Alles hat ein Ende...

Nach aufregenden, spannenden, ereignisreichen, tollen, wilden , Sprache verschlagenden doch leider auch enttäuschenden 6 Monaten geht ein grosses Kapitel meiner Reise schlagartig und völlig überraschend zu Ende.

Nach sage und schreibe 700 KM Roadtrip hat es unseren Van zerlegt. Diagnose Motorschaden. Ein paar Kilometer vor der Grenze zu Victoria fand unsere Reise ein abruptes Ende. Mitten im nirgendwo musste ich dann der NRMA beitreten, das ist sowas wie der ADAC Australiens. Schnell nochmal 270 Dollar aus dem Fenster geworfen und abgeschleppt worden. Der Abschleppwagen hat uns dann nach Eden gebracht. Die einzige und leider sehr kleine Stadt im Umkreis. Wirklich schoenes Fleck Erde doch leider so klein, dass es nur eine Werkstadt gab und wir daher in unseren Optionen da schon stark eingeschränkt wurden.

Natuerlich war an dem Tag keine Zeit unseren Van auf die Hebebuehne zu packen, daher mussten wir die erste Nach im Van auf dem Mechaniker Parkplatz verbringen. Zwei Flaschen Wein hielten die Hoffnung am Leben, dass es nur ein kleiner Defekt sei. Nach wenig Schlaf hies es am naechsten Tag dann warten. Warten auf eine entweder gute oder schlechte Nachricht. Natuerlich musste es eine schlechte sein. Mit trauriger Miene und der Oelpfanne in der Hand kam Mechanikerchef Chris (unfassbar netter und hilfsbereiter Mensch) nach draussen, wo Alex und ich wie vor einem Operationssaal gewartet hatten. Bearing und Main End Bearing komplett zerstört, Metall im Öl und der Motor muss komplett ausgetauscht werden. Nach kurzem in die Knie sacken und Luft holen dann der endgültige Nagel im Sarg. 3000 Dollar Reperaturkosten.

Damit war fuer Alex und mich klar, das unser kleiner Roadtrip nach 4 Tagen schon sein Ende gefunden hatte. Alex ohne Geld, ich mit Reserven aber bei weitem nicht genug. Wir sind dann natürlich alle möglichen Lösungen fuer dieses Problem durchgegangen und letztendlich blieb nur eine Entscheidung. Zurück nach Sydney.

Nach erneut zwei Flaschen Wein in Kombination zweier Sixpacks und der Gesellschaft zweier Schweizer Backpackerinnen die ihren Van neben unserem parkten um uns ein wenig Gesellschaft zu leisten haben wir auch die letzte Nacht im Van einigermassen gut überstanden.Am nächsten Tag hies es dann also Sachen packen und Van ausräumen. Mit der wohl miesesten Laune des ganzen Australien Aufenthaltes warteten wir nun auf eine Freundin aus Sydney die sich bereit erklärt hatte uns einzusammeln. Und wieder einmal sind wir begeistert von der Freundlichkeit der Menschen hier. Uns aus Eden abzuholen bedeutete fuer sie mal eben 14-15 Stunden Autofahrt. Natürlich bin ich zurück gefahren um ihr wenigstens 7 Stunden Fahrt zu ersparen. Den Van blieb im geliebten Eden.

In Sydney angekommen ging es fuer Alex und mich dann darum erstmal herauszufinden wie genau es weiter geht. Nach ewigem Grübeln blieb dann leider nur eine logische Entscheidung übrig. Alex fliegt wieder nach Hause. Ohne Geld und mit wenig Zeit im Gepäck war das leider einfach die sinnvollste Entscheidung. Ich werde jetzt nicht jede Möglichkeit und die daran geknüpften Pro's und Contra's aufzählen denn glaubt mir, wir haben das lang und gründlich durchdacht.

Nach 6 Monaten Australien habe ich also gestern meinen einzigen Freund hier zum Flughafen gebracht. Was ein komisches Gefühl. Mehr oder weniger ganz alleine (Catha ist ja Gott sei dank wesentlich erfolgreicher als Alex und ich mit einer Freundin auf ihrem eigenen Roadtrip) verbleibe ich jetzt in Sydney bei einer Freundin.

Jetzt gilt es auch fuer mich zu entscheiden was genau ich mir von meinen letzten 6 Monaten erhoffe und wie ich diese gestalten will. Da ich hier umsonst im Paradies wohnen kann, beschwere ich mich erstmal nicht Über meine momentane Situation. Das ist auch der Grund warum ich mit meinem mir verbliebenen Geld reicht frei entscheiden kann was ich machen möchte.

Aktuell bin ich gerade dabei Campingequipment und Auto zu verkaufen. Hoffentlich findet sich ein Bastler oder ein Schrotthändler der wenigstens noch ein paar Dollar fuer die Karre hinlegt. Gestern auch schon einen Anruf bekommen, doch da die Karre immer noch in Eden steht, gestaltet sich das alles ein wenig schwieriger aber ich bin dran !

Mit dem Verkauf des Equipments, dem Verkauf des Autos, der Kaution die ich noch zurück bekomme und den Steuern die ich im Juli zurück bekomme sieht es fuer mich finanziell nicht so schlecht aus.

Aber wie schon gesagt, momentan geht es fuer mich darum zu entscheiden was ich will. Optionen habe ich weiss Gott genug ....



Eigentlich wollte ich Fotos vom Trip in diesen Blog packen, doch bin ich nach dem Verabschieden von Alex gestern nicht in der Laune dafür. Verspreche aber einige spektakuläre Fotos im nächsten Blog.


Trotz dieses herben Rückschlags muss ich sagen das die Stimmung bei uns immer Top war und dafür will ich Alex an dieser Stelle nochmal danken. Es waren 6 absolut gigantische Monate und die beste Zeit meines Lebens, danke das ich sie mit jemandem wie dir teilen durfte.


Im nächsten Blog wird es also jede Menge Infos zu den mir verbleibenden Möglichkeiten geben , Stichwort hier : Sponsorship Visa.

Also am Ball bleiben und immer dran denken, egal wie mies die Situation auch zu sein scheint, Kopf hoch und weiter machen.

In diesem Sinne