigen Trips lohnt. Ihr ahnt es bereits... Japan ist nicht unbedingt fuer den schmalen Geldbeutel geeignet.

Tokyo
Ich begann meinen Trip in Tokyo. Wie erwartet wurde ich von der Hauptstadt etwas erschlagen. Die Anzahl an Metros, die Massen an Menschen transportieren scheint grenzenlos. Beeindruckend ist dabei die absolute Praezision, mit der der gesamte Verkehr abgewickelt werden (Hallo Deutsche Bahn). Alles ist perfekt koordiniert, man stellt sich in einer Reihe an und die Bahnen halten exakt an den Markierungen. Um mir den Einstieg in die japanische Kultur zu erleichtern, hatte ich auf couchsurfing einige Japaner angeschrieben und war tatsaechlich fuendig geworden. Yuta stellte sich als extrem gastfreundlicher Host heraus und nahm mich direkt in ein japanisches Restaurant mit, in dem ich nebst einer Anzahl neuer Speisen auch Freunde von ihm kennenlernte. Wie alle Japaner war er ein Arbeitstier und 7 Tage die Woche am arbeiten, gab mir aber den Schluessel zu seiner kleinen Wohnung, sodass ich tun und lassen konnte was ich wollte.
Die Stadt ist in Bereiche unterteilt, die sich stark unterscheiden. So gibt es beispielsweise das Viertel in dem die Nerds abhaengen, inklusive Spielhoellen jedweder Art, Cafes in denen man von jungen Frauen als "Meister" behandelt wird etc... Dagegen gilt das Viertel nebenan als Modeviertel, in dem die Menschen tatsaechlich auffallend gut gekleidet ihren Caffe Latte schluerfen.
Alles in allem definitiv beeindruckend, aber ich war dennoch froh, als ich mich in den Zug Richtung Sueden setzen konnte...

Hiroshima
Ein Name der mit einer der dunkelsten Stunden der Menschheit verbunden ist. Mein Hostel lag direkt neben dem Memorial Park, in welchem auch das Museum untergebracht ist. Am Morgen betrat ich das Museum, in welchem emsiger Betrieb herrschte, nicht nur westliche Touristen, sondern auch viele Japaner und ganze Schulklassen waren in dem Gebaeude unterwegs. Das Museum beginnt nicht mit der Bombe, sondern erklaert darueber hinaus die Umstaende im Vorfeld. Besonders betroffen machte mich dabei die Begruendung, dass man die Zeit und vor allem die hohen Kosten der Entwicklung der Bombe dem amerikanischen Volk gegenueber rechtfertigen muesse. Durch die Explosion und die direkten Folgen starben in Hiroshima 140.000 Menschen. Besonders beeindruckend waren die auf Fernsehern gezeigten Erzaehlungen von Ueberlebenden des Abwurfs, welche teilweise innerhalb von Sekunden saemtliche Angehoerigen verloren hatten. Man fuehlt sich nach dem Besuch angesichts des unfassbaren Leids einfach nur leer und so bin ich einfach noch eine Weile planlos durch den Park gewandert. Zurueck im Hostel traf ich einen Schwaben, der mich zum Glueck motivierte nochmal loszuziehen. Wir fanden ein Restaurant und es gab super leckeres Okonomiyaki. Mit 2-3 Bier intus betraten wir spontan eine Bar, in der nur noch das Besitzerehepaar zugange war (60+). Ihr Englisch war ueberschaubar, aber umso bemuehter waren sie mit uns zu kommunizieren. Es gab Cafe-Sake und Fischspezialitaeten des Hauses. Zwei Stunden spaeter wurden wir herzlichst verabschiedet und gingen gut angetrunken und sehr happy in Richtung Hostel.

Fukuoka